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[Geschlossen] Studium und die Zukunft

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Hallo Leute,

ich habe ein Problem das ich bisher nur mit meinem Vater besprochen habe und bei dem ich einfach überhaupt keine Lösung finde. Es ist für mich auch relativ schwierig das ganze zu beschreiben, aber ich probier es einfach mal mehr oder weniger chronologisch:

Ich habe im Sommer 2002 mein Abitur gemacht und war zu der Zeit noch ziemlich perspektivlos was meine Zukunft angeht.
Für mich stand fest, dass ich nicht zur Bundeswehr gehe und mein eigentlicher Traum zur Lufthansa zu gehen ist aufgrund meiner Farbenblindheit geplatzt (aber nun gut das ist ja auch nicht so wild).
Dementsprechend habe ich die nächsten 10 (12 Monate - ich hab noch 2 Monate als Aushilfe weitergearbeitet) im Rettungsdienst und Krankentransport gearbeitet und war damit eigentlich auch relativ zufrieden, abgesehen davon das der durchschnittliche Kranke in Deutschland 100 Kilo wiegt und im 5. Stockwerk wohnt und selbstverständlich nicht laufen kann. Da ich nicht unbedingt die optimalen körperlichen Vorraussetzungen für den Beruf habe (Feuerwehr wäre eine sehr interessante Alternative gewesen), hat mir der Orthopäde mehr odre weniger den Strich durch die Rechnung gemacht.

Diverse Bewerbungen bei Siemens, Telekom etc. waren ohne Erfolg, da ich halt farbenblind bin und in den kaufmännischen Bereich wollte ich damals nicht bzw. habe ich mich auch nicht mit beschäftigt, da mein damaliges Interesse eher in Richtung Technik/Computer etc. ging.

Dementsprechend habe ich mich dann für ein Informatikstudium eingeschrieben, bei dem ich dann aufgrund von Elektrotechnik und höherer Mathematik sang- und klanglos nach 4 Semestern das Handtuch geschmissen habe.
Nun stand ich da mit 23 und wusste nicht so genau was ich machen soll, also auf zu den Unis und mir diverse Sachen angeschaut. WiWi fand ich dann interessant, da man sehr unterschiedliche Schwerpunkte setzen konnte und das wurde dann auch das Studienfach meiner Wahl.

Grundstudium in 3 Semestern und 75% des Hauptstudiums in weiteren 4 Semestern bis der große Einbruch kam (um den auch geht):

Los ging es im Prinzip vor genau einem Jahr als ich meine Hauptstudiumsschwerpunkte (Statistik, Investitionstheorie, Personalwesen) größtenteils abgeschlossen hatte und ich im Prinzip noch ein paar Klausuren, 2 Seminararbeiten, ein Praktikum und die Diplomarbeit vor mir hatte.

Während des Studiums ist mein Interesse auch an diesem Studienfach mehr oder weniger gänzlich verloren gegangen. (mich interessieren die Thematiken, Theorien etc. überhaupt nicht mehr)
Ich habe enorme Schwierigkeiten mich für jede Tätigkeit im Bezug auf mein Studium zu motivieren und stoße jetzt momentan vollkommen an meine Grenzen.

Seit einem Jahr hat es mich im Prinzip viel Energie und Zeit gekostet mich für das Studium (Klausuren und die letzte Seminararbeit - Ergebnisse waren zufriedenstellend) zu motivieren und ich glaube ich habe mir da viel vorgemacht, um nicht den Mut zu verlieren.

Ich muss am 6.1. meine zweite Seminararbeit abgeben (Statistik) und ich sitze seit Wochen vor leeren Blättern, obwohl ich das wirklich gut vorbereitet habe.

Ich war zur Einführungsveranstaltung da, ich war bei der Schreibrecherche, ich habe mir 2 Bücher bezüglich des wissenschaftlichen Schreibens organisiert, ich hab mir einen Zeitplan aufgestellt, ich hab rechtzeitig sogar angefangen mit der Literaturrecherche und hab dann einfach gar nichts mehr gemacht.
Ich bin morgens wach geworden und dachte mir nur:" oh fuck schon wieder diese blöde scheisse" und hab den lieben langen Tag einfach sinnlos verplemmpert oder andere Dinge getan, die mich befriedigt haben.

