Aktualisiert am 06 Juli 26 von

Drei gute Gründe zu pokern und wie sie dein Spiel beeinflussen

Einleitung

In diesem Artikel

  • Woher das Geld kommt, das du beim Poker gewinnen kannst
  • Als Freizeitspieler erfolgreich pokern
  • Poker als sportlichen Wettkampf begreifen
  • Deine Motivation bestimmt dein Handeln und deine Ergebnisse

Warum pokerst du eigentlich?

Was für eine dumme Frage, magst du denken. Weil es Spaß macht und etwas einbringt, werden viele von euch antworten. Und doch lohnt sich ein zweiter Blick darauf, was dich (und deine Gegner!) eigentlich an die Pokertische treibt.

Poker als Freizeitvergnügen

Aus einem Chat an einem Fixed Limit Tisch 0,5$/1$. Ein Spieler aus Kanada, der gerade 30$ verloren hat, verabschiedet sich mit den Worten:

„Danke Jungs, für das großartige Spiel. Dieser Abend war deutlich billiger, als mit meiner Freundin essen zu gehen. Und mehr Spaß gemacht hat’s auch.“

Darüber, was diese Sätze über das Verhältnis zu seiner Freundin aussagen, soll hier der Mantel des Schweigens gebreitet werden. Interessant ist die Einstellung dieses Gegners zum Spiel.

Die weitaus meisten Pokerspieler verlieren auf längere Sicht Geld. Das stört sie nicht. Poker ist für sie Freizeitgestaltung wie der Besuch eines Konzerts, eines Kinos, eines Sportevents oder eben eines Restaurants. Sie begreifen ihre Verluste als eine Art Eintrittsgeld.

Diese Einstellung hat Konsequenzen. Der gewöhnliche Freizeitspieler wählt seine Spielzüge nicht nach ihrer Gewinnerwartung sondern nach ihrem Unterhaltungswert. Er ist eher oft in der Hand, denn Folden ist langweilig. Einige suchen Aufmerksamkeit und drängen sich durch übertriebene Aggressivität in den Mittelpunkt.

Typisch ist der ausgiebige Gebrauch der Chatfunktion. Manche machen von Zeit zu Zeit einen völlig verrückten Move, nur um zu sehen, was passiert. Wenn sie dann mit viel Glück einen großen Pot gewinnen, sind sie am Ziel ihrer Wünsche.

„Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist deine Chance.“ (Winston Churchill)

Sich über die Freizeitspieler lustig zu machen, wäre ein großer Fehler. Ohne ihre Bereitschaft, immer wieder Geld einzuzahlen, gäbe es keine Pokertische. Aber auch aus einem anderen Grund verdient der Freizeitspieler Respekt. Wenn du deinen Gegner unterschätzt, kannst du böse Überraschungen erleben.

Wenn du in deiner Freizeit Spaß am Poker haben willst,…

…ist es jedoch kein Naturgesetz, dass du dabei verlierst.

Viel mehr Spaß macht es doch, zu gewinnen! Du kannst die lockere Einstellung deiner Gegenspieler für dich ausnutzen. Mit Ausnahme der Blinds bestimmst du nämlich selbst, wann und wie viel du von deinem Geld einsetzt. Das wirst du nur dann, aber auch immer dann tun, wenn die Chancen für dich günstig stehen.

Texas Hold’em Poker bietet dir eine Menge Informationen, deine Chancen richtig einzuschätzen: deine Karten auf der Hand, die Gemeinschaftskarten auf dem Tisch, das Setzverhalten deiner Gegner und vieles mehr. Mit den Strategieartikeln und Videos von PokerStrategy.com erlernst du eine gewinnorientierte Spielweise.

Du musst dafür nicht einmal eigenes Geld riskieren. Die 50$ Startkapital von PokerStrategy.com reichen völlig aus. Du spielst grundsätzlich nur um Beträge, deren Verlust du dir leisten kannst. Niemals erhöhst du die Einsätze, um frühere Verluste wett zu machen.

In den Coachings und im Forum antworten erfahrene und erfolgreiche Pokerspieler auf deine Fragen. Mit der Zeit bekommst du ein tieferes Verständnis des Spiels. Damit erarbeitest du dir vor deinen Gegnern einen Vorsprung, der sich an den Pokertischen auszahlt.

