MSS - Das Spiel nach dem Flop
Einleitung
In diesem Artikel
- Die Handkategorien am Flop
- Die verschiedenen Floparten
- Wann und wie viel du setzen solltest
- Die Postflop-Charts
- Beispiele
In diesem Artikel werden die Grundlagen des Postflop-Spiels nach der Midstackstrategie vorgestellt. Nachdem du dich mit diesen Konzepten vertraut gemacht hast, wirst du wissen, welche Ziele du am Flop verfolgst und wie deine Spielweise vor dem Flop mit diesen Zielen in Übereinstimmung zu bringen ist.
Welche Hände kannst du am Flop halten?
Hier stellen wir die verschiedenen Handkategorien vor, die du am Flop getroffen haben kannst - sie werden aus deiner Starthand und den Flopkarten gebildet. Je nachdem, was du am Flop getroffen hast, wird sich auch deine Spielweise verändern.
Die Hauptunterscheidung am Flop ist, ob deine Hand eine gemachte Hand, eine Drawing Hand oder eine wertlose Hand ist.
Gemachte Hände
Hast du beispielsweise ein Ass und eine Dame, dann hast du jedes Mal, wenn die höchste Karte auf dem Board ein Ass oder eine Dame ist, ein Top Pair.
Es ist außerdem wichtig, welche Karte du als zweite Startkarte (auch Kicker genannt) hältst. So solltest du mit der MSS dein Top Pair nur spielen, wenn du mindestens einen Buben als Kicker hast.
Top Pair:
| Karten: |
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Wenn du beispielsweise zwei Asse hältst und auf dem Flop drei niedrigere Karten liegen, dann hast du ein Over-Pair.
Wenn du ein Over-Pair hast und nicht selber der Preflop-Aggressor warst (du also vor dem Flop nicht selber erhöht hast, z.B. wenn du mit einem Paar Sechser im Big Blind preflop nur gecheckt hast), solltest du vorsichtig spielen. Obwohl dein Paar Sechser auf manchen Flops ein Over-Pair sein kann, solltest du mit deinem niedrigen Paar keine großen Einsätze machen, wenn du preflop nicht selber erhöht hast.
Over-Pair:
| Karten: |
Flop: |
Denke daran: dein Two Pair ist nur dann wirklich stark, wenn beide deiner Startkarten auf dem Flop ein Paar bilden. Wenn ein Paar bereits auf dem Flop liegt, dann solltest du deine Hand wie ein normales Paar spielen.
Anders ausgedrückt: Wenn eines der beiden Paare in den Gemeinschaftskarten liegt, dann kannst du dir das nicht anrechnen, schließlich kann ein Gegner ja damit einen Drilling oder sogar ein Full House bilden.
Starkes Two Pair:
| Karten: |
Flop: |
Schwaches Two Pair:
| Karten: |
Flop: |
Ein Drilling ist eine sehr starke Hand, mit der du durch Setzen und Erhöhen versuchen solltest, so viel Geld wie möglich von deinen Gegnern zu gewinnen.
Drilling:
| Karten: |
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Eine spezielle Art des Drillings ist ein Set. Ein Set hast du, wenn du mit dem Paar in deiner Starthand und einer Gemeinschaftskarte eine Hand aus drei gleichwertigen Karten bilden kannst.
Set:
| Karten: |
Flop: |
Alle weiteren Handkombinationen findest du im Artikel Die Spielregeln von Texas Hold'em. Hier sind sie nochmal in absteigender Reihenfolge (von der schwächsten zur stärksten Hand):
- Straight
- Flush
- Full House
- Vierling/Quads
- Straight Flush
- Royal Flush
Draws
Das heißt, du hast momentan eine unvollständige Straight. Ihr fehlt am oberen oder am unteren Ende die fünfte Karte, daher die Bezeichnung open-ended. Im unteren Beispiel komplettieren 8 Karten deine Straight, jedes Ass und jede Neun, von denen je 4 Stück im Kartenstapel sind.
OESD mit beiden deiner Startkarten:
| Karten: |
Flop: |
Einen OESD kannst du auch wie in folgendem Beispiel mit nur einer deiner Startkarten halten. Hier bringen dir jede Dame und jede 7 eine Straight.
