Woche 41 (BSS): Bluffspots
Einleitung |
von Sleyde |
Diese Woche werden wir uns mit ein paar Standardbluffspots auseinandersetzen. Die meisten Spieler bluffen wenig und das ist auf den unteren Limits auch richtig so, da die Spieler dort zu schlecht sind und gewillt sind, viel zu callen, obwohl sie das rein spieltheoretisch nicht dürften. Je höher man allerdings die Limits aufsteigt, desto besser aber auch tighter werden die Spieler. Nun können Bluffs richtig profitabel sein, da manche Spieler einfach zu tight spielen. Diese Beispielhände werden ein paar Hände behandeln, in denen man gegen gute, aber relativ tighte Spieler allermeistens profitabel bluffen kann. Neben diesen standardmäßigen Bluffs gibt es natürlich eine Reihe individueller Bluffs, die allerdings zu sehr vom Gegner, unserem Image und der History abhängen, als dass man sie hier behandeln könnte.
Natürlich wird der Bluff nicht immer klappen, davon sollte man sich aber das nächste Mal nicht beeinflussen lassen. Nicht zu vernachlässigen beim Bluffen ist auch unser Image. Haben wir gerade erst einen großen Bluff erfolgreich gelandet, sollten wir die nächste Hand nicht unbedingt wieder sehr aggressiv zu Werke gehen.
Hand 1
0.50/1.00 No-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is SB with K
4 folds, Hero raises to $3.50, BB calls $2.50.
Wir erhöhen standardmäßig mit KQs und der BB, ein TAG mit 17/14/3/22 Stats geht mit.
Flop: ($7.00) 7


Hero bets $5.00, BB calls $5.00.
Wir setzen eine Standard Continuation Bet in Höhe von 2/3 des Pots an. Unser Gegner callt, er wird hier sehr oft callen, denn der Flop bietet einige Draws (viele Gutshots z.B.) und unser Gegner wird oft ein Midpair oder ein schwaches Toppair wie z.B. 98 halten. Mit all diesen Händen wird es ihm schwer fallen, multiple Barrels zu callen.
Turn: ($17.00) A
Hero bets $14.00
Ohne weitere Informationen, also History und Image, ist das hier ein ziemlich klarer Bluffspot. Wir können das Ass sehr gut repräsentieren, da wir Preflop erhöht haben und wir nun mal wirklich relativ oft ein Ass halten werden, welches wir natürlich auch betten sollten, wenn wir hier ebenfalls als Bluff betten. Meistens werden wir sogar noch bis zu 6 Outs haben, falls wir gecallt werden, weil der Gegner eben einen Bluff vermutet hat.
Hand 2
0.50/1.00 No-Limit Hold'em (6 handed)
Preflop: Hero is BU with J
UTG calls $1.00, Hero raises to $4.00, 2 folds, UTG calls $3.00.
Wir erhöhen standardmäßig mit JTs gegen einen UTG Limper, um ihn zu isolieren. Der Spieler ist unknown für uns und wir haben kaum Hände mit ihm gespielt. Der Fakt, dass er limp/called, lässt aber darauf schließen, dass er kein allzu guter Spieler ist. Oft wird er hier kleine Pocketpairs oder suited connectors halten - spekulative Hände also.
Flop: ($9.50) 2


UTG checks, Hero bets $7.00, UTG calls $7.00.
Wir setzen unsere Continuation Bet an und werden auf einem sehr drawlastigen Board gecallt. Unser Gegner kann hier gut ein Overpair à la 55, 66, 77 halten oder einfach einen Gutshot, wenn nicht sogar ein Flushdraw.
Turn: ($23.50) Q
UTG checks, Hero checks.
Eine starke Hand wie 56 oder ein Set kann man wohl nun deutlich vernachlässigen, nachdem unser Gegner das zweite Mal checkt, da er diese wohl aggressiver gespielt hätte auf so einem drawlastigen Board - nie auszuschließen sind diese Hände allerdings nicht gegen einen unbekannten Gegner. Wir verzichten hier auf eine zweite Bet, obwohl man sie durchaus setzen kann hier. Da der Gegner allerdings komplett unbekannt ist, entscheiden wir uns vorerst dagegen, zu bluffen.
River: ($23.50) 5
UTG checks, Hero bets $16.00
Unser Gegner checkt das dritte Mal. Das Flushdraw ist nicht eingetroffen, der Oesd hat nun ein Pair. Eine Straight hätte der Gegner höchstwahrscheinlich gebettet, auch wenn es bei Fischen natürlich möglich ist, dass sie ein Ass hier check/callen, weil sie Angst vor einer 6 haben. Meistens ist das aber nicht der Fall. Auch für ehemalige Overpairs wie 77, 88 wird es mit der Q als Overcard und der fast liegenden Straight sehr schwer zu callen, da wir durchaus das Ass halten könnten. Wir sollten demzufolge, auch wenn der Gegner komplett unknown ist und durchaus ein Fisch mit 40 wtsd sein könnte, bluffen - meistens wird er das nicht sein und selbst Fische mit erhöhtem WTSD werden es schwer haben, hier zu callen.
Anmerkung:
Die Contibet mache ich fast immer, außer ich habe schon sehr oft gegen diesen Gegner gecontibettet die session (Image etc). Wir haben zwei Overcards und einige Outs, außerdem ist das Board auch nicht allzu einfach zu treffen für unseren Gegner.
Wäre das Board 567, anstatt 234, wird er deutlich öfters etwas getroffen haben. Das Board sieht zwar sehr eklig aus, das ist aber nur relativ, weil unser Gegner hier meistens kein Pair getroffen haben wird.
Zu der Bluffbet am River: wir können hier definitiv das Ass repräsentieren, das ist nicht die Frage. die Frage ist, ob unknown hier fähig ist, Pairs zu folden am river. Ich denke schon, dass das der Fall ist, auch wenn es nicht so eindeutig ist wie bei 1).
Hand 3
Preflop: Hero is BB with 9
SB raises to $4.00, Hero calls $3.00.
Flop: ($8.00) K


SB bets $5, Hero ....
Gegner ist ein TAG, der 5 Tische spielt, mit den Werten: 20/16/3/22. Keine besondere History. Unser Image ist das eines TAGs mit Werten von 22/18 an diesem Table.
Standardbluffspot oder viel zu gegnerabhängig?
Auflösung
Raise it! Unser Gegner wird soooooo viel folden müssen, wahrscheinlich wird er sogar kleinere Pairs weglegen, ohne genauere Reads auf uns.