so ich grabe das ganze nun wo ich zeit habe mal wieder aus
Original von MyLady17
Als Richtwert hab ich mal gehört (leider konnte man mir es nicht mathematischer erklären), dass in einem HU Pot 12-13% der check/raises am Flop aus Bluffs bestehen sollte.
dieser richtwert erscheint mir nicht richtig, wie kommst du denn darauf ?
wenn wir mal davon ausgehen, dass die hände die wir im laufe der hand zum folden bringen wollen marginale sd-hände sind, dann sollten wir es vereinfacht gesagt so konstruieren, dass sie auf den c/r ~ 30% equity haben, damit sie indifferent zwischen calldown und fold sind. die 30% ergeben sich aus 2,5/8,25= 30% für den calldown des gegners und sind sicherlich diskutabel, da wir ja nicht unbedingt immer durchballern usw, hab jetzt grad kein zugriff auf die platinartikel, wo es da ein paar argumente für die anpassung gibt, aber als erster wert solls erstmal genügen..
da sowohl in unser c/r range als auch in der calling/raisingrange des gegners draws drin sein können ignoriere ich quasi wie in mop die drawequity und denke/hoffe, dass man damit nicht zuviele fehler macht. wichtiger wären eh die rangeteilungen auf turn und river die alle unberücksichtigt bleiben, aber sowohl in die eine als die andere richtung wirken können.
so nachdem wir all diese einschränkungen geklärt haben:
um dem gegner 30% zu bieten müssen wir 30% bluffs haben obv.. das ganze mal an einem beispiel:
als value-madehand definiere ich eine hand welche am flop >58,5% equity hat. das ist quasi ähnlich der 66% regel die grenze, wo man quasi wenn man wenn man hinten ist 1bb mehr verliert als man gewinnt wenn man vorne ist:
wir können 2,5bb gewinnen und 3,5bb verlieren (3,5/6=58,5): auch dies ist natürlich reichlich diskutabel, deckt sich aber auf den meisten boards mit meinem gefühl
auf einem Q75 board gegen ne UTG range wären die valuehände hauptsächlich Q+ und ein paar wenige 7er die nen equity boost durch FD bekommen, klingt für mich plausibel..
Nur valuehands:
Board: Q♠7♣5♠
Equity Win Tie
MP2 26.27% 25.29% 0.98% { 66+, A8s+, KTs+, QTs+, JTs, ATo+, KJo+ }
BB 73.73% 72.75% 0.98% { KK+, QdQh, QdQc, QhQc, 7d7h, 7d7s, 7h7s, 5d5h, 5d5c, 5h5c, AsKs, AdQd, AhQh, AcQc, KdQd, KhQh, KcQc, QdJd, QhJh, QcJc, QdTd, QhTh, QcTc, Qd9d, Qh9h, Qc9c, Qd8d, Qh8h, Qc8c, As7s, Ks7s, 9s7s, 8s7s, 7s6s, AdQh, AdQc, AhQd, AhQc, AsQd, AsQh, AsQc, AcQd, AcQh, KdQh, KdQc, KhQd, KhQc, KsQd, KsQh, KsQc, KcQd, KcQh, QdJh, QdJs, QdJc, QhJd, QhJs, QhJc, QcJd, QcJh, QcJs, QdTh, QdTs, QdTc, QhTd, QhTs, QhTc, QcTd, QcTh, QcTs }
als valuehand gilt hier auch AsKs was halt fraglich ist, wenn kaum schlechteres bis zum river runtercalled auf blanks aber nun gut ... das ganze sind nun 81 kombinationen an valuehands, um auf ein verhältnis von 70/30 zu kommen suche ich nun also nun ca 34 kombos an bluffhänden:
an flushdraws haben wir grad mal 19 kombos ..
