Aktualisiert am 12 März 26 von

Ziele setzen und erreichen (3) - Ziele erreichen

Vor dieser Lektion solltest du bereits gelesen haben:

  • Von der Vision zum Ziel
  • Ziele planen
  • Du hast bereits gelernt, wie du aus deiner Vision ein s.m.a.r.t.(es) Ziel ableitest und wie du einen Plan für das Erreichen deines Ziels aufstellst. Der Pokerspieler George hat einen Plan mit folgenden Aufgaben erstellt:

    • Spiele 6 Sessions mit jeweils 2.000 Händen pro Woche.
    • Sieh dir fünf ausgewählte Pokervideos pro Woche an.
    • Markiere in jeder Session drei Hände und analysiere diese später.
    • Besuche zwei Public-Coachings wöchentlich.

    Nun gilt es, diesen Plan umzusetzen. Was du dabei beachten solltest und wie du mit Abweichungen zwischen deinem Plan und seiner Umsetzung umgehst, lernst du in dieser Lektion.

    Leg fest, wann du die Aufgaben erledigst

    Um deinen Plan erfolgreich umzusetzen, legst du konkrete Zeiten für die Bearbeitung und Dauer deiner Aufgaben fest. Du planst dabei zu Beginn jeder Woche, wann du was erledigst. Nicht erledigte Aufgaben aus der vorherigen Woche planst du erneut mit ein.

    Plane Zeitpuffer ein

    Damit deine Zeitplanung realistisch ist, solltest du einschätzen, wie lange jede Aufgabe dauert. Menschen neigen dazu, sich zu überschätzen und ihre Aufgaben zu unterschätzen. Damit dein Plan dennoch eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit hat, addiere 50% Zeit als Puffer zu jeder Aufgabe hinzu.

    Formuliere deine Aufgaben als Wenn-Dann-Vorsätze

    Im Wenn-Teil deines Vorsatzes legst du fest, in welcher Situation, an welchem Ort und zu welcher Zeit du deine Aufgabe erledigst. Im Dann-Teil legst du die entsprechende Aufgabe fest. Das könnte beispielsweise so aussehen:

    "Wenn ich am Dienstag um 17:00 Uhr von der Arbeit nach Hause komme, werde ich eine zweistündige Pokersession spielen."

    Durch das genaue Festlegen der Situation im Wenn-Teil, erinnerst du dich automatisch an deine Aufgabe. Die Situation wird zum Hinweisreiz.

    Berücksichtige bei der Planung deine Leistungskurve

    Berücksichtige bei deiner Planung deine persönliche Leistungskurve, also zu welcher Tageszeit deine Konzentration am höchsten ist und wann du dich nur schlecht konzentrieren kannst. Schwierige Aufgaben solltest du erledigen, wenn du hoch konzentriert bist und Routinetätigkeiten, wenn du weniger konzentriert bist.

    Um deine persönliche Leistungskurve zu ermitteln, solltest du über einen bestimmten Zeitraum beobachten, zu welcher Tageszeit du welche Resultate ablieferst.

    George hat folgenden Plan für die nächste Woche erstellt:

    Eine Vorlage zum Download findest du hier.

     Er versucht Hände morgens zu analysieren, da er dann sehr fokussiert ist. Am Abend sind die Tische am profitabelsten und George kann sich abends auch fokussieren.
     

    Erkenne Abweichungen von deinem Plan

    Da niemand die Zukunft vorhersagen kann, gibt es immer einen Unterschied zwischen einem Plan und dessen Umsetzung in der Realität. Daher achtest du stets darauf, ob alles wie geplant läuft.
    Du prüfst, ...

• ... ob deine Aufgaben so lange dauern wie geplant,
• ... ob deine Aufgaben zum gewünschten Ergebnis führen,
• ... und ob du deine Aufgaben aufschiebst.

Je früher du dir der Probleme bewusst wirst, desto einfacher ist es, deinen Plan anzupassen und zu korrigieren.

    Stelle fest, warum Aufgaben länger dauern als geplant

    Wenn eine Aufgabe länger dauert als geplant, solltest du den Grund feststellen. Hast du zusätzliche Arbeitsschritte erledigt, gilt es zu überprüfen, ob diese wirklich notwendig waren. Schätze dazu die Konsequenzen ein, wenn du diese nicht erledigt hättest. Je nachdem entscheidest du, ob du zukünftig darauf verzichtest oder demnächst mehr Zeit für diese Aufgabe einplanst.

