Wenn Spieler bei einer Entscheidung zögern, dann kann das bedeuten, dass sie das deshalb tun, weil sie eine schwierige Entscheidung haben. Schwierige Entscheidungen hat man mit schwächeren Händen, die starken spielen sich fast von selbst. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Spieler gerade andersweitig beschäftigt ist und für den Tisch gerade keine Zeit hat. Das tritt häufig bei Spielern auf, die mehrere Tische spielen. Dann kann es Action auf anderen Tischen geben, die dringender ist als dein Tisch. Man muss mit Timing Tells vorsichtig sein, da man sich selten zu 100% auf sie verlassen kann. Es gibt auch Spieler, die mit den Nuts absichtlich lange warten, um eine schwächere Hand vorzutäuschen. Wenn man einen zuverlässigen Tell gefunden hat, dann ist das natürlich prima.
Wir haben einen Artikel über das Spiel gegen verschiedene Gegnertypen, der für deinen Status zur Verfügung steht:
-> Die 8 Spielertypen und wie du an ihr Geld kommst.
Ausserdem gibt's noch die Skripten aus meinem vergangenen Einsteigercoaching:
-> https://www.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?threadid=1553756
Helfen können dir insbesondere die Skripte zu den Gegnertypen, dem Spiel ausser Position gegen passive Gegner und die zwei Skripte über die Donkbet (und was man dagegen tut). Das Spiel im ungeraisten Pot wird auch sehr nützlich sein, da in den kleinen Limits oft nicht geraist wird.
Ich vermute, der genannte Artikel auf Pokersource ist schon ziemlich alt. Ausser in den allerniedrigsten Limits gibt es gar nicht mehr so viele loose Spieler und die Charakterisierung des LAGs ist schlecht getroffen (vergleiche mein Skript über die Gegnertypen). Die meisten LAGs wissen, was sie tun. In den niedrigen Limits sind sie selten und wenn sie dort spielen, dann sind das die besseren Spieler im Vergleich zu den anderen. Es gibt aber natürlich auch die Donkeys und die Maniacs. Die sind auch aggressiv, aber meistens auf dumme Weise.
Ein LAG würde in der Regel mit K2o oder 75o nicht cappen (und auch selten 3-betten). Maniacs machen das. LAGs 3-betten oder cappen vielleicht mal 76s oder J8s und das sind im Vergleich viel geeignetere Hände.
Wenn man selbst ein Monster trifft, dann muss das Geld in den Pot, auch wenn man den Pot nicht immer gewinnt. Ein Flush Draw am Flop gewinnt gegen ein Set zu 25%, also jedes vierte mal. Bei open ended Straight Draws ist es ähnlich. Das Set gewinnt in der weit überwiegenden Zahl der Fälle, aber halt nicht immer. Es ist natürlich ärgerlich wenn man ausgesuckt wird, aber man muss sich klarmachen, dass das nicht das letzte Set ist, das man bekommt. Auf lange Sicht ist das Set im Vorteil.
Einen grossen Pot zu gewinnen oder zu verlieren kann das Ergebnis einer Session ausmachen. Auch da gilt, das ist nicht die einzige Session, die man spielt. Früher oder später werden sich die besseren Chancen durchsetzen und man wird auch grosse Pötte mal gewinnen.
Zum Schluss empfehle ich, die Sitzposition am Tisch nach Möglichkeit zu optimieren. Das kann sehr viel im Ergebnis ausmachen. Die loosen Spieler gehören nach Möglichkeit auf die rechte Seite, die tighten Spieler auf die linke. Das ist schon wirklich die halbe Miete.