Woche 13 (SSS): Quiz - Verschiedene Hände
Einleitung |
von iluya |
Auch diese Woche habe ich für meine Beispielhände wieder die, na wer erräts, die Quizform gewählt. Ausnahmsweise sind die Hände dieses Mal aber keinem besonderen Themenschwerpunkt zugeordnet. Grund war, dass ich dieses Mal ein wenig Abwechslung und das "alltägliche" Spiel und immer wieder kehrende Fehler zeigen wollte.
Ich wünsche euch viel Spass beim nun folgenden Quiz!
Hand 1
Wie liest man eine Beispielhand?
CO: $11,47
Hero: $2
0,05/0,10 No-Limit Hold'em (10 handed)
Preflop: Hero is UTG+1 with A
UTG folds, Hero raises to $0,40, 4 folds, CO calls $0,40, 3 folds.
Flop: ($0,95) K


Hero bets $0,70, CO raises to $1,60
a) Aussteigen
b) Allin
Hand 2
Wie liest man eine Beispielhand?
Stacks & Stats
UTG+1 ($44.29)
MP3 ($21.90)
Hero ($4.70)
Preflop: Hero is BU with A
UTG+1 raises to $1.75, 3 folds, MP3 calls $1.75
a) Allin
b) Aussteigen
Hand 3
Wie liest man eine Beispielhand?
SB: $7,80
Hero: $5
0,10/0,25 No-Limit Hold'em (9 handed)
Preflop: Hero is BB with 5
7 folds, SB calls $0,15, Hero checks.
Erst dachte ich an einen Stealraise (Erhöhung, um die Blinds anzugreifen) - aber mit der 5 als Beikarte hab ich das mal gelassen.
Flop: ($0,50) Q


SB bets $0,25, Hero raises to $0,50, SB calls $0,25.
Jawohl, besser gehts nicht (ok 8 weitere Limper wäre besser gewesen) und dann setzt er auch noch. Was nun? Für ein reines Mitgehen war es mir einfach zu wenig und eine zu große Erhöhung würde ihn vertreiben. Also hab ich mit Minierhöhung versucht, einen Steal vorzuspielen.
Frage 1 (vor dem Flop):
a) erhöhen
b) schieben
Frage 2 (Flop):
a) mitgehen
b) auf 1$ erhöhen
c) Minierhöhung machen
Hand 4
Wie liest man eine Beispielhand?
MP3$31,82
CO$7,45
SB$2,10
MP1$5,10
Hero$2,70
0,05/0,10 No-Limit Hold'em (8 handed)
Preflop: Hero is BU with Q
UTG+2 folds, MP1 calls $0,10, MP2 folds, MP3 raises to $0,20, CO calls $0,20, Hero calls $0,20, SB calls $0,15, BB folds, MP1 calls $0,10.
Mein Spiel vor dem Flop ist sicherlich nicht nach SSS. Aber nachdem so viele in der Hand waren versuchte ich mal, ans große Geld zu kommen.
Flop: ($1,10) Q


SB checks, MP1 checks, MP3 bets $0,50, CO calls $0,50, Hero calls $0,50, 2 folds.
Top-Drilling getroffen, 3 verschiedene Farben, keine (realistische) Straße möglich, perfekt... ich halte mir meine Kunden also, so lange es geht....
Turn: ($2,60) 2
MP3 bets $0,50, CO folds, Hero raises to $2,00 (All-In), MP3 calls $1,50.
Flushgefahr, aber immernoch Kunden. Trotzdem besser gleich All-In, um mir lästiges Nachdenken am River zu ersparen.
River: ($6,60) 2
Sehr gut, sogar noch zum FH gemacht ... mit 2 2en ist sicher keiner mehr drin.
Final Pot: $6,60
Hier interessiert mich grundsätzlich eure Meinung zum Spiel und zu den Anmerkungen des Gegners.
Hand 5
Wie liest man eine Beispielhand?
SB: $35,50
MP3: $17,05
Hero: $4,90
BB: $5
0,10/0,25 No-Limit Hold'em (9 handed)
Preflop: Hero is BU with Q
4 folds, MP3 raises to $1,25, CO folds, Hero ??
a) Mitgehen
b) Aussteigen
c) All-in
Hand 6
Wie liest man eine Beispielhand?
MP3: $8,75
SB: $89,73
UTG+1: $31,35
UTG+2: $34
Hero: $10
0,25/0,50 No-Limit Hold'em (9 handed)
Preflop: Hero is BB with 2
UTG+1 calls $0,50, UTG+2 calls $0,50, 2 folds, MP3 calls $0,50, 2 folds, SB calls $0,25, Hero checks.
Flop: ($2,50) 2


