To Bet or not To Bet (4)
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To Bet or not To Bet (4)
von MiiWiin
Heute geht es um mögliche Lines nach einem Checkbehind deinerseits am Flop. Zudem werden Spots betrachtet, in denen du mal nicht Air oder Nuts hältst, sondern eine marginale Hand.
Angerissen wird zudem, wie du out of Position agieren kannst.
Übersicht:
- Was sind trockene Boards?
- Exkurs zu Gegner/Stats
- Welche Problematiken herrschen dort?
- Balancing/Deception
- Wann solltest du betten, wann nicht?
- Wie kannst du bluffen?
- Wie kannst du maximalen Value extrahieren?
- Das Way ahead - Way behind - Prinzip
- Turn- und Riverplay nach einer Bet am Flop
- Turn- und Riverplay nach einem Check am Flop
- Marginale Holdings
- Wie spielst du out of Position
- Wie spielst du als Preflopaggressor?
- Multiway Pots
- 3-bettet Pots
- Was passiert, wenn Villain bettet?
Turn- und Riverplay nach einem Check am Flop
Mit einem Check am Flop spielst du die Line, die nach bisheriger Analyse keine großen Fehler beinhalten kann. Die Frage ist nur: Was passiert am Turn?
Unabhängig von deiner Hand gibt es selbstverständlich zwei Szenarios: Entweder dein Gegner bettet oder er checkt erneut.
$25 NL Hold'em (6 handed) HandRecorder v0.9b
Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25)
Preflop: Hero is BU with XX
UTG raises $0.75, 2 folds, Hero calls $0.75, 2 folds
Flop: ($1.85) (2 players)
UTG checks, Hero checks
Turn: ($1.85) (2 players)
UTG bets $1.35, Hero...
In Teil 2 gab es ein ähnliches Beispiel, der Gegner scheint nun light zu valuebetten. Eigentlich möchte er den Pot klein halten, aber er traut dir marginale Calls zu.
Als Bluff wurde hier ein Raise in Aussicht gestellt, da es den Plan deines Gegners, nämlich den Pot out of Position klein zu halten, zunichtemacht.
Aber gibt es Alternativen? Und wie spielst du hier eine starke Hand?
Diese Fragen sind in jedem Spot elementar. Sollte dich jemand fragen: „Wie kann ich in diesem Spot bluffen?“, kannst du jederzeit antworten: „Denke dir einfach, du hältst die Nuts und spiele es genauso.“
Nur hast du in diesem Spot das Problem, Lines für Bluffs und Value überdenken zu müssen.
Die Lösung dafür kannst du dir aber selbst herbeiführen. So wie du deine Bluffs spielst, so solltest du auch for Value spielen.
$25 NL Hold'em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25)
Preflop: Hero is BU with
UTG raises $0.75, 2 folds, Hero calls $0.75, 2 folds
Flop: ($1.85) (2 players)
UTG checks, Hero checks
Turn: ($1.85) (2 players)
UTG bets $1.35, Hero...
Hast du dich für den Checkbehind am Flop entschieden, so erzeugt ein Raise am Turn sehr viel Foldequity. Für den Bluff mag das gut sein, aber mit einer starken Hand möchtest du das nicht.
Wie kannst du aber Bluffs raisen und mit einer sehr starken Hand nur callen? Ist das auffällig?
Es wäre auffällig, wenn dein Gegner darauf achtet und du Balancing als notwendig ansiehst. Die Lösung wäre: Entweder du raist hier auch mal starke Hände oder aber du callst auch deine Bluffs nur am Turn.
$25 NL Hold'em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25)
Preflop: Hero is BU with XX
UTG raises $0.75, 2 folds, Hero calls $0.75, 2 folds
Flop: ($1.85) (2 players)
UTG checks, Hero checks
Turn: ($1.85) (2 players)
UTG bets $1.35, Hero calls $1.35
River: ($3.55) 
UTG bets $2.50, Hero raises $7.50, UTG...
Die Hand ist durchaus so spielbar. Die Line wird UTG nicht zusagen, außer er trappt mit den Nuts. Deinerseits hast du jedoch zwei wichtige Aspekte erfüllt:
- Mit Bluffs erzeugst du sehr viel Foldequity.
- Mit starken Händen holst du gegen schwache Hände eventuell das Maximum heraus.
Zudem macht die Line durchaus Sinn, während ein direktes Turnraise eher inkonsequent wäre (passt nicht zum passiven Check am Flop).
$25 NL Hold'em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25)
Preflop: Hero is BU with XX
UTG raises $0.75, 2 folds, Hero calls $0.75, 2 folds
Flop: ($1.85) (2 players)
UTG checks, Hero checks
Turn: ($1.85) (2 players)
UTG checks, Hero...
In diesem Spot bleibt dir nichts anderes übrig, als zu betten. Solltest du eine starke Hand halten, ist eine Valuebet jetzt Pflicht. Die Wahrscheinlichkeit fällt, dass du durch einen Checkbehind einen großen Bluff am River erzeugst. Die Bet muss jetzt gesetzt werden. Da du for Value betten musst, solltest du auch deine Bluffs jetzt betten (sofern du überhaupt bluffen möchtest).
Die Konsequenz wäre, den Turn sowie den River zu betten, um einerseits Value zu extrahieren und andererseits Foldequity mit Air zu erzeugen.
Alternativen fehlen, denn die Streets gehen dir aus. Checkst du erneut behind und raist eine mögliche Riverbet, so kannst du nicht wirklich eine überzeugende Line darlegen. Der Bluff wird dir wohl eher selten geglaubt (und dennoch erzeugt ein Riverraise sehr viel Foldequity), aber ob es das maximale Valueplay ist, sei auch dahingestellt.
