Im Grunde bist du mit ihr immer noch nicht schlauer. Aber vergiss sie, die Fixierung war ohnehin recht fortgeschritten und hätte dir nur noch mehr Kummer bereitet. Man kann übrigens trotzdem mit Frauen befreundet sein, selbst wenn sie einen Freund haben. Ja, das geht. Auch ohne sie ihm auszuspannen. Und auch da kann man locker und spielerisch mit ihr umgehen, solang man es mit dem Körperkontakt nicht zu bunt treibt. Also quasi 'ne super Sache, um in Gegenwart von Frauen zu üben, sich zu entspannen und irgendwann eine Lockerheit zu entwickeln.
Aber nun gut. Auf dem Campus gibt's ja noch einige. Aber du musst wirklich dringend an deinem Selbstwertgefühl und deiner Einstellung arbeiten. Dass du fürs Vögeln bezahlst ist noch kein Freifahrtschein in die ewige Singlehölle. Wenigstens bekommst du auf die Weise sexuelle Erfahrung, auch wenn es einige Nuancen vermissen lässt. Ich hoffe du experimentierst wenigstens etwas und "nutzt" das ganze nicht als bloße Wichs-Assistenten.
Aber geh mal mehr unter Leute, speziell im Studentenvolk. Das ist die Zeit, wo die Mädels selber noch keinen Plan haben, was sie wollen und experimentieren wollen. Grad nach so'ner stressigen Prüfungszeit wollen viele erstmal Dampf ablassen. Du müsstest nicht mal viel tun um deine Chancen zu erhöhen, sondern einfach nur präsent sein.
Was mit der erwähnten Lady passiert ist war ein Paradebeispiel für verpasste Chancen. Und dafür, wieviel unnütze Blockaden in deinem Kopf herumgeistern. Weder weißt du exakt, ob sie 'nen Freund hat, noch wie's um deren Beziehung bestellt ist. Hättest du direkt von ihr erfahren, dass sie glücklich vergeben sei, dann sähe die Sache anders aus. Aber im Grunde weißt du nichts genaues. Jetzt bist du freilich auseinander gerissen: auf der einen Seite bist du enttäuscht und frustriert, auf der anderen Seite hat sich dir aber eine bequeme Ausrede geboten, deine Komfortzone nicht erweitern zu müssen. Und das resultiert in Resignation. Das wirkt auf mich wie beim Hürdenlauf aufzugeben, nur weil du die erste umgestoßen hast. Das Rennen ist aber damit noch nicht vorbei! Es hat erst angefangen und es ist noch alles drin. Aber bitte mach was gegen dieses Gejammer und die Ausreden-Suche. Du wirst schon genau wissen was zu tun ist, um eine bessere Version von dir zu schaffen. Du musst es lediglich in Angriff nehmen und es durchziehen!
Mir hat es geholfen, positive Gewohnheiten ins Leben einzubauen. Ich wollte zB wieder mehr Keyboard spielen und hatte über die Monate mein so ziemlich einzig bekanntes Stück (was trotzdem sehr schön klingt) verlernt und das wollte ich beheben. Also hab ich mir vorgenommen es jeden Tag mind. einmal zu spielen. Das ist nicht viel Aufwand und es hilft, die Gewohnheit zu entwickeln. Seitdem hab ich auch fast jeden Tag gespielt und inzwischen kann ich nicht nur das Stück wieder fast perfekt, ich hab auch den Ehrgeiz entwickelt neue Stücke zu lernen und Musiktheorie richtig zu begreifen. Das ist nur ein Beispiel. Vor 'nem halben Jahr hatte ich eine Liste angefertigt mit Gewohnheiten, die ich umsetzen wollte, immer in der kacksimpelsten Version, sodass es nie wirklich Willenskraft benötigt hat, es zu tun. zB jeden Tag ein Glas Wasser trinken jeden Morgen nach dem Aufstehen (inzwischen trink ich fast nur noch Wasser) oder am Monatsanfang direkt Kohle auf die hohe Kante zu legen und zu "vergessen", also gar nicht mehr einzukalkulieren (inzwischen hab ich fast genug Kohle angespart um mir ein ePiano zu leisten und führe seit Jahresanfang sogar penibel Buch über alle meine Ausgaben und Einnahmen), oder jeden Tag stretchen, wobei die Motivation mehr zu tun sehr schnell einkickt und dann gesellen sich Situps, Kniebeuge und Liegestütze und stellenweise ganze Workouts, automatisch hinzu. Weil der Trick schlichtweg im Anfangen liegt. Weiterhin nehme ich seitdem die Treppe statt den Aufzug (ich wohne im 8. Stockwerk), ich koche täglich selbst, esse mehr Obst und hab mir angewöhnt, allen Leuten in die Augen zu schauen beim vorbeigehen oder beim unterhalten. Auch das stärkt das Selbstbewusstsein, weil man häufig kleinere Macken beim Gegenüber beobachten kann, die ihn direkt nahbarer und dadurch sympathischer machen. Inzwischen bin ich schon so weit, dass ich mich ein paar mal getraut hab, fremden Frauen im Alltag zu sagen, dass mir dies und das an ihnen positiv aufgefallen ist. Auch wenn mir da noch der Skill fehlt, das Gespräch zu einem Date zu führen. Aber ich hab inzwischen absolut null Angst mehr vor einem Korb. Stattdessen ist der mir viel lieber, als die Ungewissheit und die tausend Fragen, die sich einem stellen wenn man kneift. Mit 'ner klaren Ansage (oder Absage) kann ich wenigstens arbeiten.
Veränderung beginnt folglich also mit dir selber und du musst nicht mal gigantische Sprünge machen und dich komplett neu definieren. Es ist schlicht und ergreifend Arbeit an den Schwächen und Weiterentwicklung der Stärken und das gibt ungeheure Schübe im Selbstwertgefühl und -vertrauen! Wenn man diszipliniert ist (und Rückschläge als kurze Kursabweichungen, aka Varianz akzeptiert) wird man zu 'ner richtigen kleinen Glückshormon-Fabrik und das strahlt man auch nach außen aus. Dann kommen die Menschen von ganz alleine. Nimm dir als Ziel, jeden Tag eine klein wenig bessere Version deiner selbst zu werden und du wirst staunen, was das schon nach einem Monat aus dir machen kann.