Das große Problem ist im Prinzip, dass ich im Prinzip mit dem Studium schon fertig bin (auch wenn ich wirklich nicht vorhabe in diesem Bereich einen Job zu ergreifen, da mich das alles wirklich nicht interessiert), aber es einfach nicht schaffe diese Seminararbeit zu schreiben (und ich weiss ehrlich gesagt nicht wie ich unter diesen Vorraussetzungen eine Diplomarbeit schreiben soll).

Ich habe mir das letzte Jahr im Prinzip was vorgelogen und durch viele Motivationtricks halt doch noch irgendwie viel herausgekitzelt, aber bin jetzt mittlerweile an meiner Grenze und ich weiss nicht wie es weitergehen soll.
Ich denke auch das ich mir gegenüber selber eine Erwartungshaltung aufgebaut habe das ganze zu schaffen, obwohl ich mir (zumindest im Moment) darüber klar bin, dass es nahezu unmöglich ist für mich unter den jetztigen Bedinungen.

Ich habe mir ehrlich gesagt bis heute auch noch keine Gedanken gemacht wie es weitergehen soll, sondern hab die letzten 2 Monate (eigentlich wohl schon das letzte Jahr über) einfach das ganze nur vor mir hergeschoben und verdrängt, aber habe heute in einem Gespräch mit meinem Vater gemerkt das es so auf gar keinen Fall weitergeht.

Es ist jetzt nicht so, dass ich generell Unlust habe Dinge zu erledigen oder unglücklich mit dem bin was ich sonst so mache, aber alles was sich auf mein Studium bezieht erfüllt mich nicht mit Zufriedenheit, sondern frustet mich sobald ich daran denke.
Was mich im Prinzip aber noch mehr frustet ist die Tatsache, dass ich bald damit fertig wäre theoretisch und es einfach nicht auf die Kette bekomme diese Seminararbeit zu schreiben. (ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, ob ich in 8 verbleibenden Tagen da noch irgendwas retten kann - es wäre auch nicht so schlimm ehrlich gesagt, da ich momentan eh nicht weiss wie ich das angehen soll)

Ich habe schon im Gespräch mit meinem Vater und auch während des Textes gemerkt, dass ich mich prinzpiell im Kreis drehe: Eigentlich will ich das Studium fertig machen, da ich ja fast fertig bin, aber eigentlich schaffe ich es nicht, da es mich nicht interessiert, ich mich nicht motiveren kann und es mir eigentlich doch egal ist, weil ich sowieso nicht darauf aufbauen möchte.

Auf der anderen Seite macht mir aber auch die Zukunftsperspektive etwas zu schaffen, da sowas im Lebenslauf nicht so toll wirkt: " Ja Herr H. sie haben also 8 Jahre studiert und keinen Abschluss erworben - sieht düster aus.", zumal ich jetzt mehr oder weniger an dem Punkt stehe an dem ich 2003 schonmal stand und im Prinzip doch nicht weiss wo ich mal hinwill. (ich mein Poker schön und gut, ich hab in diesem Jahr einen hohen 5-stelligen Betrag gewonnen und auch der Job als HB macht mir hier Spaß, aber ich sehe das irgendwie nicht als langfristige Perspektive)

Mich würden einfach mal ein paar Meinungen, Ratschläge (vielleicht war oder ist jemand selber in dieser Situation) und Tipps freuen :)


29 Antworten

Hallo Ghostmaster

Ich war/bin in einer ähnlichen Situation.
Ich habe dieses Jahr eine Ausbildung beendet (immerhin als Zweitbester des Bundeslandes), in einem Beruf der mich gar nicht interessiert und in dem ich definitiv nicht weiter tätig sein möchte, höchstens als Nebenjob während der Schulzeit.
Das Einzige, was mich dabei auf Kurs gehalten und zu Bestleistungen angespornt hat, war mein Ziel. Ich will Sportmanagement studieren. Allerdings brauche ich dafür ein gutes Abitur und um dieses an der Berufsschule machen zu können, brauchte ich eine Ausbildung. Nun mache ich also das Abi mit dem Schwerpunkt Wirtschaft. Nach einem Halbjahr habe ich auch schon gemerkt, dass es in der Wirtschaftslehre Bereiche gibt für die man einfach gemacht sein muss. Während mir VWL recht gut liegt, schlafen andere bei dem Fach praktisch ein. Dafür interessiert mich Rechnungswesen eher weniger.
Ich denke aber, dass es in jedem Studium solche Entwicklungen gibt.

