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[Geschlossen] turn raises aufgrund von pott-odds callen

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Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von chrifro

Kommentare und Einwände ausdrücklich erwünscht!

MfG Christoph

Hallo Christoph,

du hast mit deinen Einwänden zum Teil recht. So eine Formel findet im praktischen Spielgeschehen fast keine Anwendung. Aber sie fördert das strategische Hintergrundverständnis, und dieses Verständnis kann einem langfristig helfen, bei solchen Situationen korrekt zu spielen.

Schau dir zum Beispiel einmal Gimlis Rechenbeispiel an: Hier können wir zumindest unter bestimmten Annahmen ausrechnen, wann so ein Call gerechtfertigt ist und wann nicht - und es mit Zahlen belegen. Dies ist weitaus wertvoller als nur zu sagen: "Hier würde ich aus Erfahrung callen" Den oft stellt es sich heraus, dass man mit der unreflektierten Erfahrung weit daneben liegt. Und genau sowas lässt sich zum Beispiel durch eine korrekte Formel anhand von Rechenbeispielen klären.


Hallo Korn!
Natürlich sehe ich den Punkt, verstehe auch, dass das ganze eine theoretische Basis für den Denkprozess bilden kann aber das ist auch schon alles. Sowohl für die Spielpraxis als auch für eine spätere Analyse der eigenen Hände finde ich das Rechenbeispiel ehrlich gesagt ziemlich gewagt. Also Aufgrund dieser Rechnung aus einem fold einen call zu machen halte ich für fragwürdig. Meiner Meinung nach liegt der Schwachpunkt in:

Was meine outs angeht, so rechne ich einfach mal mit durchschnittlich 5 outs

Hier scheiden sich die Geister, wenn ich mir nur 4 outs gebe sieht die Sache ganz anders aus, wenn ich mir 6 gebe, wird es wieder eindeutiger. Das ist doch der springende Punkt: Wie schätze ich meine Hand und meinen Gegner ein? Was denkt er von mir, was hab ich ihm gezeigt, wie spielt er... daraus kommen meine Annahmen über meine outs, welche das Ergebnis entscheidend beeinflussen. Rechnung hin oder her, wenn ich mich bei den outs um +/- 1 verhaue ist mein Ergebnis mal so mal so. Insofern finde ich es übertrieben eine marginale Entscheidung aufgrund dieser Rechnung treffen zu können.

MfG Christoph

P.S.: Falls sich irgendjemand angegriffen etc. fühlt, ich meine es absolut nicht so, will nur deutlich machen wie ich das ganze einschätze, lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen!


Tja ... das "wichtigste" Wort in dem von Dir gewählten Zitat ist "durchschnittlich". Du darfst nicht den Fehler machen, diese Situation ganz für sich alleine zu sehen. Du mu�?t davon ausgehen, das diese Situation (so ähnlich) immer wieder vorkommt, und somit gehst Du halt von einer durchschnittlichen Anzahl Outs aus. Mag sein, das du hier speziell vier oder sechs Outs hast, was aber nicht von Belang ist. "Longterm" hei�?t das Zauberwort beim erfolgreichen Poker. Du wirst eine einzelne Situation nie vollständig einschätzen können, weil Dir einfach immer Informationen fehlen. Durchschnittswerte zu bilden für diese spezielle und alle ähnlichen Situationen ist das Mittel der Wahl. Insofern ist auch Korns Formel anzuwenden und zu verstehen: Es geht rein um das Spielverständnis dieser Situationen, und darum im Schnitt die richtige Entscheidung zu treffen und somit Gewinn zu machen.

Wenn Du Dich wirklich für all sowas interessierst, schau Dir mal das Theorem Of Poker in Theory of Poker (David Sklansky) an. Wichtig. Und überleg Dir dazu, das wir hier immer nur mit Wahrscheinlichketen rechnen, und nie mit absoluten Werten.


