Aktualisiert am 12 März 26 von

Wie spielst du ein Freeroll?

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Einleitung

In diesem Artikel

  • was Freerolls sind
  • ohne Risiko deine Bankroll vergrößern

Freerolls sind Turniere, die dich kein Eintrittsgeld kosten. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist, dass du meistens auch nicht viel Geld gewinnen kannst. Trotzdem lohnt es sich, sie zu spielen.

  • Mit Freerolls kannst du den Grundstein für deine Bankroll legen. Es haben schon etliche Spieler gezeigt, dass man sich auch ohne einen einzigen Cent nach oben spielen kann.
  • Freerolls sind eine kostenlose Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln. Es ist z.B. sehr schwer, die nötige Erfahrung für das Spiel an einem Finaltisch zu sammeln, einfach weil du ihn so selten siehst. Wie oft startest du ein Turnier und wie oft siehst du am Ende den Finaltisch?
  • Freerolls machen Spaß. Am Ende riskierst du ja keinen Verlust und in diesen Turnieren tummeln sich die verschiedensten Menschentypen, von denen einige es wert sind, kennen gelernt zu werden.

Dass diese Turnierform kein Eintrittsgeld kostet, führt aber auch zu einigen Besonderheiten, vielleicht auch Merkwürdigkeiten. Welche das sind und mit welcher Strategie du am besten an ein Freeroll herangehen solltest, zeigt dir dieser Artikel.

Wie ticken deine Gegner?

Auch wenn es Spieler gibt, die jede Form von Poker bitterernst nehmen, überwiegen in Freerolls doch zwei Spielertypen:

  • Der Typ, der so überhaupt keine Ahnung von Poker hat.
  • Der Typ, dem das Turnier egal ist.

Die Spieler wissen nicht, was sie tun, oder wollen einfach nur ihren Spaß haben. Und wenn du schon einmal einen Tisch voll solcher Gegner erlebt hast, weißt du, was das bedeutet: Schönes Poker ist etwas anderes.

  • Deine Einsätze und Erhöhungen werden nicht respektiert.
  • Du hast es schwer, deine Gegner auf bestimmte Karten zu setzen.
  • Komplexe Spielzüge sind generell „zu komplex“ und sinnlos.

Ein Freeroll ist manchmal so etwas wie eine geschlossene Pokeranstalt. Irgendwo dreht immer jemand durch und schmeißt seine Chips in die Mitte, ohne ein Warum nennen zu können.

Pokern mit dem Holzhammer

Wenn du vorhast, ein Freeroll zu gewinnen, geben dir deine Gegner auch die dafür passende Strategie vor: Du musst mit dem Holzhammer pokern, grob und simpel.

  • Spiele nur die guten Startblätter.
  • Mach große Erhöhungen und große Einsätze. Größer als in einem normalen Spiel.
  • Wenn du eine gute Hand hast, feure aus allen Rohren.
  • Hast du nichts, lass es bleiben. Bluffe nicht.

Das ist es im Prinzip. Auf gute Karten warten und ab geht’s. Im Detail unterscheidet man dabei drei Phasen:

  • Die frühe Phase: Die Chipstände sind im Vergleich zu den Blinds recht groß. Du hast mehr als 25 Big Blinds an Chips.
  • Die späte Phase: Die Blinds sind merklich angestiegen. Dein Chipstand sinkt unter 25 Big Blinds.
  • Der Final Table: Die entscheidende Phase. Du hast den letzten Tisch erreicht.

Wie spielst du in der frühen Phase?

In der frühen Phase eines Freerolls wirst du mit einer normalen Erhöhung das Spielerfeld nicht ausdünnen können. Und selbst mit zwei Assen siehst du alt aus, wenn du mit vier Gegnern den Flop siehst. Deshalb solltest du mit deinen Powerblättern direkt vor dem Flop All-In gehen.

Vor dem Flop

Gehe in jeder Position All-In mit einem Paar Asse, Könige, Damen und Ass König, auch wenn schon vor dir erhöht wurde.

In mittlerer und später Position gehst du zusätzlich mit einem Paar Buben und Ass Dame All-In, sofern bisher niemand erhöht hat.

Weiterhin solltest du mit kleineren Paaren ab zwei Sechsen aufwärts in mittlerer und später Position auf ungefähr 4 Big Blinds (gern auch mehr) erhöhen, wenn es noch keine Erhöhung gab.

