Finde ich stark, dass du das mit dem Amateurfußball zurücknimmst – Respekt dafür. Und klar, ein bisschen Überspitzung gehört in Foren auch manchmal dazu.
Klar, es fühlt sich oft so an, als wäre der Zug längst abgefahren. Die Entwicklung ist krass und es wirkt oft, als hätten wir Fans längst keine Stimme mehr. Aber genau das ist Teil des Problems: Diese Resignation spielt denen in die Karten, die den Fußball zum Investoren-Spielzeug machen wollen.
Und doch gab es Erfolge – siehe z. B. die Super League-Pläne, die am Widerstand der Fans gescheitert sind. Auch der anhaltende Protest gegen RB, der Erhalt der 50+1-Regel trotz Lobbydruck, oder jüngst die Faninitiativen gegen Investoren in der DFL. Nach anhaltendem Protest mit Stimmungsboykotts & Bannern hat die DFL die Montagsspiele in 1. und 2. Liga gestrichen. Trotz jahrelanger Investor-Lobbyarbeit steht die 50+1 Regel noch – weil Fans, Mitglieder und auch viele Vereine klar Haltung gezeigt haben.
Natürlich ist die Realität nicht perfekt. Aber es gibt immer noch Räume, in denen Fans gestalten, bremsen oder auch korrigieren können. Nicht alles funktioniert – aber zu sagen „es bringt eh nichts“ hilft exakt den Leuten, die auf komplette Entpolitisierung des Fußballs hoffen.
Der Fußball verändert sich – ja. Aber ob wir ihn komplett denen überlassen, die ihn zur Plattform für Profit, PR und Branding machen wollen, liegt eben auch an uns. Und es ist nicht naiv, für Mitbestimmung, Fairness und Grenzen einzutreten – es ist notwendig.