Gemischte Hände - Turnplay IP & Bet/Call Turn mit Outs/als Info-Line
Einleitung |
von arschholio |
Diese Woche werde ich euch zwei verschiedene Hände vorstellen. In Hand 1 wird es nochmal um Turnplay in Position gehen, um euer Wissen der letzten beiden Wochen zu festigen. In Hand 2 geht es um einen Turn Move Out of Position gegen einen TAG.
Hand 1
Turnplay In Position
Hier geht es nochmal hauptsächlich um das Thema der letzten beiden Wochen, das Turnplay In Position, wenn zu einem hingecheckt wird.
Außerdem behandelt die erste Hand einen Spot, der zwar nicht oft, aber immer mal wieder vorkommt: Der Preflop3-better checkt am Flop zu einem einem hin.
Preflop: Hero is BU with K
3 folds, Hero raises, SB 3-bets, BB folds, Hero calls.
Flop: (7.00 SB) 2


SB checks, Hero bets, SB raises, Hero calls.
Turn: (5.50 BB) 5
SB checks, Hero checks.
River: (5.50 BB) 9
SB bets, Hero calls.
Final Pot: 7.50 BB
Hero eröffnet nach ORC mit K7s vom Button und wird vom bisher unbekannten Small Blind ge3-bettet.
Der Flop könnte schlechter sein, mit dem Middle Pair hat Hero oft die beste Hand und andernfalls oft noch reichlich Redraw Outs, wenn der Gegner eine bessere Hand hat.
Völlig unerwartet checkt der Preflopaggressor am Flop. Was sind seine wahrscheinlichen Holdings?
Die lassen sich hier in der Regel in 3 Kategorien einteilen:
- a) A-High. Manche Gegner haben mit marginalen Händen mit Show Down Value, also z.B. A-High, Angst geraist zu werden und ziehen es vor, so billig wie möglich zum Showdown zu kommen, also drei Mal c/c zu spielen.
- b) Gute Madehand - Monster. Manche Gegner checken OOP ihre guten Madehands (hier z.B. ein Overpair) oder besonders ihre Monster, weil sie glauben so mehr Value zu bekommen. Ihr Plan für die Hand ist es, entweder den Flop zu check/raisen oder den Turn (dass diese Spielweise völlig daneben ist, muss ich wohl nicht näher erläutern).
- c) Trash. Manche Gegner sind on Tilt oder haben einen akuten FPS (Fancy Play Syndrom)-Anfall und wollen so komische Moves wie möglich ausfahren, weil sie glauben so ihre Fold Equity zu maximieren.
Was folgt daraus für unsere Spielweise?
Wenn wir keinen besseren Read haben, müssen wir uns hier erstmal vorne sehen und sollten for Value betten, an Flop, Turn und River. Hier kommt hinzu, dass uns ein check/raise auf irgendeiner Street nicht übermäßig schmerzt, weil wir noch viele Outs haben, wenn wir gegen eine bessere Hand spielen.
Nachdem der Gegner unsere Bet geraist hat, ändert sich die Situation stark: Hände der Kategorie a) fallen jetzt weitestgehend raus. Villain hat hier sehr oft eine starke Madehand (Mindestens Top Pair) und manchmal Trash.
Deshalb wäre es hier falsch, auf irgendeiner Street mehr Action zu machen.
Man sollte versuchen, billig zu drawen, bzw. billig zum SD zu kommen, weil der Gegner eben fast nie eine schwächere Madehand hat, mit der er uns auf weitere Raises auszahlt, sondern entweder eine bessere Hand hat, gegen die unsere EQ <50% ist, oder Air hat, das wir nicht zum folden bringen wollen, zumal wir ihm durch den Flushdraw Outs wegnehmen.
Daraus resultiert auch das richtige Play in der neu entstandenen Situation am Turn: Check Behind.
Seine erneuter Check hier wird sehr oft ein weiterer Check/Raise-Versuch sein, den wir hier nicht sehen wollen. Besonders bietet sich hier der Check an, weil der Gegner, falls er wirklich hinten liegen sollte, nur wenige Outs gegen uns hat. Durch den Flushdraw (und manchmal den King) nehmen wir ihm Outs weg.
Tipp: Geh die Fragen aus den letzten beiden Lehrreichen Beispielhänden (45 und 46) durch und frage dich, was hier für eine Bet und was dagegen spricht.
Am River muss man natürlich für 1:6.5 callen.
Hand 2
Bet/Call Turn mit Outs und als Info-Line
Villain: TAG
Preflop: Hero is BB with 3
3 folds, CO raises, SB folds, Hero calls.
Flop: (4.50 SB) 7


Hero checks, CO bets, Hero raises, CO calls.
Turn: (4.25 BB) T
Hero bets, CO raises, Hero calls.
River: (8.25 BB) 5
Hero checks, CO checks.
Final Pot: 8.25 BB
Results follow (highlight to see):
Hero shows [ 3c, 3d ] Two Pair, Threes and Sevens
BU shows [ Ac, 9s ] a pair of Sevens
Hero wins 8.25 BB with Two Pair, Threes and Sevens
Hier defendet Hero den Big Blind mit Pocket Dreiern.
Das Board ist nicht schlecht mit nur einer Facecard und einem Pair. Paired Boards werden vom Gegner seltener getroffen, also Boards mit 3 verschiedenen Karten. Hier haben wir gegen eine CO Opening Range oft die beste Hand und sollten diese daher protecten und for Value spielen.
Wir haben hier immer 6 Outs gegen uns stehen und eine gute Chance von A-High downgecallt zu werden, da uns auf einem paired Board, das auch noch Draws bietet, wenig Credit für eine gute Hand gegeben wird.
Die optimale Spielweise ist daher Check/Raise Flop, Bet Turn.
Am Turn kommt eine weiteres Kreuz und die Bet wird geraist.
Hier muss Hero unbedingt callen, dies aus 2 Gründen, wovon der erste recht offensichtlich ist, der zweite aber wichtig zu verstehen ist.
1. Hero hat gegen die meisten besseren Hände viele Outs.
Nach dem Raise kriegen wir 1:7.25 auf unseren Call, dafür bräuchten wir ca. 5.5 Outs. Wíeviele Outs kann man sich hier geben?
Gegen einen Flush: 4 Outs.
Gegen ein Pair/Trips ohne FlushDraw (z.b. AA): 11 Outs
Gegen ein Pair mit Flushdraw: 2 Outs
Wie man sieht, hat man gegen genug Hände aus Villains Range hier Outs, so dass der Call aufgrund dessen schon gerechtfertigt wäre. Es kommt aber noch ein andere wichtiger Punkt ins Spiel:
2. Hero kann die beste Hand haben und für 1 Bet den Pott UI gewinnen.
Der Gegner kann hier nämlich ohne weiteres auf einem Semibluff/FreeSD Raise mit einem Flushdraw sein. Der A oder K high Flushdraw kommt dafür in Frage, außerdem sind hier 4 Hände möglich, die einen MonsterDraw haben(Gutshot und Flushdraw): AK, AQ, A9, A8. Da er mit so einer Hand nur minimale Fold Equity braucht, wird der Gegner geneigt sein, diese Hände am Turn zu raisen.
Da er damit aber auch Show Down Value hat, wird er dann am River sehr oft behind checken und wir nehmen den dann >8BB großen Pott für das Investment von 1 Bet mit.