Original von chessmasterD
- Bei einer extremen Kalorienreduktion schaltet der Organismus in den Modus Hungerstoffwechsel:
Das geschieht nicht sofort, sondern erst nach einigen Tagen und wenn es soweit ist, holt man ihn eben mit einem Refeed wieder heraus.
Original von chessmasterD
- Der Grundumsatz wird soweit wie möglich reduziert, z.B. unter Abnhame der Körpertemperatur. Logische Folge: Jojo-Effekt nach Absetzen der Diät. Der Abnahme des Grundumsatzes kann man entgegen wirken mit einem moderateren Kaloriendefizit und mit Sport, Kraftsport ist besonders gut geeignet. Man kann doch nicht ernsthaft von Sport abraten, weil man danach hungriger sei?!
Der Hungerstoffwechsel sorgt nicht für einen Jojoeffekt, denn sobald man nach der Diät nicht mehr im Defizit ist, verlässt man ihn spätestens wieder. Das Problem, wenn man zu lange im Hungerstoffwechsel bleibt, ist, dass man weniger verbraucht und sich damit das Abnehmtempo verringert.
Sport hilft in der Tat und gerade Kraftsport ist auf hohem Defizit auch durchaus zu empfehlen, da es nach einer entsprechend hohen Proteinmenge das zweitbeste Mittel gehen Muskelverlust ist.
Ich rate nicht vgenerell on Sport ab, sorry, wenn es so rüber kam. Es geht mir darum, dass Sport kein Ersatz für eine Diät ist, weil es wenig in punkto Kaloriendefizit bringt, wenn man nur den Verbrauch erhöht, ohne darauf zu achten, dass man nicht gleichzeitig auch die Zufuhr unbewusst erhöht. Als Begleitmaßnahme zu eienr Diät ist kraftsport sehr zu empfehlen. Auf Ausdauersport würde ich hingegen eher verzichten. Nicht etwa, weil er per se schelcht wäre, sondern weil Kraftsport Priorität hat und es sinnvoller ist, 3 mal die Woche Ein niedrigvolumiges, hochintensives GanzkörpergrundübungsKrafttraining zu machen, als nur 2 mal Krafttraining und 1 mal Ausdauertraining. Mehr als 3 Einheiten Sport pro Woche bedeuten aber entweder, man trainiert suboptimal und verschwendet nur Zeit oder aber man überlastet seinen Körper dermaßen, dass man innerhalb von wengien Wochen ausgebrannt ist (wenn man nicht gerade ein Profisportler ist, dessen Körper das gewohnt ist).
Original von chessmasterD
- Der Energiebedarf wird durch Fettverbrennung und Aminosäurenabbau gedeckt.
Fett will man ja gerade verbrennen, anders wird man es nunmal nicht los, wenn man es sich nicht absaugen lässt. Wegen der Aminosäuten isst man ja entsprechend viele, so dass das kein Problem darstellt.
Original von chessmasterD
- Bei der Fettverbrennung entstehen Ketonkörper (die nur zum Teil den Energieverbrauch des Gehirns decken, es braucht immer noch Glucose). Ketonkörper verursachen eine Azidose. Eine Azidose ist eine ernst zu nehmende Gefahr, einzelne Fälle lebensbedrohlicher Azidosen während der Atikins-Diät wurden dokumentiert.
Ketonkörper entstehen nicht automatsich bei Fettverbrennung, sondern nur, wenn der Körper diese bewusst herstellt, um damit das Hirn zu versorgen, weil ihm nicht genügend KH zur Verfügung stehen. Um auf so hohe Ketonkörpermengen zu kommen, dass das Problem der Übersäuerung auftreten kann, muss man sich nahezu Zero-Carb ernähren. Dies ist aber nicht sinnvoll, da es auch den Verzicht auf praktisch jegliches Gemüse bedeuten würde, welches aber auf starkem Kaloriendefizit sinnvollerweise in großer Menge zu sich genomemn wird, um für eine ausreichende Versorgung an Mikronährstoffen wie Vitaminen trotz niedriger Kalorienaufnahme zu sorgen, ohne auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen zu sein. Gleichzeitig hat Gemüse extrem viele Ballaststoffe im Vergleich zu seinen Kalorien (nicht so wie z.B. Vollkornprodukte, welche zwar absolut gesehen auch viele haben, aber realtiv zu den Kalorien nicht, weil sie eben auch sehr kalorienreich sind), was es ideal dafür macht, so viel davon zu essen, wie man will, um sicher zu gehen, unter keinen Umständen Hunger zu leiden. Auf eienr guten Diät leidet man keinen Hunger (vom anfänglichem Heißhunger auf Suüßes in den ersten Tagen des Entzugs mal abgesehen). Hungrig zu Bett gehen zu müssen, ist immer ein Zeichen für einen Fehler in entweder der Diät an sich oder in ihrer Ausführung.
