Haaalloo~ ^^
Ich hatte Gelegenheit, mit einigen Koreanern ueber die kommende koreanische Communityseite zu sprechen.
Zusammen mit meinem bisherigen Wissensstand ergaben sich daraus einige Punkte, ueber die ich nochmal nachdenken muss und werde.. vllt koennt ihr auch noch einige Bemerkungen dazu machen.
First of all: Das Thema Gambling.
Gambling ist in Korea illegal. Das war es schon immer und wurde/wird auch verfolgt. Das hat Koreaner aber nie wirklich davon abgehalten, sich heimlich und regelmaessig zu treffen, um um Geld zu spielen. Auch berufliche Gambler gab und gibt es zuhauf.
Warum ist es illegal?
Koreaner spielen fuer ihr Leben gerne. Auch generell wetten sie sehr gern und nicht wenige haben dabei Haus und Hof verloren. Es geht dabei nicht darum, ob der Einzelne mehr oder weniger viel verdient, sondern wie viel der grosse Durchschnitt gewinnt oder verliert. Logischerweise verliert die grosse Mehrheit Geld, wobei der Einzelne viel Geld gewinnt.
Kurz: Gambling ist -EV.
Selbst in Spielen, wo der Skill eine anerkannt grosse Rolle spielt, geht es oft (wie beim Pokern auch) um die Gewinnerwartung des Moments.
Kleiner Exkurs (kann uebersprungen werden):
Nehmen wir das koreanische Kartenspiel "Go stop", das ich persoenlich auch sehr liebe. Trotz des sehr ausgereiften Punktesystems (oder vllt auch gerade deshalb) kann man in sehr kurzer Zeit sehr viel Geld gewinnen oder verlieren.
Das Spiel endet, wenn der Gewinner(!) entscheidet, wann Schluss ist.
Der, der grade am verlieren ist, kann nicht einfach folden. Wenn der Gewinner denkt, er koennte im naechsten Zug counterfeited werden, sagt er "Stop". Wenn er denkt, er kann mehr vom Gegner rausholen, sagt er am Ende jedes Zugs "Go".
Was passiert, wenn die Einsaetze enorm sind und der Verlierer weeeit hinten liegt und der Gewinner demnach kein Grund sieht, "Stop" zu sagen?
Richtig, innerhalb eines Spiels kann der Verlierer ALLES verlieren.
Um sich ein Bild machen zu koennen: Es wird am Anfang festgesetzt, wie viel Geld Einsatz pro Punkt gemacht wird. Dabei werden in grossen Games nicht selten pro Punkt 10 Euro festgelegt.
MEIN hoechster Rekord 1on1 betraegt 640 Punkte in einer Runde(Gewinn ab 7 Punkten), was sich auch auf jeden Fall zeigen lassen kann. Ich selbst hab nur um ein Abendessen oder sowas gewettet. Wieviel Geld das waere, wenn jemand 10 oder gar 100 Euro pro Punkt festmacht, kann jeder selbst ausrechnen.
Jeder, der verloren hat, will sein Geld wieder zurueckholen. V.a. wenn es viel Geld war oder es seine Liquiditaet uebersteigt.
Downswings sind hier btw extrem!!
Dieses Kartenspiel kennt jeder Koreaner und so ziemlich jeder Koreaner hat es schonmal gespielt oder weiss zumindest, wie es geht. In Familientreffen wird es zum fun regelmaessig gespielt, mit Einsaetzen von vllt 10c pro Punkt.
Gostop ist -EV --> Gambling ist -EV --> Poker=Gambling, muesste folglich ebenfalls -EV sein.
Innenpolitische Lage:
Der jetzige koreanische Praesident entwarf eine Art Gambling Bill, die es erleichterte zu gamblen.
Es entstanden in Rekordzeit(alles in Korea entwickelt sich in Rekordzeit) viele Raeume, Geschaefte, Laeden, in denen gegamblet werden konnte.
Was machen die Koreaner? Sie verspielen ihr Geld. Grosser Aufschrei. Alle Laeden werden geschlossen - in Rekordzeit.
Noch vor 2 Jahren waere das Einfuehren des Pokerspielens ein voller Erfolg geworden, aber vllt eben nur fuer 2 Jahre.
Da diese innenpolitische Entwicklung noch im Prozess ist, spricht die gegenwaertige Stimmung im Lande bzgl. Gambling nicht gerade FUER das Einfuehren einer weiteren "Gamblingvariante".
