Woche 19 (BSS): Quiz - Valuemaximierung I
Einleitung |
von Sleyde |
Diese Woche gibt es ein Quiz zum Thema Valuemaximierung. Dazu gibt es eine Beispielhand mit einigen Fragen.
Beispielhand
Full Stacks
0.50/1.00 No-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is CO with 8
MP2 raises to $3.00, MP3 calls $3.00, Hero calls $3.00, 3 folds.
Flop: ($10.50) 8


MP2 bets $7.00, MP3 calls $7.00, Hero ???
1) Was versteht ihr unter Valuemaximierung? Was ist oberstes Ziel des Prinzips Valuemaximierung?
2) Es gibt eigentlich zwei gegensätzliche Thesen bzgl. Valuemaximierung. Das oberste Ziel aus Aufgabe 1) kann hauptsächlich durch zwei Spielweisen erreicht werden, die sich grundsätzlich voneinander unterscheiden. Benenne diese!
(Die Frage ist sehr theoretisch und ich werde euch natürlich Hinweise geben, damit ihr versteht, auf was ich hinaus will, falls ihr im Dunkeln tappt.)
3) Was sind Vor- bzw. Nachteile beider Strategien?
4) Wie würdet ihr diese Hand spielen? Auf welches der beiden Konzepte beruft ihr euch?
5) Lies den Artikel zum Thema "Slowplay" (Tipp: der wird euch auch bei den ersten Aufgaben helfen) durch (http://de.pokerstrategy.com/strategy/15/). Leite aus den dort genannten Beispielen und deinem eigenen Verstand mehrere Faktoren ab, die es zu betrachten gilt, wenn man sich mit Valuemaximierung beschäftigt.
Auflösung
Frage 1
Valuemaximierung: Die Kunst, mit der sehr wahrscheinlich besten Hand, die wohl nicht ausgedrawt werden kann, den meisten möglichen Gewinn zu erreichen.
Frage 2
Die beiden Spielweisen, um Value zu maximieren, sind einerseits Slowplay und andererseits das normale Betten und Raisen von guten Händen.
Frage 3
Vorteil Slowplay: Gegner mit schlechten Händen könnten versuchen zu bluffen, um den Pot zu klauen (Bluffinduce). U.U. verbessern sich Gegner, die am Anfang nur Trash haben, auf den späteren Streets zur zweitbesten Hand und verschenken dann mehr Geld. Aggressive Gegner werden oft mehr raisen und selbst betten, als gegnerische Bets zu callen, weil sie beim Gegner Schwäche vermuten.
Vorteil Straightforward: Oft genug callen Spieler (vor allem passivere Gegner und FIsche) Bets, auch wenn sie selbst nicht gebettet hätten, etwa wenn sie eine eher schwächere Made Hand haben. Man protectet dagegen, dass Gegner einen auf späteren Streets ausdrawen.
Frage 4
Gegnerabhängig. Wenn ich gegen Callingstations spiele, raise ich, wenn ich aber sicher sein kann, dass MP2 oft Second Barrels abfeuert, aber auf Raises manchmal foldet, wäre ein Call besser.
Gegen Unknown: Mp2 ist Preflopagressor und bettet jetzt in zwei Gegner oop rein. Entweder ist das nur eine Contibet, und er hat Trash wie KQ, KJ oder ein Pocketpair 99+, oder er hat das Ace und valuebettet hier. Die zweite Möglichkeit ist wahrscheinlicher. Drawing Hands sind auf dem Board komplett ausgeschlossen. Vom Fall, dass er ein Set hat, müssen wir nicht ausgehen, dann werden wir sowieso gegen ihn all-in landen... MP3 hat schon sehr wahrscheinlich ein Ace, er wird die Contibet 3-handed auf nem Ace high Board nicht mit Trash callen.
Wir müssen hier nicht protecten, das heißt, es geht wirklich nur darum, möglichst viel Geld von den beiden in die Mitte zu kriegen. Dass die Gegner auf den späteren Streets improven, ist eher unwahrscheinlich. Jetzt spielen wir gegen mindestens ein Top Pair, und die meisten Gegner werden hier mit einem guten Kicker auch einen Raise callen. Auf der anderen Seite ist es gut möglich, dass wir mit einem Call eine weitere Bet am Turn induzieren, während unsere Mitspieler nach einem Raise am Flop versuchen werden, danach den Pot klein zu halten. Außerdem ist es sehr viel wahrscheinlicher, mit einem Call hier beide Gegner in der Hand zu halten.
Alles in allem würde ich hier wohl einfach nur callen und hoffen, dass am Turn MP2 bettet und MP3 wieder callt. Aber das ganze ist schon eine ziemlich knappe Entscheidung.