OESD mit einer deiner Startkarten:
| Karten: |
Flop: |
In diesem Beispiel brauchst du einen König, um deine Straight zu komplettieren. Dein Gutshot besteht aus einem Ass, einer Dame, einem Buben und einer Zehn. Der Gutshot-Draw ist nicht besonders stark, da dir nur vier Karten aus dem Kartendeck helfen - die vier Könige. Ein Gutshot sollte daher wie alle anderen wertlosen Hände gespielt werden.
Gutshot:
| Karten: |
Flop: |
In folgendem Beispiel hast du mit Ass, Dame, Bube und Zehn einen Gutshot und einen weiteren mit Dame, Bube, Zehn und Acht. Wie du siehst, helfen dir mit jedem König und jeder Neun ingsesamt acht Karten (wie bei einem OESD). Ein doppelter Gutshot ist also genauso stark wie ein OESD.
Tatsächlich ist ein doppelter Gutshot profitabler als ein OESD. Der Hauptgrund dafür ist, dass er von deinen Gegnern nicht so einfach entdeckt werden kann.
Doppelter Gutshot:
| Karten: |
Flop: |
Ein Flushdraw kann entweder mit beiden deiner Starthände und zwei Gemeinschaftskarten oder mit einer deiner Startkarten und drei Gemeinschaftskarten gebildet werden. Ein Flop, auf dem alle drei Karten die selbe Farbe haben, wird auch monoton genannt.
Flushdraw mit beiden deiner Startkarten:
| Karten: |
Flop: |
Wenn du auf einem monotonen Flop einen Flushdraw hast (siehe unten), solltest du nur weiterspielen, wenn du einen König oder ein Ass als Flushkarte hältst. Sollte deine Karte niedriger sein, stufst du sie als wertlos ein und spielst dementsprechend.
Flushdraw auf einem monotonen Flop:
| Karten: |
Flop: |
Einen Monsterdraw hast du mit :
- Flushdraw + OESD
- Flushdraw + Gutshot
- Flushdraw + Top-Pair
Obwohl ein Monsterdraw keine gemachte Hand ist, ist er sehr stark und du solltest durch Setzen und Erhöhen Geld in die Mitte bekommen.
Monsterdraw mit Flushdraw plus OESD:
| Karten: |
Flop: |
Auch mit einem Flushdraw plus Gutshot hast du einen Monsterdraw:
Monsterdraw mit Flushdraw plus Gutshot:
| Karten: |
Flop: |
Wenn du eine gemachte Hand wie z.B. ein Top Pair oder ein Over-Pair hast und du dazu noch einen OESD oder Flushdraw vorweisen kannst, dann ist auch das ein Monsterdraw:
Monsterdraw mit Flushdraw plus Top Pair:
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Flop: |
Das ist kein besonders starker Draw, aber wenn du auf einer späteren Straße ein Paar treffen solltest, ist es auf jeden Fall ein Top Pair.
Over-Cards:
| Karten: |
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Auch wenn du beispielsweise ein niedriges Paar getroffen hast, kannst du dich kaum darauf verlassen und wirst durch das Spielen solcher Hände langfristig Verluste einfahren.
Niedriges Paar (wertlose Hand):
| Karten: |
Flop: |
Welche Arten von Flops gibt es?
Die verschiedenen Floparten lassen sich in zwei Hauptkategorien einordnen: trocken und drawlastig. Mit der MSS wirst du hauptsächlich durch eine Erhöhung vor dem Flop in die Hand einsteigen, so dass du sehr oft eine Continuation Bet spielen kannst (im Teil zum Setzen weiter unten findest du weitere Informationen dazu). Trockene Boards eignen sich gut für Continuation Bets, während drawlastige Boards oder mehrere Gegner in einer Hand eher gegen eine Fortsetzung der Aggression sprechen - es sei denn du hältst eine starke Hand.
- Trockenes Board: Auf einem trockenen Board sind nicht viele oder gar keine Draws möglich. Je weniger Draws möglich sind, desto trockener ist das Board.
