Hohe Pocket Pairs
Einleitung |
von Metzga25 |
Diese Woche geht es um das Thema "Hohe Pocket Pairs". Also Paare wie AA, KK, QQ, die unser Hero direkt schon vor dem Flop bekommt. Für viele Einsteiger sind diese Hände natürlich relativ einfach zu spielen, da man schon eine gute Hand vor dem Flop hat und hier immer erhöhen sollte (Preflop kann man also schon keinen Fehler machen). Dennoch kann man Postflop Fehler machen, indem man mit den starken Händen zu wenig Geld generiert oder sich von diesen schönen Händen nicht trennen kann (obwohl man offensichtlich geschlagen ist).
HAND 1
Preflop: Hero is BU with A
UTG folds, UTG+1 raises, 5 folds, Hero 3-bets, 2 folds, UTG+1 caps, Hero calls.
Flop: (9.40 SB) 3


UTG+1 bets, Hero raises, UTG+1 3-bets, Hero calls.
Turn: (7.70 BB) 7
UTG+1 bets, Hero raises, UTG+1 3-bets, Hero caps, UTG+1 calls.
River: (15.70 BB) J
UTG+1 checks, Hero bets, UTG+1 calls.
Final Pot: 17.70 BB
Vor dem Flop bekommen wir von einem aggressiven TAG (eventuell auch von PS.de) eine Erhöhung und wir erhöhen natürlich noch einmal. Nach der finalen Erhöhung aus früher Position können wir unseren Gegner ziemlich sicher auf AK, TT-AA setzen.
Am Flop entscheiden wir uns direkt für eine Erhöhung in der Hoffnung, dass wir von einem Überpaar, wie TT-KK, eine erneute Erhöhung bekommen, um dann, wie hier am Turn, erneut zu erhöhen und damit eine Small Bet mehr zu bekommen.
Am Turn erhöhen wir wie geplant erneut und bekommen erneut direkt die 3-Bet. Viele Einsteiger würden jetzt aus Angst vor einer 3 oder einem Full-House nur noch passiv weiterspielen. Unser Gegner ist jedoch sehr solide und wird aus dieser Position keine Hand mit einer 3 erhöhen und auch nicht 77 cappen. Er hat hier meist QQ,KK oder AA. Gegen AA haben wir einen Splitpot, gegen die anderen beiden möglichen Hände liegen wir jedoch vorne und können for Value cappen. Anmerkung: Dieses aggressive Spiel mit einem Overpair können wir aber nur machen, weil wir unseren soliden Gegner anhand der Position sehr präzise auf eine Hand setzen können.
Am River kommt der J und JJ hat uns nun geschlagen, QQ-AA ist aber wahrscheinlicher und wird uns ausbezahlen. Daher haben wir eine Valuebet.
Variante: Wie ändert sich unser Spiel wenn am Turn der K 
Auch hier sollten wir erneut den Turn raisen, da wir gegen TT-QQ vorne liegen und bei dem großen Pot meist noch Calldowns von diesen Händen bekommen. Auf eine 3-Bet haben wir aber nur noch einen Crying Calldown. TT-QQ wird wohl kaum 3-betten und ein Drillinge Könige ist durchaus wahrscheinlich. In diesem Fall sollte Hero also nicht mehr cappen. Calldown muss aber sein, da unser Gegner ab und an auch AA hat oder evtl AK so spielt.
HAND 2
Preflop: Hero is SB with K
UTG folds, UTG+1 raises, 6 folds, Hero 3-bets, BB folds, UTG+1 calls.
Flop: (7.00 SB) 5


