Aktualisiert am 12 März 26 von

Varianz und Downswings

Einleitung

Immer wieder sagt es jeder von uns: “Das kannst du dir nicht vorstellen!”, “So etwas gibt es nicht!”, “Das muss Betrug sein, so unwahrscheinlich wie das ist!”

Hand aufs Herz, wer hat das nicht schon mal gesagt, wenn die BR immer kleiner wird, man schon im Limit absteigen muss, obwohl die Gegner unendlich schlecht sind.

Dieses wohl eher psychologische Thema möchte ich diese Woche einfach mal aufgreifen, und mit ein paar Grafiken veranschaulichen, ich sage es direkt, die Grafiken sind nicht von mir, aber das ist auch nicht nötig, um euch das Thema ein wenig näher zu bringen, und wie ich hoffe auch das überstehen der Downswings leichter zu machen.

 

Die Abweichung vom True ROI

In der folgenden Grafik wird gezeigt, wie wahrscheinlich es ist, wie groß nach 1000 Sit and Gos die Abweichung von unserem „True ROI(Return on Investment)“ sein kann.

 

 

Wie man sieht ist die Abweichung natürlich größer, je kleiner unser ROI ist, desto größer ist die mögliche Abweichung davon nach 1000 Turnieren.

 

Die Auswirkung auf das BRM

Leichter veranschaulichen lässt sich das ganze, wenn man sich klar macht, wie sich diese Abweichung konkret auf unser BRM auswirkt.

 

Die Grafik zeigt uns, wie wahrscheinlich es für einen Spieler mit einem gegebenen ROI ist auf eine bestimmte Anzahl Turniere Downsiwngs zu bekommen.

Ein konkretes Beispiel ein Spieler der einen ROI von 5% hat, hat mit einer Wahrscheinlichkeit von 5% auf 2000 SNGs einen 100BI Downswing.

Diese Tabelle sollte man sich wirklich genau anschauen, damit man sich auch bewusst macht, worauf man sich einlässt wenn man SNGs spielt.

 

Was bedeutet das für unsere Bankroll?

Und hier noch eine weitere Grafik, was das konkret für unsere BR bedeutet, oder auch wie groß die Chance ist, dass wir mit einer bestimmten Anzahl an Buy Ins broke gehen werden.

 

 

Wieder eine kurze Erklärung:

Ein Spieler, der auf 2000 SNGs einen ROI von 15% hat, der hat mit einem BRM von 20 BI eine Chance von ca. 6% broke zu gehen.

Aber ein Spieler, der auf 2000 SNGs einen ROI von 5% gehalten hat, der geht mit in 40% der Fälle mit einer 20 BI BR broke.

 

Fazit

Was ich euch allen zeigen wollte, Varianz ist beim Pokern immer ein entscheidender Faktor, aber durch die vielen Hände, die bei SNGs zum Showdown gehen kann dieser Faktor erschreckende Dimensionen annehmen, vor denen auch solide Winningplayer nicht verschont bleiben. Und der einzige Schutz, den man vor diesen Swings hat, ist ein solides BRM. Wie das aussehen sollte muss aber wieder jeder selbst entscheiden, und sollte sich am eigenen ROI, am Wunschlimits aufzusteigen, an der Fähigkeit auch wieder in Limits abzusteigen, aber vor allem auch an der psychischen Belastbarkeit orientieren.

Ich hoffe, ihr konntet aus dieser Lektüre Hoffnung schöpfen, denn jeder hat die Swings, aber wichtiger ist eben, dass man erkennt, dass die Swings kommen werden und man sich mit einer guten BR und auch psychisch darauf vorbereitet.

Mein Dank und die Lorbeeren für diese Grafiken und Analysen gilt dem Ersteller dieser Exceldatei.