Poker als Wettkampf

Wer träumt nicht einmal davon, am Finaltisch eines großen Pokerevents zu sitzen? Dieser Traum kann nicht für jeden Wirklichkeit werden, für einige aber schon. Mit guten Karten allein ist das sicher nicht zu schaffen. Auch ein heller Kopf reicht nicht aus. Es braucht dafür schon ein umfassendes Wissen über die Feinheiten des Spiels, eigene Ideen und jede Menge Erfahrung.

Als Pokerwettkämpfer fängst du klein an. Dein wichtigstes Sportgerät ist das Spielkapital (Bankroll), das du mit den ersten 50$ von PokerStrategy.com aufbaust. Du lässt die Finger von jeder Art von Casinospielen. Du betreibst ein konsequentes Bankrollmanagement, so wie du es in den Strategieartikeln lernst.

Als Wettkampfspieler achtest du auf ein vernünftiges Verhältnis von Training und Spielpraxis. Du arbeitest die Strategieartikel von PokerStrategy.com gründlich durch und wendest das Erlernte konsequent an den Pokertischen an.

Du analysierst regelmäßig deine gespielten Hände. Dann kannst du ohne Zeitdruck und in Ruhe feststellen, ob du die Artikel und Videos verstanden hast. Wenn du Fehler entdeckst, ist das kein Grund zur Aufregung. Du begreifst sie als Chance, dein Spiel zu verbessern.

Oft wird dir etwas nicht auf Anhieb klar sein. Damit gibst du dich nicht zufrieden. Du suchst den Austausch mit anderen Pokerspielern und stellst deine Fragen in den Strategie- und Handbewertungsforen. Dein Ziel ist es, die Pokerkonzepte zu verstehen und dein Spiel beständig weiter zu entwickeln.

Du achtest auf gute Trainings- und Wettkampfbedingungen. Du setzt dich niemals an einen Pokertisch, wenn du müde, krank oder aus anderen Gründen in schlechter Verfassung bist. Du vermeidest Ablenkung. Wenn du merkst, dass du in schlechter Form bist, verlässt du die Tische.

Dein Trainingsprogramm legst du auf lange Sicht an. Von kurzfristigen Glückssträhnen lässt du dich nicht über deine wahre Spielstärke täuschen. Wenn es phasenweise nicht läuft, lässt du dich nicht entmutigen.

„Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“ (noch einmal Winston Churchill)

Du akzeptierst, dass Niederlagen zum Wettkampf dazugehören. Du begreifst sie als Gelegenheiten, dazu zu lernen und stärker zu werden.

Du sorgst für einen angemessenen Ausgleich für den Stress an den Pokertischen. Körperliche, geistige und emotionale Fitness sind Grundvoraussetzungen deines Erfolgs.

Mit Poker Geld verdienen

Kann man mit Poker regelmäßig Gewinne erzielen? Die Antwort ist ein klares „im Prinzip ja“.

Du kannst dir z. B. einen Zuschuss zu deiner nächsten Urlaubsreise erwirtschaften. Das ist auch als ambitionierter Freizeitspieler möglich. Du kannst dir durch Poker auch zu deinem Arbeitseinkommen etwas hinzuverdienen. Du kannst deinen Lebensunterhalt mit Poker bestreiten und als Profi in den High Stakes sogar reich werden. Natürlich unterscheidet sich der Aufwand, den du für diese Ziele einkalkulieren musst, beträchtlich.

Dennoch gibt es Gemeinsamkeiten. Die Gewinne fallen nicht vom Himmel. Sie müssen erarbeitet werden, fallen aber ungleichmäßig an. Manchmal erscheint Poker fürchterlich ungerecht. Vorübergehende Verluste wechseln sich mit überdurchschnittlichen Gewinnen ab. Am Ende zählt das langfristige Ergebnis.

Wenn du ein Winning Player bist, spielst du auf deinem Limit deutlich stärker als die Konkurrenz. Du arbeitest ständig an deinem Spiel, um deinen Vorsprung zu behalten und womöglich auszubauen. Du bist flexibel und stellst dich auf Veränderungen ein. Du kannst auch mit längeren Verlustphasen umgehen. Du hast – zugeschnitten auf deine persönlichen Bedürfnisse – ausreichende finanzielle Reserven.