Es gibt kaum noch Freiraum, um kreativ zu werden, also solltest du am Turn Gas geben und deinen Gegner unter Druck setzen.
Marginale Holdings
Bislang waren die Spots klar unterteilt: Entweder du hältst gar nichts, oder aber du steht mit einer mehr als passablen Hand am Flop.
Doch was ist mit marginalen Händen?
$25 NL Hold'em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25)
CO ($25)
Hero ($25)
SB ($25)
BB ($25)
Preflop: Hero is BU with
UTG raises $0.75, 2 folds, Hero calls $0.75, 2 folds
Flop: ($1.85) (2 players)
UTG checks, Hero...
Schon wird die Sache komplizierter. Bislang war vielleicht der Gedanke prägend: „Wenn ich hier behindchecke, kann ich in den Chat schreiben, dass ich Kx halte und Potcontrol betreibe.“
Du hast aber gesehen, dass dies nicht der Fall sein muss. Weder bist du verpflichtet, Sets zu valuebetten, noch musst du complete Air direkt am Flop bluffen.
Im Gegenteil: Gibt dein Gegner dir eben solche marginalen Hände, so wirst du auf den folgenden Streets eventuell mehr Foldequity mit Bluffs erzielen oder aber besseres Payout mit starken Händen bekommen. Letztlich erreichst du das, was du willst: Dein Gegner tappt im Dunkeln, er spielt out of Position und du kannst hier eine Range halten, die alle möglichen Preflopcalls am Button beinhaltet.
Es mag von Bedeutung sein, ob dein Gegner wirklich so viel mitdenkt, wie du das erwartest. Doch auch hier wirst du keine Probleme bekommen, denn sollte dein Gegner nicht so viel mitdenken, mag er diese Spots und dein Play eventuell anders interpretieren, aber dafür spielst du gegen jemanden, dem du longterm überlegen sein solltest.
Anders formuliert: Bei fünf Callingstations am Tisch kannst du alle Gedanken über Board werfen, dennoch solltest du den Tisch nicht verlassen.
Wie spielst du nun? Die Antwort ist eigentlich klar, du kannst deine gesamte Range ungefähr gleich spielen. Es wurde fest gehalten, dass du Bluffs und Valueplays ähnlich spielen solltest. Somit fallen die marginalen Hände natürlich auch in diese Kategorie.
Zusammenfassend lässt sich Folgendes festhalten:
- Du kannst den Flop betten, wenn du auch mit Bluffs und Nuts bettest.
- Du kannst den Flop checken, wenn du auch mit Bluffs und Nuts checkst.
- Du kannst den Turn callen,...
- Du kannst den Turn raisen,...
- Du kannst den River betten,...
Da du jeweils selbst entscheiden kannst, wie du deine Valueplays aufziehst und ob du überhaupt bluffen möchtest (anhand der von Villain gegebenen Informationen), ist es kaum möglich, in diesen Spots schlecht abzuschneiden.
Du hast deinen Gegner genau da, wo du ihn haben möchtest. Der Hauptgrund dafür liegt aber nicht an deiner Handstärke (die variiert), sondern an der Position. In Position kannst du dich gut ausleben, aber was machst du out of Position?
Out of Position
In raised Pots solltest du so selten wie möglich out of Position spielen. Hast du geraist, so bist du der Preflopaggressor, es gelten daher etwas andere Regeln.
Solltest du den Blind passiv verteidigt haben geht es um folgende Situation:
$25 NL Hold'em (6 handed)
Stacks & Stats
UTG ($25)
MP ($25)
CO ($25)
BU ($25)
SB ($25)
Hero ($25)
Preflop: Hero is BB with XX
UTG raises $0.75, 4 folds, Hero calls $0.75
Flop: ($1.60) (2 players)
Hero checks, UTG checks
Turn: ($1.60) (2 players)
Hero...
In diesen Spots gilt grundsätzlich ähnliches. Dein Gegner wird selten den Flop behindchecken, um am Turn aufzugeben. Du musst davon ausgehen, dass viele deiner Bets an Turn und River gecallt werden.
Hältst du eine gute Hand, ist dies nicht unbedingt ein Problem für dich. Ob du mit Bluffs jedoch sonderlich erfolgreich bist, ist schwer zu sagen. Auch hier müsstest du zweimal barreln, allerdings ist dein Gegner nur zwei Calls davon entfernt, den Showdown zu sehen. Da du am Turn kaum Foldequity zu erwarten hast, entscheidet sich alles damit, ob Villain am River Hände wie QQ- mucken kann.
Wirklich vertrauen kannst du darauf nicht.
Hältst du jedoch marginale Hände wie schwache Kx-Hände, kannst du durchaus ohne Probleme for Value betten. Aber auch hier musst du aufpassen, nicht anzufangen, für deinen Gegner zu valuebetten. Das Way ahead - Way behind - Prinzip solltest du immer im Hinterkopf haben.
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Mögliche Lines konntest du nun analysieren, das Spiel out of Position wurde kurz angerissen, da es nur indirekt das Thema dieser Kolumne ist. Denke immer an das Way ahead - Way behind - Prinzip und überlege, ob es dein Gegner gerade anwendet oder nicht. Im letzten Teil werden ein paar Sonder-Spots betrachtet, zum Beispiel wenn du selbst der Preflopaggressor bist, was Besonderheiten in mulitway Pots oder 3-bettet Pots sind und was geschieht, sollte dein Gegner diesen Flop nicht checken. |
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