Aktualisiert am 12 März 26 von

Ziele setzen und erreichen (2): Ziele planen

Vor dieser Lektion solltest du bereits gelesen haben:

  • Von der Vision zum Ziel
  • Du weißt bereits, wie du mit Hilfe der SMART-Kriterien aus deiner Vision ein präzises Ziel formulierst und in Zwischenziele unterteilst.

    Im nächsten Schritt planst du, wie du dein Ziel erreichen kannst. Dazu bestimmst du, welche Aufgaben notwendig sind und bringst diese in eine sinnvolle Reihenfolge. Als Ergebnis erhältst du einen Plan, der dein Vorgehen genau festlegt. Wie du genau einen Plan erstellst, lernst du in dieser Lektion.

    Bestimme die Anforderungen deines Ziels und lege so deine Aufgaben fest

    Du kannst bereits präzise angeben, wann du dein Ziel erreicht hast. Nun musst du dir überlegen, welche Anforderungen du dafür erfüllen musst.

    Anforderungen sind Handlungen, die du tätigen musst, oder formale Kriterien, die erfüllt sein müssen, damit dein Ziel erreicht ist.

    Für das Bestehen eines Seminars auf der Uni musst du eine Hausarbeit abgeben, das Seminar regelmäßig besuchen und vielleicht ein Referat halten. Formale Kriterien sind z.B. die Anmeldung für das Seminar und die Klausur.

    Aus diesen Anforderungen ergeben sich Aufgaben. Manche sind relativ leicht zu erledigen und ergeben sich direkt (das Seminar regelmäßig besuchen). Andere musst du weiter so in Teilaufgaben zerlegen, dass du genau weißt, was zu tun ist und wie lange du dafür brauchst. Um ein Referat zu halten, musst du das Buch "Die Entwicklung der Coca-Cola-Company am Nordpol" lesen, es für einen Vortrag aufbereiten und eine Präsentation erstellen.

    Damit du gleich loslegen kannst und nicht über das "Wie" nachdenken musst, formulierst du deine Aufgaben als klare, einfache Aussagen darüber, was du konkret tust: "Ich besuche jeden Dienstag um 9:30 Uhr das Seminar XY", "Ich lese jeden Abend zehn Seiten in Fachbuch XY".

    Bestimme, was du für das Erledigen der Aufgaben brauchst

    Als Nächstes solltest du bestimmen, was du brauchst, um deine Aufgaben erledigen zu können. Als Grundlage benötigst du Ressourcen und Werkzeuge. Ohne Internetverbindung und Computer kannst du beispielsweise nicht pokern.

    Außerdem benötigst du für bestimmte Ziele Unterstützung oder Zustimmung aus deinem sozialen Umfeld. Ist dein Ziel beispielsweise 40k Hände im Monat zu spielen und gleichzeitig 40 Stunden pro Woche zu arbeiten, hat das Auswirkungen auf deine Beziehung, die du mit deiner Freundin besprechen solltest.

    Jede Aufgabe erfordert bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse. Möchtest du beispielsweise eine Ente kochen, kennst aber kein Rezept, kannst du dir als Aufgabe stellen, ein Rezept im Internet zu suchen.

    Ordne und gruppiere deine Aufgaben

    Bei langen Aufgabenlisten ergibt es Sinn, deine Aufgaben der Größe nach und thematisch zu ordnen, um eine Übersicht zu gewinnen.

    Dabei schreibst du an oberster Stelle dein Ziel, darunter die Anforderungen, unter jede Anforderung die  entsprechenden größten Aufgaben, unter diesen wiederum die Teilaufgaben, aus denen diese bestehen usw.

    Hier angekommen, kannst du noch einmal prüfen, ob jede Aufgabe wirklich notwendig ist, um dein Ziel zu erreichen. Nicht notwendige Aufgaben streichst du.

     

     George möchte einen Plan für sein erstes Zwischenziel, "genügend Bankroll für NL50 erspielen", aufstellen. Er hat folgende Anforderungen festgelegt: 50k Hände pro Monat spielen und Pokertheorie lernen. Daraus ergeben sich folgende Aufgaben: 50k Hände spielen, Pokervideos ansehen, Public Coachings besuchen und Hände analysieren.

    Diese zergliedert er im nächsten Schritt in Teilaufgaben und formuliert sie als klare Aussagen:

    • Spiele sechs zweistündige Sessions pro Woche mit jeweils 2000 Händen pro Session.
    • Sieh dir fünf Pokervideos pro Woche an.
    • Markiere pro gespielter Session drei Hände und analysiere diese.
    • Besuche ein Public Coaching wöchentlich.

