Aktualisiert am 06 Juli 26 von

Woche 52 (BSS): Bluffraises am River

Einleitung

Am River verändert sich das Board nichtmehr. Man hat die bestmöglichsten Informationen über den Verlauf und die Hand des Gegners. Somit kann man einschätzen ob die eigene Hand noch in der Lage ist einen Showdown zu erleben oder nicht. Sieht man sich nun hinten, kann man versuchen zu bluffen.

 

Hauptteil

Der River ist die wichtigste Street in No Limit Hold 'Em. Dort sind die Bets am größten, da auch der Pot stetig angewachsen ist. Die Equity steht fest, man kann sich nicht mehr verbessern und man hat die meisten Informationen über die Range des Gegners. Diese Informationen sollte man nutzen um die optimale Aktion zu finden.

Generell sollte man gute Reads haben, wenn man einen Bluff versucht. Erkennt man wenn ein Gegner Schwäche zeigt, so kann man dies sehr gut ausnutzen. Das bringt natürlich nichts, wenn man gegen einen Fisch spielt, der zwar eine Block-Bet am River macht, aber einen Raise dennoch callt. Der Gegner muss auch folden können und sollte nicht unbedingt zu den Slowplayern gehören. Etwas Allgemeines kann man dazu kaum sagen, jeder Gegner ist unterschiedlich.

 

PartyPoker $200 NL Hold'em (6 handed)

Stacks & Stats
CO ($183.36)
UTG ($251.15)
SB ($172.95) (22/14/2.74/25) (1525h)
BB ($184)
MP ($124.60)
Hero ($197)

Preflop: Hero is BU with J, K
1 folds, MP calls $2, 1 folds, Hero raises to $10, SB calls $9, 2 folds.

Flop: ($24) Q, 5, 5 (2 players)
SB checks, Hero bets $16, SB calls $16.

Turn: ($56) 9 (2 players)
SB checks, Hero checks.

River: ($56) 3 (2 players)
SB bets $23, Hero raises to $84

Das ist ein guter Spot. SB schein ein solider Spieler zu sein und wird hier entweder eine Queen oder ein Pocket halten. Außerdem weiß er, dass wir mit einer Queen den Turn wohl eher checkbehind spielen würden, da wir so Pot Control betreiben und keine schwächeren Pockets oder andere Hände vertreiben.
Somit repräsentieren wir hier am River eine Queen oft mit gutem Kicker oder ein noch stärkeres Holding. SB muss also sehr viele Pockets folden. Wenn er weiß, dass wir hier auchmal moven können, muss er dann ab und zu mit einem Pocket callen und bezahlt so unsere Monster aus. Selbst mit QJ wird er einen schweren Call haben, da AQ/KQ sehr gut in unserer Range liegt.

Wie schon erwähnt sollte man natürlich nicht gegen so Leute einen Move machen, welche immer zum Showdown wollen. Aber gerade Regulars welche viel Multi-Tablen machen immer sehr offensichtliche Block-Bets und es fehlt ihnen oft die Zeit um uns zu durchschauen. Dass man natürlich nicht mit any2 hier betten sollte ist klar. Es ist vielmehr ein Move um sein Arsenal zu erweitern und undurchschaubar zu bleiben.

Mit Floating kann man sowas auch kombinieren, indem man auf einfach zwei Bets IP callt und am River dann shoved. Dazu muss das Board aber gut sein und die Reads auf Villain ebenfalls entsprechend. Wenn Villain in diesen Spots keine dünne Valuebet mehr macht, sondern sein TPTK overplayed und b/c am River spielt, dann war's das natürlich. Nicht jeder auf NL100+ ist schließlich gut.

 

Fazit

Wie der Raise am Flop und viele andere Moves, wird man ohne so ein Manöver auf den oberen Limits nicht mehr auskommen. Deshalb sollte man Schritt für Schritt daran arbeiten in welchen Spots sich so ein Move anbietet. Reads sind wichtig und wenn ihr den Gegner auf eine bestimmte Handrange readet, die auf einen Raise folden muss, dann vertraut auf euren Read und zieht den Bluff durch. Moves sind natürlich nicht immer von Erfolg gekrönt, aber sie bringen die Gegner dazu eure Monster gut auszubezahlen.