Hallo zusammen,
ich bräuchte einen Rat bzgl. meiner aktuellen Jobsituation und hätte gerne ein paar Einschätzungen diesbezüglich (v.a. im Kummerkasten, weil nicht öffentlich zugänglich).
Ich bin jetzt knapp 1 Jahr und 9 Monate im Berufsleben und arbeite als UX-Researcher/Marktforscher bei einer Agentur in München (Teil einer größeren Agenturgruppe). Der Job an sich macht meistens Spaß, die Kollegen sind klasse, Bezahlung ist in Ordnung, aber auch nicht toll. Leider gab es in letzter Zeit einige Dinge, die für schlechte Stimmung gesorgt haben (nicht bei mir, aber bei Kollegen). Das wären z.B. mehr oder weniger gezwungene Beförderungen bei ausbleibender Gehaltserhöhung, aber deutlich höherem Arbeitspensum, Hinhaltetaktiken usw. Eine wirklich sehr gute Mitarbeiterin hat inzwischen auch gekündigt, insgesamt die vierte Kündigung in dem Jahr.
Auch wenn der Job sonst Spaß macht, ich fühle mich von den Auswertungen her nicht wirklich gefordert, für die meisten Sachen brauche ich SPSS auf überschaubarem Niveau, wirklich komplex wird es selten. Auf jeden Fall hab ich mir neben dem Job in recht intensivem Selbststudium programmieren beigebracht und habe dann für einige Sachen "WebApps" mit der Programmiersprache R geschrieben.
Eine andere Agentur, mit der wir auch zusammenarbeiten und wo ich gute Kontakte hin hab, hat davon Wind bekommen und mir jetzt eine Stelle als "Data Analyst" angeboten. Hier dürfte ich wesentlich komplexere Auswertungen machen, Front- und Backend Dashboards programmieren und mit Datenbanken arbeiten - genau der Job den ich mir erträume. Davon abgesehen winkt mir dort ein für meine Ansprüche recht üppiges Gehalt.
Problem ist, dass solche (mehr oder weniger) internen Wechsel nicht so gerne gesehen werden, weil die Agenturen unter einer Holding laufen und man diese internen Abwerbungen nicht so gerne sieht. Der Chef der anderen Agentur hat nun mit meinem Chef gesprochen und mich per Email informiert, dass man mich zwar gerne halten würde, aber mir wohl keine Steine in den Weg nicht. Ich habe das Thema dann bei meinem Chef angesprochen und leider lief alles deutlich anders als ich es mir vorgestellt hatte. Mein Chef meinte, dass solche Wechsel nur stattfinden werden, wenn beide Parteien zustimmen und er mir diese Zustimmung auf keinen Fall gibt, weil er langfristig mit mir planen würde.
Ich weiß nicht, wie ich nun am klügsten vorgehen soll. Ich will dass das Ganze im Guten abläuft, aber ich will gehen - definitiv. Mein Chef kann mir doch sowas nicht "für immer" verbauen? Ich verstehe den Sinn hinter dieser Blockadehaltung nicht. Erwartet er, dass ich, obwohl ich unbedingt wechseln will, nun jahrelang weiter loyal für ihn arbeiten werde? Bei der Situation muss er doch damit rechnen, dass ich früher oder später eh gehe. Ich kann es insofern verstehen, dass es ihn ankotzt, dass ihm die Leute weglaufen. Ich muss letztlich aber an mich denken. Die Chance als Data Analyst zu arbeiten bekommt man nicht jeden Tag - erst Recht nicht, wenn man wie ich Geographie studiert hat und nicht Informatik, Mathematik etc.
Wie würdet ihr an meiner Stelle vorgehen?