Woche 49 (BSS): Changing Gears - Ein Image aufbauen
Einleitung
Letzte Woche gab es einiges über das Spiel gegen Regulars und wie man auch gegen nicht ganz so schlechte Fische einige gute Plays machen kann. Diesmal wird auf das Table Image eingegangen, was vor allem auf höhren Levels wichtig ist. Vor allem wenn man mit vielen bekannten Gegner am Tisch sitzt.
Hand 1
0.25/0.50 No-Limit Hold'em (6 handed)
Hero: $50
CO: $50
Preflop: Hero is BU with Q
2 folds, CO raises to $2.00, Hero calls, 2 folds.
Flop: ($4.75) J


CO bets $3.25, Hero raises to $11, CO calls $7.75.
Turn: ($26.75) 4
CO checks, Hero bets $18, CO folds.
Beim letzten Mal habe ich diese Hand behandelt und meinte "Was passiert wenn wir hier in ein Set rennen, erkläre ich nächste Woche." Und genau da möchte ich jetzt anschließen.
Unser Gegner in der Hand ist ein recht solider Spieler, sicherlich nicht perfekt, aber wir geben ihm Credit für starke Moves. Nehmen wir einmal an unser Gegner hat auf dem obigen Flop ein Set 2er getroffen. Er kennt uns noch nicht, wir kennen ihn aber. Auf dem Flop ein Slowplay zu betreiben ist für ihn natürlich nicht so schlecht, da es kaum gute Draws gibt. Den Turn will er uns jetzt trappen und checkraist unseren Semi-Bluff.
Turn: ($26.75) 4
CO checks, Hero bets $18, CO raises to $37 (All-In)
Nun bekommen wir sehr gute Odds auf unseren Call. Wenn Villain hier checkraist, dann hat er ein Set, J9 oder ein Overpair. Ich kann mir sehr schlecht vorstellen, dass hier eine schwächere Hand checkraist, denn mit einem Bluff hat er hier kaum FE.
Auf jeden Fall callen wir und gehen zum Showdown. Egal ob wir jetzt gewinnen oder verlieren, wir haben eine sehr gute Voraussetzung geschaffen um Action von diesem Gegner zu kriegen. Wir haben gezeigt, dass wir hier nicht immer eine starke Hand haben und Viallein wird sich beim nächsten mal wohl etwas schwerer tun hier AJ/KJ zu folden. Vor allem am Flop wird er es in Zukunft schwer haben, da wir einen Draw auch raisen, muss er in Zukunft sehen ob er hier ein Top Pair wegwirft oder damit broke geht. Eine sehr gute Voraussetzung für guten Payout.
Hand 2
Noch eine Hand wie man sie sehr gut gegen einen TAG spielen kann:
PartyPoker $400 NL Hold'em (6 handed)
Stacks & Stats
CO ($964.60)
BU ($427)
BB ($921.80)
MP ($394) (23/19/3.06/26) (1038h)
SB ($416.50)
Hero ($400)
Preflop: Hero is UTG with A
Hero raises to $14, MP calls $14, 4 folds.
Flop: ($34) 3


Hero bets $22, MP calls $22.
Turn: ($78) 3
Hero bets $54, MP calls $54.
River: ($186) K
Hero bets $128, MP calls $128.
MP shows J
Hero shows A

Hier hat Hero Glück, dass er seine Straight trifft und einen Suckout verteilt. MP wird sich dies nun merken und am Flop und Turn wohl auch AT oder ähnliches nicht so leicht folden. Vielmehr wird er KJ bis zum River bringen und auf dry Boards unsere Sets sehr gut mit Top Pair Händen ausbezahlen, da wir auch einfach 3-Barrel Bluffs machen könnten.
Ist man neu an einem Tisch, kann man also sehr aggressiv spielen. Loose 3-betten, oft einfach mal bluff-raisen, stark semi-bluffen und vieles mehr. Wenn ihr einmal zum Beginn der Session so richtig Action macht, auch mal einen Bluff oder schwache Hand zeigen müsst, dann merken sich diese Leute das. Nun könnt ihr tighter spielen. Selbst wenn ihr jetzt mit 16/11 weiterspielt bekommt ihr sehr viel Payout auf eure Monster, da viele Gegner einfach nicht schnell genug darin sind ihr Spiel anzupassen.
Wichtig hierbei ist natürlich, dass ihr merkt wie der Tisch auf euch reagiert. Wenn die Gegner sich überrennen lassen, dann seid ruhig weiterhin aggressiv und zeigt ihnen, dass ihr den Tisch beherrscht. Sollten sie aber anfangen viel leichter runterzucallen, dann werdet einfach tighter. Ausbezahlt werdet ihr sehr gut. Dies ist natürlich wieder gegnerspezifisch, wenn also ein Gegner auf euer looses Spiel reagiert und die anderen einfach weiter ihren Standard-Style spielen, dann passt euch entsprechend an.
Ab wann ist es denn nun wichtig sein Spiel durchzumixen? Nunja, ab NL100 gibt es wohl die ersten Gegner, welche etwas aufmerksamer sind. Viele lassen sich herumschubsen und merken gar nicht, dass man sehr viele Moves macht, etc. Allerdings gibt es auch solche, insbesondere Leute von Pokerstrategy, die meinen, dass jeder deutsche TAG nur gegen sie Moven will und entsprechend schlechte Plays machen. Sowas muss man ausnutzen. Wenn ihr gegen so einen Spieler einen Move zum Showdown bringen müsst, dann werdet tighter. Er wird euch so gut ausbezahlen, das glaubt ihr gar nicht. Wenn euer Move dann auch noch ein schöner Suckout ist, weil ihr am River trefft, dann wird der Gegner vielleicht sogar anfangen zu tilten und das ist ja euer Ziel.
Fazit
Was soll man nun aus dem Text mitnehmen? Das Wichtigste ist wohl, dass Moves die allein gesehen -EV sind sich einfach unglaublich gut für das Table Image sind. Durch eine Aktion, die auf den ersten Blick eurer Bankroll nur schadet, bekommt ihr auf eure starken Hände soviel Action, dass es sich vielfach bezahlt macht. Gegner geben euch nicht soviel Credit, callen mit schwachen Top Pair Händen einfach runter und kompensieren damit euren -EV Move. Richtig angewandt werdet ihr mit -EV Moves einiges an Geld verdienen.