Was ich dir empfehlen würde ist folgendes:
Da du mit dem Studium ja praktisch fertig bist und dir nur noch die Arbeiten fehlen, solltest du auf den letzten Metern nochmal Gas geben. Natürlich finden sich immer 1000 Dinge die gerade mehr Spaß machen, als sich an die Schulaufgaben zu setzen die einen nicht interessieren. Aber man muss sich selbst fragen, was wäre wenn man chillt und die Arbeiten sausen lässt.
Wäre es nicht viel sinnvoller, sich für die kurze Zeit nochmal richtig reinzuhängen, Dreck zu fressen und die "Schmerzgrenze" zu überschreiten, um etwas respektables zu schaffen, was dir dein ganzes Leben erhalten bleibt?

Nach dem abgeschlossenen Studium eröffnen sich dir so viele Möglichkeiten. Du musst nicht zwangsläufig als Wirtschaftswissenschaftler arbeiten. Es gibt sicher genug interessante Berufe die du mit deinem Studium ausführen kannst.
Wenn dir dennoch nichts vom Angebot zusagt bestünde noch die Möglichkeit den Master of Arts in einem Gebiet deiner Wahl zu machen.
Mittlerweile müsstest du ja schon eine Vorstellung haben, was du im Leben mal machen willst.
Bei mir war es so, dass ich eines meiner Hobbys zum Beruf machen wollte, um beim Arbeiten einen gewissen Spaß zu haben. Vorzugsweise sollte dies ein Beruf sein der viele Arbeitsmöglichkeiten und gutes Einkommen ermöglicht. Die anderen Hobbys wollte ich mir als Hobbys erhalten, um später mal vom Beruf abschalten zu können und in eine andere Welt abzutauchen. Mein Motto ist ja, "Arbeite um zu leben", nicht "Lebe um zu arbeiten". Die richtige Balance zwischen Arbeit/Geld und Spaß im Leben ist wichtig, sonst macht man sich nur kaputt (Burnout droht).

Solltest du noch nicht wissen, was du eigentlich machen willst, könnte dir auch eine Art Berufsberatung helfen. Es gibt Tests die deine Interessen und Fähigkeiten aufdecken und einen in die richtige Richtung weisen können.

Als Fazit meines langen Geschwafels würde ich sagen.
Achte, bei allem was du tust, darauf, dass du dir eine gewisse Lebensqualität in Form von Freiheit erhälst. Überlade dich nicht mit Arbeit und zwinge dich vor allem nicht in einen Beruf der dir keine Freude bereitet. Im Leben gibt es immer wieder neue Wege die man einschlagen kann.

MfG und gute Nacht

der Marco :)


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Solltest du noch nicht wissen, was du eigentlich machen willst, könnte dir auch eine Art Berufsberatung helfen. Es gibt Tests die deine Interessen und Fähigkeiten aufdecken und einen in die richtige Richtung weisen können.

Ich weiss im Prinzip was ich nicht machen möchte, aber was ich machen möchte langfristig weiss ich nicht.

Danke für deinen Post.


auch wenn ich momentan keinen wirklichen tipp/rezept habe, wollte ich dir nur schnell viel glück bei deiner entscheidung wünschen.

machst einen klasse job hier im forum! :)


thefolding1
Beigetreten: 29.04.2007

Auch wenn es vielleciht schwer fällt. Mach das Studium zuende!!!!! Wenn mir eins mein Vater über die letzten zig Jahre eingebläut hat, dann ist es dass man eine solide Ausbildung haben sollte. Und so kurz vor Schluss es nicht zuende zu bringen halte ich für einen groben Fehler.
Egal was zu später machen wirst, nen abgeschlossenes Studium im Lebnslauf ist ne sehr solide Sache. 8 Jahre studium und KEIN abschluss sicherlich nicht. Der Grat zwischen Fail und Glory ist in diesem Fall sehr schmal..
Also, mach dir nen Plan, wie du das zuende bringst!! Aber tu es!!!

