Aktualisiert am 12 März 26 von

Glücksspielsucht - Ursachen, Folgen und Auswege

Einleitung

von Dr. med. Thorsten Heedt, Facharzt für psychotherapeutische Medizin mit Schwerpunkt in der Behandlung posttraumatischer Erkrankungen

Ob man nun von Alkohol, von Heroin, von Nikotin oder vom Glücksspiel abhängig ist, eins haben alle diese Süchte gemeinsam:

  • mit Fortdauer der Sucht wird das Suchtmittel zwanghaft konsumiert, auch wenn kein Genuss mehr damit verbunden ist
  • es kommt zu einem zunehmenden Kontrollverlust
  • das Suchtmittel wird zur Flucht aus der Realität verwendet
  • schließlich wird die Sucht weitergeführt, obwohl schon zahlreiche negative Konsequenzen oder gesundheitliche Schäden eingetreten sind.

Der folgende Artikel befasst sich mit der Glücksspielsucht, ihrer Entstehung, wie man feststellt, ob man unter Glücksspielsucht leidet und wo man Hilfe findet.

Was ist Spielsucht?

Im ICD-10, der etablierten internationalen Krankheitsklassifikation, wird das pathologische (=krankhafte) Spielen unter den „Abnormen Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle“ aufgeführt und wie folgt definiert:

„Die Störung besteht in häufigem und wiederholtem Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt.“

Davon abgegrenzt wird das übermäßige Spiel manischer Patienten. Eine Manie ist ein eigenständiges Krankheitsbild, das mit starker Erregung, innerer Getriebenheit, unbegründet gehobener Stimmung und rastloser Getriebenheit einhergeht. Ebenfalls abgegrenzt von der Spielsucht ist das Spielen bei dissozialer Persönlichkeitsstörung, die durch eine Missachtung sozialer Verpflichtungen und herzloses Unbeteiligtsein an Gefühlen für andere gekennzeichnet ist, was man z.B. gehäuft bei Gefängnisinsassen findet.

Das pathologische Spielen zeichnet sich durch andauerndes, wiederkehrendes und oft noch gesteigertes Glücksspielverhalten trotz negativer persönlicher und sozialer Konsequenzen wie Verschuldung, Zerrüttung der familiären Beziehungen und Beeinträchtigung der beruflichen Entwicklung aus.

Um von pathologischem Spielen zu reden, müssen zwei oder mehr Episoden pathologischen Spielens über einen Zeitraum von jeweils mindestens einem Jahr vorliegen.

In einer anderen verbreiteten Krankheitsklassifikation, dem „DSM-IV“ werden zusätzlich die glücksspielertypischen verzerrten Denkmuster erwähnt:

  • die besondere Bedeutsamkeit des Geldes für den Glücksspieler
  • das konkurrenzbezogene Leistungsdenken
  • die Ruhelosigkeit des Glückspielers
  • deren oft überstarkes Bedürfnis nach sozialer Anerkennung
  • eine Tendenz zur Arbeitswut
  • das gehäufte Auftreten von stressbedingten psychosomatischen Erkrankungen.

Wie entsteht Spielsucht?

Die Grundproblematik

Die Entstehung der Spielsucht ist ein komplexes Geschehen, in das zahlreiche Faktoren hineinspielen, von besonderer Bedeutung sind aber:

  • eine tiefgreifende Selbstwertstörung („narzisstische“ Störung)
  • eine Beziehungsstörung
  • Erregungsfehlregulation

Selbstwertstörung
Von besonderer Bedeutung ist die schwere zugrunde liegende Selbstwertstörung, bei der das Selbst als Zustand der Leere oder als ein Nichts beschrieben wird. Eigene tief verwurzelte, aus der Kindheit herrührende Gefühle von Minderwertigkeit werden durch Größen- und Allmachtsphantasien kompensiert.

Die anfänglichen Gewinne stärken das Selbstgefühl, bestätigen, dass man doch etwas Besonderes ist. Oft steht am Anfang der „big win“, ein rascher und leicht scheinender großer Gewinn, der Startschuss für das Abheben in eine Fantasiewelt ist.

