Hier für alle die es interessiert (da mein letzter Salzburg Tripreport viel Lob erhielt) mein Tripreport zu dem CCC Wien, vom 19.12-22.12
Nach dem lohnenswerten Salzburg Besuch war es nur konsequent dann auch alsbald zum größten CCC zu reisen, und so ne Wochenend-Städtereise nach Wien hat eh was irgendwie.
Hinfahrt:
Eher "Hinflug", mit Air Berlin Freitag Morgens (19.12) nach Wien, mit 1-2 Stunden Verspätung.
Ankunft in Wien Schwechat so gegen 12 Uhr, dann mit dem City Airport Train nach Wien rein, dort am nächsten Supermarkt erstmal mit Energy Drinks eingedeckt und dann weiter mit der U-Bahn zum Westbahnhof und dann mit der Straßenbahn zum 4-Sterne Hotel Kavalier.
Hotel:
Das Hotel war wirklich tip-top, sauber und mit Ambiente. Auch sehr günstig mit ca 50€ pro Doppelzimmer/Nacht.
Wir haben von Freitag-Samstag und Samstag-Sonntag im Hotel gepennt, von Sonntag-Montag Morgen im Casino durchgemacht.
CCC Wien:
In einer recht abgelegenen Gegend liegt das CCC, recht gut zu erreichen mit der Straßenbahn Richtung Wien Zentralfriedhof. Man fragt sich allerdings in den alten Straßenbahnen eher ob man gerade in einem Museumszug sitzt, Holzbänke, Fahrgastinformationen noch in Altdeutscher-Schrift....
Beim ersten Besuch wird man nett von dem Sicherheitsmann vorne an der Rezeption begrüßt, man wird im PC registriert, muss kurz in eine Kamera schauen und erhält 3 nette Gutscheine, einen 24€ Turnierrabatt, einen 10€ Gutschein für das Blackjackspiel vor Ort sowie einen Gutschein für ein 2 Gänge Abendessen.
Letzteres war leider ein Reinfall, es war weder 2 Gänge noch war es mit großer Auswahl, man musste sich zwischen 3 Gerichten entscheiden (bspw Schnitzel mit Pommes), dazu noch ne Cola oder Eistee, kein Nachtisch, Vorspeise etc, naja immerhin umsonst.
Dann noch schnell die 10€ beim Blackjack verballert und ab zum Pokern.
Poker:
Im großen CCC stehen dutzende Pokertische links und rechts im Raum vor einem, links sind einige auf einer Empore, das sind meist die abgeschotteteren high-limits. Die hintersten Tische sind immer bei Turnieren besetzt, während vorne der Cashgame-Betrieb läuft.
Gespielt wird Seven Card Stud, PL Omaha, NL und Fixed Limit, gerade NL 200 (Blinds 1/2€) läuft zu jeder Tageszeit an mindestens 2-3 Tischen, auch Morgens um 4-5 Uhr. Zu den Stoßzeiten gibt es generell auch immer 1-2 Omaha Tische, Fixed Limit 3/6 sowie no limit 2/5
Das erste ist natürlich die Table-Selection, man sucht sich Tische mit älteren Leuten, vorzugsweise Türken oder Serben, denn die sind meist viel eher in Zocker Laune. Auch viele asiatische Frauen sind an den Tischen verteilt.
Als wir Freitags so gegen 16 Uhr im Casino ankamen waren 4 oder 5 NL 200 Tische auf (3-4 noch mit anderem Zeug, aber das hat mich nicht interessiert).
Freitag:
Wenn man länger nicht in "größerem" Rahmen gepokert hat ausser im Internet, ist es natürlich erst mal wieder ein ungewohnter Einstieg, gerade so Sachen wie "Fold-Reihenfolge" einhalten und dem Dealer bei einem gewonnen 28€ pot 1€ als Tip zu geben.
Wir hatten vor an jedem der 3 Abende die Turniere mitzumachen, am Freitag ein 20000€ gtd. rebuy Turnier mit 56€ buy in (glaub ich) und rebuys für 50€, am Samstag und Sonntag jeweils ein 10000€ bzw 5000€ gtd (56€+24€)
Dazwischen wollten wir die meiste Zeit Cashgame spielen, denn wenn man so weit her kommt (aus Frankfurt), will man das Wochenende auch ausnutzen.
