Wenn du Details wissen willst, kommst du am schnellsten mit dem Suchbegriff "Paleo" vorwärts. Die Idee dahinter ist, dass man wohl am gesündesten unterwegs ist, wenn man sich annähernd so ernährt wie die Neandertaler damals. Damals gabs viel naturbelassene und leicht verfügbare Lebensmittel. Das waren Beeren, Gemüse, Obst, Samen, idR. in der rohen Variante (roh = mehr Mikronährstoffe = besser). Fleisch gabs nicht so oft, weil Fleisch die Angewohnheit hatte wegzurennen oder zu beißen. Über Hülsenfrüchte wird gestritten. MMn solltest du Hülsenfrüchte essen, aber eher mäßig, besonders im Fall von Soja, weil sich zu viel Soja schlecht auf den männlichen Hormonhaushalt auswirken kann. Ähnlich schwieriges Thema ist Milch bzw. Milchprodukte. Die solls früher auch nicht gegeben haben, also dürfte das eher ungesund sein. Heutzutage gibts aber durchaus Menschen, die keinerlei Probleme mit Milch haben, viele haben aber doch eine Unverträglichkeit (wissentlich oder nicht). Auf jeden Fall würde ich bei Hülsenfrüchten etwas sparen und Milch fast komplett meiden. Da gibts aber mittlerweile eh schon genügend Alternativen auf pflanzlicher Basis. Ich trinke zB. gerne Kokosmilch. Bei Käse wirds schwierig. Aber da man das normalerweise nicht täglich isst, sollte der Käse auf der (seltenen) Pizza kein Problem sein. Dann gibts noch Getreide. Getreide gabs, wohl ähnlich wie Milch, erst mit der Sesshaftwerdung. Demnach gilt Getreide, zumindest oder besonders das moderne Getreide als ungesund, was auch in vielen Studien belegt worden ist. Getreide ist ungesund. Milch kann ungesund sein. Wenn Getreide, dann also lieber zu Kamut oder Einkorn greifen (= Urgetreide = keine menschlichen Eingriffe ins Genmaterial) und sehr sparsam einsetzen. Auf der schwarzen Liste stehen also Getreide und Milch und alles was stark verarbeitet wurde. Zucker fällt in die Rubrik Getreide, wobei schnell verfügbares Getreide schlechter ist als langsam verfügbares (aka Vollkorn). Aber auch da kann man drüber streiten. Denn im Vollkorn sind mehr Antinährstoffe enthalten, die wiederrum ungesund sind, zumindest in den für uns "normalen" Mengen. Antinährstoffe kannst du als pflanzeneigenen Fraßschutz verstehen. Die Pflanze will, dass es dir schlecht geht und sie daher künftig in Ruhe lässt.
Wissenschaftlich gesehen dreht sich das alles um die Frage, ob dieses oder jenes Lebensmittel im Zuge der Verdauung Säuren oder Basen bildet. Säuren sind dabei böse, Basen sind gut, wobei es dabei nur auf die Summe ankommt. Unterm Strich solltest du also darauf achten, dass du mehr Basen als Säuren aufnimmst. Wenn du dich an die genannten Richtlinien hälst, bist du automatisch im basenüberschüssigen Bereich, also im guten Bereich. Bist du im säureüberschüssigen Bereich, ist das schlecht weil ungesund. Daraus entstehen Entzündungsprozesse im Körper, die das Immunsystem schwächen und damit zu Erkrankungen führen können, zu leichten und schweren. Wenn du dich also gesund ernährst, wirst du seltener und weniger schwer krank als andere. Studien dazu gibts wie Sand am Meer. Viele "Experten" juckt das halt einfach nicht. Deshalb gibts die Streitereien, obwohl die Wissenschaft viele Fragen schon längst beantwortet hat. Nur beim Thema Milch kann man imo wirklich diskutieren, weil die Studien dazu nicht eindeutig sind.
Wichtig ist bei all dem, dass es sich für dich nicht nach Askese anfühlt. Askese = Diät. Es muss zu deinem neuen Lebensstil werden, den du dein ganzes Leben lang durchziehen kannst ohne negative Gefühle. Wenn du dich quälen musst, schmeißt du das alles früher oder später wieder über Bord. Quälen darfst du dich nur die ersten paar Wochen bis hin zu wenigen Monaten. Irgendwann aber sollte dein Körper den ganzen Müll, den man normalerweise so in sich rein schaufelt los geworden sein und sich an deine neue Ernährung gewöhnt haben. Dann gibts auch keinen Heißhunger und keine Mangelerscheinungen mehr, die du als "normalessender" Mensch sicher hast, aber vermutlich nicht spürst.