Hallo Stargoose!
Theorem of Poker hab ich hier, aber schon länger nicht mehr reingeschaut und auch nur einmal durchgelesen. Was du sagst macht Sinn und ist mir schon klar, bloss ändert das ja nichts an meiner These. Dass man mit Wahrscheinlichkeiten und Durchschnitten arbeiten muss ist offensichtlich, man hat ja keine vollständigen Informationen. Der Punkt ist jedoch, dass wenn ich ohnehin mit Wahrscheinlichkeiten und Durchschnitten arbeite, wozu brauche ich eine Formel, die mehrere Wahrscheinlichkeiten und Durchschnitte mit einbezieht um mir am Ende ein Ergebnis auszuspucken, was mir sagt was ich machen soll, jedoch aufgrund eben dieser Wahrscheinlichkeiten, welche meiner mehr oder weniger subjektiven, Meinung entspringen.
Du sagst es ja praktisch schon selbst:

Tja ... das "wichtigste" Wort in dem von Dir gewählten Zitat ist "durchschnittlich".

Ich muss aufgrund meiner Erfahrung und Einschätzung einen Durchschnitt bilden, dieser Durchschnitt entscheidet jedoch was ich zu tun habe und nicht, das letzendliche Ergebnis meiner Rechnung. Ich muss einen angemessenen Durchschnitt bzw. eine Wahrscheinlichkeit bilden und das kann ich nur aufgrund von Spielerfahrung etc.. Und ich behaupte man kann aufgrund der Einschätzung der Situation, in anbetracht des Gegners, der eigenen Hand und der bet-Sequenzen eine mindestens genauso gute Entscheidung treffen, wie Sie die Formel bietet.
Ich sage ja nicht, dass die Formel Unfug sei, bloss ist Sie in meinen Augen wenig hilfreich, wenn man eine Situation tatsächlich möglichst optimal einschätzen möchte.
Eine Hand später nocheinmal durchzugehen und die Formel anzuwenden um dann zu dem Schluss zu kommen man hätte einen call machen müssen halte ich eben für übertrieben.
Stargoose und Korn, sagt doch selbst mal wann und wie oft Ihr diese Formel schon verwendet habt, ausser für theoretische Spielereien?
MfG Christoph


Die Formel zeigt Dir nur, wie Du auf Mathematisch korrektem Weg zu Deinen Entscheidungen kommst. Hilft dabei nachträglich Dein Spiel zu analysieren. Also zu überprüfen in wiefern Deinen Annahmen und "aus dem buach Heraus" Entscheidungen richtig oder falsch waren. Während des Pokerns wendet hier keiner so eine "Monsterformel" an ...


Hallo!
Genau das ist es ja, was ich meine, man kann im Nachhinein mit der Formel mal schauen ob man mit seinem call oder fold grob daneben lag, sollte die Formel einem jedoch einen marginalen call ausspucken und man hat gefolded, dann heisst das noch lang nicht dass das Spiel - EV war. Anhand der Formel kann man grob sehen ob man die richtige Richtung getroffen hat, aber alles was man damit ausrechnet sollte man vorerst mit Vorsicht geniessen und sich überlegen wie es überhaupt zu dem Ergebnis kam, bzw. welche Inputfaktoren das Ergebnis entscheidend in welche Richtung beeinflusst haben.
MfG Christoph


Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von chrifro Also Aufgrund dieser Rechnung aus einem fold einen call zu machen halte ich für fragwürdig. Meiner Meinung nach liegt der Schwachpunkt in:

Was meine outs angeht, so rechne ich einfach mal mit durchschnittlich 5 outs

...wenn ich mich bei den outs um +/- 1 verhaue ist mein Ergebnis mal so mal so. Insofern finde ich es übertrieben eine marginale Entscheidung aufgrund dieser Rechnung treffen zu können.

