Zum Forum springen
Benachrichtigungen
Alles löschen

Midpair vs Pot Floatbet

4 Beiträge
2 Benutzer
2 Reactions
438 Ansichten
MrRobot
Beigetreten: 19.06.2022
Poker Player

GG Poker - $0.02 Ante $0.01 NL - Holdem - 9 players
Hand converted by PokerTracker 4

UTG: 164 BB
UTG+1: 256.5 BB
MP: 343 BB
MP+1: 177.5 BB
MP+2: 216 BB
CO: 130 BB
BTN: 582.5 BB
Hero (SB): 238.5 BB
BB: 212.5 BB

9 players post ante of 0.5 BB, Hero posts SB 0.5 BB, BB posts BB 1 BB

Pre Flop: (pot: 6 BB) Hero has T♦ T♥

fold, UTG+1 calls 1 BB, fold, fold, fold, CO calls 1 BB, BTN calls 1 BB, Hero raises to 9 BB, fold, fold, CO calls 8 BB, BTN calls 8 BB

Flop: (33.5 BB, 3 players) 3♣ 2♥ K♥
Hero checks, CO bets 33.5 BB, fold, Hero raises to 229 BB and is all-in, CO calls 87 BB and is all-in

Villain ist ein Fisch.

Preflop hätte ich noch einen Ticken größer raisen können. Wie spielt man danach am Flop weiter? Ich schwanke hier zwischen einer kleinen Cbet oder Check.

Nach dem Check floatbettet Villain groß und hat nur noch 87bb dahinter. Direkt folden scheint mir zu weak, insbesondere mit T♥: für Backdoorequity. Check-Call wäre eine Option, um Villains Range weit zu halten, allerdings gibt es auch viele Turnkarten, die meine Hand nicht sehen will. Ich habe mich letztendlich für den Jam entschieden, um meine Equity auf jeden Fall realisieren zu können.

Wie schätzt ihr Villains Betsize ein? Ist das immer der K? Ich denke nicht, sodass ich mir hier um die 30% Foldequity gebe. Die Equity when called setze ich auf um die 35% an.

Equity gegen K Toppair:

Board: K♥2♥3♣
       Equity     Win     Tie
MP2    13.06%  13.06%   0.00% { TdTh }
MP3    86.94%  86.94%   0.00% { KJs }

Equity gegen einen Flushdraw:

Board: K♥2♥3♣
       Equity     Win     Tie
MP2    56.46%  56.46%   0.00% { TdTh }
MP3    43.54%  43.54%   0.00% { Ah7h }

Equity gegen ein schlechteres Pair:

Board: K♥2♥3♣
       Equity     Win     Tie
MP2    92.02%  92.02%   0.00% { TdTh }
MP3     7.98%   7.98%   0.00% { 88 }

Mit meinen Annahmen wäre der Jam knapp +EV:

ev(jam) = pfold x 67 + (1-pfold) x (eq x 275 - 120)

eq ~ 0.35
pfold ~ 0.3

ev(jam) = 0.3 x 67 + 0.75 x (0.35 x 275 - 120) = 2 > 0


Antwort
Zitat
3 Antworten
Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Am Flop würde ich ausser Position auch checken. Du hast nur second pair und eine schlechte Position. Bei der Gegnerqualität musst du damit rechnen, dass sie häufig callen und dann bleibt das Positionsproblem erhalten.

Der Vorteil des Checks ist, dass du erst mal sehen kannst, was passiert. Weil du zwei Gegner hast, kontrollieren die sich auch gegenseitig. Zu dritt wird nicht so frei geblufft wie zu zweit.

Eine potsize Bet vermittelt schon viel Stärke. CO hat ja auch noch einen Spieler hinter sich. Potsize bedeutet, der Gegner will seinen Stack reinkriegen. Er hat zwar nur 130 bb, was an diesen Tischen nicht viel ist (sind ja 200 bb buy in Tische), aber das ist immer noch eine ganze Menge. Ich gehe davon aus, dass das eine polarisierte Bet ist und das heisst, er wird wenige bis keine mittelstarke bzw. marginale Hände haben. D. h. entweder K oder besser, guter Draw und wahrscheinlich nicht so viele totale Bluffs. Dem Gegner müssen dem Read nach und seinem Verhalten nach (limp/call) auch 2-Pairs und Sets zugetraut werden.

Ich habe grosse Zweifel, dass du gegen seine Range im Vorteil bist. Ich habe auch grosse Zweifel, dass deine Foldequity so hoch sein könnte. Dein all-in ist für knapp potsize. 2:1 kann von Flush Draws am Flop gecallt werden, wenn es um eine all-in Entscheidung geht. Das wäre noch nicht so tragisch, weil du gegen einen Flush Draw noch ganz gut aussiehst. Gegen den Rest aber nicht.

Der Move lohnt sich nur, wenn der Gegner einen K wegwerfen könnte. Dann wäre das ein 2-way Move mit Foldequity gegen bessere Hände und Showdownvalue gegen schwächere Hände.

Wenn der Gegner aber selbst schon potsize bettet, dann habe ich starke Zweifel, dass er eine Valuehand noch weglegen würde. Gegen eine kleine bis mittlere Bet klappt das vielleicht. Gegen so eine Size eher nicht.

Ich vermute, dass deine Foldequity daher ziemlich gering sein wird und du gegen seine Callrange einen deutlichen Nachteil hast. Ich denke, du hast im wesentlichen einen Bluffcatcher mit Bluffblocker (der T in Herz). Ich würde am Flop lieber wegwerfen. Die Bet ist zu gross.


