Aktualisiert am 06 Juli 26 von

Woche 44 (BSS): Blindstealing auf den Micros II

Einleitung

von FirstDarkside

Anschließend auf die Lehrreichsten Beispielhände der letzten Woche, möchte ich heute erläutern, wie wir uns verhalten, wenn unser Angriff auf die Blinds nicht gelingt und von den Gegnern ein Call oder sogar ein Raise folgt.

 

Zuvor möchte ich nochmal kurz die von mir empfohlene Stealrange aus dem BU und dem CU niederschreiben:


CU: 22+,A7s+,KTs+,QTs+,JTs,ATo+,KJo+,QJo


BU: 22+,A2s+,KTs+,QTs+,JTs,T9s,98s,87s,76s,A7o+,KTo+,QTo+,JTo,T9o

 

Szenario 1

Nachdem alle Spieler vor uns ihre Hand weggelegt haben, erhöhen wir aus dem BU mit einer Stealinghand auf 4BB. Der SB legt seine Hand weg, aber der BB raist uns auf 12BB.


Was könnte der Gegner für eine Hand haben und wie verhalten wir uns?


Gegen einen unknown Gegner würde ich selbst immer sehr tight agieren. Somit kommen AA und KK ausschließlich dazu in Frage nochmals geraist zu werden. Mit AK und QQ können wir den Raise callen und uns somit den Flop anschauen. Alle anderen Hände können wir einfach direkt folden.

Gerade unknown Gegnern müssen wir eine sehr tighte Range zuschreiben, und somit ist es am Besten ihn zunächst als guten TAG zu behandeln. Nach dem SHC würde dieser folgende Hände reraisen: QQ+, AK

Sollten wir nun nochmal raisen, so werden QQ und AK folden und wir spielen höchstwahrscheinlich gegen KK oder AA. Somit ist es sinnvoll Hände wie JJ oder AQ auf einen reraise direkt zu folden.

Wenn man im Laufe des Spiels diverse Reads auf den Gegner hat, so kann und muss man natürlich die Range anpassen.

 

 

Szenario 2

Wieder raisen wir aus einer Stealingposition nachdem alle zu uns gefoldet haben. Dieser callt der SB unseren Raise und der BB foldet.


Was könnte unser Gegner halten?


Wieder handelt es sich um einen unbekannten Gegner, so dass wir ihn wieder zunächst als einen guten Spieler betrachten. Er kann mit einem Pocketpair zwischen 22-JJ die Erhöhung bezahlt haben und hofft am Flop ein Set zu treffen. Oft sieht man auch Hände wie KQ, AQ. Selbstverständlich ist diese Range noch zu erweitern, gerade schlechtere Spieler callen oft auch mit AA oder auch mit 87s.


Wie agieren wir am Flop?


Zunächst haben wir den Vorteil IP zu sein, also erst nach dem Gegner agieren zu müssen. Sollte dieser zu uns checken, machen wir fast immer, unabhängig welche Stealinghand wir halten, eine Continuation Bet in der Hoffnung den Pot direkt einzusammeln.

Sollte der Gegner den Flop donken oder checkraise spielen, so können wir unsere Hand, sollten wir nichts getroffen haben, aufgeben. Selbstverständlich läßt sich hier keine allgemeine Aussage treffen, wie im einzelnen die Hände zu genau zu spielen sind, schließlich kommt dies letztendlich auf die Callingrange des Gegners an.

 

 

Szenario 3

Wir raisen als erstes aus dem CU mit einer Stealinghand auf 4BB. Der BU callt unsere Erhöhung, der SB foldet und der BB raist auf 18BB.


Was können die Gegner halten und wie spielen wir weiter?


Zunächst betrachten wir den BU. Anscheinend ist seine Hand nicht stark genug um zu erhöhen, aber auch nicht so schlecht diese gegen eine Erhöhung zu folden. Daher kann man ihm etwa folgende Hände zuschreiben: 22-TT, KQ, AQ (manchmal auch eine Hand wie 98s).

Betrachten wir nun den BB. Dieser erhöht, nachdem es eine Erhöhung gab und ein weiterer Spieler mit Position die Erhöhung bezahlt hat, nochmals. Diese Spielweise wird auch Squeeze Play genannt und auf höheren Limit mit einer etwas größeren Palette an Händen gespielt.

Auf den kleineren Limits sollte dies aber sehr selten zu sehen sein und daher müssen wir dem Spieler im BB schon eine sehr gute Hand zusprechen, in etwa AA, KK und AK, eventuell noch QQ. Ohne weitere Reads sollten wir allerdings sehr vorsichtig spielen und nur noch mit AA oder KK weiterhin Geld in den Pot investieren.

 

 

Fazit

Das Stehlen der Blinds gehört auf jeden Fall zu einem ausgewogenen Pokerspiel dazu, allerdings sollte man sich nicht in schwere Situation bringen wenn nach einem geraist oder gecallt wird. Dies gilt besonders gegen unbekannte Gegner. Sollte zum Beispiel der BB fast immer unseren Stealraise reraisen, so passen wir einfach unsere Hände an, denn meisten fällt diesem Spieler nicht auf, dass wir drei Runden auf den Steal verzichtet haben aber nun mit AA aus dem BU raisen.