Aktualisiert am 06 Juli 26 von

Bankrollmanagement 1-Table SnG's

Auch für SnGs sollte man sich an ein solides Bankrollmanagment halten, da auch hier die Swings, d.h. die Varianz, nicht unerheblich ist. Ziel des Ganzen ist, dass man nach einem Downswing immer noch genug Geld übrig hat, um solide weiterspielen zu können.

Buyins

Bei SnGs wird mit einer Bankroll, ausgedrückt durch Buyins, gerechnet, d.h. man spielt zum Beispiel die 11$ SnGs und hat eine Bankroll von 550$. Das ergibt dann 550$ / 11$ = 50 Buyins.

ROI

Zunächst einmal muss man sich darüber klar werden, wie die Gewinnspannen bei SnGs über längere Zeit eigentlich aussehen. Um den Gewinn bei SnGs auszudrücken, gibt es den Begriff ROI (Return on Investment).
Das Ganze ist immer relativ zu sehen, daher ist der Wert ROI immer in Prozent angegeben und lässt sich wie folgt berechnen:

ROI% = ( Profit / (Buyin + Rake ) ) - 1

Das -1 am Ende kommt daher, dass ein negatives ROI auch einer negativer Prozentzahl entspricht. Spielt man Plus/Minus Null, ist das ROI 0%.

Beispiel:
Man spielt zwanzig 11$ 1-Table SnGs und wird 3x Erster, 3x Zweiter, 1x Dritter, 13x Vierter bis Zehnter (d.h. Out of the Money).

Der Buyin+Rake zusammen waren 20*11$ = 220$.
Der Profit war 3*50$+3*30$+1*20$=260$

ROI% = ( 260$ / 220$ ) - 1 = 1.182 - 1 = 0.182 = 18.2%

Welches ROI kann man auf welchem SnG Limit längerfristig schaffen?
Um das aussagekräftig in Zahlen fassen zu können, wurden Ergebnisse sehr vieler Leute zusammengefasst, so dass folgendes Ergebnis rauskam:

11$ SnGs 25% ROI
22$ SnGs 20% ROI
33$ SnGs 16% ROI
55$ SnGs 13% ROI
109$ SnGs 10% ROI
215$ SnGs 7% ROI

Das ganze ist nun aber nicht so zu verstehen, dass man nur dieses Ergebnis schaffen kann. Vielmehr ist es so zu sehen, dass ein guter Spieler mit einem solchen ROI langfristig spielen kann. Sehr gute Spieler können auch mit ROI's spielen, die „etwas" höher sind, allerdings wirklich nur „etwas" höher. Die Gegner schenken einem das Geld nicht und wollen ebenfalls gewinnen, daher kommt man dann mathematisch gesehen an die Grenzen des Machbaren.

Ab wann kann man anfangen SnGs zu spielen?

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, wobei ich jedem Spieler ganz klar zu der Ersten raten würde.

Der Start mit den 11$ SnGs

Um mit den 11$ SnGs anzufangen empfehle ich, wie bereits beschrieben, eine Bankroll von 50 Buyins. Wenn man jedoch mit den theoretischen Aspekten von Texas Hold'Em bereits gut vertraut ist, dann kann man sich auch durchaus schon mit einer kleineren Bankroll an SnGs versuchen. Ein erster Versuch kann bereits mit einer Bankroll von ca. 400$ gestartet werden, was etwa 36 Buyins entspricht.
Rutscht die Bankroll unter 200 Dollar sollte wieder zurück zu Cashgames gewechselt werden, um sich erneut auf 400$ hochzuspielen.

Der Start mit den 3$ und 6$ SnGs

Wieso eigentlich 11$ SnGs, wo doch auch 6$ und 3$ SnGs angeboten werden?
Ganz einfach: Wegen der Struktur dieser SnGs.
Die 11$ SnGs bestehen aus 10$ Buyin + 1$ Rake, d.h. der Rake beträgt 10%.
Die 6$ SnGs bestehen aus 5$ Buyin + 1$ Rake, d.h. der Rake beträgt 20% .
Die 3$ SnGs bestehen aus 2.40$ Buyin + 0.60$ Rake, d.h. der Rake beträgt 25%.

Aber wer direkt SnGs spielen will, der braucht für die 3$ SnGs mindestens eine Bankroll von 150$, was 50 Buyins entpsricht. Rutscht man hier auf unter 80$, sollte man wieder Cashgames spielen.

Mit 300$ kann man dann auf die 6$ SnGs umsteigen (erneut 50 Buyins). Fällt man hier auf unter 150$, sollte ein erneuter Wechsel auf die 3$ SnGs unternommenwerden.

Mit 400$ (etwa 36 Buyins der 11$ SnGs) kann dann der Wechsel auf die 11$ SnGs vollzogen werden, da diese nur die Hälfte vom Rake nehmen und deswegen wesentlich angenehmer zu spielen sind.

Wichtig ist hier noch: Wenn man verliert und wieder auf 50 Buyins des Limits davor abrutscht, sollte man wieder das Limit darunter spielen und erneut versuchen, sich hochzuarbeiten.

Angemerkt sei noch, dass es durch den kleineren ROI bei den 3$ und 6$ SnGs wesentlich länger dauert, im Limit aufzusteigen. Hier ist also Geduld gefragt, denn aller Anfang ist schwer.

Ab wann spielt man welches Limit?

Ein guter und solider Grundsatz ist die 50 Buyins Regel. Sobald man 50 Buyins des höheren Limits hat, kann man aufsteigen. Hat man nur noch 50 Buyins des niedrigeren Limits, sollte man absteigen.
Ein Downswing, in dem man 10 Buyins oder mehr verliert, ist keine Seltenheit.

Konkret heißt das:

Aufstieg zu den 22$ SnGs bei einer Bankroll von 1100$ (50 Buyins für 22$ SnGs)
Abstieg auf die 11$ SnGs bei einer Bankroll von 550$ (50 Buyins für 11$ SnGs)

Aufstieg zu den 33$ SnGs bei einer Bankroll von 1650$ (50 Buyins für 33$ SnGs)
Abstieg auf die 22$ SnGs bei einer Bankroll bei 1100$ (50 Buyins für 22$ SnGs)

Aufstieg zu den 55$ SnGs bei einer Bankroll von 2750$ (50 Buyins für 55$ SnGs)
Abstieg auf die 33$ SnGs bei einer Bankroll bei 1650$ (50 Buyins für 33$ SnGs)

Je höher man in den Limits kommt, desto konservativer sollte das Bankrollmanagement werden. Es ist auf jeden Fall eine gute Entscheidung, wenn man auf 70, 80 oder 100 Buyins umsteigt, sobald man die 33$ oder 55$ SNGś erreicht hat.

Wann habe ich ein Limit nachhaltig geschlagen?

Es kommt oft vor, dass man innerhalb einer Glückssträhne schnell sehr viel Geld gewinnt und somit schnell ein Limit aufsteigen könnte, da man denkt, dass das aktuelle Limit viel zu einfach ist.

Wir gehen nun von dem Fall aus, dass wir ein Winning Player sind und auf den 33$ SnGs ein ROI von 16% haben.
Nun spielen wir mal 500 33$ SnGs.
Mit einem ROI von 16% müssten wir nun also 2640$ Gewinn gemacht haben.
Tatsächlich ist es aber so, dass man sich auf 500 SnGs zwischen Break Even, d.h. einem ROI von ca. 0% (eventuell sogar knapp negativ) und einem ROI von ca. 32% befinden könnte, d.h. unser Gewinn kann sich bei diesen 500 SnGs zwischen 0$ und 5000$ befinden, obwohl wir eigentlich die 2640$ Gewinn zu erwarten hätten.
(Für die mathematisch Interessierten sei hier gesagt, dass das Ganze mit Hilfe der Standardabweichung, bzw. im Bereich von 2 Standardabweichungen ausgerechnet wurde)

Um zu sagen, dass man ein Limit nachhaltig geschlagen hat, sollte man mindestens 1000 SnGs gespielt haben. Wirklich aussagekräftig wird es erst bei gut über 2000 SnGs.

Das heißt aber nicht, dass wir auf jedem Limit 2000 SnGs spielen müssen. Da wir durch den bereitgestellten Content und die Coachings davon ausgehen, dass die Pokerstrategy Spieler zumindest auf den unteren Limits wesentlich besser spielen als ihre Gegner, kann man sich hier ohne Bedenken an das Bankrollmanagment halten.