Aktualisiert am 06 Juli 26 von

Dreißig Anfängertipps (1)

Einleitung

In diesem Artikel

  • Warum du dich an das SHC halten und geduldig sein solltest
  • Welche äußeren Faktoren du im Blick haben solltest
  • Habe Spaß am Pokern und scheue dich nicht, Fehler zu machen

Was sollte man einem Einsteiger mit auf den Weg geben? Oder jemandem, der zwar schon etwas Erfahrung besitzt, aber nicht so ganz vom Fleck kommt?

Dreißig Tipps, dreißig Erfahrungswerte. Befolgst du diese, wird es dir nicht schlimm ergehen.

Die Reihenfolge ist dabei frei gewählt.

1. Tight is right

Tight is right. Je weniger schwierige Hände du spielst, umso leichter fallen dir die Postflop-Entscheidungen. Aufloosen kannst du im Verlaufe deiner Karriere immer noch, dies muss nicht gleich zu Beginn deiner Laufbahn geschehen.

Befolge das Starting Hand Chart und weiche nur in Ausnahmefällen davon ab.

Auch wenn du irgendwann einen Schritt weiter bist, steigere deine Hände langsam und sammle Erfahrung.

2. Keine Selbstüberschätzung

Die Pokerwelt ist groß, und auch wenn es hart klingen mag, ob sie nun gerade auf dich gewartet hat, muss sich noch zeigen.

An deinen Tischen sitzen andere Spieler, die ähnliche Ziele haben, auch sie werden die gängigen Pokerregeln kennen. Und selbst die vermeintlich schwachen Spieler haben ihre eigene Strategie, auch sie können Flops treffen oder einen Draw am River hitten.

Glaube nicht, bloß weil du motiviert bist und hier einen guten Einstieg erfährst, dass dir die Pötte nur so zufliegen. Respektiere jeden Gegner und akzeptiere Niederlagen, denn davon wirst du zwangsläufig einige einstecken müssen.

Auch wenn du vielleicht der beste Spieler am Tisch sein solltest, so hast du kein automatisches Anrecht darauf, diesen auch mit dem dicksten Gewinn wieder zu verlassen.

3. Theorie

Theorie macht wenig Spaß, dies ist in den meisten Lebensbereichen so.

Doch wie im Schul-, Studium- oder Arbeitsalltag, so gilt auch hier: Die Gegebenheiten ändern sich. Was gestern gut war, ist morgen vielleicht nicht mehr ideal. Du wechselst die Limits, die Anbieter, die Spielvarianten - da gilt es up-to-date zu sein.

Möglichkeiten hast du dabei bei PokerStrategy.com reichlich, also liegt es letztlich nur an dir, jeden Tag an dir zu arbeiten.

4. Nachdenken

Auch wenn du zu Beginn dein Starting Hand Chart benutzen sollst, so soll es dich nicht von eigenen Gedankengängen abhalten.

Vor allem postflop gilt es, jeden Spot neu zu überdenken. Standards gibt es nicht, jeder Spot ist anders, dafür sind die Kombinationen aus Starthänden, Boards und Gegnern zu riesig.

Verfalle keineswegs in immer gleiche Lines, sondern versuche, sie selbst für dich zu begründen, die Line durchzuziehen und bei Unsicherheit überprüfen zu lassen.

Dafür stehen dir Strategieforen und Handbewertungsforen jederzeit zur Verfügung.

5. Sei aggressiv

Versuch den Begriff eines TAGs zu verinnerlichen: Tight-aggressive. Dass du mit einem tighten Spiel gut fährst, wurde in Punkt 1 erläutert. Aber versäume dabei nicht, aggressiv zu spielen, deine Gegner unter Druck zu setzen, lieber einmal zu viel zu betten als zu wenig.

Bleibe auf dem Gaspedal.

6. Kein Tilt

Tilten ist eines der größten Probleme der meisten Pokerspieler. Sie lassen sich zu sehr von Ergebnissen beeinflussen, hadern mit sich selbst und ihrem Spiel und natürlich mit dem allmächtigen Pokergott.

Folgt dann der Verlust des A-Games, kann es um dich geschehen sein. Verliere nicht die Kontrolle über dein Spiel.

Ein paar Hinweise dazu findest du hier:

Strategie: Psychologie und Didaktik

7. Geduld

„Geduld ist eine Tugend!“

Nichts geht von heute auf morgen. Setze dir vernünftige Ziele, ein Limitaufstieg pro Monat und Ende des Jahres ein Heads-up gegen Phil Ivey mögen nicht zu realistischen Zielen gehören.

Je höher du hinaus willst, umso tiefer wirst du fallen. Also spiele geduldig und nimm die Ergebnisse dabei hin wie sie kommen – ändern kannst du daran ohnehin nichts, sofern du ein gutes Spiel ablieferst.

8. Downswing?

Zeigt deine Kurve stark nach unten, so mag dies durch einen Downswing hervorgerufen sein. Aber es ist nicht die einzige Möglichkeit.

Viele Spieler, die ihren Lifetime-Downswing ausleben, spielen einfach nur schlecht.

