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T9s Bluffversuch gegen eine Nit, schlecht? Wie bluff man richtig?

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TobiasNRW
Beigetreten: 21.09.2006
Elite Grinder

Preflop: Hero is BU with 9:s, T:s.
CO folds, Hero raises, SB 3-Bets, BB folds, Hero calls.

Flop: (7 SB) K:d, Q:h, 3:h (2 players)
SB bets, Hero raises, SB calls.

Turn: (5.5 BB) 8:h (2 players)
SB checks, Hero bets, SB calls.

River: (7.5 BB) 6:c (2 players)
SB checks, Hero bets, SB calls.

Gegner: 22 17 3,7 36 1 K Hands

Ich dachte, da er so nitty ist bekomme ich rausgeblufft? Schlecht gespielt?
Nie funktioniert es! Wie blufft man richtig?

Ihr habt mir ja gesagt ich muss mehr bluffen.


Antwort
Zitat
8 Antworten
ureyer
Beigetreten: 02.04.2005
Oldschool Grinder

Also zunächst Mal sollte man auf niedrigen Limits fast nie bluffen. Und hier auf diesem drawheavy Board glaubt Dir niemand was. Außerdem hat das Board seine Range voll getroffen (KQ,AQ,AK). Ein trockenes Board ist dafür sicherlich geeigneter.

Aber ich würds ganz sein lassen bis Du bei 2/4 oder besser 5/10 angekommen bist, wo die Leute auch mal ein kleines Pair folden können. Du hast ja mit Semibluffs immernoch genug Bluffhände, da muss man nicht auch noch mit pure Air draufhauen.


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Zitat
mAlti
Beigetreten: 04.06.2005
Elite Grinder

Tipps:

Verabschiede dich von dem Gedanken, dass du beim Gegner richtig starke Hände ( a la TP oder Secondpair rausfolden kannst) bzw relativ gesehen starke Hände, die alle deine Draws schlagen ( Acehigh/Khigh im Beispiel TT/JJ), wenn du es hart genug versuchst. Solche Hände werden zurecht nicht oder wenn halt exploitive gefoldet, weil man denkt, Villain bluffed zu wenig. Wenn jemand auf einen Bluff foldet hatte er meistens eine unimproved Highcardhand oder halt nen bottom oder third/4th Pair.

Du siehst, dass der Gegner tight ist und relativ wenig Wts hat, allerdings läßt du hier im in der Hand außer acht, dass er bereits enorme Stärke gezeigt hat; er ist mit einer 4% Range auf einem KQx Board unterwegs, schau dir das mal im Equilab an, wie seine Range wirklich aussieht :)

Etwas anders wäre die Situation wenn du zb in der BB mit t9s wärest und der Gegner hätte vom Btn geopenraised; hier hätte er vielleicht eine 20-30% Range und es bestünde die Möglichkeit, dass er mal was foldet, zb j9 oder nen kleines Pocket oder A7s oder so.

Behalte im Hinterkopf, dass nen Bluff genau wie der CD nicht immer funktionieren muss, damit er gut ist.
Außerdem hilft dir das Ergebnis am SD in den meisten Fällen garnicht unbedingt weiter. Zeigt dein Gegner dir hier AQo , hatte er einfach einen Teil seiner Range, den er nicht folden kann. ( Er schlägt halt noch xx Hände wie j9/t9/At/aj/jt splittet mit AQ)
Das ist wie wenn jemand 2 Leute Ax auf nem Axx Bord haben, im Prinzip nen Setup.


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Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Ich denke, die 3-bet Range von SB wird eher so 18% sein. Das wird zu seinem PFR passen. Ein Spieler, der nach Chart spielt, hat einen PFR von 19 und eine 3-bet Range im SB gegen BU von 23%.

In einer 3-bet Range ist ca. 1/4 der Hände am Flop A high ohne Gutshot bzw. Flush Draws. Ein weiteres Viertel sind Pockets < QQ. Könnte schon sein, dass man gegen eine Nit einiges an Foldequity hat. Das Board trifft Heros Range nicht ganz schlecht. 38% second Pair oder besser bei nur 10% oesd oder Flush Draw.

