Zum Forum springen
Benachrichtigungen
Alles löschen

[Geschlossen] HU (0.25/0.50$) gegen call-station

6 Beiträge
3 Benutzer
0 Reactions
392 Ansichten
luca2323
Beigetreten: 22.08.2007
PokerStrategist

ich spiele auf titan gerne heads-up.

nun passiert mir allerdings, dass ich oft auf call-stations treffe und dann jeweils kohle verliere. ich komme damit einfach nicht zu gange.

meine normale strategie die im HU gut aufgeht:
1) preflop raises von jedem PP, von Axs und Kxs sowie bis A7o und KTo auf 3 BB's
2) contibet auf dem flop und er ist meistens mir. je nachdem auch ne second-barrel auf dem turn

muss ich meine taktik wirklich ändern gegen die call-stations?
probleme:
1) die conti-bets werden ignoriert und für einen second barrel auf dem turn ist A-high ja nicht wirklich geeignet
2) ich kann die gegner nicht lesen, da ja praktisch nie ein raise kommt. häufig flopen sie 2 paar und callen sich dann einfach durch bis zum river. ich stürz mich also eigentlich immer selbst ins verderben

ich weiss dass dies peinlich klingt, aber ich hab von meinen letzten 6 HU-sitzungen 3 gegen tight aggresive spieler gewonnen und die 3 gegen die passiven call-stations verloren. dies kann ja nicht einfach pech sein.


5 Antworten

Hast es doch selber schon richtig gesagt: mach halt nich allzu oft Contibets, damit du ausbezahlt wirst, falls du mal was triffst. Aber musst jetzt nicht immer Contibetten, weil du ja damit einfach Geld verlierst (es sei denn du denkst, dass dein A high noch vorn liegt, was ja oft genug der Fall ist).
Diese Gegner bezahlen einen doch immer aus, da sie jeden Schrott mitgehen. Klar bekommst du öfter mal suckouts auf dem River, aber insgesamt liegst du mit einem A Paar fast immer bist zum River vorn.
Mal eine Frage von mir:
Kann man gegen extrem passive Gegner kannst mit fast jeder Hand reinlimpen, da sie fast nie raisen? Man bekommt ja eine echt gute Equity.


Original von h0nki
Kann man gegen extrem passive Gegner kannst mit fast jeder Hand reinlimpen, da sie fast nie raisen? Man bekommt ja eine echt gute Equity.

Gegen extrem passive Gegner (wenn wir von einer Range im Bereich des SHC der SSS sprechen, also JJ+ und AK/AQ) ist limpen so ziemlich das schlechteste was Du machen kannst, da Du villian Freecards gibst und keine Ahnung hast wo Du nach dem Flop stehst. Gegen solche Gegner kannst Du fast any2 raisen und jeden Flop mit niedrigen Karten anspielen.


Wieso keine Ahnung haben?
Wir sind ja IP und bekommen somit Information, was er als erste Handlung macht. Wenn man aber Preflop jede Hand raised, die eine Equity <50% ist das auf Dauer nicht profitabel, da er ja eine Calling-station ist. D.h. wenn wir angenommen immer mit solchen Händen spielen und er immer mitgeht, haben wir <50% Anteil am Pot (bei einer theoretischen Allin Situation), was Verlust bedeutet.
Wenn er natürlich fast immer foldet Preflop oder auf eine Contibet foldet, dann kann man gern schlechtere Hände mit einbringen.
Aber gegen eine Callingstation any2 zu raisen, halte ich für sinnlos, weil du Postflop halt Probleme bekommst, da du selten vorne bist, aber du ihn nicht durch Contibets vertreiben kannst.
Finde ich :)

edit: hab das mal versucht in eine Formel zu packen (ich nehm einfach mal an, dass der Smallblind = 1/2 Bigblind ist, was ja nicht auf jedem Limit stimmt):

e * pot - (pot/2 - 1/2 BB) > 0
<=> e * pot > pot/2 - 1/2 BB
<=> e > 1/2 - 1BB/(2 * pot)         ;  pot != 0 (klar)
<=> e > 1/2 * (1 - 1/pot)

Um profitabel (um Gewinn zu machen) zu spielen, muss e (Equity) größer als der rechten Seite sein.

Die Equity setzt sich jetzt allerdings aus mehreren Sachen zusammen: "Kartenkombinationen" + Foldequity. Somit muss man die linke Seite noch erweitern:

e_fold + e_karten > 1/2 * (1 - 1/pot)
e_karten > 1/2 * (1 - 1/pot) - e_fold

Bei einer Callingstation nehmen wir mal im Extremfall an, dass die Foldequity 0 ist und wir somit uns nur (wie gesagt, Extremfall) auf die Karten konzentrieren können.
Demnach ist die Gleichung:

e_karten > 1/2 * (1 - 1/pot)  (1)

Die einzige veränderbare Variable auf der rechten Seite ist der Pot. Betrachtet man den Grenzwert pot -> inf (unendlich), dann hat man eine Allin-Situation.
Demnach ergibt sich:

e_karten > 1/2 * (1 - 1/inf)
<=> e_karten > 1/2

Klar. Hier spielt man nur Karten, die eine Equity von mehr als 50% haben. Alles andere wäre unprofitabel.
Nun ist der Gegner allerdings eine Callingstation und wir können die Potsize selber bestimmen.
Aus der Gleichung (1) erkennt man, dass e_karten kleiner wird (somit eine größere Handrange, die man spielen kann), falls der Pot kleiner wird.
Angenommen der Pot beträgt beim Showdown immer 30BB.
Dann ergibt sich aus (1)

e_karten > 1/2 * (1 - 1/30)  
e_karten > 48.3% (ungefähr)

Jetzt kann man seine Handrange schon leicht erweitern.
Nehmen wir mal den Extremfall an.
Wir limpen Preflop nur rein und checken bis zum Showdown. Demnzufolge ist der Pot 2BB.

e_karten > 1/2 * (1 - 1/2)  
e_karten > 25%

Es gibt keine Starthand, die diese Anforderung gegen eine random Hand nicht erfüllt (sogar 32o hat 32.3% Equity gegen eine random Hand).

Daraus folgt: je größer der Pot, desto kleiner muss die Handrange sein. Somit ist es besser gegen eine Callingstation mit nicht so guten Händen reinzulimpen und dann den Pot je nach Situation aufzubauen oder klein zu lassen.

Wenn ich an dem mathematischen Modell Fehler gemacht hab, dann berichtigt mich bitte sofort. Hab das noch nie für Poker gemacht :)


Original von h0nki
Wenn man aber Preflop jede Hand raised, die eine Equity <50% ist das auf Dauer nicht profitabel, da er ja eine Calling-station ist. D.h. wenn wir

Original von h0nki
Kann man gegen extrem passive Gegner kannst mit fast jeder Hand reinlimpen, da sie fast nie raisen? Man bekommt ja eine echt gute Equity.

Ja was denn nu? Eine calling-station is das Gegenteil eines extrem passiven Gegners...


Achso? Dachte passiv heißt erstma einfach nur, dass er selber wenigt raised / bettet. Ich dacht das sagt noch nichts über das folden aus.
Hat mich da einfach auf den OP bezogen

Glossar:
Passive

Ein Spieler ist passiv, wenn er nur selten setzt oder erhöht. Er spielt seine Hände lieber wenig aggressiv und überlässt anderen Spieler gerne die Initiative in einer Hand. Er reagiert häufiger, als dass er agiert.

sagt ja eigentlich noch nichts darüber aus, ob er eine Callingstation ist oder viel foldet.


Teilen: