Aktualisiert am 26 Feb. 26 von

Wie man den Gegner im MTT bis zum River All-in bekommt

Dara O'Kearney teilt mit uns einen simplen Tipp zur Stack-Manipulation in der mittleren Phase von Turnieren, wenn es allmählich ans Eingemachte geht.

Dara O Kearney
Dara O'Kearney 

Einer der trickreichsten Aspekte von PKO-Turnieren ist den Gegner dazu zu verleiten, seinen gesamten Stack in die Mitte zu stellen, wenn man ihn in Chips gecovert hat und davon ausgeht, dass man die bessere Hand hält. Heute will ich daher einen Postflop-Tipp teilen, der dabei helfen kann, den Gegner bis zum River All-in zu bekommen, egal ob es sich um ein PKO handelt oder nicht. Am besten funktioniert das Ganze in der mittleren Phase von Turnieren, eher weniger in der noch zu deepen frühen Phase.

Wenn ich ein normales Turnier spiele, hängt mein Betsizing von der Flopstruktur ab. Sobald ich einen Rangevorteil habe oder ein trockener Flop vorliegt, tendiere ich zu kleineren Bets, da derartige Pötte leichter zu gewinnen sind. Sind hingegen viele Draws möglich, setze ich meine Bets höher an, um mehr Value zu extrahieren und den Leuten die falschen Odds beim Chasen von Draws zu geben.

In einem PKO hängt mein Betsizing hingegen vollständig vom Stack meines Gegners ab, wenn ich ihn gecovert habe. PKOs drehen sich um Stack-Manipulation und nicht um Pot-Manipulation.

10% des gegnerischen Stacks am Flop, dann zwei Drittel Pot am Turn

Wenn ich mehr Chips als mein Gegner habe, versuche ich 10% seines Stacks am Flop zu setzen (und nicht etwa einen prozentualen Anteil des Pots), da ich so mit einer 2/3-Potbet am Turn dafür sorgen kann, dass mein Shove am River nicht zu einer Overbet wird.

Sagen wir zum Beispiel der Gegner hat einen Stack von 10.000 Chips und 2.000 liegen in der Mitte des Tischs, wenn der Flop ausgeteilt wird.

Wenn ich 1.000 am Flop setze und der Gegner callt, kann ich am Turn 2.667 Chips in einem Pot von 4.000 setzen. Im Anschluss folgt dann ein Rivershove von 6.360 Chips, was den Gegner All-in setzt und sich dennoch deutlich unter einer Potsize-Bet befindet bei insgesamt 9.280 Chips im Pot.

Für meinen Gegner wird ein Call am River deutlich leichter, wenn ich nicht overbette, da ich ihm einen guten Preis dafür biete. Das Problem mit Overbets ist, dass sie den Leuten mehr Spielraum für Folds geben und auch ein recht eindeutiger Tell in Sachen Betsizing sind. Mit einer Overbet gibt man praktisch unmittelbar zu Protokoll, dass man eine Hand hält, die gut genug ist, um ein Kopfgeld zu gewinnen.

Natürlich ist dieser Ansatz deutlich hilfreicher in den Turnierphasen mit kleineren Stacks. 10% des gegnerischen Stacks in einem Single-Raised-Pot bei effektiven Big Blinds von 250 zu setzen, wäre eine andere Form von Betsizing-Tell, den die Gegnerschaft wohl nur als Unterhaltungsversuch werten würde.

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