Aktualisiert am 12 März 26 von

Die Regeln von Texas Hold'em

Einführung in Texas Hold’em:

Texas Hold’em ist die weltweit populärste Pokervariante. Sie lässt sich in zwei Untervarianten aufteilen. Auf der einen Seite haben wir „Fixed Limit Hold’em“ bei dieser Variante sind die Setzbeträge festgelegt. Dem gegenüber steht "No Limit Hold’em", hier gibt es keine festgelegten Setzbeträge, wir könnten unsere gesamten Chips/Geld auf eine Hand setzten.
In unserem Beispiel sitzen wir an einem 1$/2$ Fixed Limit Hold’em Tisch. Um das grundlegendes Wissen zu vermitteln, ist dies nicht weiter schlimm, auch wenn sich der Leser für die Variante No Limit Hold'em interessieren sollte. Das Spiel teilt sich in vier Spielphasen auf. In den ersten beiden Phasen eines Fixed Limit Hold’em Spiels (1$/2$) beträgt eine Bet 1$, in der dritten und vierten Phase des Spiels beträgt eine Bet 2$. In jeder Phase können maximal drei Erhöhungen vorgenommen werden. Anhand der folgenden typischen Beispielhand werden die vier Phasen veranschaulicht und der Ablauf erklärt...
Doch zuerst müssen wir ein paar Grundbegriffe definieren.

 

Aktionen, die einem Pokerspieler am Tisch zur Verfügung stehen:

Check – Check bedeutet vorerst keine Chips auf seine Hand zu setzten. Es ist nur möglich zu checken, wenn zuvor keiner in derselben Runde Chips auf seine Hand gesetzt hat (bet). Hat jemand allerdings zuvor gebettet, so bleiben einem nur die Optionen call, raise oder fold

Fold – Man möchte nicht den betrag mitgehen der zuvor gesetzt wurde, daher schmeißt man seine Hand weg, man "foldet" sie. Ein Spieler der seine Hand foldet nimmt nicht mehr an dem Spielgeschehen teil und kann nicht mehr den Pot gewinnen. Man sollte folden, wenn man denkt man wird die Hand nicht gewinnen können.

Bet – Chips auf seine Hand setzen. Die anderen Spieler müssen nun entweder callen, raisen oder folden. Sie haben nicht mehr die Möglichkeit zu checken.

Raise – In der aktuellen Runde hat jemand Chips auf seine Hand gesetzt (bet), man erhöht den gesetzten Betrag um noch mehr Chips. Damit zwingt man die verbleibenden Spieler genauso viel zu zahlen wie viel gesetzt wurde. Der ursprüngliche Bettor muss entweder die Differenz callen, folden oder reraisen.

3-Bet – Zu 3-Betten bedeutet die dritte Bet in einer Runde zu machen. Es muss zuvor eine Bet und einen Raise gegeben haben, damit wir 3-betten können.

Cap - Zu Cappen bedeutet die vierte Bet in einer Runde zu machen. Damit ein Cap möglich ist, muss jemand zuvor eine 3-Bet gemacht haben.

Call – Genau den Betrag mitgehen, der dem letzten Bet/Raise Betrag entspricht.

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Phase 1 (Pre-Flop)

Die Starthände werden ausgeteilt – der Dealer gibt im Uhrzeigersinn jedem Spieler zwei Karten. Er beginnt mit dem Small Blind. Die Karten werden verdeckt ausgeteilt.

Nun beginnt die erste von vier Setzrunden – Der Small Blind beginnt in jeder Runde. Er hat in der ersten Runde zunächst keine freie Entscheidung, da er gezwungen wird, einen festgelegten Einsatz zu bringen, eben den Small Blind. Das gleiche gilt für den Big Blind, der Big Blind muss meist den doppelten Small Blind setzten. Diese Bezeichnungen sind also doppeldeutig. Auf der einen Seite beschreiben sie den Einsatz, den sie einbringen müssen, auf der anderen Seite wird so auch die Position der Spieler eindeutig beschrieben. So kommt es vor, dass wenn man von „dem Big Blind“ spricht, häufig der Spieler gemeint ist, der auf der Position des Big Blind´s sitzt.
Der nachfolgende Spieler (Spieler 3) beginnt und hat die Optionen „Fold“, „Call“ oder „Raise“. Alle weiteren Spieler haben die gleichen Optionen und sind der Reihe nach -im Uhrzeigersinn- am Zug. Der Big Blind schließt die Runde ab, darf sich somit Pre-Flop als letzter entscheiden.