Und in später Position kannst du dir, sofern es keine Erhöhung gab, den Flop mit spekulativen Karten anschauen. Das heißt, du limpst (bezahlst nur den Big Blind) mit: zwei Fünfen, Vieren, Dreien, Zweien, suited Assen und den so genannten mittleren bis hohen suited Connectors. Das sind gleichfarbige und direkt nebeneinanderliegende Karten wie 7 und 6 oder Dame und Bube.

Ab dem Flop

Ab dem Flop dreht sich alles um die eine Frage: Hast du etwas? Wenn nicht, dann bist du raus.
Mit zwei Paaren oder einer noch besseren Hand, gehst du All-In.

Mit einem Flushdraw oder open-ended Straightdraw (OESD) gehst du dann All-In, wenn schon mehrere Gegner weiter Chips investiert haben.

Mit einem so genannten Toppaar, einem Paar aus einer deiner Startkarten und der höchsten Gemeinschaftskarte, gehst du nur All-In, wenn du höchstens 2 Gegner hast. Ansonsten spiel sehr vorsichtig damit.

Wie spielst du in der späten Phase?

Die späte Phase beginnt, wenn du noch ungefähr 20-25 Big Blinds hast. Dann heißt die Strategie: Raise or Fold. Das heißt, dass du vor dem Flop entweder erhöhst oder aussteigst. Und sobald ein Gegner nach dir oder vor dir erhöht, gehst du All-In oder steigst aus, natürlich nur mit den passenden Karten. Der Mitgehen- oder Call-Button in der Spielesoftware ist ab sofort tabu.

Schau besonders auf die Spieler mit kleinen Chipständen. Gegen diese brauchst du anständige Karten, denn sie warten nur darauf, dir ihre Chips um die Ohren zu hauen.

Und leg dich nicht mit sehr aggressiven Gegnern an, die mehr Chips haben als du. Auch gegen diese solltest du ein solides Blatt vorweisen können.

Vor dem Flop

Erhöhe in jeder Position mit einem Paar Asse, Könige, Damen, Buben, Zehnern oder Ass König auf ungefähr 4 Big Blinds. Geht jemand drüber, gehst du All-In.

In mittlerer und später Position erhöhe zusätzlich mit einem Paar Neunen, Zehnen, Buben und Damen. Dazu noch mit König Dame, Ass Bube und Ass Dame. Wird dann hinter dir erhöht, bist du mit allen vorher genannten Blättern All-In, mit Ausnahme von König Dame und Ass Bube, die du weglegen musst.

Nach dem Flop

In dieser Turnierphase entscheidet sich die Runde meist spätestens am Flop, einfach weil der Pot so groß wird, dass du nicht mehr rauskommst, wenn du dich einmal zum Weiterspielen entschieden hast.

Hast du vor dem Flop erhöht und nur einen Gegner, dann setz mit jedem Blatt ungefähr ½ bis 2/3 des Pots. Erhöht dein Gegner, dann geh mit jedem Toppaar und besser oder einem Flushdraw All-In. Das gilt auch, wenn du nichts getroffen hast, aber deine beiden Startkarten höher sind als jede Gemeinschaftskarte (Overcards).

Wie spielst du am Finaltisch?

Im Wesentlichen gilt auch für den letzten Tisch die Strategie wie für die späte Phase, mit ein paar kleinen Änderungen. Du solltest noch mehr Augenmerk auf die Positionen legen und günstige Augenblicke nutzen, in denen vor dir alle aussteigen und du als Erster eine Erhöhung ansagen kannst.

Respektiere aber auch, wenn Gegner in früher Position erhöhen. Dann haben sie des Öfteren auch wirklich etwas auf der Hand.

Erhöht jemand in früher Position, dann geh All-In mit zwei Assen, Königen, Damen, Buben und Ass König.

Hat jemand in mittlerer Position erhöht, dann geh zusätzlich All-In mit zwei Zehnen, zwei Neunen und Ass Dame.

Wenn noch niemand erhöht hat und du bist in früher oder mittlerer Position, dann geh All-In mit jedem Paar ab zwei Neunen und dazu mit Ass König, Ass Dame und Ass Bube.

Bist du in später Position, kommen noch zwei Siebenen, zwei Achten und König Dame hinzu, mit denen du ebenfalls All-In gehen solltest, wenn vorher noch nicht erhöht wurde.

Tipp: Neben unseren Artikeln kannst du auch unsere anderen Lerninhalte verwenden, um schneller zu lernen, wie man Poker spielt.