Es lief die meiste Zeit zu Anfangs recht durchschnittlich, keine guten Karten, keine guten Situationen. Ich habe mich immer mit 150€ eingekauft (min 50€ max 200€).
Dann doppelte ich meinen Stack kurz vor dem Turnier (die fingen immer so gegen 19.30Uhr an, ausser Sonntags-> 18:30) mit K7 an einem Flop K74 gegen K9... na gut.
Doch wenige Hände später gegen einen Türken aus Wien meine absolute Apokalypse Hand. Ich hatte einen read das er ein übelster Gambler ist und gerade einen Stack verballert hatte und rebuyte.
Ich hatte in mittlerer Position A :heart:K :club:, da man im Casino viel mehr erhöhen muss als im Internet hab ich gleich mal auf 18€ erhöht, er saß im SB und bezahlte die 17€ ziemlich schnell.
Flop 9 :spade:5 :diamond:A :club:, Traumflop für mein AK, ich spielte irgendwas zwischen 30 und 35€ an, er callte wieder ziemlich schnell, turn K
, ich überlegte lange und fühlte mich sehr sicher, selbst wenn er sich irgendwie am Flop ein 2 pair geluckt hatte lag ich nun weit vorne mit meinem Top 2 Pair, keine Straight möglich. Ich setzte ca 70€, er überlegte länger und ging all in, ich callte natürlich. Im Pot über 450€, keine Aktion mehr möglich da er all in war. River 8
, ich realisierte erst gar nicht das ein Flush möglich wäre, er schaute etwas schief zu den Boardkarten, ich drehte recht Siegessicher mein top 2 Pair um, er saß weit weg von mir und so hörte ich nur den Tisch aufstöhnen als er seine Hand umdrehte: 5 :spade:7
Das hat gesessen, er lacht sich nur dumm ins Fäustchen und sammelt seine wohlverdienten Chips ein.
Mit diesem unguten Gefühl ging ich dann ins Turnier, nach den ersten 3 Leveln war die Rebuy Phase vorbei, ich kam in diese mit ca halben AVG, überspielte dann vielleicht KQs etwas im 5. Level aus middle position um die Blinds zu holen und lief in AJo, Ace high gewann.
Danach noch bis 2 Uhr Nachts cashgame gespielt, welches besser als vor dem Turnier lief und ich war am Ende des Tages ungefähr break even, aufgrund einer keyhand: ich hatte die Asse in später position, vor mir limpen 4 leute, ich raise auf 20 und bekomme 4(!) caller, na geil.
Flop ist sehr klein und eigentlich sehr gut wenn man Asse hält, 3 :diamond:5 :heart:9 : :club:.
Der pot ist ja nun schon über 100€, also gehe ich mit meinen ca 120€ die ich noch hab all in. Eine Asiatin die gerade erst an den Tisch kam und eh viel lieber mit ihrer Freundin, die hinter ihr saß schnatterte callte etwas genervt und diskutierte wohl mit ihrer Freundin auf chinesisch was ich wohl habe.
Turn und River waren blank, sie drehte zu meiner Freude TT um und ich konnte diesen schönen Pot zu Ende des Abends einstreichen. Dann ging es ins Hotel, da wir von den Reisestrapazen noch ziemlich gerädert waren.
Fazit von dem ersten Tag: Das Niveau war zum Teil am ersten Tag etwas besser als erwartet (das änderte sich Samstag+Sonntag noch drastisch), vielleicht saß ich auch an den falschen Tischen, einzig dieser riesige Vollidiot mit seiner 57s Hand verhagelte mir den Tag ein wenig, vor allem als er auf meine Frage, was er denn da am Flop bitte callt und denkt was ich habe bei meinem riesigen pre flop raise "naja isch hab getroffe". Tja so kann mans auch sehen.
Schon am ersten Tag konnte man den professionellen Ablauf des CCC erkennen, die Dealer sind allesamt sehr aufmerksam und gut geschult, auch die Floormen haben immer den Überblick um bspw die Tischgrößen auszugleichen, und auch das Service Personal, welches einen Speisen und Getränke an die Tische bringt ist freundlich und schnell.
Wenn genug Interesse am Report der Tage von Samstag-Montag Morgen besteht poste ich die hier noch
(ist ziemlich viel Schreibarbeit)