Original von chessmasterD
- Aus dem Gewebeabbau und der Fleischzufuhr werden Purine freigesetzt.
Folge: erhöhtes Gichtrisiko.
Fleichzufuhr: Muskelfleisch ist unbedeutend in punkto Gichtgefahr.
Gewebeabbau: Beim Abbau von Fettgewebe werden natürlich Giftstoffe, die während des Aufbaus diesesFettgewebes dort hineingelangt werden, wieder freigesetzt. Je schneller man also Fett verleirt, desto mehr werden auf einmal freigesetzt. Abhilfe kann aber in Form von einer ausreichend hohen Flüssigkeitszufuhr geschaffen werden, so dass der Körper alles wieder ausspülen kann.
Original von chessmasterD
- Die Krankheiten, bei denen eine solche extreme Diät absolut kontraindiziert ist, sind nicht selten, im Gegenteil, sehr weit verbreitet. Vor allem Übergewichtige sind oft multimorbide. Viele von Ihnen haben eine Fettleber, Leberzirrhose ist auch nicht soo selten, dann gibt es noch die Hepatiden usw. Übergewicht geht sehr oft mit Diabetes einher. Jeder Diabetiker entwickelt irgendwann eine Nierenfunktionsstörung, die diabetische Nephropatie. Bei jeder Nieren- oder Leberfunktionsstörung werden sich im Laufe dieser Diät Gifte im Körper ansammeln. Deshalb ist eine genaue Anamnese, Untersuchung und engmaschige Überwachung sehr wichtig.
Gerade bei Diabetiekrn ist es sinnvoll, sich low-carb zu ernähren und verstärkt Fett und protein zur Kaloriendeckung zuzuführen, auch ohen Übergewicht, denn dann benötigt man auch nicht mehr so hohe Mengen künstlich zugeüfhrtes Insulin.
Dass starkes Übergeiwcht eine Reihe von Krankheiten verursachen kann, ist ja gerade der Grund dafür, es möglichst schnell los zu werden, so länger man stark übergewichtig ist, desto schlchter für den Körper. Entrpechend lieber eine gute Enrährungsumstellung und den KFA für immer im Griff als imemr wieder rückfällig werden. Die Erfahrung lehrt aber, dass eine langfristige Ernährungsumstellung deutlich erfolgversprechender ist, wenn sie in Form eienr Radikaldiät begonnen wird.
Original von chessmasterD
- Psychische Folgen eines drastischen Kaloriendefizites sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Kopfschmerzen, Aggressivität..
Das sind eher Folgen von Nährstoffmangel und einer der Gründe, wieso man umso höher das Defizit sit, umso mehr darauf achten muss, was man isst, und weshalb ich jedem von so Blödsinn wie Kohlsuppendiät, Kartoffeldiät, etc. nur abraten kann (gibt natürlich noch genug andere Gründe, warum die genannten beiden Beispiele nicht zu empfehlen sind).
Original von chessmasterD
- Wenn man bei dieser Diät keine Nahrungsergänzungsmittel nimmt, fehlen essentielle Vitamine und Mineralien.
Nein, nicht, wenn man sich an sie hält.
Original von chessmasterD
Das sind ganz einfache Fakten, die in jedem Physiologiebuch stehen.
Nein, sind sie nicht, wie man an meinen obigen Antwoten sieht.
Original von chessmasterD
Kurzfristig wird man mit der Diät zwingend Gewicht verlieren, aber ob es +EV ist..
Ja, ist es.
Du lehnst dich btw. ziemlcih weit aus dem Fenster, ohne genau zu wissen, über was für eine Diät im Detail du da überhaupt redest.
Original von chessmasterD
Wenn sich unser gesamter Metabolismus um Glukose dreht, wird sich die Natur dabei schon etwas "gedacht" haben. Auf den Grundbaustein der Nahrung komplett zu verzichten, ohne die genauen Mechanismen komplett zu kennen, halte ich für sehr riskant. Die Langzeitfolgen aufgrund der Umstellung des Stoffwechsels und des Hormonhaushalts kann man nicht abschätzen.
"Wenn" trifft es sehr passend. Ich hätte es sogar eher noch mit "drehen würde" formuliert. Tatsache ist, dass KH nicht der Grundbaustein unserer Ernährung sind. Das sind Proteine, essentielle Fette und Mikornähstoffe. Kohlenhydrate und nicht essentielle Fett sind in erster Linie Kalorienauffüller. Vor der Einführung des Ackerbaus hat der Mensch massiv weniger KH zugeführt als er es heute tut. Für die Zivilisation als ganzes war die massive Erhöhung der Verfügbarkeit von KH gut, da billig große Mengen Kalorien zur Verfügung standen, um weit mehr Menschen als zuvor zu ernähren. Für den Körper des einzlenen hingegen sind die Effekte dieser heutigen KH-lastigen Ernährung höchst zweifelhaft. Unser Körper ist nicht dafür gemacht, dauerhaft 50% und mehr seiner Kalorien aus KH zu gewinnen, auch wenn er kurzfristig damit klar kommt. Selbst ohen Bedarf, den körperfettanteil zu reduzieren, ist es nicht sinnvoll, langfrstig über 20% seiner Kalorien aus KH zu decken, wenn man die finanziellen Mittel zur Verfügung hat, dies zu vermeiden.