 

Bindungsstörung
Der britische Kinderpsychiater John Bowlby hat in den 60er-Jahren die Bindungstheorie entwickelt. Er stellte fest, dass sich je nach Feinfühligkeit der Mutter und Fähigkeit der Einstimmung der Mutter auf das Kleinkind verschiedene Bindungstypen einstellen.

Beim „unsicher-vermeidenden“ Bindungstypus sind sich z.B. die Kinder unsicher, ob ihre Bindungsperson für sie verfügbar ist. Sie haben die Erwartung, dass ihre Wünsche grundsätzlich abgelehnt werden, dies findet sich oft bei Kindern, die gehäuft zurückgewiesen wurden. Kinder mit einem solchen Bindungstypus sind generell anfälliger für psychische Störungen als Kinder mit „sicherem“ Bindungstypus. Spieler zeigen ebenfalls gehäuft diesen unsicheren Bindungstypus.

Bei Glücksspielsüchtigen findet sich außerdem häufig eine „broken-home“-Situation mit einer insbesondere gestörten Vaterbeziehung. Auch findet man gehäuft Missbrauchserfahrungen in der Vorgeschichte von Spielsüchtigen.

 

Erregungsfehlregulation
Die Unfähigkeit, innere Anspannung und Erregung angemessen zu regulieren, zeigt sich z.B. in der besonderen Ruhelosigkeit des Glücksspielers. Motivation des Spielens ist am Anfang oft das Streben nach Erfolg und Gewinn, die Vertreibung von Langeweile oder die Bewältigung negativer Gefühle, z.B. nach einer Trennung. Allmählich gerät der Spieler in einen Teufelskreis, dem alle Lebensbereiche zum Opfer fallen.

Der Spieler gerät in einen lustvollen Erregungszustand beim Spielen und versucht Ausreden und logische Erklärungen für sein unkontrolliertes Spielen zu finden. Es kann abergläubisches und magisches Denken entstehen. Zunehmend gerät er in eine Fantasiewelt, geprägt von Allmachts- und Gewinnfantasien. Er entfremdet sich von seiner Umwelt, vereinsamt allmählich. Es stellen sich verzerrte Denkmuster ein. Das Spielen wird schliesslich zur Hauptaktivität des Lebens, die Entwicklung mündet in den körperlichen, persönlichen und sozialen Niedergang.

Der Glücksspieler zeichnet sich schließlich durch eine verminderte Impulskontrolle aus, d.h. dem Impuls zu spielen kann nicht widerstanden werden, so wie der Alkoholabhängige nach Entlassung aus der Entzugsklinik oft nicht dem sofortigen erneuten Griff zur Flasche widerstehen kann. Trotz zahlreicher negativer Folgen verstärkt sich zunehmend das Verlangen, Spannungen durch das Glücksspielen herunter zu regulieren.

Das hat auch eine neurobiologische Basis. Das Belohnungssystem im Gehirn (mesolimbisches System) wird chronisch überreizt, was zu einer Gegenregulation des Gehirns führt. Zum Schutz vor schädlicher Überreizung spricht es zunehmend weniger auf den Belohnungsreiz an. Es setzt also eine Gewöhnung (Neuroadaption) ein. Um nun wieder den gewünschten Kick zu erleben, müssen z.B. eingesetzte Geldbeträge höher werden oder es muss häufiger gespielt werden. Der größte suchtfördernde Kick ist übrigens der Moment des Showdowns.

Verzerrte Denkmuster

Typisch für den Glücksspieler sind zahlreiche verzerrte, irrationale Einstellungen:

  • Die Kontrollillusion

    Diese ist geprägt von der Annahme, dass beim Glücksspielen mehr persönliche Einflussnahme möglich ist, als objektiv der Fall.
    Gewinne werden der eigenen Fähigkeit, Verluste auf unglückliche Umstände geschoben.