Bluff Turn, nachdem ein Bluffout kommt, ist in Ordnung. Am River würde ich die Bluffes zurück fahren, da am River nichts mehr kommt und der Gegner am Turn sehr oft mit Showdownvalue callt.


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Zitat
bowmaker
Beigetreten: 14.12.2008
Oldschool Grinder

Original von ureyer
Also zunächst Mal sollte man auf niedrigen Limits fast nie bluffen.
...Aber ich würds ganz sein lassen bis Du bei 2/4 oder besser 5/10 angekommen bist, wo die Leute auch mal ein kleines Pair folden können.

Ich glaube nicht, daß diese Herangehensweise noch zeitgemäß ist. Dafür hat sich FL in den letzten Jahren zu sehr verändert (auch der durchschnittliche Freizeitspieler auf den Micro-Stakes).
Zumal 5/10 für die überwiegende Mehrheit (inklusive meiner Wenigkeit) ein unerreichbares Limit bleiben wird.
Selbst auf den absoluten Nano-Stakes sind die Zeiten, wo man 4- oder 5-handed den Showdown gesehen hat lange vorbei.

Original von TobiasNRW
Gegner: 22 17 3,7 36 1 K Hands
Ich dachte, da er so nitty ist bekomme ich rausgeblufft? Schlecht gespielt?
Nie funktioniert es! Wie blufft man richtig?

Die Auswahl des Spielzugs hat nichts mit dem Ausgang der Hand zu tun.
Deine Bluffs/Semibluffs spielst Du ja lediglich gegen eine Subrange Villains. Wenn er gerade mit einem besseren Teil seiner Range unterwegs ist, funktioniert der Bluff halt in dieser Hand nicht (was aber nicht zwingend bedeutet, dass die Entscheidung pro Bluff schlecht war).
Wenn der Bluff auffliegt wird man eben beim nächsten oder übernächsten Mal von Villains Bluffcatchern ausbezahlt - ist also nicht weiter schlimm, sondern hat etwas Positives!

Was ich mich zur Hand gefragt habe: raised Du Deine Monster auch alle IP?
Valuehands und Bluffs sollten schon aus der selben Line kommen...
Ich tendiere hier als Default zu call Flop und evaluiere am Turn, ob ich folde oder attackiere (Actionverlagerung auf den Flop mache ich HU eigentlich nur, wenn es gute Gegnerbedingte Gründe gibt).

Original von cjheigl
Am River würde ich die Bluffes zurück fahren, da am River nichts mehr kommt und der Gegner am Turn sehr oft mit Showdownvalue callt.

Ich finde (wie die Hand gelaufen ist) die Riverbet gut (besser als Flopraise und Turnbet), weil man die besten Odds auf den Bluff bekommt. 12% FE würde ich mir gegen einen WTSD 36 - Spieler bei einer überschaubaren Range schon noch geben - wer weiß, was er alles als SD-Value erkennt?!?
Alle Ax und Small Pockets wird er vielleicht am Turn auch nicht wegen SD-Value callen, sondern weil er einen Flush-Redraw gepickt hat.
JTs, 4♥ 4, 5♥ 5, evtl noch 7♥ 7 oder schlechtestes A♥ x könnte er schon noch folden.


Antwort
Zitat
TobiasNRW Themenstarter
TobiasNRW
Beigetreten: 21.09.2006
Elite Grinder

Original von bowmaker
Alle Ax und Small Pockets wird er vielleicht am Turn auch nicht wegen SD-Value callen, sondern weil er einen Flush-Redraw gepickt hat.
JTs, 4♥ 4, 5♥ 5, evtl noch 7♥ 7 oder schlechtestes A♥ x könnte er schon noch folden.

Das waren meine Gründe um zu betten.


Antwort
Zitat
ureyer
Beigetreten: 02.04.2005
Oldschool Grinder

Original von bowmaker

Original von ureyer
Also zunächst Mal sollte man auf niedrigen Limits fast nie bluffen.
...Aber ich würds ganz sein lassen bis Du bei 2/4 oder besser 5/10 angekommen bist, wo die Leute auch mal ein kleines Pair folden können.

