Woche 30 (BSS): Überpaare im erhöhten Pot
Einleitung |
von FirstDarkside |
Jeder hat schon öfters mit einem Überpaar in einem erhöhten Pot gespielt. Daher möchte ich heute für euch einige Beispielhände analysieren, damit ihr in ähnlichen Situationen besser vorbereitet seid und man auch AA nach dem Flop weglegen kann.
Mit einem Überpaar halten wir oft am Flop eine mittelstarke Hand, allerdings haben wir oft nur 2 Karten, die beiden anderen Asse im Deck, um unsere Hand zu verbessern. Daher möchte ich euch erläutern, wann man mit einem Überpaar lieber Geld investiert oder lieber nur Pot-Kontrolle betreibt.
Hand 1
Wie liest man eine Beispielhand?
0,02/0,04 No-Limit Hold'em (8 handed)
Preflop: Hero is MP1 with K
UTG+2 folds, Hero raises to $0,16, 5 folds, BB calls $0,12.
Flop: ($0,34) 7


BB checks, Hero bets $0,30, BB calls $0,30.
Bis hierhin absoluter Standard. Wir erhöhen vor dem Flop mit KK in mittlerer Position und bekommen einen Mitspieler aus den Blinds. Nachdem unser Gegner zu uns schiebt, machen wir hier einen Einsatz, da wir oft vorne liegen, welche unser Gegner allerdings auch bezahlt.
Turn: ($0,94) 7
BB checks, Hero bets $0,50, BB raises to $1,00, Hero ???.
So wurde die Hand weitergespielt. Am Turn ist nun der Flushdraw angekommen und die Gemeinschaftskarten haben sich gleichzeitig auch noch gepaart. Unser Gegner wird hier oft ein Pocketpaar halten oder evtl. eine Hand wie AQ. Jedoch sehe ich hier kaum schlechtere Hände, die einen Einsatz am Turn von uns callen. Ein Pocketpaar, auch wenn es noch den Flushdraw hält, wird auf einen erneuten Einsatz von uns am Turn nicht mitgehen. Eine Hand wie AQ wird uns, gerade wenn das A in Herz dabei ist, nur mitgehen und am River ohne den besten flush nicht mehr viel Geld investieren. Auch Hände wie 98s, die durchaus vor dem Flop mal nach einer Erhöhung mitgehen, werden unseren Einsatz am Turn zahlen oder sogar erhöhen.
Daher tendiere ich bei diesen Gemeinschaftskarten zum Schieben. Wir haben noch 2 Karten, die uns weiterhelfen für das Nut-Fullhouse, und zum anderen werden wir oft noch einen Bluff von unseren Gegner am River abstauben. Sollte am River kein Herz kommen, so können wir fast jeden Einsatz mitgehen. Denn wir haben durch unser Schieben am Turn Angst vor dem möglichen Flush gezeigt und dieses wird dann oft von einem Pocketpaar ausgenutzt, um uns aus der Hand zu vertreiben. Sollte am River ein weiteres Herz kommen, so können wir einfach schieben und aussteigen. Es ist dann einfach zu wahrscheinlich, dass wir geschlagen sind. Außer es kommt natürlich der König in Herz.
Hand 2
Wie liest man eine Beispielhand?
0,05/0,10 No-Limit Hold'em (10 handed)
Preflop: Hero is CO with A
UTG folds, UTG+1 calls $0,10, 2 folds, MP2 calls $0,10, MP3 folds, Hero raises to $0,60, BU folds, SB calls $0,55, BB folds, UTG+1 calls $0,50, MP2 folds.
Flop: ($2,00) T


SB checks, UTG+1 checks, Hero bets $1, SB calls $1,00, UTG+1 folds.
Vor dem Flop ist auch hier wieder Standard. Am Flop haben wir dann gegen 2 Gegner Position und es wird zu uns geschoben. Die Gemeinschaftskarten sind ohne Lücken verbunden, aber dennoch entscheiden wir uns hier für einen Einsatz, da wir häufig noch vorne liegen. Sicherlich ist hier die Betgröße nicht optimal, hier sollte man schon protecten und daher wären $1,50 schon angebracht.
Turn: ($4,00) 7
SB bets $2,21, Hero ???.
Am Turn vervollständigt die 7 nun einige Draws zur Straße. Nicht zuletzt sind auch durchaus 2-Paar oder gar ein Drilling nicht ausgeschlossen. Gegen eine Straße sind wir sogar schon tot, es können uns keine Karten am River mehr helfen.
Nun donkt unser Gegner etwa halbe Potgröße in uns hinein, das heißt er macht einen Einsatz ohne die Initiative zu haben. Wie eben geschrieben, schlagen wir auf diesem Board außer einem Bluff fast gar nichts mehr und können auch schon durchaus tot sein. Daher müssen wir hier unser Überpaar direkt weglegen.
Was machen wir aber, wenn am Turn der SB schiebt?
Hier würde ich klar zum schieben tendieren. Der SB kann durchaus versuchen, zu erhöhen und ferner werden auf diesem Board schlechtere Hände auf einen Einsatz aussteigen und nur bessere mitgehen.
Auch am River würde ich dann kein Geld mehr in diese Hand investieren und auch dort schieben und aussteigen.
Hand 3
Wie liest man eine Beispielhand?
0,02/0,04 No-Limit Hold'em (9 handed)
Preflop: Hero is UTG+2 with Q

UTG+1 folds, Hero raises to $0,16, 2 folds, MP2 calls $0,16, 4 folds.
Flop: ($0,42) 2


Hero bets $0,30, MP3 raises to $0,90, Hero ???.
Vor dem Flop ist wieder Standard. Am Flop halten wir nun mit dem QQ auf einem gepaartem Flop ein Überpaar und bekommen nach unserem Einsatz eine Erhöhung.
Unser Gegner kann hier selbst ein Überpaar halten und möchte mit der Erhöhung testen, wo er steht. Ich würde die Erhöhung nur mitgehen, denn ein Flushdraw würde wohl eher selbst den Einsatz nur mitgehen, ein Full House oder Vierling hätte bestimmt auch nicht erhöht. Daher würden wir mit einer erneuten Erhöhung ein kleines Pocket-Paar wie 77 nur vertreiben. Am Turn würde ich wieder donken, also setzen, obwohl der Gegner die letzte Erhöhung gemacht hat.
Sicherlich kann er hier auch durchaus 22 oder 55 halten, aber gegen diese Hände gehe ich bankrott, denn wir werden hier sehr oft von einem schlechteren Überpaar ausgezahlt.
Fazit
Auch mit einem Überpaar ist die Position ab dem Flop von großer Wichtigkeit. Wenn man vor anderen handeln muss, wissen wir beim mitgehen seinerseits auf unseren Einsatz am Flop oft am Turn immer noch nicht , wo wir in der Hand stehen. Haben wir Position, handeln wir nach den Gegnern und können daher eher auf eine starke oder schwache Hand schließen. Zum anderen haben wir so den Vorteil, dass wir uns durch ein Schieben eine Freecard, bzw. den kostenlosen Showdown, nehmen können.
Nicht zuletzt ist bei Überpaaren die Spielweise unserer Gegner zu beachten. Gegen einen passiven Gegner sollten wir lieber selbst setzen und einen aggressiven Gegner sollten wir lieber setzen lassen. Aber selbstverständlich kommt auch dieses auf die einzelne Situation an, also ob man mit seiner Hand um einen großen Pot spielen will oder lieber auf Pot-Kontrolle achten möchte.