  • Der Monte-Carlo-Effekt („gamblers fallacy“)

    Von der Häufigkeit früherer Ereignisse wird auf die Wahrscheinlichkeit der Folgeereignisse geschlossen (z.B. beim Roulette: es kam 3 x schwarz hintereinander, also muss doch jetzt die Wahrscheinlichkeit, dass rot als nächstes kommt, steigen)

  • Fehlinterpretation der Gewinnwahrscheinlichkeit

    Der Spieler überschätzt oft in unrealistischer Weise seine Gewinnaussichten. Z.B. gehen 98% der Einsätze beim Lotto komplett verloren.

  • Der Beinahetreffer („cognitive regret and near miss“)

    Das tritt z.B. ein, wenn beim Geldspielautomaten 3 Mal dasselbe Symbol erscheinen muss, um eine Auszahlung zu erhalten, man hat aber nur 2 Mal dasselbe Symbol auf dem Bildschirm. Folge: „Ich habe nur knapp verpasst! Also muss ich weiterspielen!“

  • Die Gefangennahme („entrapment“)

    Hiermit ist das Festhalten an einer falschen Entscheidung gemeint, um die bereits geleistete Investition zu rechtfertigen - „Ok, ich bin wohl geschlagen, aber ich bin bis zum Turn mitgegangen, also schau ich mir auch den River an.“

Es ist nachgewiesen, dass während des Glücksspielens ein sehr hoher Prozentsatz fehlerhafter Denkmuster entsteht.

Wer ist gefährdet?

Hauptbetroffene sind offensichtlich meist männliche, allein lebende Patienten aus der Großstadt mit einem Altersschwerpunkt von ca. 30 Jahren. Der Beginn der Sucht liegt meist in der Adoleszenz, bei Frauen hingegen im mittleren Lebensabschnitt. Wenn sie in Behandlung gelangen, sind sie meist hoch verschuldet, sind suizidgefährdet und haben schon kriminelle Delikte begangen, z.B. zur Geldbeschaffung für das Spiel. Ein größerer Anteil (ein Drittel etwa) der Abhängigen leidet auch unter einer „stoffgebundenen“ Abhängigkeit, z.B. Alkoholismus oder Heroinsucht.

Im Lebensverlauf zeigen etwa 2-3 % der Bevölkerung ein problematisches und ca. 1% ein krankhaftes Glücksspielverhalten. Es besteht eine Korrelation zwischen Verfügbarkeit des Glücksspielangebotes (z.B. messbar als Geldspielautomaten pro 1000 Einwohner) und der Häufigkeit pathologischer Glücksspieler.

Auslöser kann eine anfängliche Gewinnerfahrung („big win“) oder aber ein belastendes Lebensereignis sein wie Partnerschaftsprobleme, Trennung, Schwangerschaft der Partnerin oder berufliche Umbrüche.

Auffällig ist die hohe Komorbidität (paralleles Vorliegen weiterer Erkrankungen). Z.B. haben bis zu 50% der Glücksspielabhängigen depressive Störungen, die sich durch Antriebsstörung, gedrückte Stimmung und Interessenverlust auszeichnen.

25% der beratenen Glücksspieler haben schon mindestens einen Suizidversuch unternommen. Besonders auffällig ist das häufige Auftreten von Persönlichkeitsstörungen bei über 90% der Spieler. Eine Persönlichkeitsstörung zeichnet sich aus durch ein andauerndes gestörtes Verhaltensmuster mit Beginn in Kindheit und Adoleszenz, das zu schweren Problemen im Sozialkontakt führt. Besonders häufig tritt die narzisstische Persönlichkeitsstörung auf, für die ein grandioses Gefühl der eigenen Wichtigkeit typisch ist, indem der Patient z.B. beständig die eigenen Leistungen und Talente übertreibt, stark eingenommen ist von Fantasien grenzenlosen Erfolgs, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe, von sich selber glaubt, besonders einzigartig zu sein und fortdauernd nach übermäßiger Bewunderung strebt.

Diese narzisstische Persönlichkeitsstörung ist schwer zu behandeln, weil der Patient dazu neigt, den Therapeuten zu entwerten oder die Behandlung abzubrechen, wenn er ihm nicht seine fantasierte Größe bestätigt.