Ich glaube nicht, daß diese Herangehensweise noch zeitgemäß ist. Dafür hat sich FL in den letzten Jahren zu sehr verändert (auch der durchschnittliche Freizeitspieler auf den Micro-Stakes).
Zumal 5/10 für die überwiegende Mehrheit (inklusive meiner Wenigkeit) ein unerreichbares Limit bleiben wird.
Selbst auf den absoluten Nano-Stakes sind die Zeiten, wo man 4- oder 5-handed den Showdown gesehen hat lange vorbei.

Na ja ist halt, die Frage. Ich bluffe praktisch nie und mach + 1,5BB/100 bei 0.5/1 und 3,5BB/100 bei 0,25/0,5- Scheint also auch ohne Bluffs zu gehen. In den guten alten Zeiten vor 7-8 Jahren hab ich auch 2/4 und sogar 5/10 gespielt, sollte ich mich heute an einen 2/4 Tisch trauen krieg ich gnadenlos Haue.


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Zitat
Schnicker
Beigetreten: 03.03.2006
BlackMember

Am River ist es dann schon einigermaßen konsequent zu betten, den Flopraise finde ich aber richtig schlecht.

Calle ich einfach den Flop, was schon ordentlich dünn ist und folde diesen Turn. Alternativ kann man direkt den Flop folden, gibt sich aber glaub nicht viel.


Antwort
Zitat
bowmaker
Beigetreten: 14.12.2008
Oldschool Grinder

Original von ureyer
Na ja ist halt, die Frage. Ich bluffe praktisch nie und mach + 1,5BB/100 bei 0.5/1 und 3,5BB/100 bei 0,25/0,5- Scheint also auch ohne Bluffs zu gehen. In den guten alten Zeiten vor 7-8 Jahren hab ich auch 2/4 und sogar 5/10 gespielt, sollte ich mich heute an einen 2/4 Tisch trauen krieg ich gnadenlos Haue.

OK, hab mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt.
In den "guten alten" Zeiten gab es genug Anfänger, für die die vorgegebene PS-Strategie mit Chart + Standardlines bis zu einem gewissen Level völlig ausreichend war, weil man damals gegen die Fischschwärme nur das Geld einsammeln musste.
Selten, dass man HU am SD war, oft musste man sich gegen zwei oder drei Spieler am SD durchsetzen.
FL-Anfänger gibt es hier praktisch keine mehr - die Leute aus dem Forum, die sich in den Niederungen der Limits herumtreiben sind idR erfahrene Leute, die ihre BR rebuilden oder dergleichen.

Mit nicht mehr zeitgemäß meinte ich nicht, dass man die Micros ohne Bluffs nicht mehr schlagen kann, sondern, daß die Durchschnittspopulation auf diesen Limits mittlerweile gut genug ist, dass man mit Bluffs (oder nennen wir es die ersten Versuche seine Ranges auszubalancieren - Bluffs haben ja nichts mit sinnlosem Rumballern zu tun) nicht weniger erfolgreich ist.

Ist halt auch eine Geschmacksfrage, welche Art Stil man spielen möchte.
Ich war auch lange Zeit der nittige, ehrliche Standard-TAG - die Umstellung auf loosere Ranges und die ersten Versuche (entgegen der Experten-Meinungen), meine Ranges auszublancieren haben sich für mich zunächst falsch und unnatürlich angefühlt und hat Überwindung gekostet.
Das gibt sich aber mit steigender Samplesize.
Vor allem ist das Lehrgeld auf den Limits überschaubar.
Auch wenn jetzt Teile unserer FL-Elite wieder mitleidig lächeln werden: die Umstellung hat meinem Spiel (z.Z. gezwungener Maßen 5ct/10ct) sicher nicht geschadet...

Das war es eigentlich, was ich zum Ausdruck bringen wollte, weil man immer wieder mal etwas despektierliche Phrasen liest/hört, man soll auf diesem Limit dies und jenes nicht tun (meist von Leuten, die diese Limits seit Jahren nicht mehr gespielt haben - Dich nun ausgenommen ;-)).


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