erst wenn ich alle GS T8s- 98s adde und dazu noch KsJx dazu nehem komme ich auf 112 kombos(81value 31 bluff)
meine gesammte flop c/r range gegen seine openraiserange sähe dann so aus :
Board: Q♠7♣5♠
Equity Win Tie
MP2 35.92% 34.98% 0.94% { 66+, A8s+, KTs+, QTs+, JTs, ATo+, KJo+ }
BB 64.08% 63.14% 0.94% { KK+, QdQh, QdQc, QhQc, 7d7h, 7d7s, 7h7s, 5d5h, 5d5c, 5h5c, T8s+, 86s, AsKs, AdQd, AhQh, AcQc, KdQd, KhQh, KcQc, AsJs, KsJs, QdJd, QhJh, QcJc, AsTs, KsTs, QdTd, QhTh, QcTc, JsTs, As9s, Ks9s, Qd9d, Qh9h, Qc9c, Js9s, As8s, Ks8s, Qd8d, Qh8h, Qc8c, Js8s, 9s8s, As7s, Ks7s, 9s7s, 8s7s, As6s, 7s6s, As5s, 6s5s, As4s, 5s4s, As3s, As2s, AdQh, AdQc, AhQd, AhQc, AsQd, AsQh, AsQc, AcQd, AcQh, KdQh, KdQc, KhQd, KhQc, KsQd, KsQh, KsQc, KcQd, KcQh, KsJd, KsJh, KsJc, QdJh, QdJs, QdJc, QhJd, QhJs, QhJc, QcJd, QcJh, QcJs, QdTh, QdTs, QdTc, QhTd, QhTs, QhTc, QcTd, QcTh, QcTs }
das fühlt sich für meinen geschmack schon loose mit den bluffs an .. aber wenn wir uns potentielle calldown hände betrachten sehen wir, dass die gegen diese range durchaus blöd dastehen:
z.B
66 vs die flop c/r range, ist quasi instafold :
Board: Q♠7♣5♠
Equity Win Tie
MP2 24.90% 24.86% 0.03% { 66 }
BB 75.10% 75.07% 0.03% { KK+,..}
selbst JJ sehen da nicht viel besser aus :
Board: Q♠7♣5♠
Equity Win Tie
MP2 27.08% 27.08% 0.00% { JJ }
BB 72.92% 72.92% 0.00% { KK+, ... }
Ax sehen sowieso alt aus, selbst AJ mit BD-FD sieht nicht vielversprechend aus:
Board: Q♠7♣5♠
Equity Win Tie
MP2 25.40% 25.40% 0.00% { AsJh }
BB 74.60% 74.60% 0.00% { KK+,... }
abschliessend scheint die so ermittelte flop c/r range und damit die blufffrequenz nicht so verkehrt zu sein. mich erstaunt tendenziell, wie loose man bluffen "kann" da die valuehands mit den vielen Qx doch recht stark sind und wie schlecht selbst gut aussehende hände gegen so eine gefühlt loose c/r range doch dastehen.
natürlich ist hier völlig vernachlässigt, dass flop-c/r aus rangeteilungsgründen mit marginaleren händen sinnvoll sein kann, oder eine c/c c/r range herausgerechnet werden sollte um c/c zu balancen. auch ist die gefahr des turnraises ein großer faktor, aber das ist nunmal der vorteil des ip spielers sowohl gegen flop c/r als auch gegen flop c/c.
ich würde mich über kommentare und kritik natürlich freuen. und hätte bei bedarf auch noch weitere beispiele rumliegen, die ich mit wenig arbeit posten könnte.
intressant ist natürlich auch in wie weit drawy boards sich von den trockenen unterscheiden, aber auch auf drawy boards sind die draws ja auf beiden seiten möglich, sodass man allein schon gegen die draws der gegner allgemein weniger foldequity hat.. ich denke auch auf diesen boards ist ein 70/30 verhältnis näherungsweise korrekt. ein großer unterschied besteht vor allem darin, wo man foldequity hat.
auf den dry boards oft schon direkt am flop, dh man muss seine turn und river bettingranges dementsprechend anpassen, und nicht blind durchballern, denn dann sind 30% bluffs zuviel, während die drawy boards zwar nicht viel zusatzinvesment erfordern um zu bluffen (viele outs und man wäre eh zum river gegangen) dafür ihre foldequity aber auch erst häufig am river voll entfalten.
p.s.
Original von MyLady17
Für den Preflopaggressor ist eine Cbet nur GTO, wenn der Valueanteil der Hände >= 81,3% beträgt. Von fast allen Spielern beträgt der Cbet-Wert auf dem K72 Board 100%, daher sollte man sich wohl generell überlegen exploitive zu spielen.
das ist aber auch nur ohne implieds und rangeteilungen betrachtet oder ?
und dann müsste man ja erst mal valuehands definieren.
vor allem hat man denk ich probleme, wenn man alle "nicht-value-hands" bis auf bluffs nicht mehr c-bettet, da man dann ja seine checkbehind range auch mit valuehands balancen muss um seine rangeteilung nicht am flop direkt obv zu machen, bettet man dann auf einmal nur noch wenige hände, obwohl man range vs range vorne ist. daher sehe ich noch nicht, wieso es unbedingt falsch sein muss 100% zu cbetten. auch wenn exploitive checkbehind vll seine berechtigung hat.