- Drawlastiges Board: Ein Board ist drawlastig, wenn viele Draws möglich sind. Beispielsweise wenn viele Karten die möglichen Draws der Gegner auf späteren Straßen vervollständigen können.
Es ist von großer Bedeutung, zwischen trockenen und drawlastigen Boards unterscheiden zu können, da unsere Spielweise nach dem Flop zum großen Teil davon abhängt. Natürlich gibt es keine eindeutige Unterscheidung zwischen trockenen und drawlastigen Boards - es handelt sich oft mehr um eine graduelle Entwicklung von "absolut trocken" zu "sehr drawlastig". Hier sind dennoch einige Richtlinien, die dir zur richtigen Einordnung helfen:
Um festzustellen, ob ein Board trocken oder drawlastig ist, achtest du zunächst auf die Verbundenheit der Flopkarten und welche Farben auf dem Board liegen. Verbundende Karten sind Karten, die nahe beieinander liegen wie eine Dame und ein Bube oder eine 7 und eine 8.
Trockene Boards:
Boards, auf denen ein Paar liegt oder die eine hohe Karte und zwei niedrige beinhalten, sind typischerweise trocken solange sie nicht mehr als zwei Karten der selben Farbe haben. Hier sind einige Beispiele für trockene Boards:
| Flop 1: | Flop 2: | Flop 3: | Flop 4: | |||
Drawlastige Boards:
- Es drei miteinander verbundene Karten gibt
- Es drei Karten der selben Farbe gibt
- Es zwei verbundene und zwei Karten der selben Farbe gibt
Einige Beispiele für drawlastige Boards:
| Flop 5: | Flop 6: | Flop 7: | Flop 8: | |||
Im Verlauf deiner Pokerkarriere wirst du mehr über die verschiedenen Boardtexturen lernen und wie diese zu spielen sind. Für den Anfang reicht es aber, nach obigen Kriterien zu entscheiden, ob ein Board drawgefährlich ist oder nicht.
Wann und wie viel du setzen solltest
Ganz allgemein solltest du mit guten Händen setzen und mit schwachen Händen darauf verzichten. Abhängig von der Situation können jedoch auch Einsätze ohne die entsprechenden Hände profitabel sein.
Wie viel du setzen oder erhöhen solltest
Die Höhe deines Einsatzes hängt von der Art deiner Bet ab und richtet sich nach der aktuellen Größe des Pots (der Gesamtbetrag aller Einsätze auf dem Tisch). Wenn du beispielsweise ein Bet von halber Größe des Pots machst, dann setzt du $4 in einen Pot von $8. Eine 3/4 Potsize Bet in einem $8 großen Pot wären $6 usw. Diese Beträge müssen natürlich nicht exakt sein, du solltest dich nur an der ungefähren Größe orientieren.
Beim Setzen und Erhöhen gibt es eine allgemeine Regel:
- Wann immer du setzt oder erhöhst und der Betrag mehr als die Hälfte deines verbleibenden Stacks ausmachen würde, gehst du direkt all-in.
Wann du setzt
Continuation Bet:
Nachdem wir preflop erhöht haben, können wir oft auch auf dem Flop weiterbetten. Der Hauptgrund einer Continuation Bet ist es, den Druck weiter hoch zu halten und den Pot sofort zu gewinnen. Auch wenn wir auf dem Flop keine gemachte Hand haben, können wir unseren Schwung mitnehmen und durch eine Bet den Pot einstreichen.
- Gegen einen einzigen Gegner und auf einem trockenen Board solltest du 1/2-Potsize als Continuation Bet setzen.
- Auf einem drawlastigen Board oder gegen zwei Gegner sollte deine Continuation Bet größer sein - ungefähr 3/4 des Gesamtbetrages des Pots.
Valuebet:
Hier halten wir eine starke Hand und wollen Geld in den Pot bekommen. Wir wollen Gegner mit schlechteren Händen zum Callen bewegen. In diesem Fall betten wir for Value. Wenn ein Gegner bettet, erhöhen wir diese Bet, wenn wir for Value spielen.
- Mit einer guten Hand, mit der du Geld gewinnen willst, setzt du rund 3/4 des Pots.
- Wenn du erhöhen möchtest, erhöhst du auf das Dreifache der Bet deines Gegners.
