Das Zeitmanagement
Einleitung
Das richtige Zeitmanagement ist wichtig, um sowohl die Konzentrationsfähigkeit als auch unser allgemeines Befinden positiv zu beeinflussen. Welche genauen Gründe das sind, erfährst du im folgenden.
Quantum
Poker hat die verführerische Macht, tief in das Leben einzugreifen. Ehe man sich versieht, wird man fremdbestimmt, und tut Dinge, die dem eigenen Fortkommen schaden. Für viele ist Poker eine Nebensache und wird es auch immer bleiben. Es sollte daher auch den Stellenwert einer Nebensache einnehmen und eben nicht wichtigere Dinge wie Ausbildung, Beruf und soziale Kontakte verdrängen. Aus diesem Grunde sollte man sich gut überlegen, wie viel Zeit Poker sinnvollerweise zustehen sollte. Der nächste entscheidende Schritt wäre dann die disziplinierte Einhaltung des aufgestellten Zeitplans.
Tageszeit
Konzentrationsfähigkeit
Wenn man anfängt, um nennenswerte Beträge zu spielen (ein relativer Begriff), sollte man versuchen, stets sein A-Game zu spielen. Bei vielen Menschen lässt die Konzentrationsfähigkeit abends nach. Am Wochenende sollte man daher erwägen, die Pokeraktivitäten in die hellen Stunden zu verlegen.
Gegnerorientierung
Man spielt Online oft gegen Canadier. Wann sind diese am verwundbarsten? Spät abends und in den frühen Morgenstunden. Wäre ich (spielender) Pokerprofi, dann würde ich jeden Morgen um 5:00 oder 6:00 aufstehen, mir eine Stunde zum Wachwerden genehmigen und mich dann ans Werk machen. Die Gegner, auf die man dann trifft, sind müde, alkoholisiert und häufig "stuck in the game". Letzterer Punkt ist interessant. Viele Gegner können nicht aufhören, wenn sie hinten liegen. Sie dehnen ihre Sitzung immer weiter aus und werden zusehends müder. Andere spielen aus Ungeduld viel zu aggressiv. Wieder andere wechseln auf ein höheres Limit, um durch den größeren Hebel schnell wieder pari zu werden. Häufig sind sie dem Niveau spielerisch nicht gewachsen und eine potentielle Beute für Euch, die Ihr auf dem Level heimisch seid.
Schlafrhythmus
Wer selbst das Problem hat, nicht aufhören zu können, wenn er am Verlieren ist, der wird seinen natürlichen Schlafrhythmus zerstören, wenn er kurz vor dem Zubettgehen spielt.
Schlafqualität
Einige schlafen unruhig, wenn sie spätabends pokern.
Wochenzeit
Erfahrungsgemäß sind die Sessions am Wochenende lukrativer als die unter der Woche. Zum einen hat man mehr schwache Gegner zur Auswahl, zum anderen ist der Alkoholisierungsgrad der Gegner zu gewissen Tageszeiten höher.
Feste Zeiten
Optimal sind feste Zeiten (siehe 1.). Man sollte in der Lage sein, auch als Verlierer aufzuhören. Häufig hat ja das Verlieren neben dem Kartenpech auch andere Ursachen. Vielleicht sind die Gegner besonders stark oder man selbst ist nicht gut drauf und spielt nicht sein A-Game. Läuft es dagegen sehr gut und man sitzt an einem Tisch mit vielen schlechten Gegnern, ist es eine Überlegung wert, die Sitzung zu verlängern. Das gilt aber nur, wenn nicht andere wichtige Dinge darunter leiden.
Pausen
Die wenigsten können acht Stunden durchspielen und konstant die gleiche Leistung bringen. Man sollte versuchen, ein Gespür dafür zu entwickeln, wann eine Pause von Nöten ist. Besonders, wenn es schlecht läuft, sind Pausen angesagt. Mehr davon in diesem Thread.
Theorie und Praxis
Den meisten macht das Spielen mehr Spaß als das Studieren. Aber vergesst dabei nicht: langfristig macht Ihr mehr Geld, wenn Ihr fleißig lest. Ich halte eine Stunde Lesen bei drei Stunden Zocken für optimal. Die meisten werden das wohl nicht durchhalten können. Versucht dann zumindest, ein Verhältnis von 1 zu 5 hinzubekommen.
Feste Ziele
Ziele sind wohl nur für den theoretischen Aspekt sinnvoll. Man sollte sich schon vornehmen, in welcher Zeit man welches Material gesichtet haben will. Was die praktische Seite angeht, sollte man sich nicht unter Druck setzen. Hier entscheidet das Bankrollmangement über den Aufstieg in den Limits.