Viel Erfolg!


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Genau das ist ja im Prinzip auch der Punkt bei dem ich mich im Kreis drehe. Ich weiss das es nicht schwer ist, aber stell dir vor du sitzt über deinen Unterlagen und hast einfach eine Sperre im Kopf und es geht einfach nichts.

Natürlich ist es jetzt grade etwas akut, da ich in einer Woche meine Seminararbeit abgeben soll und das einfach nicht auf die Kette bekomme, weil mich die ganze Thematik einfach nicht interessiert und ich keine Möglichkeit mehr finde mich dazu zu motivieren mich einfach jetzt 40h oder 50h hinterzuklemmen und den Mist runterzuprügeln. (nach dem Motto hauptsache bestehen)

Es ist nicht so, dass ich es nicht zuende bringen möchte (ich weiss das es super sinnvoll ist), sondern eher das ich im Moment jeglicher Motivation fern bin um diese Seminararbeit irgendwie noch fertig zu bekommen geschweige denn eine Diplomarbeit zu verfassen.

Edit:

Es ist ja jetzt auch nicht so, dass ich hier sitze und mir denke: "Och ich setz mich jetzt hin läuft, Zähne zusammenbeissen." Frag mich nicht warum, aber es klappt einfach nicht. Sobald ich mir meine Sachen zur Hand nehme blockier ich einfach.


thefolding1
Beigetreten: 29.04.2007

Schreibe z.Zt. selber an meiner Studienarbeit und ab Januar wohl Diplom Arbeit. Daher kann ich halbwegs nachvollziehen,wie es dir geht...
Auch mir fällt es nicht immer leicht, mich zu motivieren daher versuch ich immer kleine Brötchen zu backen und mcih langsam aber stetig voranzuarbeiten.

Wie wärs mit ner veränderten Arbeitsumgebung? Ich geh -wenns mal gar nciht läuft - in die Uni Bib und mach da was. groß abgelenkt sein kann man dort einfach nicht.

Oder nen Arbeitsparter der auch am schreiben einer Arbeit ist?

Auch wenn dich das Thema/Studium nciht interessiert, velleciht hilft es die Hauptmotivation aus dem Fakt zu ziehen,dass du in naher Zeit immerhin dann mit einem abgeschlossenem Studium aufwarten kannst...


mib3333
Beigetreten: 30.07.2007

Hallo Ghostmaster,

meines Erachtens solltest Du Deine letzte Motivation aus Dir herauskitzeln und das Studium abschließen. Ich bin mir dessen bewusst, dass es nicht einfach ist, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Du es später bereuen würdest. Was würdest Du denken wenn Du später einen Bewerber vor Dir sitzen hättest, der 2 Mal ein Studium begonnen hat und beides mal angebrochen hat?

Wenn Dir der Personaler nicht mangelnde Intelligenz vorwirft, wirft er Dir fehlende Zielstrebigkeit und fehlende Eigenmotovation vor. Des Weiteren wird er daraus evtl. schließen, dass Du nicht über Deine Schmerzgrenze hinaus gehst um Ziele zu erreichen. Wenn man von Zuverlässigkeit und Loyalität absieht, gehören diese Eigenschaften meines Erachtens zu den wichtigsten Wesenseigenschaften, die ein Arbeiter mitbringen sollte. Ich lasse an dieser Stelle bewusst die fachliche Kompetenz außen vor.

Zieh die Seminararbeit und die DA durch. Die Noten sind fürs erste zweitrangig. Bei der DA bist Du ja relativ flexibel und vielleicht findest Du auch etwas Exotischeres, das Dich interessiert. Danach kannst Du machen was Du willst. Ich würde an Deiner Stelle 8 Jahre nicht wegen einem halben Jahr "in den Sand setzen".

