Suited Connectors Teil 2 - Preflop
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Suited Connectors Teil 2 - Preflop
von MiiWiin
Letztes Mal haben wir uns mit den Stärken und Schwächen von suited Connectors beschäftigt. Zudem haben wir uns vor Augen geführt, welche guten Draws wir aufgreifen können, welche Draws aber gefährlich für uns sein können, da wir nicht unbedingt viele saubere Outs haben. Nun wollen wir uns anschauen, welche Möglichkeiten wir besitzen, die suited Connectors preflop zu spielen. Wir achten dabei auf die Action vor uns, sowie die eventuell noch zu erwartende Action nach uns. Nächstes Mal beschäftigen wir uns abschließend mit dem Postflopplay.
Wir sind first in
Die Vorteile der suited Connectors haben wir letztes Mal ausgiebig diskutiert. Sie haben eine recht gute Playability und sollten demnach natürlich so häufig wie möglich gespielt werden. Zudem haben wir festgestellt, dass es sich lohnt, diese Hände ebenso aggressiv zu spielen wie Monster-Hände. Neben der Deception können wir häufig genug den Pot unimproved mitnehmen und werden bei einem Hit meist recht gut ausbezahlt.
Diese aggressive Spielweise sollte natürlich preflop anfangen, sprich ein Openlimp kommt auch mit diesen Händen nicht in Frage (wie auch mit keiner anderen).
Eine Openraising-Range ist recht schwer anzugeben, da sie wie immer abhängig von unseren Gegnern ist. Festgestellt hatten wir, dass die optimalen suited Connectors bei 54s beginnen und bei JTs enden (sofern wir nur ihre Möglichkeiten bewerten, mit optimaler Wahrscheinlichkeit einen Draw am Flop aufzugreifen. QJs+ hat andere Vorzüge).
Wie meistens ist es für uns von großem Vorteil, wenn wir solch eine Hand in Position spielen können. Dementsprechend können wir aus UTG etwas vom Gas gehen und solche Hände ruhig folden. Ab middle Position sollte man anfangen, aggressiv zu spielen, wobei man hier durchaus noch nach der direkten Stärke der suited Connectors unterscheiden kann. JTs hat natürlich eine höhere Equity als 54s. Dennoch ist es nicht verkehrt, auch mit 54s aus middle Position zu raisen.
Ab Cutoff sollte es ein Pflicht-First-In-Raise sein. Die Foldequity nimmt weiterhin zu, sowie die Wahrscheinlichkeit, nicht allzu viele Gegner postflop anzutreffen und natürlich in Position agieren zu können. Ab hier kann man an relativ tighten Tischen auch die suited One-Gappers (64s+) mit ins Programm nehmen.
Vor uns hat jemand gelimpt
Sollten vor uns bereits Spieler durch einen Limp in die Hand eingestiegen sein, bietet sich ein genauer Blick auf eben diese Spieler an. Da man grundsätzlich von einem Openlimp an einem Shorthanded-Tisch abrät, ist dieser Gegner entweder sehr loose (Typ Callingstation) oder allgemein sehr passiv (kann auch ein Rock sein bzw. ein teils zu weaker Spieler).
Wir haben bereits festgestellt, dass das Raisen mit suited Connectors zu unserem Gesamtspiel (Deception) dazugehört, wir mit ihnen aber nicht allzu häufig treffen werden. Wir müssen uns also eine gewisse Foldequity versprechen, sei dies nun preflop oder durch einen erwarteten Fold auf die Continuation-Bet am Flop. Dem entgegen stehen natürlich die implied Odds. Gegen recht schwache und loose Gegner, die sich ungerne von ihren mittelstarken Händen trennen, können wir im Falle eines Hits natürlich wesentlich besser ausbezahlt werden als von sehr tighten Spieler, die nur mit Pocket Pairs limp/callen und ausschließlich bei Hit ihrer starken Hand Action machen. Hierbei darf man zudem nicht vergessen, dass unsere Equity mit einem Flushdraw oder selbst mit einem Flush am Flop gegen ein Set nicht allzu gut ist.
Was tun wir also bei Limpern vor uns? Sofern nur ein Limper in die Hand eingestiegen ist, empfiehlt sich spätestens ab dem Cutoff dennoch ein Raise. In middle Position kann man schon eher über einen Fold nachdenken, da die Wahrscheinlichkeit insgesamt geringer wird, postflop in Position agieren zu können. Unsere absolute Position wird natürlich am Cutoff besser und ist vom Button aus optimal. Hier wollen wir unseren Gegner isolieren, um am Flop durch eine Contibet die maximal erreichbare Foldequity erzielen zu können.
