Aktualisiert am 12 März 26 von

Dünnes Valuebetten

Dünnes Valuebetten ist ein Exploit, der zu weite Call-Ranges deiner Gegner ausnutzt.

In dieser Lektion lernst du, wie du diesen Fehler im Spiel deiner Gegner erkennst und um welche Hände du deine Value-Range erweiterst, um den Fehler auszunutzen.

Zu weite Call-Ranges im Spiel deiner Gegner finden

Um Situationen zu erkennen, in denen die Erweiterung deiner Value-Range als Exploit sinnvoll ist, musst du die Call-Range deines Gegners für eine bestimmte Situation ermitteln. Dies kann auf zwei Arten erfolgen:

  • Showdowns auswerten
  • Stats analysieren

Zu weite Call-Ranges mit Hilfe von Showdowns identifizieren

Am Showdown achtest du besonders darauf, welches die schlechtesten Hände in der Range deines Gegners sind und auf wie vielen Streets er diese callt. Du suchst dabei nach Abweichungen von deinen Annahmen über seine Standard-Call-Range.

Da TAGs und LAGs ihre Spielweise meistens der Situation anpassen, solltest du die genauen Umstände beachten und deine Annahmen auf genau diese beschränken.

Der wichtigste Faktor für die Range deines Gegners ist die Zusammensetzung deiner perceived Range, also wie viele Bluffs und wie viele Value-Hände sie enthält:

  • Je größer der Anteil an Bluffs in deiner perceived Range ist, desto weiter wird dein Gegner callen.
  • Je größer der Anteil an Valuebets in deiner perceived Range ist, desto weniger wird dein Gegner callen.

Sieh dir dazu folgendes Beispiel an:

$25 NL Hold'em (6 handed)- 100BB stacks

BU - TAG

Preflop: Hero is CO with AsKs
Hero raises to $0.75, 2 folds, BU calls $0.75, 2 folds

Flop: ($1.85) 9s8s3h (2 players)
Hero bets $1.50, BU calls $1.50

Turn: ($5.25) 3d (2 players)
Hero bets $4.00, BU calls $4.00

River: ($13.25) Ah (2 players)
Hero bets $11.00, BU calls $11.00

Callt dein Gegner in dieser Situation mit einer Hand wie T8s oder 77, ist es wahrscheinlich, dass er zu viel callt, nachdem einige Draws busten. Er schätzt den Anteil an Bluffs in deiner perceived Range als hoch ein.

Daher solltest du gegen diesen Gegner in Situationen, in denen deine perceived Range viele Bluffs enthält, in Zukunft dünner valuebetten.

Zu weite Call-Ranges mit Hilfe von Stats identifizieren

Auch Stats können dir beim Einschätzen der gegnerischen Call-Range helfen. Besonders relevant sind hierbei der "Fold to Cbet"-Wert auf allen Streets und der WTS.

Ist der "Fold to Cbet"-Wert auf einer Street geringer als 40%, solltest du auf dieser Street deine Value-Range erweitern. Das gilt auch für den Fall, dass der WTS 35% übersteigt.

Zu weite Call-Ranges mit dünnen Valuebets exploiten

Du kannst zu weite Call-Ranges deiner Gegner mit dünnen Valuebets exploiten. Welche Hände dies genau sind, hängt von der Call-Range deines Gegners ab.

Um welche Hände du deine Value-Range erweiterst

Du erweiterst deine Valuerange schrittweise im Verhältnis zur Call-Range deines Gegners: Je mehr dein Gegner callt, desto mehr Hände valuebettest du, die du sonst checken würdest.

Um eine Hand valuebetten zu können, benötigst du über 50% Equity gegen die Call-Range deines Gegners. Gegen die weitere Call-Range deines Gegners haben Hände, die du normalerweise checkst,  über 50% Equity und du kannst diese daher valuebetten.

Die ersten Hände die du zusätzlich valuebettest, sind die besten Hände, die du normalerweise checkst. Valuebettest du in einer bestimmten Situation normalerweise TPTK oder besser und checkst TPGK, ist TPGK die erste Hand, die du valuebettest, wenn dein Gegner mehr callt.

$25 NL Hold'em (6 handed) - 100BB stacks

BU – TAG

Preflop: Hero is CO with AsKs
Hero raises to $0.75, 2 folds, BU calls $0.75, 2 folds

Flop: ($1.85) 9s8s3h (2 players)
Hero bets $1.50, BU calls $1.50

Turn: ($5.25) 3d (2 players)
Hero bets $4.00, BU calls $4.00

River: ($13.25) Ah (2 players)
Hero bets $11.00, BU calls $11.00

Du nimmst an, dass dein Gegner folgende Hände am River callt: JJ, TT, A9s

Daher ist die schlechteste Hand, die du normalerweise valuebettest, JJ und die beste Hand, die du normalerweise checken würdest, TT.

Value-Range:
JJ+, 99-88, 33, A9s, A3s, AsKs, AsQs, AsJs, AsTs, As8s, As7s, As6s, As5s, As4s, As2
Beste Hände der Check-Range:
TT, K9s

Callt dein Gegner zusätzlich 89s und 77, valuebettest du als die erste Hand, die du normalerweise checken würdest, TT. Callt dein Gegner noch zusätzlich T8s, 87s, 66, valuebettest du zusätzlich K9s. Du erweiterst deine Range Schritt für Schritt im Verhältnis zur Call-Range deines Gegners.

Standard-Call-Range:
JJ-TT, A9s
Zu weite Call-Range:
77-66, T8s, 98s, 87s

Zusammenfassung

Callt dein Gegner zu viel, exploitest du ihn durch das Erweitern deiner Value-Range, was man als dünnes Valuebetten bezeichnet.

Um herauszufinden, ob dein Gegner diesen Fehler begeht, musst du besonders am Showdown darauf achten, welche Hände die schlechtesten Hände in seiner Call-Range sind.

Je mehr Hände dein Gegner callt, desto mehr Hände valuebettest du. Du erweiterst deine Range dabei um die besten Hände, die du normalerweise checken würdest.