Damit der neue Lebensstil komplett ist, solltest du dich auch anfangen viel zu bewegen und Stress einzudämmen bzw. sinnvoll zu managen. Bewegung sollte sowohl die Ausdauer- als auch die Kraftkomponente abdecken. Mach also irgendwas für deine Ausdauer und stemm ein paar Gewichte, regelmäßig versteht sich. 3x 30 Minuten Eisen und 2x 60 Minuten Laufen/Radeln/Schwimmen etc. sollten pro Woche schon drin sein. Ist im Grunde auch nicht viel, wenn man sich mal überlegt wie lange man so vorm Computer oder Fernseher sitzt. Das Einzige was wirklich schwierig umzusetzen ist, ist die Sache mit dem Stress. In unseren Breitengrade lässt sich Stress einfach schwer vermeiden. Wir leben nun mal in einer mehr oder weniger leistungsorientierten Gesellschaft. Das ist nicht gesund, lässt sich aber kaum vermeiden. Kümmer dich also darum, dass du da einen Ausgleich findest. Geh öfter mal in den Wald spazieren oder verlagere dein Workout in den Wald. Lausche öfters dem Gezwitscher der Vögel. Fang an zu meditieren. Nimm dir öfter Zeit nur für dich allein. Lerne zwischen "dringend" und "wichtig" zu unterscheiden, etc. Da kann man schon einiges machen. Auch Dehnübungen können sehr entspannend sein und sollten sowieso gemacht werden, damit man nicht so steif ist wie die meisten Leute. Ist ja teilweise verstörend wie steif viele sind, wie ein Brett.
Bzgl. dem Kochen versteh ich ganz gut, dass das nervig sein kann. Iss öfter roh, dann sparst du dir öfter das Kochen. Obst ist klar. Aber man kann auch viele Gemüsesorten einfach roh essen, mit oder ohne Dressing, wie man mag. Und wenn man Gemüse kochen will, reicht es idR. wenn man es einfach nur 10-20 Minuten dünstet. Dann schmeckts auch gut, aber es bleiben mehr Vitamine erhalten. Wenn du was kochst, mach öfter irgendwas Einfaches u/o koch für eine Woche vor, sofern deine Gefriertruhe genug Platz hat. Aber bitte kauf keinen Fertigfraß. Das ist meistens echt kompletter Müll. Das willst du dir eigentlich nicht zumuten, zumindest nicht regelmäßig.
Und du wirst dich nach einer Weile tatsächlich viel besser und fitter fühlen. Das ist keine Einbildung und kein Gerücht. Du wirst auch seltener krank werden. Das ist ja gerade jetzt in der kalten Jahreszeit immer ein Thema. Während es rund um dich herum hustet und schnieft, wirst du dich einfach nur gut fühlen. Unverwundbar wirst du aber trotzdem nicht. Du wirst also nicht fliegen und auch keinen LKW aufhalten können. Du kannst auch trotzdem krank werden. Nur ist die Wahrscheinlichkeit dafür viel viel geringer.
Edit:
Ich hab bisher nur über die Lebensmittelauswahl gesprochen. Die Lebensmittelqualität ist aber auch extrem wichtig. Heutzutage wird ja fast alles gespritzt bis zum Gehtnichtmehr. Das ist natürlich sehr ungesund, keine Frage. Auf den ganzen Flaschen der Unkrautvernichter, Pilztöter usw. sind ja Totenköpfe und andere Warnsymbole abgebildet. Das hat schon seinen Grund. Versuch also öfter zum Bioprodukt zu greifen. Auch dort gibts schwarze Schafe, aber es kommt wie immer auf die Summe an. Wenn du Bio isst, wird deine Schadstoffbelastung viel geringer sein als wenn du konventionelle Produkte konsumierst. Die Belastung wird aber nie auf Null sinken, zumindest nicht zu unseren Lebzeiten, nehm ich an.
Übrigens hast du keine Mängel zu befürchten, wenn du deine neue Ernährungsweise ernst nimmst. Nahrungsergänzungen kannst du dir also sparen. Die brauchst du dann nicht. Und wenn du wirklich nicht immer deine ganzen Nährstoffe reinbekommst, greif auf ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel zurück. Ich empfehle da gerne das hier: https://www.amazon.de/Eubiopur-Multivital-Premium-Multivitamin-Tabletten/dp/B00PE6NLOW
Was am öftesten zu kurz kommt, sind die Omega-3 Fette. Gönn dir also öfter mal ein paar Leinsamen, Hanfsamen (bzw. deren Öle) oder iss 1x die Woche einen fetten Fisch wie zB. Lachs. Bei Fisch hat man aber leider das Risiko, dass selbiger mit Quecksilber oder sonst was vergiftet ist. Was soll man machen? Die Welt ist nicht perfekt. Aber wir machen das beste draus, dann funktioniert das schon. Der Körper hält ja verdammt viel aus und ist ein Entgiftungswunder. Mute ihm deshalb einfach nicht zu viel zu, dann kommt er schon klar. Und wenn du mal über die Stränge schlägst, hilfst du einfach nach, indem du selbst eine Entgiftungskur durchführst. Dann isst du einfach 4 Wochen lang täglich 1-2 Esslöffel voll Bentonit, etwas Chlorella und Spirulina und vll. einen Esslöffel Flohsamenschalen. Diverse Kräutertees sind da auch nützlich. Dann passts wieder. Und vergiss nicht aufs Trinken. Trinken ist immer das A und O. 25-50ml pro Kilogramm Körpergewicht ist so der normale Bereich. Je nach Belastung kannst du eher im unteren oder oberen Bereich sein. Mehr brauchst du normalerweise nicht, weniger auch nicht.
LG