Los geht's. In 8 Tagen wurden schon ganz andere Dinge geleistet...;-)

Viel Erfolg

PS: Setz Dir kleine Ziele und belohne Dich danach. Und zum Abschluss Deines Studiums gönnst Du Dir eine Weltreise, Auto oder was auch immer.

Denk daran, es gibt genügend Menschen, die nicht in einer so bevorzugten Ausgangssituation sind, wie Du. Sei froh, dass Du gesund bist (müsstest Du aus dem Rettungsdienst wissen), die finanziellen Grundlagen hast und ein Umfeld, das Dich unterstützt. Es ist schwer das Gewohnte zu schätzen, da man die Wichtigkeit leider erst zu schätzen weiß, wenn man es nicht mehr hat!


Sim87
Beigetreten: 29.10.2006

ich seh alle logischen argumente, aber ich würde kein studium abschließen wenn du 100% ausschließen kannst, in dem feld nachher zu arbeiten (allerdings NUR dann. falls die kleinste chance besteht dass du es doch tust dann mach das studium).


sommermeer
Beigetreten: 26.11.2006

jetzt reiß dich mal zusammen! So kurz vorm Ziel kannst jetzt doch nicht das Handtuch werfen?? Und mit WiWi kannst du praktisch jeden Job machen, ganz davon abgesehen dass es eh immer unwichtiger wird was du studiert hast, sondern nur dass, und wo!

In 8 Tagen ne Seminararbeit? lol andere schreiben die an 2 Tagen also häng dich rein schreib die paar Klausuren und ratter die Diplomarbeit ab. Die Ausrede dass du später nicht im Berecih "WiWi" arbeiten ist total bescheuert, da praktisch alle Tätigkeiten der Industrie ne Schnittmenge von WiWis sind.


michimanni
Beigetreten: 03.08.2006

Hallo Ghostmaster,

ein schlauer Mann hat einmal sinngemäß gesagt, dass es manchmal sinnvoller ist, am Tag eine Stunde über sein Geld nachzudenken als 8 Stunden dafür zu arbeiten. Dies fiel mir spontan ein, als ich Deinen Beitrag las.
Ich versuche daher mal, von einer anderen Seite an die Dinge heranzugehen: Was willst Du zukünftig machen?

Wie ich es lese, machst Du es Dir ganz sicher nicht einfach, aber diese innerliche Blockade kommt ja auch nicht von ungefähr. Wenn Du Dich also nicht dazu durchringen kannst, die Semesterarbeit fristgerecht abzuliefern und Dein Studium zu beenden, dann ist das eine Sache. Die logische Seite ist hier ja durchleuchtet worden und Du bist Dir darüber im Klaren. Die andere Sache ist dann aber, dass Du Dich damit beschäftigen solltest, was eine realistische Alternative für Deine Zukunft darstellt.

Wenn Du 2002 Dein Abitur gemacht hast, nehme ich mal an, dass Du ein Endzwanziger bist - sicherlich kein Alter, wo Du Panik schieben musst, dass Du zukünftig keinen Job finden wirst. Auf der anderen Seite wird es aber ganz sicher Zeit, dass Du eine Entscheidung darüber triffst, wie Du Dir Deine berufliche Situation zukünftig vorstellst und entsprechend handelst.

Fazit: Mach Dir bewußt, was Du zukünftig machen möchtest. Unabhängig davon, ob Du jemals in einem Beruf arbeiten wirst, der mit Deinem aktuellen Studium zu tun hat: Ich könnte mir denken, dass sich Deine Blockade lösen wird, wenn Du für die Zukunft einen Plan hast, denn sowas kann einem sehr viel Sicherheit geben.

Gruß und viel Erfolg wünsche ich Dir,
michimanni


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Danke schonmal für die vielen Einträge. Ich habe heute nacht nochmal drüber nachgedacht und werde jetzt einiges machen. Da ich wetterbedingt momentan nicht in Richtung Uni komme, werde ich meinen Arbeitsplatz trotzdem woanders hinverlegen und werde die Sache jetzt zuende bringen. (der Witz ist ja tatsächlich das ich nur noch 15 Papers habe und diese "nur noch" richtig auswerten muss)

Das ich für die Zukunft einen Plan brauche ist richtig, ich werde dazu nächste Woche einen Termin bei der Berufsberatung erstmal vereinbaren und/oder mich über andere Hilfen in dieser Hinsicht informieren.