Antwort
Zitat
MrRobot Themenstarter
MrRobot
Beigetreten: 19.06.2022
Poker Player

Hi cjheigl,

ich hab mir im Zuge dieser Hand mal meine Profitabilität mit Midpairs am Flop angeschaut. Dazu habe ich meine DB nach

2bet Pot, HU, PFA oder Preflop Caller, Midpair am Flop und IP oder OOP gefiltert.

Zusätzlich dann: Face Flop Bet and called.

Zurück bleiben genau 100 Hände und unterm Strich ein Verlust von -$30.91.

Insgesamt verliere ich also Geld in dieser Situation, wobei man die Zahl natürlich im Kontext des Preflop investierten Gelds sehen muss. Wenn ich alles zusammenzähle (Blinds und Ante zählen dazu), komme ich auf einen Preflop Invest von $13.99.

Das würde im Grunde doch bedeuten, dass ich besser damit gefahren wäre, wenn ich jedes Mal gegen die Flopbet mit meinem Midpair gefoldet hätte, oder sehe ich das falsch?

Wie schätzt du das Ergebnis ein? Bedeutet das, dass ich Midpairs insgesamt zu schlecht spiele oder der Pool einfach zu wenig blufft bzw. nach der Flopbet nicht genug aufgibt? Es kann natürlich auch sein, dass 100 Hände an Sample für die Situation nicht ausreichen.

Ich habe mir auf jeden Fall die einzelnen Hände nochmal etwas genauer angeschaut. Die zwei Hände mit dem meisten Verlust (-$12.14 und -$6.48) fallen im Gesamtergebnis natürlich stark auf. In beiden Fällen habe ich am River einen dicken All-in-Bluff gezogen und wurde erwischt. Wenn ich nur die beiden Hände rausnehme, dann würde ich insgesamt auf ein Ergebnis von -30.93 + 12.14 + 6.48 = -12.31 kommen - was halt schon mal weniger als die Preflop investierten -$13.99 ist. Die Flop Calls hätten demnach insgesamt also zumindest mal einen Teil des Preflop investierten Gelds zurückgeholt, oder?

Trotzdem wäre ich aber gerade mal im Breich von +-0. Kann es sein, dass das eine Folge dessen ist, dass ein Midpair am Flop im Grunde nur ein Bluffcatcher ist und der in GTO-Land grundsätzlich einen EV von 0 hat? Naja als Learning bleibt auf jeden Fall hängen, dass ich mehr auf meine Midpairs am Flop achten sollte und sie ggf. nicht immer als Autocall einstufen sollte. Außerdem ist Spew am River auch nicht besonders hilfreich =/. Die beiden Hände, um die es geht, sind übrigens

https://www.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?postid=20979209#post20979209
und
https://www.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?postid=20986231#post20986231 .


Antwort
Zitat
Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006
Elite Grinder

Die Ergebnisse beinhalten das ganze Spiel nach dem Flop. Wenn du was über den EV am Flop wissen willst, dann musst du Turn und River abspalten. Es ist auch immer etwas schwierig, aus den Ergebnissen Schlüsse zu ziehen, weil sie davon abhängen, was der Gegner konkret für eine Hand hatte und nicht davon, was er alles hätte haben können. Deswegen gibt es Unterschiede zwischen EV und Ergebnis.

Es scheint auf jeden Fall so zu sein, dass nur zwei Hände (die mit den grossen Riverbluffs) das Ergebnis wesentlich mitbestimmt haben. Es kann also schon sein, dass Calls am Flop mit mid Pair grundsätzlich ok sind. Ebenfalls ist davon auszugehen, dass das im Schnitt marginale Situationen sind. Einerseits kann man weit hinten liegen, andererseits kann man noch gut überholt werden, wenn man vorne liegt. Ein Teil der Gewinne kommt bestimmt daher, dass man selbst noch Outs trifft und dann implied Odds hat. Von der Erwartung her bedeutet das, dass das eine Situation ist, die weder stark +EV noch stark -EV sein wird.

Ich habe mal bei mir gefiltert. Hand2Note, Action = Flop Call, Hand Strength = mid Pair, low Pair, mid Pocket Pair.
Action profit 0,9 bb/Hand, Sample = 124 Hände

Grundsätzlich scheint das ok, aber:
Out of position action profit -1,5 bb/ hand, Sample 72
In position action profit 4,3 BB/hand, Sample 52

(Und da ich 14 bb/100 Rake bezahle, heisst das, ich crushe die Opposition. Ich crushe nur nicht den Rake.)

Das macht also einen Riesenunterschied.
Könnte bei dir auch so sein.

Das bedeutet, ausser Position eher tighter spielen. In Position kann man sich viel mehr erlauben. Die Equityrealisierung ist ausser Position eben viel schlechter als in Position. Das macht viel aus.

Trotzdem haben auch bei mir einzelne Hände grossen Einfluss auf's Ergebnis. Beispielsweise hatte ich eine Hand, wo ich einen grossen Move am Turn abgezogen hatte, wo ich mit 20 Outs (mid Pair + Straight Flush Draw) einen Checkraise-Push gespielt hatte, der Gegner hat nicht gefoldet, die Outs haben nicht getroffen. Allein diese eine Hand macht bereits 70% des Verlustes aus. Hätten die Outs getroffen, wäre ich ausser Position ebenfalls im Plus gewesen.

Was bedeutet, die Samplesize ist zu klein. Generell ist es bei mir so, dass die meisten Verluste von grossen Bluffs auf Turn und River kommen. Das heisst, sehr wahrscheinlich ist das Spiel am Flop in Ordnung, ich sollte aber meine Aggressivität auf Turn und River einschränken und dort öfter aufgeben, Das würde mir sehr viel Geld sparen.


Antwort
Zitat
Teilen: