hi,
dies ist ein anonym erstellter thread - siehe dazu sticky "Anonym Threads erstellen in der Sorgenhotline"
der text wird also von mir nur stellvertretend gepostet, ebenso wie mögliche antworten auf kommentare von euch
gruss, smokin
************* (originaltext) *************
Wo fange ich an und warum fange ich an in einem Forum zu posten wo ich
eigentlich nicht wirklich dran teilnehme? Vielleicht weil gerade ein Moment
ist wo alles raus muss, wo ich das Gefühl habe zu explodieren!
Ich werde bald für eine längere Zeit in Haft gehen müssen und irgendwie war
die Hoffnung bis zu Letzt vorhanden den Schritt noch abwenden zu können.
Aber ätschi bätschi.heute kam die Ablehnung vom Gnadengesuch ins Haus
geflattert.
Nun muss ich gestehen, dass mein Leben nicht immer legal verlaufen ist.klar
wie auch wenn ich in Haft muss.
Ich habe in den 90er Jahren mit Freunden relativ viel mit allem möglichen
gedealt und es kam wie es kommen musste, ich wurde erwischt und habe gleich
die volle Zärtlichkeit der Justiz zu spüren bekommen. 30 Monate Jugendstrafe
wegen Besitz und Handel mit nicht geringer Menge BTM.
Warum nur ich als der Jüngste einfahren musste, bleibt mir bis heute ein
Rätsel, aber es sollte so sein und nach 20 Monaten bin ich auf 2/3 entlassen
worden. Meine Familie hat nie die Frage gestellt warum ich überhaupt zu
Drogen gegriffen habe und wie es soweit hat kommen können.
Ich möchte jetzt nicht den Eindruck erwecken, ich wäre ein Opfer meines
Umfeldes geworden, oder andere wären an meiner Entscheidung maßgeblich dran
schuld, nein ich habe diesen Weg gewählt und konnte auch nach einiger Zeit
damit umgehen, das andere nun über mein Leben entscheiden.
Was mir zu schaffen gemacht hat war die Ignoranz meiner Eltern.Vorwürfe in
die Richtung wie ich Ihnen das nur antun konnte.
Als ich entlassen wurde war das erste was ich bekommen habe eine Nase und
ich spürte das ich wie in einem Zug auf den Rammbock zu rase.ja ich wollte
das auch.denn spielte es eine Rolle was ich tue? Zu dieser Zeit habe ich oft
darüber nachgedacht, ob jemand in meinem Umfeld traurig wäre, wenn es mich
nicht mehr geben würde.hätte ich 10 Minuten nach meinem Tod die Möglichkeit
die Reaktionen meiner Familie zu erleben, ich wäre diesen Schritt gegangen.
Ich wurde natürlich wieder erwischt und irgendwann nach einem Blackout habe
ich den Entschluss gefasst mein Umfeld zu verlassen und wegzugehen.
Es folgten einige Jahre die schmerzfrei verlaufen sind.inklusive Heirat,
Kind und Trennung. Etwa 2003 habe ich durch einen alten Jugendfreund der
heute bei der Polizei arbeitet erfahren das ein Haftbefehl gegen mich
vorliegen würde, wegen Widerruf meiner Bewährung aus dem Jahr 1996 wo ich ja
2/3 erhalten habe.
Die nächsten Jahre waren der absolute Alptraum.ich konnte mich nirgends
legal anmelden und sollte ich in eine Kontrolle kommen, musste ich
überzeugend falsche Daten angeben, was 2x passiert ist. Jeden Tag wusste ich
nicht ob ich am Abend noch in Freiheit verbringen darf.
Wie so ein Leben zu finanzieren ist, können sich viele bestimmt vorstellen?
2006 wurde ich dann verhaftet und musste meine Reststrafe Jugendstrafe von
10 Monaten verbüßen.
Natürlich wurden bei mir neben Drogen auch andere Beweisstücke gefunden die
zu neuen Anklagepunkte führten.
2007 wurde ich Entlassen und habe vorher 18 Monate auf Bewährung wegen BTM
bekommen. Ich machte eine freiwillige Therapie und habe dann in einem
anderen Fall 10 Monate auf Bewährung bekommen die zu einer
Gesamtfreiheitsstrafe von 24 Monaten auf Bewährung ausgesprochen wurde.
Leider wurde noch ein Fall verhandelt der aus dem Jahr 2004 ist und da habe
ich keine Bewährung bekommen.
Jeder Richter ob Amtsgericht oder Landgericht hat mir eine günstige soziale
Prognose gestellt und für einen Fall der vor dem Amtsgericht verhandelt
wurde, weil der Richter diesen Fall nicht abgeben wollte ist alles heute für
den Katz gewesen.
Ich habe es in den letzten Jahren wirklich versucht.und nun heißt es es
spielt keine Rolle.Arbeit Familie kleines Kind.klar ich habe den Mist
verbockt und ich muss auch dafür gerade stehen..nur wäre ich schon wieder in
Freiheit wenn ich 2007 erst gar nicht entlassen worden wäre.
Für was habe ich 4 Jahr mich bewährt??
So, warum schreibe ich das jetzt?? Vielleicht weil mich hier niemand kennt
und es mich mehr belastet als ich gestehen kann und weil ich morgen im Büro
sitzen muss und es mir nicht anmerken lassen darf..eben alles auf null und
rien ne va plue!