Bluffbets:
Ein weiterer möglicher Grund zum Betten: ein Bluff. Wir wollen Gegner mit besseren Händen zum Folden bringen und den Pot ohne Showdown gewinnen. Die Continuation Bet ist manchmal eine Bluffbet, und damit die einzige Bluffbet die du als Einsteiger machst, da das Bluffen ohne guten Plan nur zu großen Verlusten führt.
Wann du nicht betten solltest
Pot Control:
In einigen Situationen, besonders gegen mehrere Gegner oder auf drawlastigen Boards, ist deine Hand einfach nicht stark genug, um damit alle deine Chips zu riskieren. Dein Gegner könnte zwar schwächere Hände halten, aber auch viele potentiell stäkere Hände als deine. Wenn du dir deiner Hand nicht sicher bist, ist es besser, damit nicht zu viel Geld zu riskieren.
- Wenn du Pot Control betreiben willst, kannst du eine Bet callen solange sie nicht größer als die Hälfte des Pots ist, und solltest selber nicht betten.
Das Postflop-Chart
Wie du die verschiedenen Hände nach dem Flop spielen solltest, kannst du auch in diesem Postflop-Chart nachlesen:
- Hier findest du das Postflop-Chart in voller Auflösung
- Alle MSS-Charts in einer PDF-Datei herunterladen
Im Postflop-Chart findest du die verschiedenen Handkategorien und die entsprechenden Farben zeigen dir die dazu empfohlenen Spielweisen. So kannst du beispielsweise sehen, dass mit -Händen immer gesetzt oder erhöht werden sollte.
- Du benutzt das Postflop-Chart, wenn du vor dem Flop erhöht hast.
- Mit
(CHECK / FOLD)-Händen checkst du und foldest, wenn der Gegner bettet.
- Mit
(BET / FOLD)-Händen spielst du eine Continuation Bet und foldest, wenn dein Gegner vor dir bettet oder deinen Einsatz erhöht.
- Mit
(BET / CALL)-Händen setzt du und callst einen eventuellen Raise vom Gegner. Wenn der Gegner vor dir bettet, callst du diesen Einsatz einfach.
- Mit
(BET / RAISE)-Händen bettest du und gehst gegen einen Raise vom Gegner All-in. Wenn dein Gegner vor dir bettet, so erhöhst du diesen Einsatz.
Deine Strategie auf dem Flop hängt von der Textur des Flops und der Anzahl der Gegner ab. Wenn du auf einem trockenen Flop nur einen Gegner hast, dann richtest du dich nach dem Teil des Charts, der mit "DRY BOARD and 1 OPPONENT" gekennzeichnet ist.
Wenn du mehrere Gegner hast oder der Flop drawlastig ist, dann spielst du nach dem "DRAWY BOARD or 2+ OPPONENTS"-Abschnitt.
Auf dem Turn sind deine Entscheidungen einfacher - du bettest mit guten gemachten Händen, Monstern und Monsterdraws. Alles andere solltest du checken.
Die Spielweise auf dem River hängt größtenteils von deinen Aktionen am Turn ab - wenn du am Turn gesetzt oder erhöht hast, dann spielst du am River nach dem "BET"-Abschnitt. Wenn du und dein Gegner am Turn gecheckt habt, dann richtest du dich nach dem "CHECK"-Abschnitt.
Wenn du ein Top Pair oder ein Over-Pair nach dem Postflop-Chart spielen möchtest, kannst du das nur tun, wenn es stark genug ist. Wenn dein Over-Pair zu niedrig ist oder dein Top Pair einen zu schwachen Kicker hat (wenn du ein Top Pair triffst, ist deine zweite Startkarte dein Kicker), dann kannst du diese nicht profitabel spielen. Wenn sie nicht die folgenden Kriterien erfüllen, kannst du sie als wertlos betrachten:
- Spiele ein Over-Pair nur dann, wenn es ein Paar Siebener oder besser ist.
- Spiele ein Top Paar nur dann, wenn es ein Paar Zehner oder besser mit mindestens einem Buben als Kicker ist.