Suche nach Leaks, arbeite an deinem Spiel und untersuche dein Spiel. Du darfst nicht immer alles auf das liebe Pech schieben, auch wenn es ohne Frage mit hinein spielen kann.

9. Die Varianz

Schon befindest du dich bei einem harten Thema – der Varianz.

  • Zehn Flips in Folge verlieren? Ist möglich!
  • 50 Stacks down? Ist möglich!
  • Geht es auch andersrum? Ist möglich!

Die Varianz hat viele Gesichter, du wirst dich mit ihr anfreunden müssen. Mache deinen Feind zu deinem Freund, denn entgehen kannst du der Varianz nicht.

Was Varianz anrichten kann? Da empfehle ich mal folgenden Thread.

10. Die Samplesize

In einer 500-Hände-Session zwei Flips zu gewinnen, macht dich zu keinem guten Pokerspieler. Entscheidend ist das, was du longterm erreichst.

„It´s one Big Session“…lebe danach. Was heute gut läuft, läuft morgen vielleicht schlecht. Du musst versuchen, das große Ganze zu sehen, und um dir selber zu beweisen, dass dein Spiel gut ist, reichen ein paar tausend Hände nicht aus.

Weitere Tips dazu findest du hier.

11. Tableselection

Achte darauf, gegen wen du spielst. Spielst du gegen gleich gute Gegner, so läufst du nicht breakeven, denn du musst Rake zahlen. Du wirst auf Dauer ins Minus rutschen.

Dein Ziel muss es also sein, mindestens den Rake zu schlagen. Dafür brauchst du gute Tische und ideale Mitspieler. Mitspieler, die nicht alles so genau untersuchen wie du.

Achte nicht nur auf den Tisch, sondern auch auf die Positionen. Versuche, Position auf schlechte Spieler zu haben, und scheue dich nicht, den Tisch einfach zuzumachen, wenn er dir nicht zusagt.

12. Nobody is perfect

Selbst der disziplinierteste Spieler spielt nicht immer gut. Ein leichter Verlust des A-Games - kaum jemand wird ernsthaft behaupten, dass ihm dies nicht schon einmal passiert ist.

Jeder gute Pokerspieler wird dir sagen, ein „perfektes Spiel“ gibt es nicht. Irgendetwas kann man immer besser machen. Strebe also nicht nach Perfektion, denn auch dabei kannst du tief fallen.

Akzeptiere deine Schwächen, egal welche das sind. Solltest du Leaks haben, arbeite daran. Solltest du tilten, beschäftige dich mit dem Thema und versuche es abzustellen.

Der wichtigste Schritt dabei ist, dir deine Fehler selbst einzugestehen. Dann bist du auf einem richtigen Weg.

13. Habe Spaß

Klingt komisch, aber mit Spaß geht im Leben alles leichter. Hast du miese Laune, gar keine Lust auf Pokern – dann lass es einfach und mache etwas anderes. An den Tischen würdest du höchstwahrscheinlich deine Laune nicht bessern können.

Du wirst nicht dauerhaft Pokern können, wenn es dir keine Freude bereitet. Wenn dich jemand am River aussuckt, dann lächele darüber. Du kannst es doch nicht ändern.

Sofern du Spaß am Pokern hast und gerne an die Tische kommst, dann können dich auch Bad Beats nicht erschüttern. Gleichzeitig wird dich diese Einstellung von Tilt abhalten.

Sieh es als ein Hobby an, womit du nebenbei vielleicht noch ein paar Dollar verdienen kannst. Und wenn es dann wirklich ins Laufen kommt, dann wirst du auch von alleine Spaß haben.

Das sind doch schöne Aussichten.

14. Keine Angst vor Fehlern

Du wirst Fehler machen, sogar eine Menge. Das lässt sich doch gar nicht verhindern.

Dein Ziel kann es nicht sein, von Beginn an Fehler zu vermeiden, sondern aus ihnen zu lernen. Scheue dich nicht, auch komplett schlecht gespielte Hände ins Forum zu stellen. Letztlich wirst du daraus lernen und genau das muss doch dein Ziel sein.

Sei konsequent, entscheide dich in gewissen Situationen für einen möglichen Ausweg und bestreite ihn. Ob es der richtige Weg war, kannst du im Nachhinein immer noch überprüfen.

15. Konzentration

Sei immer konzentriert. Poker kannst du nicht nebenbei spielen. Ob du Fernsehen schaust, E-Mails schreibst, im Internet surfst – alles lenkt dich von deinem eigentlichen Ziel ab, nämlich an deinen Tischen dein A-Game zu liefern.

Denke an die vorherigen Punkte. Keiner schenkt dir das Geld, deine Edge musst du dir erarbeiten. Glaube nicht, dass 90% ausreichen. Gib immer 100% und lasse dich dabei von nichts ablenken.

Zusammenfassung

Tipp Eins bis Fünfzehn hast du nun durch, weitere fünfzehn folgen bald.

Lies es nicht nur, sondern vergleiche es mit deiner Auffassung. Mit Sicherheit wirst du etwas finden, woran du arbeiten kannst.