Hallo, ich hab wohl ein ziemlich weit verbreitetes Problem, und ich könnte mir Vorstellen, dass hier besonders viele damit zu kämpfen haben, und zwar eine eine sehr schwache Konzentrationsfähigkeit, damit wohl zusammenhängend eine andauernde innere Unruhe und Zerstreutheit. Ich glaube am leichtesten könnt ihr das Einschätzen wenn ich ich Beispiele aus dem Alltag gebe.
1: Kann nicht ruhig stehen oder sitzen, ja nicht mal liegen, auch im Bett bewege ich ständig die Beine. Mein Schlaf ist immer sehr leicht brauche mindestens ne Stunde zum Einschlafen, Phasenweise seeeehr schlechter Schlaf über Wochen.
2: Ich vergesse andauernd Dinge. Normal empfinde ich es dabei wenn ich andauernd Sachen bei meiner Freundin liegen lasse oder es verplane zu ner Vorlesung zu gehen. Nicht normal ist es dagegen wenn ich mir was zu essen holen will, bezahle, und einfach gehe ohne das Essen mitzunehmen und dann wohl mit den Gedanken so weit weg bin, dass ich die Verkäuferin nicht höre wenn sie mir nachruft (ok ist mir nur zweimal passiert, aber dass der Verkäufer mich drann erinnern muss mein Zeug mitzunehmen sicher 100 mal).
3: Unfähigkeit einer Tätigkeit länger nachzugehen die Konzentration erfordert, sprich Lernen oder Lesen. Dabei kann ich z.B. meinen Spiegel locker 2 Stunden lange lesen weil ein Artikel schnell bewältigt ist und der nächste etwas neues bietet. Bei Büchern fällt es mir dabei ziemlich schwer wobei ich Literatur eigentlich mag. Obv. verschwende ich unzählige Stunden im Internet beim Sinnlosen umherwandern im Internet weil das einfach zu verarbeitende und ständig neue Reize bietet (aber hvdr ist ja standard). Und mein Pokerspiel ist nach einer halben Stunde dermaßen beschissen dass ich eigentlich mal nachfragen sollte ob man sich für Sessions > 45 min sperren lassen kann.
Naja ich komm trotzdem ganz gut klar. Ich studiere Physik im siebten Semester und das eigentlich ohne große Schwierigkeiten aber eben auf meine Art. Nach dem 2. Semester hab ich vielleicht 10% der Vorlesungen und Übungen besucht weils irgendwann klar war, dass es schlichtweg nichts bringt und Ritalin war bei den meisten Prüfungsvorbereitung behilflich. Habs dabei aber glaub ich nie übertrieben, maximal eine Tablette pro Tag mit der ich 2,5 Stunden durchlernen kann und dann komme ich wenns sein muss auf 4-5 Stunden am Tag in der Zeit direkt vor ner Prüfung, mehr geht nicht. Wenn man bedenkt, dass sich Leute mit ADS mit denen ich geredet hab am Tag die Zehnfache Menge geben denk ich ist das für meine Gesundheit unbedenklich (keinerlei Sucht oder so, außerhalb der Prüfungszeit nehm ichs nie).
Ich probier im Moment viel Sport zu treiben, soll ja helfen auch wenn ich es nicht wirklich spüre. Meditation klingt nach der Lösung aller Probleme, ist aber für jemanden wie mich natürlich ne unfassbar harte Angelgenheit und bisher habs ich nicht durchziehen können und nach drei Minuten von denen ich vielleicht 15 Sekunden bei meiner Atmung war entnervt aufgegeben. Werds mir aber jetzt mal wieder vornehmen.
Noch jemand Vorschläge?
Würde es Sinn machen mit nem Verdacht auf ADS zum Arzt zu gehen oder ist das übertrieben?