Haben wir nun zwei sehr loose Spieler am Tisch, auf die wir Position haben, und beide haben bereits gelimpt, so kommt auch für uns ein Limp in Betracht. Die Foldequity fällt preflop natürlich rapide dadurch ab, dass mehrere Spieler in den Pot eingestiegen sind, denen wir auch zutrauen, auf unser Raise hin zu callen. Sollten wir mitlimpen, so haben wir am Flop einen Multiway-Pot zu erwarten, in dem wir uns mit einer drawing Hand in Position befinden würden. Berücksichtigen wir dazu noch, dass die beiden Limper insgesamt sehr loose und callfreudig sind, so können wir auch erwarten, postflop in Position noch einiges an Value extrahieren zu können, sollten wir denn treffen. Ohne jeglichen Hit müssten wir natürlich direkt auf check/fold umschalten.
Hier haben wir die Grenze, wo ein Call einen höheren Erwartungswert bekommt als ein Raise. Ausnahmen ergeben sich jedoch, sollten in den Blinds sehr aggressive Spieler sitzen, die gerne raisen, auch wenn vor ihnen schon viele Spieler in die Hand eingestiegen sind. In diesem Fall wird ein Raise wieder profitabler, da diese Spieler so häufig raisen werden, dass die für uns profitable Multiway-Situation selten entstehen wird. Gehen wir davon aus, dass das Raise aus den Blinds von den loosen Spieler recht häufig gecallt wird, so bekommen auch wir meist gute Odds und könnten sogar das Raise in Position callen. Sollte dies aber vorauszusehen sein, sind wir in einem raised Pot natürlich lieber selber der Preflop-Aggressor und sollten deswegen selbst raisen.
Vor uns hat jemand geraist
Natürlich kommt es auch häufig genug vor, dass vor uns geraist wird und wir mit einem guten suited Connector eine gar nicht so einfache Entscheidung haben.
Sollte es vor uns nur ein Raise geben, so ist ein direkter Fold selten verkehrt. Dies gilt vor allem für das Spiel aus den Blinds, da wir im Heads-up out of Position nur sehr ungerne unseren Draw spielen. In Position käme ein Call eher in Frage. Dafür wäre es jedoch ideal, wenn nach dem Raise bereits ein Coldcall vorliegen würde und wir wieder unsere profitable Multiwaypot-Aussicht hätten.
Sollten wir ein Raise direkt coldcallen, haben wir nämlich eine ähnliche Problematik zu erwarten wie beim Mitlimpen. Aggressive Gegner hinter uns werden recht häufig squeezen, somit müssten wir die Hand aufgeben. Können wir dies häufig genug erahnen, so wird ein Coldcall immer verlustreicher.
Dadurch ergibt sich natürlich die dritte Möglichkeit, nämlich zu 3-betten. Mit einer 3-Bet balancen wir unsere starken Hände, haben sicherlich eine recht hohe Foldequity und können natürlich in einem reraised Pot bei Hit sehr gut ausbezahlt werden. Wir müssen hier nur ganz genau auf die Gegner achten. Gegen sehr loose Spieler die 3-bets nahezu immer callen und auch am Flop zu selten aufgeben, wird auch das auf Dauer nicht profitabel sein, denn, wie erwähnt, treffen wir einfach zu selten. Ideal hierfür sind eher tighte Gegner, bei denen es sich ohnehin eher anbietet, mit drawing Hands zu 3-betten als beispielsweise mit AJo.
Beispiele
PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)
Stacks & Stats
BU ($25) (22/16/3.0/23/512) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
MP ($25)
UTG ($25) (40/8/1.0/29/780) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BB ($25)
SB ($25)
Hero ($25)
Preflop: Hero is CO with 6

UTG calls $0.25, 1 fold, Hero raises to $1.25,...
Eine der einfachsten Situationen. Wir haben mit 67s einen guten suited Connector, den wir gerne spielen würden. UTG hat gelimpt, so wie er es meistens tut. Wir haben bereits beobachtet, dass er nicht jedes Raise callt, sondern häufig limp/foldet. Demnach versprechen wir uns eine gewisse Foldequity. Am Button spielt jedoch ein recht aggressiver Spieler. Sollten wir nun ebenso mitlimpen, wird er häufig in absoluter Position raisen und wir müssten unsere Hand meistens aufgeben. Dem entsprechend ist ein Raise hier empfehlenswert.
PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)
Stacks & Stats
BU ($25)
MP ($25) (13/9/2.4/25/455) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
UTG ($25) (40/8/1.0/29/780) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
BB ($25)
SB ($25)
Hero ($25)
Preflop: Hero is CO with 6

UTG calls $0.25, MP calls $0.25, Hero calls $0.25,...
