Bissl Theorie:
Die benötigten 25% hätte man, wenn es sich um eine Riverbet handeln würde. Da es um einen Call am Turn geht, kommt man damit aber nicht zu 100% in den Showdown ohne weitere Kosten. Es sind im Schnitt noch weitere Kosten zu erwarten und es ist zu erwarten, dass man im Schnitt unter 50% Equity hat, wenn eine Riverbet kommt. Das muss man berücksichtigen.
Gehen wir der Einfachheit halber davon aus, dass der Gegner mit einer Häufigkeit von 50% am River eine Bet von halber potsize feuert, mit der er dann eine Equity von 75% hat. Das heisst, Hero hat am River 25%, wenn der Gegner bettet und kann diese Bet am River profitabel callen (bzw. er ist dann genau indifferent). (Die Motivation dazu ist, dass Hero einen Bluffcatcher hat, wenn der Gegner bettet und der Gegner motiviert ist, genau so zu betten, dass Hero mit einem Bluffcatcher indifferent ist.) Das bedeutet, der Call am Turn impliziert bei einer Bet von halber potsize am Turn für den River weitere Kosten von 50% * 50% * Pot am Turn nach Calls = 25% * (1 Pot + 2 * 1/2 Pot am Turn) = 25% * 2 Pot = 1/2 Pot.
Man muss also im Schnitt am Turn nicht nur den halben Pot, sondern eine volle potsize bezahlen, um in den Showdown zu kommen. Da der EV des Calls am River = 0 ist, muss man für den River nichts mehr berücksichtigen, sondern rechnet einfach so, als ob man am Turn eine Bet von potsize bekommt. Für den Call am Turn benötigt man daher eine Equity von 33% unter diesen Annahmen.
Ich denke, das ist in der Praxis keine so wahnsinnig schlechte Abschätzung. Im Einzelfall hängt sie natürlich von der Boardtextur ab. Die benötigte Equity am Turn hängt sowohl von der Frequenz einer gegnerischen Riverbet als auch von ihrer Grösse ab.
@SimplePlan: ich habe auch keine Ahnung, warum Q8s schlechter sein soll als J8s. Es kann eigentlich nur um Blockereffekte gehen, so dass Q8s häufiger hinten liegt als J8s oder die Equityrealisierung mit J8s besser ist. Ich wüsste aber nicht, wieso.