Die nächsten acht Tage werden zwar hart (Sylvester fällt aus :() ), aber ich denke das werde ich irgendwie schaffen.


Valyrian
Beigetreten: 26.03.2009

mir wird aus deinem Beitrag nicht so richtig klar ob es sich um eine Form von Prüfungsangst verbunden mit Torschlußpanik handelt (wenn das Studium zuende ist, verlässt du endgültig die fest vorgegebenen Strukturen, das kann große Angst machen) - oder aber ob es einen tiefen inneren Widerstand gegen das Studium, die Berufsperspektiven und alles was damit zusammenhängt gibt.

Ist ersteres der Fall, solltest du auf die Zähne beißen und dich im Zweifel wirklich zwingen es durchzuziehen, da du es sonst bitter bereuen wirst.
Ist letzteres der Fall solltest du einen echten Strich ziehen und das Studium abbrechen und das tun was dir entspricht, was auch immer das ist.

Ich habe vor vielen Jahren einen sehr ähnlichen Fall erlebt. Meine Mitbewohnerin war gerade Lehrerin geworden und ihr Freund hatte Jura studiert, alle Prüfungen bis auf die wirklich letzte absolviert und war so dermaßen angewidert von der Anwaltswelt, dass er nicht anders konnte als sein Studium abzubrechen. Die verlogene Welt war eine die er nicht mit sich und seinem Gewissen vereinbaren konnte.
Die beiden haben viele Wochen darüber diskutiert und gestritten und sie hat es nicht verstanden und ihn letztlich auch verlassen, aber er hat es durchgezogen und ist glaube ich (ohne den Abschluß) zu Greenpeace gegangen und dort sehr glücklich geworden.

Also nochmal - finde heraus was die Ursachen der Blockade sind.
Sind es Ängste die mit der Zukunft verbunden sind, dann versuche sie und den inneren Schweinehund zu überwinden und zieh es durch.
Sind es moralische Gründe oder eine tiefe seelische Unzufriedenheit mit dem Ist Zustand, dann brich es ab und mach was auch immer dich erfüllt.

Wie im Poker, es kommt auf die richtige Entscheidung an, allerdings steht hier sehr viel auf dem Spiel... :)


thefolding1
Beigetreten: 29.04.2007

Original von Sim87
ich seh alle logischen argumente, aber ich würde kein studium abschließen wenn du 100% ausschließen kannst, in dem feld nachher zu arbeiten (allerdings NUR dann. falls die kleinste chance besteht dass du es doch tust dann mach das studium).

Da bin ich anderer Meinung. Selbst wenn ich zu 100% wüsste, dass ich später NCIHT in diesem Bereich Arbeiten will, würde ichdas Studium abschließen wollen. Allein aus dem Grund, dass ich für ca. 1-2 Semester Mehraufwand ein abgeschlossenes Studium im Lebenslauf stehen habe, anstatt einer Lücke von 8 Jahren.
Man weiss nie genau,was später im Leben kommt und ein wenig Sicherheit in Form eines soliden Lebenslaufes kann sicher nicht schaden. Insbesondere,wenn man das Studium ohnehin schon fast abgeschlossen hat.

Also Jung'! Viel Erfolg! In meinen Augen die Richtige Entscheidung jetzt nicht hinzuwerfen! Hau rein


knoodie
Beigetreten: 22.01.2009

Ich wollte noch etwas anmerken:

Du hast bereits selber erkannt und auch im EInganspost geschildert, dass du dir über deine Zukunft absolut unsicher bist und in einer Zwickmühle steckst.
Allerdings weisst du selber, dass du bald mit deinem Studium fertig bist:

1) Wenn du jetzt abbrechen würdest, dann hast du nichts und kannst dir weiter den Kopf über deine Zukunft zerbrechen (was gut ist! Sich Gedanken machen ist immer positiv.)

