Hm, habe 'ne halbe Stunde mit Grammy über die 1) gesprochen.
BB hat hier Preflop zunächst einmal eine sehr kleine Range mit seinem PFR von 10 aus dem BB als Defend - wir geben ihm eigtl. nur noch JJ+, AJs+, AQo. Der Typ scheint auch kein Rock zu sein, weil sein VPIP zu hoch ist, insofern gehen wir davon aus, dass er viele weitere Hände - 99, TT, KQs -, die man sonst 3-betten könnte, nur called. Mit vielen Händen wird er also nur callen und sich den Flop anschauen. Ein so passiver Spieler 3-bettet nicht mehr viel ("oh ein raise vor mir").
Die Frage ist, ob er jeden Flop contibettet. HU und mit einem AF von 0.3 auf 43VPIP kann man davon aber noch ausgehen.
Nun bleibt die Frage, ob er ohne madehand den Turn ebenfalls nochmal bettet. Wir denken nicht, dass er das nochmal tut - zumindest nicht ohne diamond und selbst mit scheint das sehr fragwürdig - der Typ hat nur einen WTS von 31.
Jetzt hatte ich eben eine Rechnung bzgl. des semibluffs, um zu erfahren, in wievielen Fällen er folden muss, jedoch fällt auf, dass er am Turn keine Hand folden wird, wenn wir davon ausgehen, dass er nur madehands oder den FD contibettet. Insofern bringt uns ein Raise hier gar nichts. Die einzige Möglichkeit besteht, dass er am River dann AK oder AQ foldet. Wir müssten also den Turn raisen und den River betten, um ihn von AK oder AQ zu bekommen. Das ist jedoch viel zu teuer. Wenn wir ihn am Turn callen und er am River checked, ist die Frage, ob man ihn mit einer Bet von diesen beiden Händen bekommt. Ich denke nicht, dass er mit AK oder AQ dann c/f spielt. Maximal mit AQ - aber bei dem drawheavy board wird er auch das oft c/c spielen. Insofern, so weak das evtl. auch aussehen mag, ist hier wohl call Turn, c/f River ui die beste Line.
Schwierig wird es, wenn er am Turn auch ohne eine madehand oder flushdraw contibettet. Damit der semibluff profitabel ist, muss er in 8.25% der Fälle funktionieren [siehe Semibluff-Artikel: 0.484 / (0.742*7.25 + 0.484) = 0.0825]. Es gibt folgende Anzahl an Kombinationen seiner Range:
Pairs: 3x JJ, 3x QQ, 4x KK, 3x AA -> 13
Suited: 3x AJs, 2x AQs, 3x AKs -> 8
Offsuited: 7x AQo, 12x AKo -> 19
Gesamt: 40
Er wird mit seinem AF auch mit einem Set den Turn nicht 3-betten, weil er Angst vor dem Flush hat. Insofern können wir hier raisen und werden nur gecalled. Von den 40 Kombinationen wird er am Turn maximal 13 aufgeben (die AK und AQ ohne diamond, jedoch ist die Frage, ob er den Gutshot+2 OCs hier nicht doch noch called). Foldet er die 13 Kombinationen, wäre das für den funktionierenden Semibluff mehr als ausreichend. Es würde sogar genügen, wenn er nur die vier AQ (ohne diamond) foldet - das wäre in 10% der Fälle.
Weiterhin ist die Frage, ob wir den River nochmal betten, damit er AK oder AQ mit diamond foldet.
Am River ist der Pot 8.25BB groß. Er foldet hier von seinen verbliebenen 27 Kombinationen noch weitere 6. Das sind >22%, die bluffbet wäre also +ev.
Es hängt somit eigtl. alles davon ab, womit er am Turn nochmal bettet. Bei dem AF gehen wir nicht davon aus, dass er ihn ohne FD/madehand bettet. Ansonsten wäre raise Turn, bet River am besten. Wenn er Preflop ein wenig looser 3-bettet wird's noch schwieriger. Dann sind evtl. TT und 99 mit drin. TT wird er nicht schmeißen, 99 auf raise Turn, bet River. KQs könnte er auch schmeißen, soll er jedoch nicht, da wir ihn reverse dominieren und bereits ahead sind.
2) Würde ich einfach downcallen. Mit dem Turnraise wirst du keine bessere Hand zum Fold bewegen können, mit einem Call wird ein busted FD oder ein bluff auch am River nochmal barreln.
Wenn dein Gegner passiv ist, würde ich den Flop raisen, den Turn betten und am River ui behind checken. Ich denke so kriegen wir den meisten value.
Ansonsten easy calldown.