In diesem Beispiel sieht es nun etwas anders aus. Vor uns sind bereits zwei Spieler eingestiegen, was unsere Foldequity preflop doch stark nach unten drückt. Neben dem loosen UTG-Spieler hat nun auch der recht tighte Spieler aus middle Position gelimpt. Häufig macht er dies mit Pocketpairs (evtl. drawing Hands) und spielt limp/call, so dass wir uns noch wesentlich weniger Foldequity geben können. Ab und an spielt er seine Monster so, recht selten wird er limp/folden. Die Gegner hinter uns sind diesmal unknown, wir müssen also kein Raise erwarten. Einem unbekannten Gegner muss man nach drei Limpern nicht zwanghaft ein Raise zutrauen. Wir entscheiden uns als dafür mitzulimpen und möglichst in einem großen Multiwaypot in Position agieren zu können.
PartyPoker $25 NL Hold'em (6 handed)
Stacks & Stats
BU ($25)
MP ($25) (17/13/2.1/22/445) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
UTG ($25)
BB ($25) (25/21/3.2/24/722) [VPIP/PFR/AF/WTS/Hands]
SB ($25)
Hero ($25)
Preflop: Hero is CO with 6

1 fold, MP raises to $1.00, Hero raises to $3.25,...
Eine Situation, wie sich recht häufig vorkommt. Der Spieler aus middle Position raist und wir halten unseren suited Connector, ohne eine Ahnung zu haben, was nun der ideale Spielzug ist.
Natürlich haben wir immer drei Möglichkeiten. Wie bereits erwähnt, macht man in solchen Situationen mit einem Fold nicht viel verkehrt. Wir ersparen uns Ärger im Postflopplay und müssen nicht auf waghalsige Bluffs zurückgreifen, sollten wir nichts treffen.
Ein Call käme gegen sehr tighte Gegner aufgrund der implied Odds in Frage, jedoch schätzen wir den 17/13-TAG-Player nicht als sonderlich passiv ein, sondern durchaus als regulär. Ein Call hätte dementsprechend keinen sonderlich hohen Erwartungswert. Zudem haben wir das Problem, dass im Big Blind ein sehr aggressiver Spieler sitzt, der im Falle eines Coldcalls unsererseits recht häufig dazu neigen wird, zu squeezen. Daraufhin müssten wir den Pot ohnehin aufgeben. Ein Call kommt für uns also eher nicht in Betracht.
Bleibt Option Nummer drei: die 3-Bet. Bei einer 3-Bet haben wir die erwähnten Vorteile zu erwarten. Wir haben gegen den TAG wohl ein gutes Maß an Foldequity, können postflop in Position spielen und auf vielen geeigneten Boards contibetten und haben natürlich immer noch die Möglichkeit, unseren Draw zu treffen. Der Big blind wird wohl nahezu niemals bluff-4-betten, so dass wir auch hier nicht viel zu befürchten haben.
Jedoch sollte man mit solchen 3-Bets vorsichtig sein und sie in Abhängigkeit des eigenen Images wählen. Ist man als sehr tighter Spieler bislang in Erscheinung getreten, so bietet sich diese 3-Bet an. Haben wir aber bereits vorher sehr loose gespielt und einiges an Credit verbraucht, so dass wir hier zu häufig mit Calls oder sogar mit lighten 4-Bets rechnen müssen, sollten wir darauf lieber verzichten und solche Hände einfach folden.
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Heute haben wir uns mit dem Preflopplay von suited Connectors beschäftigt und gezeigt, welche Gedanken wir uns machen sollten, wenn wir eine solche Hand spielen wollen. Wichtig ist es immer, sich zu überlegen, gegen wen man spielt und was man postflop von diesen Gegnern zu erwarten hat. Foldequity sowie mögliche implied Odds sollte man stets berücksichtigen. Wie in Beispiel 3 gezeigt, eignen sich solche Hände auch wunderbar, um seine Hände zu balancen und auf Deception zu achten. Eine 3-Bet mit einem suited Connector ist meistens besser als eine 3-Bet mit einer potenziell dominierten Hand wie beispielsweise KJo. Sollte man als tight aufgefallen sein oder bislang carddead gewesen sein, so kann mit solchen Händen wunderbar Action anstreben. War man bislang recht aggressiv, so kann man hier eher einen Fold finden. Nächstes Mal beschäftigen wir uns damit, wie wir postflop unsere Draws spielen. Besprochen haben wir bereits, welche Arten von Draws es gibt. Nun wollen wir uns aber anschauen, wie wir eben diese in Abhängigkeit der (Anzahl) der Gegner, der Position und des Boards spielen können und ob sich Aggressivität auch hier jedes Mal bezahlt macht. |