SB checks, Hero bets $2, UTG+1 calls $2,00, UTG+2 folds, MP3 raises to $4,00, SB folds, Hero ??
a) All-in
b) Mitgehen
c) Aussteigen
Hand 7
Wie liest man eine Beispielhand?
SB: $36,09
UTG+1: $64,95
Hero: $9,50
0,25/0,50 No-Limit Hold'em (9 handed)
Preflop: Hero is BB with J
UTG+1 calls $0,50, 6 folds, SB calls $0,25, Hero raises to $3,00, UTG+1 calls $2,50, SB calls $2,50.
Flop: ($9,00) 7


SB checks, Hero ??
a) All-in
b) Schieben
Hand 8
Wie liest man eine Beispielhand?
MP2: $32,16
Hero: $10
SB: $10,60
UTG+2: $20
0,25/0,50 No-Limit Hold'em (10 handed)
Preflop: Hero is BB with 9

2 folds, UTG+2 checks, MP1 folds, MP2 calls $0,50, 3 folds, SB calls $0,25, Hero checks.
Flop: ($2,00) 9


SB checks, Hero bets $1,50, UTG+2 folds, MP2 raises to $3,00, SB folds, Hero ??
a) All-in
b) Mitgehen
c) Aussteigen
Auflösung
Hand 1
Lösung: b
Das Spiel vor dem Flop sowie die Continuationbet in Höhe von 2/3 des Pots am Flop waren natürlich richtig. Nun werden wir vom Gegner bei einem grundsätzlich eher unschönen Board All-in gesetzt. Wir müssen 0.9$ zahlen, um einen Pot in Höhe von 4.15$ zu gewinnen. Das heisst wir müssen nur weniger als jedes 4. Mal gewinnen, damit sich mitgehen lohnt. Wir zahlen 4x 0.9$= 3.6$ und gewinnen dann 4.15$.
In diesem Fall sind wir gegen relativ viele Hände vorne und es ist auch gut möglich, dass der Gegner mit einer 10 nur einen StraightDraw hält. Auch Hände wie AK sind gut möglich. Selbst wenn wir gegen ein 2-Paar oder eine Straße hinten liegen, haben wir noch gute Chancen auf einen Sieg.
Alles in allem gewinnen wir hier sicher öfter als nur jedes 4. Mal und somit lohnt sich Mitgehen hier.
Hand 2
Lösung: a
Viele Leute argumentieren an dieser Stelle, dass man hier oft bereits von Händen wie AA oder KK dominiert ist. Doch ist das hier sehr wahrscheinlich?
Spieler in früher Position (UTG+1): Er setzt hier klar zu viel aus früher Position. Dies lässt grundsätzlich eher nicht auf eine sehr starke Hand schließen. Mit solch starken Händen setzen die Gegner meist eher Standard 3-4BB oder minierhöhen sogar nur. Denn die Gegner wollen in diesen Fällen nicht alle Gegner aus der Hand vertreiben.
Somit würde ich ihn hier auf eine nominell eher schwächere Hand wie TT- oder ähnliche setzen.
Spieler in später Position (CO): Er geht die Erhöhung vom Spieler in früher Position mit. Hier versteckt sich selten eine starke Hand, die versucht, den übertriebenen Einsatz des Gegners auszunutzen. In den meisten Fällen hält er jedoch ein Pocket-Paar, womit er auf einen Drilling hofft.
Alles in allem sind wir gegen genug Hände vorne, womit ein Allin für uns hier einfach ist. Denn das ist das Ziel mit Händen wie AKs.
Hand 3
Lösung: 1b, 2a
Gehen wir mal chronologisch vor.
Vor dem Flop: Hier hat er komplett richtig gespielt und sein Gedanke, hier zu "stealen", also mit einer Erhöhung die Blinds unter Druck setzen, war komplett sinnlos. Stealen kann man vom BB aus nicht und wenn, dann nur mit Händen, die man normal eh erhöhen würde. Aber nicht mit einer Hand wie A5s.
Flop: Hier hat er natürlich den Traumflop mit dieser Hand getroffen.
Erst mal sollte man klären, dass Slowplay mit so einer Hand natürlich in Ordnung ist. Klar gibt es die Warscheinlichkeit, dass wir hier von einem Drilling mittels eines Full Houses geschlagen werden. Diese ist aber eher gering.
Doch war diese Minierhöhung sinnvoll?
Nein. Eine solcher Zug zeigt meist mehr Stärke als Schwäche. Oder würde einen hier wohl eine Hand wie AK, also Toppaar mit bestmöglicher Beikarte, minierhöhen? Nein, denn dann möchte man vor dem letzten Pik protecten!
