Ok, ich werde kurz schreiben, wie man den Anteil der Bluffs am Turn berechnet. Ich werde es nicht genau herleiten, für die Herleitung empfehle ich wie so oft das Buch "Mathematics of Poker"
Die Rechnung gilt für statische Situationen, also für Situationen, in denen es keine Draws gibt. Je mehr Draws möglich sind, desto stärker weicht die optimale Spielweise in der Praxis vom Model ab.
Am River wird der Spieler mit Nuts or nothing alle seine Nuts Hände betten und 1/Priver+1 * Anzahl der Madehands als Bluff. Nennen wir diese Anzahl an Händen einfach mal R wie River.
Am Turn wird er die Range R betten und zusätzlich (1/Pturn+1) *R
Er hat also mehr Bluffs in der Range als am River. Am River gibt er einen Teil der Bluffs auf und spielt quasi so, wie es für eine Street berechnet wurde.
Wenn wir es auf noch mehr Streets erweitern, würde der Spieler am Flop die Tunrbetting Range betten + (1/Pflop +1) * die Range am Turn
zusätzlich als Bluff betten.
Der Spieler bettet also auf den früheren Streets mit relativ vielen Bluffs und gibt dann auf der Späteren Street immer einen Teil davon auf.
Man kann es in der Praxis nicht 100% anwenden, aber ein paar Dinge werden dennoch klar.
Man Blufft am Flop am meisten, deshalb ist es auch oft gut 100% zu contibetten.
Man sollte am Turn wahrscheinlich die meisten Hände folden, weil man hier die schlechtesten Odds hat.
Der andere Spieler callt immer P/P+1 seiner Hände. Hat mir vor allem im NL geholfen, weil hier einige scheinbar raten gefühlte 80% der Range auf eine Flopbet zu folden, weil man "am Turn ja eh nicht callen KANN" was eben stark exploitbar ist.
Man sollte sich nicht alle Hände, die man am Turn callt auch am River callen, oder alle, die man blufft auch am River bluffen.