Wenn man sedlbst nicht die Nuts hat,. muss man bei extremer Gegenwehr damit rechnen, dass der Gegner sie hat. Ist das jedoch die einzige Hand, die er haben könnte? Das muss man sich nach jeder Aktion überlegen. Es gibt auf diesem Board auch andere Hände, die ein Spieler für sehr stark halten könnte. Z. B. AA, 99, AQ.
Die Menge der Hände, die ein Spieler nach seiner Aktion halten kann, nennt man Range. Hast du gegen diese Range einen Vorteil, drückst du weiter aufs Gas, hast du keinen Vorteil, nimmst du dich zurück. Welche Range ein Spieler hat, hängt neben seinen Aktionen von seinem Spielertyp ab. Ist der Gegner passiv, aggressiv oder überaggressiv? Je aggressiver er ist, desto schlechtere Hände hat er bei Aggression. Kann er die Stärke seiner Hände einschätzen oder überdreht er es, wenn er scheinbar starke Hände hat? Wenn er AQ nach dieser Action immer noch für eine sehr starke Hand hält, dann bist du immer noch im Vorteil.
Dein Ziel sollte es also sein, dich in den Gegner hineinzuversetzen und zu überlegen, womit er so spielt, wie er spielt. Dem passt du dich mit deinem Spiel an. Gegen einen unbekannten Gegner ist das naturgemäss schwierig, weil man sein Verhalten nicht kennt. Diesen Spielern räumt man als Standard ein, vernünftig zu sein. Sie werden es bis zur Widerlegung also nicht übertreiben. Spieler, die du schon länger kennst, kannst du besser einschätzen. Die Lösung kann nicht allgemein angegeben werden. Sie hängt immer von den näheren Umständen ab.
Einem unbekannten Gegner würde ich unterstellen, dass er dich nach cap preflop und cap Flop auf eine sehr starke Hand setzt. Es ist also fraglich, ob er mit AQ am Turn weiter bettet und raist, da er sich mit dieser Hand nicht mehr unbedingt im Vorteil sieht.