Also sollte man hier entweder normal auf das vierfache des Einsatzes erhöhen (das reicht hier vollkommen, da man nicht protecten muss) oder aber mitgehen.
Der Call hat hier außerdem, anders als die Minierhöhung, den Vorteil, dass der Gegner in den meisten Fällen wohl am Turn erneut anspielen wird.
Deshalb würde ich hier mitgehen bevorzugen.
Hand 4
Hier hat der Spieler wohl eines falsch gemacht und sich nicht an die, von PokerStrategy durchaus sinnvollen, Regeln gehalten. Der Übersicht halber gehen wir wieder chronologisch vor:
Vor dem Flop: Hier war es ein grausamer Fehler nicht nochmal zu erhöhen. So gibt man dem Gegner (in diesem Fall sogar vielen Gegnern) die Chance, sich sehr billig den Flop anzuschauen. In dieser Hand ist es für Hero ja noch gut gegangen, aber grundsätzlich trifft man nur etwa jedes 7,5. Mal seinen Drilling am Flop. Sehr oft sieht man aber Überkarten und keinen Drilling am Flop. In diesen Fällen kann man sich nun ärgern, dass man Gegner mit Händen wie K2s oder ähnlichem das Weiterspielen ermöglicht hat. Dann wird man sich am Ende ärgern, dass man nicht doch vor dem Flop erhöht hat, um solch marginale Hände zu vertreiben und möglicherweise die Hand bereits vor dem Flop für sich zu entscheiden.
Flop: Das übrige Spiel ist dank des getroffenen Drillings und des harmlosen Boards durchaus so spielbar und nicht falsch.
Hand 5
Lösung: c
Diese Hand ist einfach zu erklären. Laut SHC erklärt sich schon von selbst, dass Lösung "a) mitgehen" wegfällt, denn dort steht Erhöhen/Erhöhen und somit tut man dies auch.
Eine normale weitere Erhöhung wäre hier 3*1.25$ = 3.75$.
Somit hätten wir jedoch nur noch einen RestStack in Höhe von 1.15$. Damit wären wir am Flop bei einem über 7$ Pot jedoch so stark committed, dass wir hier direkt Allin gehen.
Hand 6
Lösung: a
In den meisten Fällen sind wir als SSSS in der Situation, dass wir uns freuen können, wenn wir mit zwei Paar Allin kommen. In dieser Situation ist das auch der Fall.
Denn gegen die meisten Hände des Gegners sind wir hier auch nach einer weiteren Erhöhung seinerseits vorne. Ich tippe ihn hier eher auf einen K mit guter Beikarte. Zwei Paar oder Drilling sind eher unwarscheinlich.
Somit sind wir in den meisten Fällen vorne und können so ohne große Bedenken Allin gehen. Denn ein Mitgehen und somit ein Slowplay wäre hier viel zu riskant, da es sehr viele Karten gibt, die man in diesem Fall nicht sehen möchte.
Hand 7
Lösung: a
Wir haben hier zwar nur ein mittleres Paar mit einer Überkarte getroffen, können hier aber trotzdem gegen 2 Gegner Allin gehen.
Dafür gibt es drei direkte Gründe:
- Ein Gegner hat bereits zu uns hingeschoben und Schwäche gezeigt.
- Unser Stack ist gerade einmal noch 2/3 des Pots, womit wir gute Pot Odds bekommen.
- Eine Q als Überkarte ist nicht so wahrscheinlich wie ein K oder A, da diese deutlich öfter gespielt werden.
Kurzum kann man in diesem Fall leicht Allin gehen.
Hand 8
Lösung: a
Hier haben wir einen Drilling getroffen. Auch wenn wir nur eine schlechte Beikarte haben und nochmal erhöht wird, sind wir in den meisten Fällen noch vorne. Eine andere 9 beim Gegner ist eher unwahrscheinlich. Eher kann man hier von einer Hand wie Top-Paar oder einem FlushDraw ausgehen.
Allgemein sind Drillinge, wovon 2 Karten auf dem Board liegen, bei der SSS nahezu genauso gut wie ein Drilling, wobei wir mit einem Pocket-Paar getroffen haben, und somit versucht man immer Allin zu kommen. Auch in diesem Fall, denn ein Slowplay als auch aussteigen wären übertrieben.