    Als Nächstes bestimmt George, was er braucht, um diese Aufgaben erledigen zu können. Die notwendigen Ressourcen und Werkzeuge hat George bereits. Die notwendigen Fähigkeiten bringt er mit und verbessert sein Pokerwissen durch mehrere Aufgaben. Er möchte sich aber gleichgesinnte Pokerspieler für User-to-User-Sessions und Handdiskussionen auf Pokerstrategy.com suchen.

     

    Lege die zeitliche Reihenfolge der Aufgaben fest

    Als Nächstes legst du fest, in welcher Reihenfolge du die Aufgaben erledigst. Berücksichtige dabei, welche Aufgaben abgeschlossen sein müssen, bevor andere beginnen können und welche Aufgaben gleichzeitig beginnen müssen oder können.

    Nachdem du die Reihenfolge der Aufgaben festgelegt hast, solltest du festlegen, welche Aufgaben du in welcher Woche erledigen wirst. Du kannst natürlich auch noch genauere Zeiten für jede Aufgabe festlegen. Das hat jedoch den Nachteil, dass du deinen Plan ständig anpassen musst, wenn du eine Aufgabe nicht zu der festgelegten Zeit erledigst.

     George möchte sich zum Warmwerden vor jeder Pokersession ein Video ansehen und dann eine zweistündige Session spielen. Nach jeder Session möchte er mindestens drei schwierige Hände für die nachfolgende Analyse markieren und analysieren. Ansonsten ist die Reihenfolge, in der er seine Aufgaben erledigt, nicht so wichtig.
    Jede Woche möchte er sechs zweistündige Sessions spielen, fünf Videos ansehen, 18 Hände analysieren, ein Public Coaching besuchen und eine User-to-User-Session durchführen.
     

    Erkenne Hindernisse frühzeitig

    Abschließend solltest du dir überlegen, welche Hindernisse bei der Durchführung deines Plans auftreten können und deinen Plan anpassen. Dadurch ist es wahrscheinlicher, dass du deinen Plan auch umsetzen kannst. Dabei ist es hilfreich, dir zu überlegen, was bei ähnlichen Aufgaben und Zielen in der Vergangenheit schief gegangen ist.

     

     George hat oft keine Lust, die schwierigsten Hände seiner Session genau zu analysieren und wird diese daher oft nur oberflächlich durchklicken. Dadurch ist sein Spiel in Gefahr, schlechter zu werden. Als Lösung hat er sich überlegt, die Hände in den Handbewertungsforen von Pokerstrategy.com zu posten und dort mit anderen Pokerspielern zu diskutieren, anstatt sie alleine durchzugehen. Das macht ihm Spaß und er bekommt auch die Meinung anderer Spieler zu hören. Dabei setzt er sich auch mit anderen Perspektiven auseinander, was zu einer tieferen eigenen Analyse der Spielsituationen führt.
     

    Bestimme, wie lange es dauert, deinen Plan umzusetzen

    Mit Hilfe deines Plans kannst du bestimmen, wie lange es dauert, diesen umzusetzen. Dazu ermittelst du, wie lange jede Aufgabe dauert und rechnest die Zeiten zusammen.

     

     George berechnet, wie viel Zeit er pro Woche braucht um seine Aufgaben zu erledigen:
    • Jede Woche möchte er sechs zweistündige Sessions spielen -> 12h
    • Fünf Videos ansehen -> 5h
    • 18 Hände analysieren -> 10h
    • Ein Public Coaching besuchen -> 1,5h
    • Eine U2U-Session durchführen. -> 2h
    • Macht zusammen: 20,5h

     

    George möchte auf NL50 mit 50 Stacks, also €2500, aufsteigen. George hat bereits €1.300. Seine Winrate beträgt 4bb/100. Daher benötigt er bei 50k Hands pro Monat etwa 2,5 Monate, um sein Ziel zu erreichen.

     

    Zusammenfassung

    Du beginnst mit dem Festlegen der Anforderungen, die du erfüllen musst, um dein Ziel zu erreichen. Anforderungen sind Handlungen und formale Kriterien.

    Aus den Anforderungen leitest du die konkreten Aufgaben ab.

    Die Aufgaben zergliederst du in Teilaufgaben, bis du genau weißt, was du tun musst. Aufgaben formulierst du als klare Handlungsanweisungen an dich selbst.

    Anschließend überlegst du, welche Ressourcen, Werkzeuge, wessen Unterstützung und welche Fähigkeiten und welches Wissen du für jede Aufgabe benötigst.

    Längere Aufgabenlisten gruppierst du nach Anforderung und ordnest diese nach zeitlichem Aufwand.

    Unter Berücksichtigung der wechselseitigen Abhängigkeiten legst du im nächsten Schritt fest, in welcher Reihenfolge du die Aufgaben erledigst.

    Abschließend bedenkst du mögliche Hindernisse bei der Umsetzung deines Plans und passt diesen an.