Welche Folgen hat die Spielsucht?

Es entwickelt sich eine suchttypische Eigendynamik, die alle Lebensbereiche erfasst. Schließlich hat man nur noch eingeschränkte Möglichkeiten der Handlungsregulation.

Die suchttypische Eigendynamik zeigt sich z.B. in dem Versuch, bestehende Verluste durch erhöhte Wetteinsätze auszugleichen, dem Chasing, beim Poker auch „on-tilt“-Gehen genannt.

Es kommt zu fortschreitender sozialer Isolation. Es entstehen Schuld- und Schamgefühle, das Spiel wird verheimlicht. Man integriert sich zunehmend in ein bestimmtes Spielermilieu mit einem glücksspieltypischen Lebensstil, der sich vor allem auf unmittelbare Bedürfnisbefriedigung stützt. Das kann auch zu kriminellen Handlungen führen, um Geld für das Spiel zu beschaffen.

Schließlich kann darauf der finanzielle Ruin erwachsen, Verlust der familiären Unterstützung, Bedrohung der beruflichen Existenz. Psychiatrieaufenthalte nach Suizidversuchen können folgen, man kann kriminell werden.

Körperlich zeigen sich die Folgen des ruhelosen ständigen Spiels durch verschiedene psychosomatische Symptome, bis hin zu Magengeschwüren, Kopfschmerzen, Herzinfarkten.

Wie stelle ich fest, ob ich süchtig bin?

Es gibt eine Reihe von Fragebögen und Testverfahren, um zu überprüfen, ob eine Glücksspielabhängigkeit vorliegt und um das pathologische Spielen abzugrenzen von anderen Formen des Spielens wie sozialem Glücksspielen, professionellem Glücksspielen, Glücksspiel bei manischer Episode, Glücksspiel bei antisozialer Persönlichkeit, pathologischem PC-Gebrauch (gaming, chatting, surfing).

Die weltweit verbreitetste Skala ist der SOGS (South Oaks Gamblings Screen). Es gibt aber auch zahlreiche andere Testverfahren. Letztlich prüfen all diese Verfahren, ob man die Fähigkeit hat, seinen Spieldrang zu kontrollieren und mit dem Spielen aufzuhören, wenn negative Konsequenzen eintreten (z.B. Erschöpfung), ob die in den vorigen Kapiteln erwähnte narzisstische Problematik vorliegt, ob manifeste Probleme wie Verschuldung drohen oder sich anbahnen und ob der Spieler bereit ist, kriminelle Handlungen durchzuführen, um an Geld zu kommen.

Selbsttest

Um eine einfache Einschätzung vorzunehmen, ob man evtl. glücksspielabhängig ist, bietet sich folgender Selbsttest an. Hierbei handelt es sich um einen Fragebogen mit 19 Fragen, die du entweder mit ja oder nein beantwortest. Wenn mehr als 7 der Fragen mit ja beantwortet werden, besteht der Verdacht auf eine Glücksspielabhängigkeit.

1. Hast du einmal gespielt, bis dein Geld aufgebraucht war?

2. Hast du dir schon einmal Geld fürs Spielen geliehen?

3. Hast du einmal fürs oder aufgrund des Spielens einen Kredit aufgenommen?

4. Überschreitest du regelmäßig deinen selbst festgelegten zeitlichen oder finanziellen Rahmen fürs Spielen?