Hero bets, UTG+1 raises, Hero 3-bets, UTG+1 calls.
Turn: (6.50 BB) 2
Hero bets, UTG+1 calls.
River: (8.50 BB) A
Hero bets, UTG+1 calls.
Final Pot: 10.50 BB
Auch in der zweiten Hand spielen wir gegen einen soliden guten TAG (siehe Hand 1) und bekommen eine Erhöhung aus früher Position. Mit KK erhöhen wir natürlich nochmal im Small Blind.
Der Flop ist gut für Hero. Wir halten eine Überpaar und machen unsere Folgebet. Wir bekommen direkt eine Erhöhung von dem TAG und spielen die Standardline 3-Bet Flop mit unserer starken Hand, da wir keine Position haben, unser Gegner keine Freecard am Turn nehmen soll und wir so weiter die Initiative behalten können. (Anmerkung: Gegen aggressive Gegner, die zuoft am Flop direkt erhöhen und auf jedem Turn erneut setzen, kann man den Erhöhung auch mal im Headsup nur mitgehen, um den Turn zu check/raisen).
Am Turn kommt mit der 2 eine weitere Blank, die jedoch einen weiteren Flushdraw ermöglicht. Hier sollten wir natürlich erneut setzen. Wir geben so Draws keine freie Karte und kleine Paare wie 77-TT werden uns eh ausbezahlen.
Am River kommt das Ass. Einsteiger tendieren hier oft dazu am River zu schieben, weil sie Angst vor einer Erhöhung haben. Man sollte hier aber eine Valuebet platzieren. Unser Gegner ist solide und wird meist kein Ass haben. A6 und A5, womit er am Flop ein Paar gemacht hätte, wird er Preflop aus dieser Position meist nicht erhöhen und Hände wie A9s-AQs, mit welchen er am Flop zum Beispiel einen Flushdraw hat, wird er auch meist so nicht spielen, da er wissen sollte, dass er auf diesem Flop keine bessere Hand zum folden bringt und auch nicht so häufig die freie Karte bekommt. Wir können unseren Gegner also sehr häufig auf ein kleines Paar setzen, das uns eventuell noch ausbezahlen wird, da doch einige Draws möglich waren. Wenn wir schieben wird unser solider Gegner nie als Bluff setzen und sich mit den Paaren einen Freeshowdown nehmen, da er weiß, dass wir hier sogut wie nie check/folden.
Fazit: Vor allem gegen solide Gegner sollten wir auch die Position miteinbeziehen, um unseren Gegner möglichst auf eine Handrange (Handgruppe) zu setzen: Dann können wir mit unseren starken Händen oft optimal gegen solche Gegner spielen.
HAND 3
Preflop: Hero is MP2 with Q
2 folds, UTG+2 raises, MP1 folds, Hero 3-bets, 3 folds, SB caps, BB calls, UTG+2 calls, Hero calls.
Flop: (16.00 SB) T


SB checks, BB bets, UTG+2 raises, Hero 3-bets, SB calls, BB caps, UTG+2 calls, Hero calls, SB calls.
Turn: (16.00 BB) J
SB bets, BB raises, 2 folds, SB calls.
River: (20.00 BB) A
SB checks, BB bets, SB calls.
Final Pot: 22.00 BB
Zum Schluss noch eine Standardsituation, bei der man sich von einem starken Überpaar auch mal trennen muss. Viele Anfänger bleiben jedoch oft zu lange dabei und können sich von ihren Premiumhänden nicht trennen, obwohl es offensichtlich ist, dass man geschlagen ist.
Preflop 3betten wir natürlich unsere QQ und bekommen den CAP.
Am Flop halten wir immerhin ein Überpaar und können, trotz Bet und Raise, hier 3betten. Der Pot ist groß und es lohnt sich darum zu kämpfen und vor allem können wir hier auch noch die beste Hand halten. Der Big Blind kann hier einen Draw anspielen oder auch nur Toppaar oder JJ, der Spieler, der erhöht hat, kann ebenfalls JJ, AT oder einen Draw raisen. Es gibt also noch einige Hände, gegen die wir vorne liegen. Wir sollten daher nochmal erhöhen, um den Capper zum passen zu bringen, der oft AK und somit viele Outs hat. Nach dem CAP spielen wir oft gegen eine bessere Hand, der Pot ist jedoch so groß, dass wir auf alle Fälle nochmal mitgehen müssen.
Am Turn sollte Hero, nach dem Einsatz und der erneuten Erhöhung, direkt aussteigen. Man ist nun gegen den Flush hinten und auch JJ schlägt uns. Hero ist hier quasi nie vorne und sollte, obwohl er ein Überpaar hat, bei dieser Action passen. ("Never get married to Queens" - "Heirate niemals Königinnen" 😉 )