Aktualisiert am 12 März 26 von

Woche 56 (BSS): 3-Barrel-Bluffs

Einleitung

Diese Woche werden die Grundlagen von 3-Barrel-Bluffs besprochen. Um so
einen Bluff erfolgreich einsetzen zu können, sollte man einige Sachen
beachten. Da der Move sehr kostspielig ist, sollte man ihn nicht zu oft
einsetzen.



Hauptteil

Was ist nun solch ein Bluff und warum macht man ihn?

Drei Barrels zu feuern, heißt jede Street zu betten, also Flop, Turn und River. Man gibt also nie die Initiative ab und hofft den Gegner zum Folden zu bewegen. Dies macht man um seine starken Hände zu schützen und natürlich zusätzliche Pots zu gewinnen. Viele Leute geben nach einem Turnbluff auf, da der Pot am River dann schon sehr groß ist und eine Riverbet viel Geld kostet, aber genau das kann man ausnutzen.

Was gilt es zu beachten?

1. Board Struktur
Ist das Board für eine C-Bet geeignet, dann ist es entsprechend gut genug um auch solch einen Move zu machen. Trockene Boards sind sehr gut, jedoch bieten auch Boards auf denen nur ein Draw möglich ist gute Möglichkeiten. Wichtig ist, dass man die Handrange des Gegners leicht einschränken kann. Je besser man den Gegner auf eine Hand setzen kann, umso einfacher wird es ihn zu bluffen.

2. Gegner
Als Gegner braucht man nicht unbedingt einen TAG oder weaken Gegner. Jede Street zu betten ist ein Zeichen großer Stärke und wird sehr oft nur von guten Händen gecallt. Je besser man den Gegner kennt, desto eher kann man ihn auf eine Hand setzen. Gegner die mit marginalen Händen zum Showdown gehen sind nicht so gut dafür geeignet. Callen eure Gegner gerne Draws bis zum River, aber geben ohne Hit auf, dann ist es auch sinnvoll den River zu bluffen um nicht gegen Ace High oder Ähnliches zu verlieren. Ein Spieler der viel raist und marginale Hände callt, ist natürlich ein ausgezeichnetes Opfer.

3. Umstände
In Stealsituationen wird wesentlich mehr und marginaler runtergecallt als gegen einen MP-Raise. Das heißt natürlich nicht, dass solche Bluffs in Stealsituationen nicht funktionieren. Jedoch sollte man bedenken, welchen Eindruck man auf seinen Gegner macht. Hat ein schwacher Gegner vom CO gelimpt und man selbst ihn isoliert, oder hat er den Raise cold gecallt?

4. Position
In Position spielt es sich nunmal leichter und auch bei Bluffs spielt der Positionsvorteil eine große Rolle. Insbesondere am River ist es schon gut zu wissen ob euer Gegner checkt oder nicht. Viele callen zwar zwei Bets mit einer guten Hand, aber betten dann am River aus Angst Value zu verlieren. Das ist zum Beispiel eine wertvolle Information die OOP fehlt.

5. Table Image
Wie bei allen Sachen die man macht, sollte man sein Table Image beachten. Hat man viele Pots ohne Showdown gewonnen, so werden die Leute auch oft mit schlechteren Händen zum Showdown mitgehen. Hat man aber sehr solide und tight gespielt, eventuell auch starke Hände am Schluss gezeigt, dann kommt man natürlich viel eher mit sowas durch.

 

Fazit

3-Barrel-Bluffs sind ein sinnvoller Move, solange er sorgfältig eingesetzt wird. Man muss jetzt nicht aggressiv jeden Pot gewinnen wie ein Maniac, sondern vielmehr sollte man mit seinen Bets eine glaubhafte Geschichte erzählen.
Nächste Woche wird dann etwas genauer auf das Thema anhand eines Beispiels eingegangen.