MfG Christoph

P.S.: Falls sich irgendjemand angegriffen etc. fühlt, ich meine es absolut nicht so, will nur deutlich machen wie ich das ganze einschätze, lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen!

Das was du schreibst ist korrekt. Wenn ich meine Outs nur leicht anders einschätze, wird hier in diesem Fall aus einem Call ein Fold oder umgekehrt.

Aber du musst nun hier einen Schritt weiterdenken:
Wir haben mit dieser Analysse erkannt, dass diese Situation grenzwertig ist. Es macht also hier vom Erwartungswert keinen gro�?en Unterschied ob wir callen oder folden. Dieses Ergebnis lässt sich in späteren ähnlichen Situationen wiederverwenden.

In andere Fälle hingegen sind intuitiv genauso kompliziert, aber durch eine Analyse dieser Art kommt oft heraus, dass z.b. ein Call klar besser ist als ein Fold oder umgekehrt. Gerade in bestimmten Streitsituationen wirkt sie besonders klärend.

Und nochmal zu deinem Durschnittsargument. Dies ist mathematisch und auch logisch absolut nicht haltbar. Nur weil der Input einer mathematischen Formel geschätzte Durschnittswerte sind heisst es ja noch lange nicht, dass der Output deshalb nicht nützlicher ist als der Input. Ein Beispiel:

Wir machen eine Lotterie und ziehen eine Zahl zwischen 1 und 10000. Ziehen wir die Zahl X, so bekommen wir N Euro, wobei N die Anzahl der Primafaktoren von X ist. Würdest du dieses Spiel für 5 Euro pro Ziehung spielen oder nicht? Sowas ist intuitiv nicht schätzbar, aber eine mathematische Analyse schafft Klarheit, auch wenn der Input auch hier aus Wahrscheinlichkeiten besteht. Klar, du könntest nun sagen dass in diesem Fall die Wahrscheinlichkeiten ja feststehen. Dies ist aber kein Hindernis. Stell dir vor, der Mensch der die Losziehung vornimmt, hat entweder eine Vorliebe für gerade oder ungerade Zahlen, wir wissen aber nicht genau was von beiden. Aber wir haben ein Programm namens LotterieTracker und das sagt uns, dass er bei den letzten 100 Ziehungen 70 mal gerade und 30 mal ungerade gezogen hat. Zufall oder Absicht? Wissen wir nicht, aber wir können auch hier natürlich mathematisch schätzen. Also, würdest du hier für 5 Euro spielen? Intuitiv nicht zu beantworten, aber mit der richtigen Formel und ein wenig Zeit eindeutig und korrekt zu lösen.

Gimlis Analyse macht im Grunde dasseble: Wir habenen einen Input an möglichst genau aber natürlich nie 100% exakt geschätzen Wahrscheinlichkeiten. Aber unsere Inputschätzung ist begründet, d.h. nicht komplett zufällig, und hat somit einen Informationswert. Allerdings haben wir eine komplexe Situation und möchten nun wissen, wie unsere Inputwerte interagieren und was für ein Ergebnis sie liefern. Intuitiv schätzbar? Wohl kaum. Mathematisch analysierbar? Ja! Und nützlich, weil wir wenn wir z.b. wissen dass Gimlis Situation grenzwertig sind andere Fälle klare Fold oder klare Calls sind.


Hallo Korn!
Das Lotteriebeispiel ist gut und macht Sinn im Hinblick auf Input und Output einer mathematischen Gleichung, wobei sich der Denkprozess im Kopf ja nicht jeglicher sinnvoller Inputfaktoren entzieht. Ich denke der Punkt ist, dass man im Kopf ja einen ähnlichen Prozess wie die beschriebene Gleichung durcharbeitet, man jedoch in seine Kopf-Gleichung noch andere Inputfaktoren aus dem Spielfluss mit einbezieht, welche bei der mathematischen Analyse aussen vor bleiben.
Letzendlich sagst du, dass wir mit Gimlis Beispiel herausgefunden haben, dass die Situation marginal ist und nicht, dass wir aus einem vorerst favorisierten fold einen call machen.(?) Das sehe ich ein und dem kann ich mich auch gern anschliessen. Ich hatte es erst so verstanden, dass wir mit einer einfachen outs Rechnung einen fold hätten und durch die erweiterte Formel daraus einen call machen können und in der Analyse den Spielfluss ignorieren.