In unserer Beispielhand foldet Spieler 3, Spieler 4 callt, die nachfolgenden zwei Spieler folden, Spieler 7 callt und zwei weitere Spieler folden.
Nun sind wir am Zug. Wir entschließen uns mit Q T (Queen,Ten) auf dem Dealer Button zu callen. Der Small blind foldet, und der Big Blind checkt. Er hat ja bereits mit seinem gezwungenen Mindesteinsatz, dem Big Blind, genau soviel gezahlt, wie die anderen Spieler in der Hand. Es sind also vier Spieler in der Hand verblieben, die alle Pre-Flop gleich viel Chips gezahlt haben und somit den Flop sehen werden.

 

Die kleinen Karten, zu sehen bei Spieler 1 und 3 und vielen weiteren, sollen anzeigen, dass diese Spieler ihre Hand weggelegt haben (Fold). Sie sind also nicht mehr am Spielgeschehen beteiligt.
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Phase 2(Flop)

Der Flop wird aufgedeckt – der Dealer legt drei Karten offen in die Mitte des Tisches. In unserer Beispielhand ist es der Herz-König, die Herz-Neun und die Kreuz-Vier. Dies sind die ersten drei Community Cards und bilden somit den Flop. Nun können wir das erste Mal unsere Starthand mit dem Board kombinieren. Wir können jetzt erstmals einschätzen, wie stark unsere Hand ist. Die zweite Setzrunde beginnt – Wieder ist der Small Blind als erstes am Zug, gefolgt vom Big Blind, und allen weiteren verbleibenden Spielern im Uhrzeigersinn. In der Beispielhand entscheiden sich alle Spieler, angefangen beim Big Blind, für einen „Check“. Wir sind als letztes dran und checken ebenfalls, da wir im Moment nur High Card King haben. Wir hoffen, dass wir am Turn ein Paar treffen oder ein Bube fällt, der uns eine Strasse geben würde. Vier Spieler sehen den Turn.

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Phase 3 (Turn)

Die vierte Community Card, der Turn, wird aufgedeckt- Es wird eine weitere Karte vom Dealer in die Mitte gelegt, in unserer Beispielhand der Kreuz-Bube (engl. Jack=J). Insgesamt liegen nun vier Community Cards offen in der Mitte des Tisches.

Die dritte Setzrunde beginnt – Wieder ist der Small Blind als erstes am Zug, gefolgt vom Big Blind, und allen weiteren verbleibenden Spielern im Uhrzeigersinn.
In unserem Fall ist der Big Blind (Spieler 2) als erstes dran. Er checkt, Spieler 4 entscheidet sich für eine Bet, der nächste Spieler im Uhrzeigersinn, Spieler 7 callt die Bet. Wir haben unseren Straight getroffen. Unser Straight bildet die momentan bestmögliche Kombination aus fünf Karten. Daher entscheiden wir uns für einen Raise. Bis hierhin ist dies auf dem Bild sichtbar.

Weiterer Verlauf der Hand: Spieler 2 müsste 4$ auf einmal callen, wenn er in der Hand bleiben möchte, dies ist ihm allerdings zu teuer und er foldet seine Hand. Spieler 4 foldet ebenfalls, obwohl er sich zuvor am Turn für eine Bet entschieden hatte. Spieler 7 hat bereits 2$ bezahlt, da er ja schon die Bet von Spieler 4 zuvor callte. Spieler 7 entscheidet sich erneut für einen call. Es sehen nur noch zwei Spieler die nächste Karte, den River.
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Phase 4 (River)

Die letzte Community Card, der River wird aufgedeckt - In unserer Beispielhand die Karo-Zwei. Es liegen nun insgesamt fünf Community Cards offen in der Mitte des Tisches.

Die vierte und somit letzte Setzrunde beginnt - Wieder ist der Small Blind als erstes am Zug, gefolgt vom Big Blind, und allen weiteren verbleibenden Spielern im Uhrzeigersinn. Da Spieler 2 und Spieler 4 auf dem Turn gefoldet haben und somit nicht mehr im Spiel sind, ist Spieler 7 als erstes dran. Er entscheidet sich zu checken. Da die letzte Karte nichts an der Stärke unserer Hand geändert hat und wir immer noch das best mögliche Blatt halten, entscheiden wir uns für eine Bet.

Weiterer Verlauf der Hand: Spieler 7 entscheidet sich dafür, unsere Bet zu callen. Nach dem Call von Spieler 7 sind keine weiteren Aktionen mehr möglich. Die Hand ist somit zu Ende und es kommt zum Showdown (dem Aufdecken der Karten beider Spieler). Unser Gegner zeigt uns J 8 , und damit ein Paar Buben. Wir gewinnen den Pot mit unserem Straight.