Ich würde den Gegner wieder als TAG charakterisieren, mit preflop 3-bet und AF eher am unteren Ende. Andererseits gibt es bei 900 Händen schon noch Platz für Statistikschwankungen. Seine 3-bet Range wird der Range aus dem Equilab ziemlich entsprechen. Es ist offensichtlich, dass die Range des Gegner den Flop sehr gut trifft. Viel besser geht es für ihn kaum noch. Nach dem ersten Schlagabtauch ist auch klar, er hat den Flop gut getroffen. Draws hat er keine, weil das nur Flush Draws sein könnten. Es ist nicht anzunehmen, dass er einen Gutshot mit KK/QQ so spielt. Flush Draws sind aber nicht in seiner Range, weil du und das Board alle Karten dafür halten. Er hat also eine made Hand, die er nie aufgeben wird, was immer jetzt noch kommt.
Es geht also um die Frage, ob du mehr Value mit cap Flop bekommst oder mit call Flop 3-bet checkraise Turn. Das hängt einfach davon ab, wie häufig er am Turn betten wird, wenn du callst (so gut wie immer) und wie häufig er auf deine Action am Turn draufsattelt (raise Turn nach cap Flop von dir oder 3-bet Turn nach call Flop checkraise Turn von dir). Ich denke, seine Sets wird er am Turn auch nach cap Flop raisen, weil er annehmen wird, dass er häufiger gegen ein 2-Pair oder ein schwächeres Set unterwegs ist als gegen eine Straight. Die Linie call Flop 3-bet checkraise Turn macht ihn vielleicht etwas vorsichtiger, weil das eine extreme Monsterlinie ist (stop and go) und er dir dann weniger oft AT oder AJ gibt. Mit AA bei dir rechnet er nicht unbedingt, weil du preflop nicht gecappt hast.
-> wenn er AK/AQ hat, dann gewinnt call Flopraise - checkraise Turn eine halbe Bet mehr - 18 Kombos
-> er hat aber Grund anzunehmen, dass nach dem Checkraise am Flop AK/AQ keinen Vorteil mehr hat und dann 3-bettet er damit vielleicht nicht
-> wenn er KQs hat, dann hast du einen Freeroll wegen des Flush Draws und cap Flop gewinnt mehr, da er sich am Turn nicht bremsen lassen wird - 3 Kombos
-> wenn er ein Set hat, dann ist es unklar, ich würde aber zu cap Flop tendieren - 6-9 Kombos
-> wenn er ein 2-Pair hat, dann wird er am Turn nicht 3-betten, mit AJ aber vielleicht noch raisen -> call Flop cr Turn leicht besser - 11 Kombos
-> seine Range ist stark in Richtung 2-Pair+ verschoben, wobei es sich dann nicht viel schenkt
Jedoch: am Turn findet eine Equityveränderung statt, die die Action fast nur zu deinen Ungunsten beeinflussen kann. Paart sich das Board, dann besteht FH Gefahr. Gibt es einen Flush, dann wird er weniger gern weiter raisen. Daher: cap Flop, so bekommst du das Geld rein, so lange noch alles klar ist.
Am Turn: AA, JJ, TT, ATs haben FHs/Quads = 9 Kombos. AK/AQ/AJ/KQs haben kein FH, was 30 Kombos sind. Aus der Sicht des Gegners hast du dich mit AT und TT verbessert. Das betrifft in erster Linie seine KQs und AJ, der Rest seiner Hände liegt entweder immer noch vorne oder war schon am Flop hinten. In deiner Range liegen aber auch AK/AQ/AJ, da muss er sich zunächst keine Sorgen machen. Er liegt aus seiner Sicht immer noch meistens vorne und kann mit allem betten, was er am Flop 3-bettet.
Aus deiner Sicht hat der Gegner plötzlich viele FHs/Quads. AJ ist keins (9), KQs auch nicht (3), aber AA, JJ, TT, ATs sind welche (9). Der Vorteil gegen KQs ist klein, der Nachteil gegen FHs ist extrem (1 Out). -> Du gehst hier vom Gas, da der Gegner auch mit schwächeren Händen zuverlässig bettet, du aber keinen Vorteil mehr gegen seine Range hast. -> Calldown nach dem Prinzip way ahead, way behind.
Board: A♠T♠J♥ T♥
Equity Win Tie
MP2 46.54% 41.34% 5.19% { KsQs }
MP3 53.46% 48.27% 5.19% { AA, JJ-TT, AJs-ATs, KQs, AJo }
Das dürfte es wohl eher treffen als die von dir angenommene Range.
Edit:
Habe mir noch nachträglich den Spoiler angesehen. Gegner 3-bettet preflop nicht nach Chart und spielt am Flop einen 3-bet Semibluff ohne Foldequity. Nun ja.