Die Essenz der dargestellten Formel wäre somit:
Man könnte schauen, ob man seine "Kopf-Forme"l eventuell revidieren oder anders gewichten muss, falls man beim überprüfen mit dem mathematischen Gegnstück krasse Unterschiede festellt.

Sehe ich das richtig?

MfG Christoph


Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von chrifro
Die Essenz der dargestellten Formel wäre somit:
Man könnte schauen, ob man seine "Kopf-Forme"l eventuell revidieren oder anders gewichten muss, falls man beim überprüfen mit dem mathematischen Gegnstück krasse Unterschiede festellt.

Sehe ich das richtig?

MfG Christoph

Genau so ist es.

Und in einigen Fällen hat man auch einfach schlichtweg keine Ahnung, was man nun tun soll. Auch in diesen Fällen wirkt eine Analyse klärend und bereitet einen auf weitere ähnliche Situationen vor.


Original von gImLi
Alles in allem nehme ich an, dass ich in 15 % der Fälle doch noch vorne liege und wenn ich vorne liege, dann zu 80% gewinne.

Ich will ja nicht unken, aber woher nimmst du diese Zahlen? Die Formeln sind ja wirklich stichhaltig, aber mit Zahlen "aus dem Bauch geschätzt" diese zu unterfüttern, führt vielleicht zu falschen Schlüssen.
Das ärgert mich ehrlich gesagt am meisten an allen mathematischen Betrachtungen, die solche Wahrscheinlichkeiten enthalten.
Sie tun so, als ob man wissenschaftlich/empirisch vorgehen würde, dabei baut man sich nur eine (in diesem Fall schon recht sinnvolle) Formel aber setzt willkürlich Zahlen ein, um dann hinterher wiederum darauf aufbauend zu argumentieren - obwohl man eigentlich dafür garkeine Basis hat.

Irre ich mich da, oder gibt es für dieses Problem einen Ausweg?


Wie wärs mit ner ganz anderen Formel um den Bet fest zu legen. Denn die Entscheidung zu callen oder nicht mache immer ungern von einer Formel abhängig. Da spielen immer zu viele andere Faktoren eine Rolle.
Nehmen wir an du hast 5 outs, dann greift einfach *2+2 waraus wie wir wissen eine Wahrscheinlichkeit resultiert.
Daraus resultiert: Pot*0.12=Max Bet
Nehmen wir an im Pot liegen 500$, sollte ein call nicht 60$ überschreiten.
Ich halte diese Formel für in dieser Situation fü Sinnvoller, da sie sehr viel kürzer ist und mich genauso an mein Ziel kommt, denn die Eigentliche Frage ist doch nicht ob ich call oder nicht, sondern wieviel es mir Wert ist.


Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von Taranis05
Wie wärs mit ner ganz anderen Formel um den Bet fest zu legen. Denn die Entscheidung zu callen oder nicht mache immer ungern von einer Formel abhängig. Da spielen immer zu viele andere Faktoren eine Rolle.
Nehmen wir an du hast 5 outs, dann greift einfach *2+2 waraus wie wir wissen eine Wahrscheinlichkeit resultiert.
Daraus resultiert: Pot*0.12=Max Bet
Nehmen wir an im Pot liegen 500$, sollte ein call nicht 60$ überschreiten.
Ich halte diese Formel für in dieser Situation fü Sinnvoller, da sie sehr viel kürzer ist und mich genauso an mein Ziel kommt, denn die Eigentliche Frage ist doch nicht ob ich call oder nicht, sondern wieviel es mir Wert ist.