Beispiele
Die folgenden Beispiele zeigen dir Situationen, in die du kommen kannst, nachdem du preflop erhöht hast. Hier lernst du, wie du diese Situationen mithilfe des Postflop-Charts meistern kannst.
Behalte dabei immer im Hinterkopf, dass dir das Postflop-Chart nur allgemeine Regeln und Richtlinien zur richtigen Spielweise postflop geben kann - um auch mit schwierigeren Situationen korrekt umgehen und deinen Profit mit dieser Strategie maximieren zu können, ist es notwendig, dass du die zusätzlichen kostenlosen Lehrmaterialien und Hilfestellung wie die Handbewertungsforen unserer Seite nutzt.
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Du bist am Button
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Du hast vor dem Flop mit einem König und einer Dame erhöht und wurdest von einem Spieler gecallt, der am Flop zu dir checkt. Du hast kein Paar oder etwas besseres getroffen aber auf diesem trockenen Board und nur einem Gegner rät dir das Postflop-Chart zu einer Continuation Bet auch ohne gute Hand.
Da das Board trocken ist, solltest du ungefähr 1/2 des Pots setzen, was aber nicht ganz genau stimmen muss. In diesem Beispiel hast du $0,35 gesetzt. Auch ein Einsatz von $0,30 oder $0,40 wäre kein Fehler gewesen; das Wichtige ist das Spielen der Continuation Bet überhaupt.
Wenn dein Gegner callt oder erhöht, musst du deine Hand aufgeben.
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Du bist in später Position
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Wieder einmal hast du mit einem König und einer Dame erhöht und wurdest von den Spielern im Small und Big Blind gecallt. Dieses Mal ist der Flop recht drawlastig, da die Karten gut miteinander verbunden sind und damit Straight- und Flushdraws möglich machen.
Dazu hast du hier noch zwei Gegner, von denen einer auf diesem Flop gut und gerne etwas getroffen haben könnte. Der Strategie zufolge solltest du auf solch einem drawlastigen Board keine Continuation Bet machen, sondern versuchen, umsonst den Turn zu sehen. Mit deinen beiden Over-Cards solltest du hier also nur checken.
Das Gute an deinen Over-Cards ist, dass du im Falle eines Treffers ein Top Pair hast. Am Turn hast du eine gemachte Hand und du kannst wie gewohnt for Value mit solch einer Hand betten - ungefähr 3/4 des Pots.
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Du bist in später Position
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Auf diesem halbwegs drawlastigen Flop triffst du keine gemachte Hand und hast drei Gegner. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest einer von ihnen auf diesem Flop etwas getroffen hat.
Auf dem Turn kannst du ohne Probleme folden, da du immer noch keine gemachte Hand hast und die Dame möglicherweise einen Draw der Gegner vervollständigt hat.
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Du bist in früher Position
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Turn - Aktive Spieler: 2 - Pot: $1,70
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River - Aktive Spieler: 2 - Pot: $4,10
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Hier haben wir am Flop ein Over-Pair und das Board ist ziemlich drawlastig und bietet Flush- und Straightdraws. Wir betten hier nicht nur, um Value von schlechteren Händen zu bekommen, sondern auch um, uns vor den Draws zu schützen, die unser Gegner halten könnte.
Auch hier ist es wichtig, rund 3/4 des Pots zu setzen - so können wir unsere Hand ausreichend schützen.
Der Gegner callt unsere Bet am Flop und wir sehen den Turn. Wir betten mit unserem Over-Pair erneut und der Gegner gibt wieder nicht auf - wir werden wieder gecallt.
Der River schwächt unsere Hand deutlich - wir haben jetzt kein Over-Pair mehr - unsere beste Spielweise ist ein Check, um uns umsonst den Showdown anzusehen. Unser Gegenspieler könnte eine bessere Hand halten und würde schlechtere Hände wahrscheinlich gegen eine Bet folden. Daher lohnt es sich nicht, noch mehr Geld zu investieren.
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Du bist im Big Blind mit
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Wir treffen ein Top Pair und machen am Flop eine Continuation Bet, die der Gegner callt. Am Turn hat unsere Hand einiges an Stärke verloren und ist kein Top Pair mehr. Wir können sie nicht mehr for Value betten und sollten sie wie eine wertlose Hand spielen. Unser Gegner kann leicht eine bessere Hand halten und außerdem ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass uns schlechtere Hände callen würden.
