erstmal sry das ich mich so lang nicht gemeldet hab, war das we nicht da, und hoffe die fragen quälen dich noch genug um aktuell zu sein
zu der betrachtung der verschiedenen Teilranges:
Original von Gurkha
Stimmt, für diese Situation ist es wohl unerheblich, weil ich ja gar nicht will, das Villain irgendetwas foldet. Aber sobald ich in einer Situation bin, in der ich auf Foldequity angewiesen bin (z.B. mit ui A-high oder einer marginalen Madehand wie 3rd-Pair) wird die Unterscheidung dann wieder wichtig, weil ich mir darüber die benötigte Foldequity herleiten kann, oder?
richtig ist, dass es in dieser situation nicht so wichtig ist, weil der pot groß ist und wenn schlechteres foldet das eine hand mit einigen outs sein muss, grade dadurch dass schlechtere pairs noch den GS haben.
der entscheidene punkt, den ich deutlich machen wollte ist eher, dass du nicht erst entscheidest, dass du c/r spielst und dann "analysierst" was daraufhin passiert, sondern erst durch die gegenüberstellung der unterschiedlichen lines einen grund hast, die teilranges zu betrachten.
1.c/r b/c ? ...
2.c/c c/r ..
3.c/c c/c ..
hier könntest du nun anschaun welche teile der range des gegners den turn behind checken falls du c/c am flop spielst, welche teile dich am turn raisen, solltest du den flop c/r und welche teile dich auf welche action vermutlich noch downcallen.
erst durch diese unterschiedlichen gewinne und verluste bzw investments gegen unterschiedliche teilranges ergibt sich ein sinn unsere equity gegen die teilranges zu betrachten ..
dies ist allerdings sehr komplex, und wird selten ausführlich gemacht, da auch hier viele annahmen über die spielweise des gegners rein spielen und es zu vielen fallentscheidungen und quasi zu einer kompletten ev-analyse führt.
ohne die absicht diese deteilierte analyse durchführen zu wollen, haben die aussagen über die equity gegen teilranges eigentlich keine bedeutung. was ich errreichen möchste, ist dass du zielorrientiert an die analyse gehst, also dich als erstes fragst was du wissen willst, und dann analysierst welche informationen du dafür benötigst.
implizit muss man die teilung der ranges beim gegner natürlich immer berücksichtigen, aber zb in deiner beispielhand wirkt es so, als wenn dein problem der riverspot ist.
die richtige herangehendsweise wäre daher einfach zu bestimmen welche hände er am river noch halten kann. dafür muss man zwar annahmen machen, welche hände er im verlauf der hand anders gespielt hätte (raised/folded) aber man muss nicht die eigene equity gegen diese teilranges bestimmen
im endeffekt kommst du ja auch auf eine sinnvolle riverrange, bei der du alle rangeteilungen vorher berücksichtigt hast, nur sind viele betrachtungen vorher zumindest für diesen spot nicht wirklich nötig.
In bezug zu der schwer zu beurteilenden rangeteilung beim gegner:
ich kann selber schwer beurteilen wie sehr in den low micros die gegner reasonable mit ihren händen verfahren. aber ich denken auch wenn sie nicht deine range und ihre perceived range einschätzen können, so werden sie auf einem Q high board, welches du c/r hast doch durchaus angst haben, dass du die Q haben könntest und ihre JJ,TT nicht blind am turn raisen. und dass sie mit AK kein pair haben erkennen die meisten wohl auch
also man sollte zwar nicht soviel credit geben, dass man toughe folds einbaut, aber eine gewisse rationale entscheidungsgrundlage muss man wohl schon zugrunde legen, welche genau das bei welchem gegner ist, gilt es dann durch reads näher herauszufinden und ist halt dann annahmenabhängig.
zum riverplay:
das wurde hier ja nun viel diskutiert. zunächst nochmal: die equity am river sagt nichts anders aus, als das verhältnis von händen die wir schlagen zu händen die uns schlagen. daraus ergibt sich, dass man genausogut die absoluten kombinationen an händen die wir schlagen und die uns schlagen betrachten kann.
die betrachtung muss natürlich auch wieder wie bereits erwähnt zielführend sein, also die entscheidungsfindung verbessern.
daher wurden hier ja auch bereits die lines c/c c/f b/f b/c in den raum geworfen.
dazu muss man im hinterkopf behalten, dass es egal ist ob man sich nun ev-werte mit hilfe von equity ausrechnet und so auf die beste line kommt, oder eine line nach der anderen vergleicht und so einige ausschliesst.
das einzig wichtige, ist das richtige ergebnis und zwar die max ev line.
der einfachste fall ist meist, wenn man eine hand hat, die man nicht folden will, denn dann gibt es meist nur b/c oder c/c .. wenn wir nun sogar ausschliessen, dass bessere hände raisen, ist die lösung des problems ein einfacher vergleich zwischen der absoluten anzahl an schlechteren händen die bluffen und schlechteren händen die callen würden.
kommen nun noch bessere hände hinzu, welche raisen, verlieren wir gegen diese 1bet und wir "schmeißen" diese kombinationen einfach auf den "haufen" der bluffhände, die für c/c sprechen. da ein b/c aber auch impliziert, dass gebluffed wird sollte man dann auch die anzahl der bluffraises gegebenfalls berücksichtigen.
bei c/f oder b/f wirds dann halt interessant, weil hier das meist schwer zu beurteilende bluffverhalten eine noch größere rolle spielt.
mal paar extreme beispiele:
1.c/f: wenn wir mit einer bet wenger als 50% equity gegen die callingrange des gegner hätten, und der gegner auf einen check niemals bluffed, ist c/f max ev. (wir realisieren unsere gesammte equity, da der gegner behind checked, zahlen aber keine bet mehr mit <50% equity) das kann auch bedeuten, dass wir die secondnuts am river c/f wenn der gegner nur besseres called/betted/raised. das ist zwar keine realistische annahme, muss einem aber bewusst sein.
2.b/f: wenn wir >50% gegen die callingrange haben(valuebet), ODER der gegner mehr hände auf eine bet called als er auf ein checked bluffed, aber genug bluffed das wir nicht c/f spielen können, dann ist ein b/f richtig, solange er nicht bluffraised.
3.c/c: wenn der gegner mehr schlechtere hände bluffed, als er gegen eine bet callen würde dann ist c/c unabhängig davon wie oft wir vorne sind auch mit 99% equity richtig.
die andere möglichkeit ist, dass wir unter 50% equity haben aber >(1/potsize) equity gegen sowohl eine bluffingrange bei c/c als auch bei b/f haben. dh wir können nicht b/f,c/f und müssten b/c oder c/c.
gerade mit einer marginalen "valuebet" oder einer hand mit <50% muss dann abgewogen werden, wie häufig die bet uns gegen schlechtere hände der möglichen callingrange mehr value bringt als ein c/c , und das im verhältnis wie oft b/c schlechter ist als c/c gegen bessere UND schlechtere hände. (dh c/c uns den raise spart und bluffs induziert)
genau kann man die max-ev line dann nur duch ev-analyse bestimmen, aber meistens kann man dann direkt im kopf bestimmen welche line am meisten sinn macht, wenn man sich deutlich macht wieviele kombinationen an teilranges wie spielen und wie sehr uns das gefällt