Weiterhin gibt es in Korea sehr wenige Casinos und in fast allen Casinos haben Koreaner keinen Eintritt, sprich, es ist fuer Auslaender.
(Wie immer hindert diese Tatsache die Koreaner natuerlich auch nicht daran, sich nicht dran zu halten.)
Partypoker sitzt zwar in Gibraltar und daher wird keine Regierung wirklich effizient genug nachpruefen koennen, ob sich im Land auch dran gehalten wird.
Jedoch bleibt der harte Fakt, dass es nunmal illegal ist. Werbung im Fernsehen, in Zeitschriften, oeffentlich oder/und v.a. durch oeffentlich-rechtliche Institutionen - undenkbar.
PS.de hat das Potential, in Rekordzeit durch Mund-zu-Mund-Propaganda rasant zu steigen. Sollte ein Member jedoch einer Razzia unterlegen, gibt es u.U. eine weitere Mund-zu-Mund-Propaganda. (Auch hier gilt nichtsdestotrotz: Koreaner lieben das Spiel.)
Ueberlegungen:
In Korea gibt es zu jedem Scheiss Foren, auch genannt "Cafe"s.
Diese werden von meinen Freunden und mir im Schneeballprinzip primaer in Angriff genommen.
Weiterhin gehoert Internet sogar bei Senioren fest zum Leben.
Informationen gelangen - in Rekordzeit - ueberallhin. Selbst ein Imbiss, das ganz versteckt in irgendeinem Loch in Seoul oeffnet und ueberdurchschnittlich gut ist, hat innerhalb von einer Woche eine 50m Schlange an Kunden.
Teilweise spielen Koreaner, die nichts zu tun haben, Tag und Nacht Broodwar, Gostop/7CardStud/HiLo mit Playmoney etc. auf den zahlreichen Gaming Sites.
Eine Seite wie pokerstrategy, die Schulung im Pokern und 150$ Bonus sozusagen 'for free' anbietet, waere die erste seiner Art.
Die gegenueber Gambling skeptisch eingestellten Koreaner koennen durchaus durch ihre generell offene Einstellung vom Gegenteil ueberzeugt werden.
Es kommt drauf an, ihnen zu beweisen, dass Texas Hold'em(was in Korea so weit ich weiss noch nicht populaer ist und Pokerstrategy somit eine Pionierrolle spielen sollte) mehr ist als nur Gambling und durchaus +EV ist.
Im extremen Longterm bei grossem Erfolg der koreanischen Tochterseite koennte die Regierung sogar von einer Ausnahme absehen. Die Betonung liegt hierbei wieder darin, dass Koreaner begeisterungsfaehig und extrem lernfaehig sind; in Kombination mit der Eigenschaft, in kurzer Zeit einen Massenauflauf ausloesen zu koennen.
Der Grund fuer den Einzelnen und fuer die Gemeinschaft: Poker bringt Geld fuer sich ein; Poker bringt Geld INS Land.
Ich habe einen sehr guten Freund, dessen Vater wiederum mit dem Vizepraesidenten einer Casinokette befreundet ist.
Er wird bei Gelegenheit und mit Erlaubnis seines Vaters weitere rechtliche Aspekte erfragen. Auch Connection mit den entsprechenden Regierungsbeamten liegt durchaus im moeglichen Bereich.
Sollte Pokerstrategy Erfolg darin haben, einen Deal auszuhandeln, ist der Erfolg der Seite bereits vorprogrammiert; denn es ist die einzige Seite seiner Art.
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Natuerlich sind das alles 'nur' Ueberlegungen, Prognosen und Erwartungen.
Ich erhebe keine Anspruch auf Vollstaendigkeit oder 100%ige Korrektheit. Es sind meine persoenlichen Eindruecke und die einige meiner Freunde, die eine lange Zeit in Korea gelebt haben und fuer politische/gesellschaftliche Umbrueche ein sensibleres Gespuer haben.
Eine genauere (Markt-)Analyse des Pokerstrategy-Headoffices ist daher leider unumgaenglich, aber ich hoffe, ich konnte euch etwas (und wie ich hoffe wahrheitsgemaess) ein naeheres Bild von der Lage verschaffen.
Mfg, Mo
PS: Ich wollte nochwas schreiben am Ende als Fazit, aber ist mir grad entfallen.. wenns mir einfaellt, werd ichs nachtragen^^