Wir wollen mit unserem Paar den Showdown sehen aber gleichzeitig nicht zu viel Geld in solch eine marginale Hand investieren. Daher halten wir den Pot durch einen erneuten Check am River klein.
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Als Preflop-Aggressor machen wir auf diesem einigermaßen trockenen Flop eine Continuation Bet und setzen die Aggression fort. Die Stärke unserer Hand spielt in diesem Moment eigentlich keine Rolle - wir machen uns hier unser aggressives Preflop-Spiel zu Nutze. Da das Board nicht sehr drawlastig ist, setzen wir rund die Hälfte des Pots - $0,35.
Der Turn hilft uns nicht und da unser Gegner nicht viel Aggressivität gezeigt hat, können wir einen Gang runterschalten und uns die nächste Karte umsonst ansehen. Selber zu setzen ist keine gute Idee, da unser Gegner hier ein Paar Asse getroffen haben könnte, das er nicht so einfach folden würde.
Da wir am River unseren Flush verpasst haben, können wir gegen die Bet des Gegners folden.
Das Freeplay-Chart
Wenn wir durch das Checken im Big Blind vor dem Flop in eine Hand einsteigen, bekommen wir ein sogenanntes Freeplay (da vor dem Flop niemand erhöht hat, können wir umsonst den Flop sehen). Bei einem Freeplay hast du selbst vor dem Flop ebenfalls nicht erhöht, weswegen deine Spielweise im Vergleich zu der aus dem Postflop-Chart eine etwas andere sein wird:
- Hier findest du das Freeplay-Chart in voller Auflösung
- Alle MSS-Charts in einer PDF-Datei herunterladen
Wenn du den Flop umsonst sehen kannst, benutzt du das Freeplay-Chart und verwendest es auf die gleiche Weise wie vorher schon das Postflop-Chart.
- Du benutzt das Freeplay-Chart, wenn du vor dem Flop nicht erhöht hast.
Beispiele
Diese Beispiele demonstrieren das Spiel, wenn du umsonst in die Hand eingestiegen bist:
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Du bist im Big Blind mit
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Hier kommst du kostenlos in den Pot und triffst am Flop einen Flushdraw und einen Gutshot - ein Monsterdraw. Du bettest deinen Monsterdraw (ungefähr 3/4 des Pots, da du gegen zwei Spieler spielst) und die Gegner callen.
Am Turn hat sich dein Draw verbessert; du hast nun einen Flushdraw und einen OESD - auch ein Monsterdraw. Du bettest den Turn for Value, 3/4 Potsize und wirst von einem Spieler gecallt.
Dein Monsterdraw hat dir am River eine Straight gebracht, die du for Value betten willst. Eine Bet von 3/4 des Pots ($2,00) wäre aber größer als die Hälfte deines verbleibenden Stacks und würde dir nur $0,95 übrig lassen - du gehst also direkt all-in.
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Du bist im Big Blind mit
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Obwohl du am Flop einen open-ended Straightdraw hast, ist es kein besonders starker und das Freeplay-Chart sagt dir, dass du deinen OESD in einem Freeplay-Pot "CHECK / FOLD" spielen solltest. Das heisst, du machst mit dieser Hand keinen Einsatz und foldest, wenn dein Gegner bereits vor dir gebettet hat.
Zusammenfassung
Du kannst nun hoffentlich die richtige Spielweise am Flop besser einschätzen. Wenn du dich allerdings weiterentwicklen möchtest und die MSS perfektionieren willst, dann solltest du die weiterführenden Artikel lesen, an unseren Live-Coachings teilnehmen, Videos ansehen und unsere professionellen Handbewertungen in Anspruch nehmen.
In diesem Artikel hast du gelernt...
- ... die verschiedenen Handkategorien zu unterscheiden und deine Strategie anzupassen.
- ... wann du setzen solltest und wann eher nicht.
- ... wie du mit verschiedenen Floptexturen am besten umgehst.
- ... was die Postflop-Charts sind und wie du sie lesen kannst.
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