Original von chessmasterD
Gegen Ende auf die Schnelle noch ein paar Wikipedia-Zitate:
Im April 2003 veröffentlichte die renommierte Medizinzeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA) die erste systematische Datenauswertung aus 96 relevanten Studien (aus 2.503 Artikeln zwischen 1966 und 2003) bezüglich der Wirksamkeit und Sicherheit von Niedrig-Kohlenhydratdiäten. Ergebnis dieser Meta-Auswertung (d. h. einer Studie, die den bisherigen Forschungsstand zusammenfasst) war die Feststellung einer nicht ausreichenden Datenlage in der Forschung um eine fundierte Empfehlung für oder gegen Low-Carb-Diäten bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit für breitere Bevölkerungsgruppen zu machen, speziell für stark kohlenhydrat-reduzierte Diäten, lange Zeiträume und ältere Patienten
Die Ernährungswissenschaft geht momentan davon aus, dass eine ketogene Ernährung bei Low-Carb-Diäten zu verschiedenen Gesundheitsstörungen und -schäden führen kann, unter anderem Niereninsuffizienz, Leberschäden, Akne und Verstopfung. Eine Langzeitstudie von 2010 an Kindern und jungen Erwachsenen deutet jedoch eine gesundheitliche Unbedenklichkeit ketogener Diäten auch über längere Zeiträume an.[11] 2005 wurde das Ergebnis amerikanischer Forscher veröffentlicht, dass die Atkins-Diät auf Grund der Ketosewirkung zu einem signifikanten Anstieg der Methylglyoxal-Produktion führt. Dieser chemischen Verbindung wird zelltoxische Wirkung zugeschrieben und sie kann vor allem bei Diabetikern zu Gefäß- und Gewebeschädigungen führen. Einzelne Fälle von lebensbedrohlicher Azidose sind bekann
Ich könnte dir auch genug Studien über die langfrstigen Schäden von High-Carb-Enrähung heraussuchen. Fakt ist, wir sind noch lange nicht soweit, im Detail die ideale Enärhung unseres Körpers zu kennen.
Genau aus diesem Grund aber, macht es Sinn, sich möglichst nah an seienr natürlichen artgerechten Ernährung zu orientieren, die sich über Jahrmillionen der Evolution bewährt hat.
Wie es die Ironie des Schicksals will, ist eine artgereche Menschennahrung aber eben low-carb, da vor der Erfindung des Ackerbaus von Obst abgesehen keinerlei high-carb Nahrung in Mengen zur Verfügung stand, die einen bedeutenden Teil zur Kalorienaufnahme hätten beitragen können.
Die typische westliche Durchschnittsernährung ist extrem viel kohlenhydratreicher, als die Nahrungszusammenstellung, unter der sich der menschliche Körper entwickelt hat. Bis nicht absolut sicher ist, dass die moderne Ernährung keine gravierenden negativen Begleiterscheinungen hat (und derzeit deutet das meiste daruf hin, dass sie diese eben hat, Diabetes und Fettleibigkeit sind nur ein 2 Beispiele unter vielen Zivilisationskrankheiten, die bei Naturvölkern, die sich noch heute nach Art der Jäger und Sammler low-carb ernähren selsbt in auch für usnere Verhältnisse hohem Alter praktisch nicht vorkommen), ist es äußert riskant, sich eben nicht low-carb zu ernähren, nicht umgekehrt.
Atkins als Urvater der low-carb Diäten ist übrigens ein prominentes, aber schlachtes Modell, welches im Gegensatz zu sinnvolleren low-carb Varianten pflanzliche Nahrung praktsich komplett streicht und dadurch praktsich nur mit Nahrungsergänzungsmitteln durchführbar ist. Wir sind eben genausowenig reine Fleischfresser, wie wir reine Pflanzenfresser sind. Weder eine rein karnivore noch eine rein vegane Ernährung ist auf Dauer gesund für unseren Körper, wir sind und bleiben Omnivoren.
Das heißt aber eben nicht, dass wir über Unmengen an Getreideerzeugnissen das Kalorienverhältnis so völlig übertrieben Richtung pflanzliche Nahrung ausrichten sollten, wie es heute der Regelfall ist.