5. Kam dir schon der Gedanke, dir illegal Geld fürs Spielen zu beschaffen?

6. Denkst du oft an das Spielen?

7. Hast du schon einmal Geld fürs Spielen gestohlen?

8. Kannst du dich nur schlecht auf Dinge abseits des Spielens konzentrieren?

9. Wirst du unruhig oder aggressiv, wenn du nicht spielen kannst?

10. Scheint dir dein normales Leben verglichen mit dem Spielen langweilig?

11. Lässt dein Interesse an deiner Umwelt nach?

12. Spielst du, um Verluste wieder hereinzuholen?

13. Verheimlichst du vor deinen Freunden oder deiner Familie, wie viel du spielst und wie viel du schon verloren hast?

14. Hast du häufig ein schlechtes Gewissen, nachdem du gespielt hast?

15. Ist es schon vorgekommen, dass du weiterspielst, obwohl du weißt, dass du dich selbst oder andere schädigst?

16. Hast du schon einmal gespielt, um deine Stimmung zu verbessern und Problemen aus dem Weg zu gehen?

17. Hat dein Spiel schon zu Streit oder Problemen in deiner Familie geführt?

18. Hast du schon einmal deine Arbeit/Schule geschwänzt, um zu spielen?

19. Hast du schon einmal aufgrund deines Spiels an Selbstmord gedacht oder einen Suizidversuch unternommen?

Was tun bei Spielsucht?

Zunächst muss abgeklärt werden, ob es sich wirklich um ein Glücksspielverhalten mit Krankheitswert handelt. Dazu sollte man sich an eine spezialisierte Beratungsstelle wenden (siehe auch: Suchmaske auf www.gluecksspielsucht.de).

Dann ist zwischen ambulanter und stationärer Behandlung zu entscheiden. Wenn der Patient noch gut sozial integriert ist, die Suchtentwicklung weniger weit fortgeschritten ist, bietet sich der Besuch einer Suchtberatungsstelle an oder eine ambulante Psychotherapie bei einem niedergelassenen psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten.

Bei einem schwereren Störungsbild, wo stationärer Behandlungsbedarf gegeben ist, ist zu entscheiden, ob man eine psychosomatische Fachklinik wählt oder eine Suchtklinik. Wenn die psychosozialen Folgen noch nicht so gravierend sind oder das Glücksspielverhalten als Reaktion auf eine akute Belastungssituation (z.B. Trennung, Arbeitsplatzverlust) entstand, bietet sich eine psychosomatische Fachklinik zur Behandlung an.

Bei einer fortgeschrittenen suchttypischen Eigendynamik sollte eine Fachklinik für Suchtkrankheiten aufgesucht werden. Wenn zusätzlich eine „stoffgebundene“ Abhängigkeit besteht, z.B. Alkoholismus oder Drogensucht, sollte zunächst eine Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung in einer psychiatrischen Klinik unternommen werden.

In der Regel ist Teil der Therapie eine vertragliche Absprache über die Einhaltung vollständiger Glücksspielabstinenz. Eine einfache Reduktion des Glücksspielens reicht in der Regel nicht. Vor allem offenbart die völlige Abstinenz die zugrunde liegende Problematik, die dann meist klar hervortritt und wozu der Abhängige das Suchtmittel eigentlich braucht. Es gibt sowohl tiefenpsychologisch fundierte als auch verhaltenstherapeutisch orientierte Therapieeinrichtungen.

Wichtig ist in jedem Fall, die genaue Funktion des Glücksspielverhaltens in der Therapie herauszuarbeiten, die Veränderung der typischen verzerrten Denkmuster zu besprechen und ein Konzept zur Rückfallverhütung mit dem Patienten zu erarbeiten. An allen gestörten Bereichen beim Glücksspieler (Störung der Selbstwertregulation, der Gefühlsregulation, der Beziehungsgestaltung) muss gearbeitet werden. Die Störung der Beziehungsgestaltung ist besonders gut in einer Gruppentherapie zu behandeln.

Wichtig ist insbesondere die Berücksichtigung der Verschuldungsproblematik, um hier nicht wegzuschauen und gemeinsam mit dem Patienten zu verleugnen, sondern ein Geld- und Schuldenmanagement ihm zu erarbeiten. Die Angehörigen sollten in der Regel einbezogen werden, die ja oft den Pat. in seinem pathologischen Spielen durch Übernahme der Schulden noch bestärken.

Wo finde ich Hilfe?

Auf der Seite www.gluecksspielsucht.de vom Fachverband Glücksspielsucht kann man gezielt nach Beratungsstellen in seinem Postleitzahlgebiet suchen und sich z.B. einen Antrag auf Selbstsperre herunterladen, mit dem man erreichen kann, dass man für bestimmte Casinos gesperrt wird.