Hallo Taranis,

die von dir geschilderte Vorgehensweise ist identisch mit der, die von uns im der Einsteiger-Strategiesektion erläutert wird: [Mathematik] Drawing Hands auf dem Flop

Die hier diskutiere Formel leistet folgendes, dass die von dir geschilderte Methode nicht kann:

Bei der von dir geschilderte Methode gehen wir davon aus, dass wir mit 100% Sicherheit gerade hinten liegen und somit ein Out treffen müssen, um zu gewinnen.

In der Realität gibt es aber oft Situationen (vor allem im Profibereich) wo es nicht sicher ist, ob wir überhaupt hinten liegen. Die hier vorgestelle Formel behandelt Situationen, in denen wir denken, in X% der Fälle hinten zu liegen und Y Outs zu haben.


Original von Wiseguy

Original von gImLi
Alles in allem nehme ich an, dass ich in 15 % der Fälle doch noch vorne liege und wenn ich vorne liege, dann zu 80% gewinne.

Ich will ja nicht unken, aber woher nimmst du diese Zahlen? Die Formeln sind ja wirklich stichhaltig, aber mit Zahlen "aus dem Bauch geschätzt" diese zu unterfüttern, führt vielleicht zu falschen Schlüssen.
Das ärgert mich ehrlich gesagt am meisten an allen mathematischen Betrachtungen, die solche Wahrscheinlichkeiten enthalten.
Sie tun so, als ob man wissenschaftlich/empirisch vorgehen würde, dabei baut man sich nur eine (in diesem Fall schon recht sinnvolle) Formel aber setzt willkürlich Zahlen ein, um dann hinterher wiederum darauf aufbauend zu argumentieren - obwohl man eigentlich dafür garkeine Basis hat.

Irre ich mich da, oder gibt es für dieses Problem einen Ausweg?

In meinem Beispiel waren die Zahlen mehr oder weniger willkürlich (aber durchaus nicht unrealistisch). Es ging nur darum zu verdeutlichen, wie die von Korn angegebene "Formel" anzuwenden ist.

Wie Korn bereits gesagt hat, geht es auch nicht darum, am pokertisch den Taschenrechner auszupacken, sondern sich durch mathematische Betrachtungen (abseits der Tische) zu überlegen, wie man sich in gewissen Situationen verhalten könnte und welche Vorraussetzungen dazu gegeben sein müssen.
Die Werte, die man in die Formel einsetzt sind natürlich nicht exakt, da sie auf Erfahrung und Instinkt/Gefühl basieren. Es geht aber auch nicht darum, deine _exakte_ Equity zu berechnen, sondern nur um die Entscheidung "fold" oder "calldown".
Wenn dir die Formel liefert, dass die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner in einer bestimmten Situation blufft oder eine schwächere Hand overplayed, unter 10% liegen muss, damit ein Fold richtig ist, dann weisst du, dass bei den meisten Gegnern der calldown wohl einen positiven Erwartungswert hat.

Gru�?,
Jens


Hi Korn,
ja ich kenne deine Formel auch, doch wenn ich das ganze richtig vertanden habe, befinden wir uns doch eher in einer Heads up Situation, was praktisch sämtliche Formeln relativiert, und den Faktor Glück sehr viel weiter nach vorne rückt. Deshalb habe ich hier auch slanskys bekanntestes Stück ins spiel gebracht.
Deshalb muss ich auch mich korrigieren, in so einer Situation (kommt auch darauf an was für einem Tisch ich sitze und vor allem wie locker das Geld), würde ich nicht nur callen sondern einen hohen reraise ansetzen. HU spiele sind doch sehr oft sehr intuitiv geprägt, und ein schneller und hart gespielter reraise, kann so manchen Gegner ins Wanken bringen. Das ist natürlich ein riskanter Zug, doch auch wenn man gecallt wird, hat man zumindest eine Information mehr, über seinen Gegenüber.
Grade Heads up ist so eine Entscheidung sehr individuell und nur schwer von Formeln abhängig zu machen. Es hängt viel zu viel mit den Erfahrungen zusammen, die man über seine Mitspieler gesammelt hat, als dass ich hier irgendeine Formel wirklich greifen lassen würde. Denn grade im Heads up haben schwächere Hände eine Chance zu gewinnen.


Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von Taranis05
Hi Korn,
ja ich kenne deine Formel auch, doch wenn ich das ganze richtig vertanden habe, befinden wir uns doch eher in einer Heads up Situation, was praktisch sämtliche Formeln relativiert, und den Faktor Glück sehr viel weiter nach vorne rückt. Deshalb habe ich hier auch slanskys bekanntestes Stück ins spiel gebracht.
Deshalb muss ich auch mich korrigieren, in so einer Situation (kommt auch darauf an was für einem Tisch ich sitze und vor allem wie locker das Geld), würde ich nicht nur callen sondern einen hohen reraise ansetzen. HU spiele sind doch sehr oft sehr intuitiv geprägt, und ein schneller und hart gespielter reraise, kann so manchen Gegner ins Wanken bringen. Das ist natürlich ein riskanter Zug, doch auch wenn man gecallt wird, hat man zumindest eine Information mehr, über seinen Gegenüber.
Grade Heads up ist so eine Entscheidung sehr individuell und nur schwer von Formeln abhängig zu machen. Es hängt viel zu viel mit den Erfahrungen zusammen, die man über seine Mitspieler gesammelt hat, als dass ich hier irgendeine Formel wirklich greifen lassen würde. Denn grade im Heads up haben schwächere Hände eine Chance zu gewinnen.

Hallo Taranis,

ein gut gemeinter Tipp von mir an dich ist, diese in Pokerkreisen - gerade bei self-tutored players - weit verbreitete Denkweise schleunigst abzulegen.

Grundsätzlich gilt, dass jede gute Pokerentscheidung eine rationale Begründung hat, die sich auf den Erwartungswert bezieht. Diese Begründung muss einem guten Spieler nicht aktiv bewusst sein - vielleicht ist er einfach von Natur aus ein Genie. Aber sie lässt sich dennoch mathematisch-strategisch erfassen und nachvollziehen.

Umgekehrt kann man somit die korrekte Spielweise einer Hand anhand von Analysen herleiten - natürlich in Abhängigkeit von Annahmen über die Gegner.

Wenn du von "Glück", "Gefühl", "Intuition" usw sprichst dann redest du de facto auch nur von Wahrscheinlichkeiten. Wenn deine "Intuition" bzw dein "Gefühl" dir sagt, dass ein Gegner gerne blufft, ist es mathematisch nichts anderes als die Bluffwahrscheinlichkeit des Gegners höher einzuschätzen.
Bei der von dir genannten Reraise Frage musst du dir zweifelsohne die Frage stellen, wie hoch die Chance ist, dass du noch vorne liegst, bzw die Chance, dass wenn du hinten liegst, der Gegner gegen deinen Reraise foldet. Kurz gesagt: Du musst zunächst einmal die Grundsituation gut abschätzen

Wenn du diese Abschätzung nun vollzogen hast, ist aber immer noch nicht klar, was nun die beste Vorgehensweise ist. Poker ist da sehr oft tückisch. Und gerade hier hilft eine mathematisch-analytische Methode weiter. Wenn du schätzt, in 25% der Fälle vorne zu liegen und vermutest, dass der Gegner in 25% der Fälle gegen einen Raise foldet oder so ähnlich, dann kann dir eine Formel definitiv sagen, was unter diesen Voraussetzugen die korrekte Entscheidung ist.

