Hallo Leute,
ich habe ein Problem das ich bisher nur mit meinem Vater besprochen habe und bei dem ich einfach überhaupt keine Lösung finde. Es ist für mich auch relativ schwierig das ganze zu beschreiben, aber ich probier es einfach mal mehr oder weniger chronologisch:
Ich habe im Sommer 2002 mein Abitur gemacht und war zu der Zeit noch ziemlich perspektivlos was meine Zukunft angeht.
Für mich stand fest, dass ich nicht zur Bundeswehr gehe und mein eigentlicher Traum zur Lufthansa zu gehen ist aufgrund meiner Farbenblindheit geplatzt (aber nun gut das ist ja auch nicht so wild).
Dementsprechend habe ich die nächsten 10 (12 Monate - ich hab noch 2 Monate als Aushilfe weitergearbeitet) im Rettungsdienst und Krankentransport gearbeitet und war damit eigentlich auch relativ zufrieden, abgesehen davon das der durchschnittliche Kranke in Deutschland 100 Kilo wiegt und im 5. Stockwerk wohnt und selbstverständlich nicht laufen kann. Da ich nicht unbedingt die optimalen körperlichen Vorraussetzungen für den Beruf habe (Feuerwehr wäre eine sehr interessante Alternative gewesen), hat mir der Orthopäde mehr odre weniger den Strich durch die Rechnung gemacht.
Diverse Bewerbungen bei Siemens, Telekom etc. waren ohne Erfolg, da ich halt farbenblind bin und in den kaufmännischen Bereich wollte ich damals nicht bzw. habe ich mich auch nicht mit beschäftigt, da mein damaliges Interesse eher in Richtung Technik/Computer etc. ging.
Dementsprechend habe ich mich dann für ein Informatikstudium eingeschrieben, bei dem ich dann aufgrund von Elektrotechnik und höherer Mathematik sang- und klanglos nach 4 Semestern das Handtuch geschmissen habe.
Nun stand ich da mit 23 und wusste nicht so genau was ich machen soll, also auf zu den Unis und mir diverse Sachen angeschaut. WiWi fand ich dann interessant, da man sehr unterschiedliche Schwerpunkte setzen konnte und das wurde dann auch das Studienfach meiner Wahl.
Grundstudium in 3 Semestern und 75% des Hauptstudiums in weiteren 4 Semestern bis der große Einbruch kam (um den auch geht):
Los ging es im Prinzip vor genau einem Jahr als ich meine Hauptstudiumsschwerpunkte (Statistik, Investitionstheorie, Personalwesen) größtenteils abgeschlossen hatte und ich im Prinzip noch ein paar Klausuren, 2 Seminararbeiten, ein Praktikum und die Diplomarbeit vor mir hatte.
Während des Studiums ist mein Interesse auch an diesem Studienfach mehr oder weniger gänzlich verloren gegangen. (mich interessieren die Thematiken, Theorien etc. überhaupt nicht mehr)
Ich habe enorme Schwierigkeiten mich für jede Tätigkeit im Bezug auf mein Studium zu motivieren und stoße jetzt momentan vollkommen an meine Grenzen.
Seit einem Jahr hat es mich im Prinzip viel Energie und Zeit gekostet mich für das Studium (Klausuren und die letzte Seminararbeit - Ergebnisse waren zufriedenstellend) zu motivieren und ich glaube ich habe mir da viel vorgemacht, um nicht den Mut zu verlieren.
Ich muss am 6.1. meine zweite Seminararbeit abgeben (Statistik) und ich sitze seit Wochen vor leeren Blättern, obwohl ich das wirklich gut vorbereitet habe.
Ich war zur Einführungsveranstaltung da, ich war bei der Schreibrecherche, ich habe mir 2 Bücher bezüglich des wissenschaftlichen Schreibens organisiert, ich hab mir einen Zeitplan aufgestellt, ich hab rechtzeitig sogar angefangen mit der Literaturrecherche und hab dann einfach gar nichts mehr gemacht.
Ich bin morgens wach geworden und dachte mir nur:" oh fuck schon wieder diese blöde scheisse" und hab den lieben langen Tag einfach sinnlos verplemmpert oder andere Dinge getan, die mich befriedigt haben.
Das große Problem ist im Prinzip, dass ich im Prinzip mit dem Studium schon fertig bin (auch wenn ich wirklich nicht vorhabe in diesem Bereich einen Job zu ergreifen, da mich das alles wirklich nicht interessiert), aber es einfach nicht schaffe diese Seminararbeit zu schreiben (und ich weiss ehrlich gesagt nicht wie ich unter diesen Vorraussetzungen eine Diplomarbeit schreiben soll).
Ich habe mir das letzte Jahr im Prinzip was vorgelogen und durch viele Motivationtricks halt doch noch irgendwie viel herausgekitzelt, aber bin jetzt mittlerweile an meiner Grenze und ich weiss nicht wie es weitergehen soll.
Ich denke auch das ich mir gegenüber selber eine Erwartungshaltung aufgebaut habe das ganze zu schaffen, obwohl ich mir (zumindest im Moment) darüber klar bin, dass es nahezu unmöglich ist für mich unter den jetztigen Bedinungen.
Ich habe mir ehrlich gesagt bis heute auch noch keine Gedanken gemacht wie es weitergehen soll, sondern hab die letzten 2 Monate (eigentlich wohl schon das letzte Jahr über) einfach das ganze nur vor mir hergeschoben und verdrängt, aber habe heute in einem Gespräch mit meinem Vater gemerkt das es so auf gar keinen Fall weitergeht.
Es ist jetzt nicht so, dass ich generell Unlust habe Dinge zu erledigen oder unglücklich mit dem bin was ich sonst so mache, aber alles was sich auf mein Studium bezieht erfüllt mich nicht mit Zufriedenheit, sondern frustet mich sobald ich daran denke.
Was mich im Prinzip aber noch mehr frustet ist die Tatsache, dass ich bald damit fertig wäre theoretisch und es einfach nicht auf die Kette bekomme diese Seminararbeit zu schreiben. (ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, ob ich in 8 verbleibenden Tagen da noch irgendwas retten kann - es wäre auch nicht so schlimm ehrlich gesagt, da ich momentan eh nicht weiss wie ich das angehen soll)
Ich habe schon im Gespräch mit meinem Vater und auch während des Textes gemerkt, dass ich mich prinzpiell im Kreis drehe: Eigentlich will ich das Studium fertig machen, da ich ja fast fertig bin, aber eigentlich schaffe ich es nicht, da es mich nicht interessiert, ich mich nicht motiveren kann und es mir eigentlich doch egal ist, weil ich sowieso nicht darauf aufbauen möchte.
Auf der anderen Seite macht mir aber auch die Zukunftsperspektive etwas zu schaffen, da sowas im Lebenslauf nicht so toll wirkt: " Ja Herr H. sie haben also 8 Jahre studiert und keinen Abschluss erworben - sieht düster aus.", zumal ich jetzt mehr oder weniger an dem Punkt stehe an dem ich 2003 schonmal stand und im Prinzip doch nicht weiss wo ich mal hinwill. (ich mein Poker schön und gut, ich hab in diesem Jahr einen hohen 5-stelligen Betrag gewonnen und auch der Job als HB macht mir hier Spaß, aber ich sehe das irgendwie nicht als langfristige Perspektive)
Mich würden einfach mal ein paar Meinungen, Ratschläge (vielleicht war oder ist jemand selber in dieser Situation) und Tipps freuen