2) Wenn du dich durchbeißt (das kann man IMMER, es gibt viele Leute, die nicht das Privileg haben etwas zu tun was ihnen Spaß macht und einen, für sie, langweiligen Job absolvieren um Geld zum leben zu haben), hast du einen Abschluss und kannst dir weiter den Kopf über deine Zukufnt zerbrechen.

Auch wenn das Studium dich einen absoluten Scheiss interessiert, steht du doch an der Zielgeraden. Von daher kannst du doch den Abschluss einfach mal "mitnehmen".

Sich mit Abschluss den Kopf zerbrechen > Sich mit Nichts den Kopf zerbrechen


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Wie schon erwähnt habe ich zumindest den Entschluss gefasst das ganze anzugehen, ob es klappt weiss ich nicht (jetzt ist die Zeit halt sehr eng, aber ich bin ziemlich positiv. Bin gestern sehr weit gekommen und denke das ich bis zum 4./5. das ganze größtenteils auch verschriftlicht habe).

Ich denke jetzt aber auch, dass ein Hinschmeissen sinnlos wäre, da sich meine Studieninhalte mit wahrscheinlich 100% der möglichen Jobs schneiden. Und selbst wenn ich nach meinem Studium Krankenpfleger oder was weiss ich nicht werde, so sollte ich es trotzdem beenden.


michimanni
Beigetreten: 03.08.2006

Gute Einsicht imo, Ghostmaster :)

Original von Ghostmaster
Und selbst wenn ich nach meinem Studium Krankenpfleger oder was weiss ich nicht werde, so sollte ich es trotzdem beenden.

Selbst dann hat das abgeschlossene Studium mit Sicherheit einen positiven Aspekt: Du hast etwas geleistet, ein Studium beendet! Ich denke, so etwas gibt Selbstvertrauen, völlig egal, ob man später in einem entsprechenden Job arbeitet oder nicht.

Weiterhin gutes Gelingen und auch wenn Du heute nicht feierst: Guten Rutsch ins neue Jahr!

Gruß,
michimanni


josef123
Beigetreten: 12.08.2006

Klar ist das eine harte Zeit die dir noch bevorsteht und darüber musst du dir auch im Klaren sein. Nur wenn das akzeptiert, kannste das ganze auch durchziehen. Und das es das einzig Richtige ist, daran gibts mit 99%iger Wahrscheinlichkeit auch keinen Zweifel.

Und lass dich nicht davon ablenken, dass du in dem Bereich nicht arbeiten möchtest. Mit dem Diplom in der Tasche stehen dir viel mehr Türen offen, als du vielleicht gerade erwartest.

Deine erste Hürde ist erst einmal der Abgabetermin am 6.1. Versuch bis dahin einfach irgendwas zusammenzukriegen was man abgeben kann und dann geht’s weiter.


liafu
Beigetreten: 20.02.2007

Hi, nimm dir einen Ghostwriter


Schnicker
Beigetreten: 03.03.2006

Sick, ersetze WiWi mit Mathematik und da steht haargenau meine Geschichte. Hab anfangs meines Studiums sogar so abgestrebt, dass ich das Vordiplom schon ans Ende des dritten Semesters vorziehen konnte und jetzt sitze ich seit gefühlten 423685467Jahren an meiner Diplomarbeit und bekomme einfach nichts auf die Reihe. Dass mein Diplomvater inzwischen die Uni gewechselt hat und ich so gut wie keine Bezugsperson mehr habe außer dass er alle 10-12Wochen mal wieder durchschaut ist auch nicht gerade hilfreich, ist im Grunde aber auch nur eine Ausrede, ich mache ja so gut wie nichts.

Zuhause bekomme ich sowieso nichts hin und selbst wenn ich mich mal an die Uni quäle kommt nur Müll dabei rum, denke über alles mögliche nach und schweife pausenlos ab. Konzentriert arbeiten geht überhaupt nicht mehr dabei war das immer eine meiner Stärken mich sehr lang und sehr gut konzentrieren zu können. Diese Probleme beziehen sich eigentlich ausschließlich auf das Studium, ansonsten bin ich überhaupt nicht lustlos, es ist wie verhext, ich schaffs einfach nicht mehr mich zusammenzureißen :(

Wie ist der aktuelle Stand? Kommst mit der Arbeit hin?


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