Zum Thema Heads-Up:
Bei heads-up ist der Skillfaktor enorm hoch. Aber heads-up ist auch hochkomplex. Deshalb erscheint es vielen Leuten so, als sei viel Glück mit im Spiel. Ab einem Gewissen Grad von Komplexität neight man dazu, etwas als chaotisch zu betrachten. Wenn ein Kind einen Ameisenhaufen sieht, wird es kaum denken, dass dort alles sehr geordnet und systemmatisch abläuft. Ein Verhaltensbiologe, der sich auf Ameisen spezialisiert hat, wird dies aber ganz anders sehen.


Hmm. Kann es sein, dass wir ( wenn wir alles drum herum einmal streichen) eigentlich das gleiche gemeint, haben, ?, und es nur anders ausgedrückt haben.
Ich gebe dir Recht, dass Intuition von dem gesammelten Wissen beeinflusst wird. Und auch darin, dass Mathematik in den meisten Situationen eine gro�?e Hilfe ist.
Wie gesagt, wir wollen glaube ich im Grunde auf das gleiche hinaus. Nur unterscheiden wir uns darin, wie wir mit dem Ergebnis umgehen.


Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Es gibt da einen entscheidenen Unterschied:

Viele Spieler gehen bei der Analyse einer Hand so vor:

1. Intuition. (Ah, der hat doch nix)
2. Handlung. (Ich raise)

Aber vielleicht ist Bluff-Induzierung ja besser? Vielleicht sollte man callen und später raisen?

Korrekterweise sollte man so vor gehen:

1. Intuition (Er hat oft nix)
2. Spezifikation der Intuition (Er blufft mit wohl 30%, 30% hat er top Pair, er ist loose-aggressive etc)
3. Analyse der Situation anhand der Inuition (z.B. o.g. Formel, EV Analysen, etc)
4. Handlung.

So gelangt man zur optimalen Strategie (z.b. Call Flop, Raise Turn etc). So einer Analyse kann man natürlich nicht am Tisch durchführen. Aber man sollte sie regelmä�?ig abseits der Tische durchführen, um ein fundiertes Pokerwissen zu erlangen, dass dann auf ähnliche Situationen angewandt wird.


Es hängt hier sehr viel mit der Definition von Intuition ab. Ich glaube es ist vielleicht einfacher Intuition durch erlerntes Wissen zu ersetzten.
Im übrigen, habe ich über deinen lezten Post nachgedacht, und festgestellt, dass die Dinge die du beschrieben hast, bei mir vollkommen meachanisiert ablaufen, und ich sie nicht mehr bewusst wahrneme. Weshalb ich Intuition hier auch abgeändert habe.
Vielleicht haben wir deshalb auch um die Sache herumgeredet, da das Wort Intuition hier ja alles zu Fall bringen kann.

Ps: ich glaube noch immer, dass wir im Grunde auf das Gleiche hinaus wollten. ;)


Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Original von Taranis05
Es hängt hier sehr viel mit der Definition von Intuition ab. Ich glaube es ist vielleicht einfacher Intuition durch erlerntes Wissen zu ersetzten.
Im übrigen, habe ich über deinen lezten Post nachgedacht, und festgestellt, dass die Dinge die du beschrieben hast, bei mir vollkommen meachanisiert ablaufen, und ich sie nicht mehr bewusst wahrneme. Weshalb ich Intuition hier auch abgeändert habe.
Vielleicht haben wir deshalb auch um die Sache herumgeredet, da das Wort Intuition hier ja alles zu Fall bringen kann.

Ps: ich glaube noch immer, dass wir im Grunde auf das Gleiche hinaus wollten. ;)

Zum Ps: dann ist alles bestens :)

Allgemein: Es ist oft nützlich seine Intuition häufig mit Hilfe von Analysen kritisch zu hinterfragen. Denn falsche, einmal eingebrannte Muster beim Poker sind teuer.


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