Ich habe mich da ziemlich unglücklich ausgedrückt. "Overplayed" war nicht so gemeint, dass ich mich gegen seine Flopraisingrange weit hinten sehe und dann oft am Turn check/folden will.
Ich würde nur nicht am Flop 3betten, weil wir damit den unteren Teil seiner Range vertreiben, obwohl wir kaum protecten müssen. Protecten müssten wir ja nur gegen 78 und bei einem unknown gehen wir da ja meist auch nur von 78s aus, also gerade mal 4 Handcombos. Der Rest seiner Range hat maximal 2-5 Outs.
Ich calle daher am Flop, um ihm am Turn die Chance für Bluffs oder "valuebets" mit meinetwegen JT zu geben.
Für den Turn gibts einige Variationsmöglichkeiten je nachdem wie loose der Gegner zum Showdown geht und natürlich wie aggressiv er ist. Nicht so schön wäre King oder Queen am Turn. Der Rest ändert nicht viel. Bei einem unknown läufts meist auf check/call hinaus. Für check/fold ist unsere Hand zu stark. Selbst wenn er neben 2pairs und Sets nur KJ als schlechtere Hand 2nd barrelt, haben wir schon 46% Equity. Check/raise wäre mir gegen unknown etwas zu dünn, da ich befürchte, dass gegen die sehr starke Line zu viele schlechtere Hände folden.
Am River muss man dann wieder schauen, wie aggressiv der Gegner ist. Bei passiven könnte man donken, um zu verhindern, dass er marginale Madehands behind checkt, die er aber nochmal callen kann. Bei aggressiven Gegnern, die eher nochmal bluffen, als mit schlechteren Händen zu callen, kann man erneut check/call for bluffinduce spielen.
Kurz gesagt ist der grobe Plan, mit einer möglichst schwachen Line möglichst viele schlechtere Hände mit zum Showdown zu nehmen und Bluffs zu inducen. Weg von der Hand kommt man gegen unknown wegen den möglichen schlechteren Toppairs aber kaum.