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Equity & Pot-Odds in Echtzeit

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clovenhoofsdoom
Beigetreten: 04.03.2016
PokerStrategist

Hi!

Ich bin absoluter Anfänger, technisch gesehen spiele ich schon ziemlich lange abendlich mit Freunden aber das ist bisher mehr zum Kopf ausschalten gewesen ;)

Also ich lese nun fleißig Artikel und gucke Videos und all die Aussagen zu Equity & Co finde ich total nachvollziehbar (auch wenn ich nicht weiß ob ichs selber schon hinkriegen würde) - aber ich frage mich wirklich was mir das alles im Spiel bringt - bitte weiterlesen bevor ihr aufschreit - weil die Zeit zum reagieren doch maximal 20 Sekunden ist. Ich glaube auch nicht, dass sich irgendjemand tatsächlich hinsetzt und während dem Pokern Blätter in Equilab einhackt.. gehört das einfach zur Erfahrung, dass man irgendwann weiß, in der Situation mit dem Blatt gegen den Gegner hab ich die und die Werte?

Für mich als Anfänger bedeutet das vermutlich, dass ich strikt nach Tabellen spielen soll? Trotzdem habe ich andauernd das Gefühl, dass ich kaum weiß wann ich wie reagieren soll, aber da hab ich vermutlich einfach noch zu wenig gelesen und Videos geschaut. Ich würde mich freuen, wenn mit erfahrene Spieler ein Einblick geben wie sie das Wissen um Equity anwenden, ich meine nicht ob ihr wisst wie Equilab funktioniert, sondern kennt ihr die Zahlen für 1000 Spielsituationen auswendig? Wie läuft das bei euch ab..


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5 Antworten
KTU
KTU
Beigetreten: 24.01.2007
Elite Grinder

Hey,

man denkt schon am Tisch und zählt auch ab und zu Kombos in der eigenen und der gegnerischen Range. Das wird allerdings mit der Erfahrung auch immer einfacher. Equities berechne ich so gut wie nie am Tisch, kenne allerdings das meiste auswendig. Das entscheidende beim Pokern ist die Strategie, also zu wissen wie man seine Range in einer Situation ungefähr spielen möchte. Das ist viel zu kompliziert, um das am Tisch sich komplett auszudenken. Hier hilft es Theorie zu machen. Also viele Situationen abseits der Tische mit mehr Zeit zu analysieren. Dabei kommt man dann zu Erkenntnissen, die einem später helfen.

Dein Gehirn erkennt ähnliche Situationen wieder und du hast dann automatisch bessere first thoughts.
"Ah, er checkraist am Flop viel, ist jetzt am Turn capped und ne Station, ist glaub ich gut gegen ihn hier viel for Value zu overbetten"
"Ich brauch hier JJ auf keinen Fall callen. Ich hab ja alle suited Asse in der Range, sowie bis A8"

Erst dann fängt man kurz an das abzuschätzen, ob die Ideen auch in der konkreten Situation hinhauen.

Also zusammengefasst:
• Am Tisch hörst du zuerst auf deine Intuition
• Dann prüfst du noch Pi * Daumen, ob deine Ideen auch hinhauen.

Richtig rechnen und Ranges in Equilab einfärben bis man farbenblind ist, macht man abseits der Tische beim Lernen. Dadurch entsteht dann Wissen, was unsere Intuition besser macht.

Gruß
KTU


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Aber wie machen das denn die Pro's? Die spielen doch nicht rein intuitiv, das kann ich mir nicht vorstellen. Die werden auf jedenfall die Odds und die Pododds berechnen und die Range wahrscheinlich auch.


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KTU
KTU
Beigetreten: 24.01.2007
Elite Grinder

Intuitiv bedeutet nicht "aus dem Bauch heraus" in dem Fall.

Ein Pro sieht eine Konstellation:
"MP openraise versus BB Call. Flop Ks8s3c" und kennt dann seine Strategie: Welche Range möchte ich mit welcher Betsize am Flop betten und wie sieht meine Checkbehind Range aus? Welche Tendenzen hat mein Gegner und kann ich das in meine Entscheidungsfindung einfließen lassen?

Er weiß am Tisch aber:
- wie er ungefähr zu spielen hat
- was die wichtigen Faktoren sind

Er geht dann am Tisch kurz die Ranges durch und überschlägt, ob seine intuitiven Idee und Konzepte auch hinkommen.


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xbr0k3nDre4m
Beigetreten: 13.07.2010
Poker Player

@goethe6000:
odds und potodds sieht man einfach (auch als "nicht pro") nach einiger Zeit des Spielens ohne großartig zu rechnen, wenn man sich mit der Materie auseinander gesetzt hat. Wenn beispielsweise auf einem Stück Papier "3*4" steht, dann weiß man ja auch direkt, dass das Ergebnis 12 ist, ohne zu rechnen / nachzudenken. Genauso verhält es sich mit odds und potodds (am Tisch geht es natürlich nicht um Nachkommastellen oder die genaue Berechnung welche Aktion am Profitabelsten ist. Sowas macht man dann im Review und wendet gesammelte Informationen in ähnlichen Situationen an oder eben nicht).


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clovenhoofsdoom Themenstarter
clovenhoofsdoom
Beigetreten: 04.03.2016
PokerStrategist

@KTU: krass, ich glaube du hast echt sehr viel Ahnung und Erfahrung :-) nachdem ich einfach ein paar tausend Hände gespielt habe und einige Situationen mehr erlebt habe, verstehe ich jetzt etwas besser wie man denken muss. Ich war bisher eigentlich konstant heftig am loosen, bis auf die ersten 500 Hände (break even) und vor 2 Tagen hab ich mein Spiel konsequent umgestellt und bin endlich am gewinnen. Ein Schlüsselerlebnis war, dass ich ein Spieler am Tisch gesehen habe der wirklich eindeutig und konsequent ein System hatte welches für mich auch sichtbar Sinn gemacht hat. Ich hab anschließend viele Artikel hier gelesen und genau das wiedergefunden was er gespielt hat, und was ich intuitiv, wenn auch nicht so konsequent, als Reaktion gezeigt habe. Darf man fragen wie viele Millionen Hände du schon gespielt hast?


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