Was hälst du von folgendem Ansatz von Potcontrol?
1. Wir potcontrollen, wenn die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner mit schlechteren Händen called gering ist
-> gegen Fische werden auf den gleichen Boards plötzlich Hände zu Monstern, die man gegen andere Spieler potcontrollen würde
2. Die Potgröße bei einer Bet für die Stärke unserer Hand zu groß werden würde
-> wichtig, wenn man deep spielt. Da wir nur 100BB deep spielen kann man Potcontrol aus diesem Grund fast gänzlich vernachlässigen.
Was sagt uns das ganze jetzt? Potcontrol ist wie alle Konzepte in Poker ein dynamisches Konzept und sollte nicht blind runtergespielt werden, sondern immer unter Betrachtung der Situation.
Bisher hat uns der Gegner (am Turn) noch nicht gezeigt, dass seine Hand stärker ist als unsere und die Wahrscheinlichkeit, dass wir NICHT gegen Twopair oder ein Set im Moment spielen ist noch hoch. Wahrscheinlich sind Draws oder Ax Hände. Dagegen sind wir vorne und wir wollen dem Gegner die Chance geben mit diesen zu callen.
Am River ändert sich die Situation, da wir nicht abschätzen können, ob der Gegner hier blockbettet oder eine Trap induzieren will oder sogar mit einem busted Draw bluffed.
1. Der Draw wird auf einen Raise von uns folden -> Raise sinnlos
2. Ax Hände SOLLTEN folden auf den Raise (ob sie es tun steht woanders geschrieben, aber ist auch nicht möglich ohne weitere Reads zu sagen) -> Raise bedingt sinnvoll
3. Bessere Hände bezahlen wir aus
=> gegen unkown ist der Call am River in Ordnung, da ich dort nicht mehr viel Value sehe. (es schlagen uns mittlerweile so einige Twopairs und ein Gutshot mit KJ ist auch angekommen)
Was gegen die Potcontrol spricht sollte klar geworden sein. Unsere Hand ist im Verhältnis zur wahrscheinlichen gegnerischen Range einfach zu stark, um hier zu potcontrollen.
Eine Hand wie KQ oder A2 wäre hier angebracht für ne Potcontrolline am Turn.