Denn für jeden Pokerspieler gilt: Ist die Bankroll weg, dann ist das Spiel vorbei.

Schau in den Spiegel

Du hast nun drei gute Gründe kennen gelernt. Vielleicht hast du überlegt, welche am ehesten auf dich zutreffen. Möglicherweise fallen dir noch mehr Gründe ein. Selten handeln wir nur aus einem einzigen Motiv heraus. Meistens gibt es ein ganzes Bündel davon, und im Lauf der Zeit können sich die Gewichte verschieben.

Die Pokerprofis und Buchautoren Borer, Mak und Tanenbaum berichten, dass sie sich gelegentlich aus Jux an einen Tisch auf einem Mikrolimit setzen und dort die Spieler mit aggressivem Spiel erschrecken. Wenn sie bei sich zuhause auf eine Pokerrunde einladen, geht es ihnen mehr um Geselligkeit als darum, zu gewinnen. Sie wissen aber immer, was sie gerade tun.

Auch du solltest zu jeder Zeit Klarheit darüber haben, warum du Poker spielst und was du damit erreichen willst. Unterschätze dabei nicht die menschliche Fähigkeit, sich selber etwas vorzumachen! Es zählt nicht so sehr, was du dir oder anderen erzählst. Dein Handeln spricht lauter als deine Worte.

BEISPIEL 1:

Wenn du dir neben deiner vorletzten Pokersession ein Fußball-Länderspiel im Fernsehen angeschaut hast, musst du dir die Frage gefallen lassen, ob das noch ideale Bedingungen für einen Pokerwettkampf waren.

Es geht nicht darum, dir ein schlechtes Gewissen zu machen. Du musst nur wissen, welche Ziele du damit eigentlich verfolgt hast. Du kannst selbstverständlich auch nebenbei zu deiner Unterhaltung pokern. Du wirst dann aber nicht optimal spielen und solltest es vielleicht zwei Limits unterhalb deiner Wettkampfklasse tun.

BEISPIEL 2:

Wann hast du das letze Mal die Hände einer Session nachträglich einer Analyse unterzogen? Vielleicht hast du ja dazu keine Lust. Du vergibst damit allerdings eine Chance, dein Spiel zu verbessern. Das ist in Ordnung, wenn du damit zufrieden bist. Dein Aufstieg in die Sky High Limits wird sich dann natürlich etwas verzögern.

BEISPIEL 3:

Vielleicht führst du aber auch Handanalysen durch und stolperst dabei z. B. über einen zweifelhaften Call am River. Warum hast du nicht stattdessen deine Hand gefoldet?

Hast du dir über die Wahrscheinlichkeit Gedanken gemacht, mit der dein Gegner bluffen könnte? Hast du dich deshalb bei einem großen Pot für den Call entschieden? (Ob du richtig kalkuliert hast, spielt hier keine Rolle. Es kommt auf deine Motivation an.)

Hast du dich vielleicht hinten gesehen, wolltest aber am Showdown Informationen über einen bisher unbekannten Gegner gewinnen? Was aber, wenn du von diesem Gegner schon Statistiken über 1.200 Hände hast? Dann riecht dein Informationsbedürfnis penetrant nach fauler Ausrede.

Oder hast du, ohne nachzudenken, quasi automatisch auf den Call-Button geklickt? Oder hast du es einfach nicht wahr haben wollen, dass diese Luckbox schon wieder am River getroffen haben soll?

Ein und dieselbe Aktion. Viele mögliche Gründe. Welche Motive bestimmen dein Spiel?

Zusammenfassung

Du hast in diesem Artikel gelernt, dass es unterschiedliche Gründe gibt, sich an einen Pokertisch zu setzen. Diese Gründe sind objektiv betrachtet alle gleich gut.

Deine Aufgabe ist es zu bewerten, was für dich wichtig und richtig ist. Du bestimmst, was du willst und wie du es willst.

Deine – wirklichen – Motive bestimmen dein Handeln. Dein Handeln bestimmt deine Ergebnisse!