     George braucht für die Analyse von Händen einer Session meist länger als geplant. Statt etwa 30 Minuten pro Hand braucht er für manche Hände eine Stunde. Die zusätzliche Genauigkeit der Analyse hilft ihm jedoch sein Spiel zu verbessern, weshalb er die Hände nicht in kürzerer Zeit analysiert. Er ändert daher nur seine Zeiteinschätzung der Aufgabe in seinem Plan.
     

    Ändere oder ersetze Aufgaben, die nicht zu dem gewünschten Ergebnis führen

    Entspricht das erzielte Ergebnis einer Aufgabe nicht dem gewünschten Ergebnis, solltest du die Aufgabe entweder abändern oder du durch eine neue Aufgabe ersetzen.
     
    George sieht sich Pokervideos an, um sein Theoriewissen zu erweitern, und merkt, dass er dabei wenig lernt. Er macht sich daher während des Videos in Zukunft Notizen, stellt dem Coach Fragen und überlegt, welche Line er in bestimmten Spots gewählt hätte. Wenn er trotzdem wenig lernt, streicht er die Aufgabe aus seinem Plan und besucht stattdessen ein zusätzliches Public-Coaching oder startet eine Diskussion im Forum.

Stelle fest, warum du eine Aufgabe aufschiebst

    Wenn du eine Aufgabe ohne guten Grund aufschiebst, solltest du die Ursache bestimmen, damit du sie in Zukunft gleich erledigen kannst. Zumeist trifft einer der folgenden drei Gründe zu:

    Die Aufgabe ist zu umfangreich
    In diesem Fall machst du aus einer großen mehrere kleinere Aufgaben. Hast du dir zum Beispiel vorgenommen deine Luxus-Penthouse-Wohnung aufzuräumen, aber diese versinkt im Chaos, kannst du die Aufgabe "Wohnung aufräumen" in kleinere Aufgaben, wie "Wohnzimmer aufräumen", "Küche aufräumen", "Pool putzen", etc. aufteilen. Dadurch wird das große Projekt in überschaubare Teile zerlegt.

    Du weißt nicht, wie du die Aufgabe angehen sollst
    Hier planst du als Zwischenaufgabe ein, das notwendige Wissen zu erwerben. Möchtest du beispielsweise deinen Computer mit einem USB-Stick neu aufsetzen, weißt jedoch nicht, wie das geht, wirst du diese Aufgabe lange vor dir herschieben. Setze dir als Aufgabe herauszufinden, wie das funktioniert.

    Du hast einfach keine Motivation
    Belohne dich für das Fertigstellen der Aufgabe. Das können kleine Dinge, wie eine Tasse Kaffee, Selbstlob, Computerspielen nach getaner Arbeit oder gänzlich andere Dinge sein. Wichtig ist, dass diese Belohnung für dich persönlich erstrebenswert ist. Eine weitere Möglichkeit deine Motivation zu erhöhen ist, dir den Zusammenhang mit deinem Ziel vor Augen zu führen. Ruf dir nochmals in Erinnerung, warum das Fertigstellen dieser Aufgabe für dein Ziel wichtig ist und welche positiven Auswirkungen das Erreichen deines Ziels für dich hat.

     George schiebt die Analyse von Händen am Mittwoch und Donnerstag oft auf, da er keine Lust hat. Stattdessen sieht er sich Videos an. Er ist einfach zu kaputt nach sechs Stunden Universität. Daher macht er am Mittwoch und Donnerstag von 14:00 bis 16:00 Uhr eine zweistündige Pause nach der Uni und geht danach erholt die Hände durch. Zusätzlich möchte er sich für sein fleißiges Analysieren von Händen am Freitag belohnen, indem er abends mit Freunden ins Kino geht.
     

    Zusammenfassung

•  Zu Beginn jeder Woche legst du fest, wann und wo du deine Aufgaben erledigst.
• Dabei planst du für jede Aufgabe 50% zusätzliche Zeit als Puffer ein und berücksichtigst, wann deine Konzentration am höchsten ist.
• Du analysierst, wodurch Abweichungen zwischen Plan und Umsetzung entstehen und hältst deinen Plan aktuell.
• Dafür fügst du neue Aufgaben hinzu, änderst Aufgaben ab und streichst nicht-zielführende Aufgaben.